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Weinende Erde 15/17

Serie: Mosaik
Worte: 41.067
Inhalt: Coedwig Street war lange Zeit eine friedliche Nachbarschaft, doch seit neuestem treibt sich dort ein geheimnisvolles Wesen herum, das die Anwohner verschreckt und Torchwood auf den Plan ruft. Das Team ahnt nicht, dass es sich mit einer Kraft anlegt, die älter als der Planet selbst ist … und gefährliche Verbündete hat. Und während Gwen mit Beziehungsproblemen kämpft und Ianto mit der Tatsache, dass er sich zu Jack hingezogen fühlt, scheinen die Feen noch eine Rechnung mit dem Captain offen zu haben.
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones, Gwen Cooper, Toshiko Sato, Owen Harper, Rhys Williams, die Feen, Andy Davidson, Myfanwy, OCs
Pairing: Jack/Ianto, Gwen/Rhys
Rating: PG-13
Spoiler: Wie alles begann, Die Geistermaschine, Aus dunkler Vorzeit, Offenbarungen, Charaktere aus Kinder der Erde (Iantos Familie) / Romane: Slow Decay / Doctor Who: Andeutungen auf The end of the World und The Sound of Drums, sowie The Last of the Time Lords
Setting: nach Aus dunkler Vorzeit
Warnungen: MPreg eines OCs, in der Vergangenheit.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Beta: Vistin, alt_universe_me  und danian . Danke.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Kapitel 14
Masterliste

***
***


15.


Als er das Team aus dem Wald kommen sah, öffnete Ianto die Autotür stieg aus. Jack kam mit den Händen in den Manteltaschen auf ihn zu, während die anderen zu einem der Häuser gingen.

“Kein Erfolg bei den Feen?“, vermutete Ianto.

Jack schüttelte den Kopf. Er beobachtete, wie Ianto eine Waffe in seinen Hosenbund steckte und lächelte ihm zu. “Der erste richtige Einsatz. Alles klar?“

“Alles bestens, Sir.“ Er folgte Jack zu den anderen. Tosh war gerade dabei, mit der Hilfe von Alientechnologie die Tür zu öffnen. Owen und Gwen standen mit gezogenen Waffen bei ihr.

“Das Haus steht leer“, erklärte Jack, während er mit Ianto und Gwen durch den Vorgarten ging. “Es liegt dem Wald am nächsten.“ Das Haus stand am Ende der Sackgasse, die die Coedwig Street bildete und war somit direkt zwischen dem Wald auf der einen und der Häuserreihe auf der anderen Straßenseite gelegen. Es war großzügig geschnitten und zweistöckig, nicht möbliert. Neben der Haustür, auf einem Beistelltisch, lagen Prospekte eines Immobilienmaklers.

Jack schloss die Tür und schaltete seine Taschenlampe ein. “Kein Licht“, befahl er seinem Team. “Wir wollen keine Aufmerksamkeit.“ Er wandte sich an Ianto. “Hast du die mobile Zelle?“

“Ja, Sir.“ Ianto hielt das kieselsteingroße Gerät hoch. “Sie ist voll aufgeladen. Mit Toshs Modifizierungen sollte sie für etwa eine Stunde Energie haben.“ Er steckte das Gerät in seine Hosentasche.

Gwen strich sich die Haare hinter die Ohren. “Glaubst du, die Banshee lässt sich in dem Ding fangen?“

Jack zuckte mit den Schultern. “Wir haben nichts besseres zu bieten, wenn wir sie nicht gleich töten wollen.“

Owen kehrte aus dem Garten zurück und schloss die Terrassentür, um die schneidend kühle Luft auszusperren. “Es gibt ein Tor, das direkt in den Wald führt. Das wäre ein möglicher Fluchtweg.“

Jack schüttelte den Kopf. “Ich denke nicht, dass sie Türen braucht.“

“Was machen wir jetzt?“, fragte Tosh.

Jack seufzte tief. “Warten.“

***

Sie saßen seit inzwischen einer Stunde im Wohnzimmer nebeneinander an die Wand gelehnt. Am Anfang hatten sie alle den Garten durch die Fensterfront und die Terrassentür im Auge behalten. Inzwischen checkte Gwen ihre SMS, Owen nutzte sein Handy, um Solitär zu spielen und Tosh gab ihm Tipps, die er gewissenhaft ignorierte. Jack war der einzige, der noch ein wachsames Auge auf den Garten hatte. Ianto studierte sein Profil. Jack war am attraktivsten, wenn er sich konzentrierte. Und es machte keinen Unterschied, auf was. Es konnte eine Technologie sein, die er studierte, jemanden, den er befragte und dem er eine wahre Antwort entlocken wollte. Und am besten kam diese Eigenschaft beim Sex zur Geltung. Es war, als würde Jacks ganze Welt zusammenschrumpfen auf dieses eine Bett, diese eine Person, mit der er zusammen war. Es spielte keine Rolle, dass Ianto immer derjenige gewesen war, der in Jack eingedrungen war – andersherum war es ihm zu viel Intimität gewesen, zu viel Kontrollverlust. Jack strahlte trotzdem eine Macht und Selbstsicherheit aus, die es Ianto unmöglich gemacht hatte, sich ihm auf lange Sicht zu entziehen. Und langsam, ganz langsam war aus einer Notwendigkeit, aus einer Ablenkung und einer Jagd nach Vertrauen, etwas geworden, auf das Ianto sich freute. Selbst wenn es ihm manchmal Tränen der Scham in die Augen trieb, sobald Jack neben ihm eingeschlafen war. Jetzt begann Ianto sich zu fragen, wie es sein mochte, Jack die Kontrolle ganz und gar zu überlassen, sich von Jack nehmen zu lassen.

Jack wandte den Kopf in seine Richtung und hob fragend die Augenbrauen. Ianto schüttelte den Kopf und wandte den Blick ab, um zu verbergen, dass er rot wurde. Jacks Finger schlossen sich um seine Hand und drückten sanft zu.

“Jack“, sagte Owen. Jack drehte den Kopf wieder zum Garten und ließ Iantos Hand los. Sie stand mitten auf dem Rasen, im Schein ihrer Taschenlampen, und starrte das Team an – eine ungewöhnliche, unheimliche Erscheinung in einem Garten in Cardiff. Jack stand auf und ging auf die Terrassentür zu. Das Team folgte ihm mit ein paar Schritten Abstand, die Waffen in der Hand.

Jack schob die Tür auf und betrat den Garten. “Hallo“, sagte er. Die Banshee blickte ihn aus traurigen, dunklen Augen an.

“Jack?“, fragte Gwen. “Soll ich übersetzen?“

“Das ist nicht nötig“, meinte Jack. “Sie versteht uns sehr gut, nicht wahr?“

Sie flüsterte: “Fy mlentyn, fy mlentyn bach.“

“Hör auf damit“, sagte Jack wütend und trat einen Schritt auf sie zu. Er richtete seine Webley auf sie. “Ich habe nach deinen Regeln gespielt, aber meine Geduld erreicht ihre Grenzen, wenn Menschen sterben.“ Ihre Augen verengten sich nur minimal, aber Jack sah es. Er lächelte. “Oh ja, du verstehst mich sehr gut.“

“Mörder“, sagte sie.

“Du bist hier der Mörder.“

“Ich sehe es in deinen Gedanken. Mehr als 4.000 Leben. Du hast sie alle auf dem Gewissen.“

“Du liest meine Gedanken genauso leicht, wie die Feen es können, obwohl ich trainiert dafür bin, niemanden reinzulassen. Du gehörst zu ihnen, oder?“

Sie blieb stumm. Jack fragte: “Worum geht es hier? Warum tötest du einen Waldarbeiter, der ...“ Er brach ab und seine Augen weiteten sich verstehend. “Es ist der Wald. Wir haben uns so auf die Menschen und Feen konzentriert, dass wir das Offensichtliche übersehen haben. Der Wald wird gerodet.“ In ihren Augen brannte Schmerz auf. Jack nickte. “Der Wald ist das Kind, um das du weinst.“

“Würdest du nicht um deine Kinder weinen, Jack Harkness?“, fragte sie traurig. Sie legte den Kopf schief. “Das hast du bereits. Michael … und noch weitere.“

Jack machte einen drohenden Schritt auf sie zu. “Verschwinde aus meinem Kopf.“ Er hasste es, wenn die Feen seine Erinnerungen dazu benutzten, ihn zu verletzen.

“Ich bin keine von ihnen“, sagte die Banshee. “Ich bin auch nicht mit ihnen verwandt … nur im Geiste.“

Jack runzelte die Stirn. “Aber es fällt dir leicht, in meinen Kopf einzudringen. Das bedeutet, das du mehr bist als nur die Vertreterin irgendeiner Rasse. Du gehörst zu den wirklich oberen Etagen, nicht wahr?“ Er legte den Kopf schief. “Mit was haben wir es also zu tun? Dirondern, Trejk … ich habe noch nie eine Ha-ol gesehen. Bist du eine?“

“Mörder.“

“Du wiederholst dich.“

Sie schwieg.

“Wie auch immer“, meinte Jack. “Ist im Prinzip gleichgültig. Du musst verschwinden. Du machst den Menschen Angst.“

“Sie sind alle Mörder. Menschen.“ Sie spuckte das Wort aus. “Eine Plage, von der das Universum geheilt werden sollte.“

Owen schnaubte. “Du bist mir auch nicht gerade sympathisch.“

Jack zog ihre Aufmerksamkeit zurück auf sich. “Ich überlasse dir die Möglichkeit zu gehen. Wenn du es nicht tust, wird Torchwood dich zwingen.“

Die Banshee lachte. “Torchwood. Schlimmer als alle anderen. Diebe, Mörder, hochnäsige Exemplare eurer Rasse. Ihr glaubt, euch gehört alles. Eure Archive.“ Sie starrte Ianto an und er wurde das Gefühl nicht los, dass sie in seinen Gedanken wühlte. Er konnte nichts spüren, aber nicht mal Jack hatte etwas gemerkt und er war stärker als Ianto, was solche Dinge anging.

Die Banshee starrte Ianto noch immer an, neugierig und forschend. “Voll von Dingen, die anderen gehören. Erkauft mit Blut. Dinge, für die ihr zu jung seid.“ Sie sah wieder zu Jack. “Die Menschheit wird immer zu jung sein.“

“Ich werte das als ein Nein“, meinte Jack unbeeindruckt. Er festigte den Griff um seine Waffe und sie verschwand. “Verdammt!“, fluchte Jack.

Tosh fragte: “Wo ist sie hin?“

Jack eilte auf das Gartentor zu. “Ich rate nur, aber ich nehme an, wir finden sie dort, wo sie sich am wohlsten fühlt.“

Der Wald. Sie verließen den Garten und schalteten alle ihre Taschenlampen an, um sich in dem dunklen Wald zurecht zu finden.

“Aufteilen“, sagte Jack. “Owen, Gwen, Tosh, geht in Richtung des Steinkreises. Ianto, du bleibst bei mir.“ Er schaltete das Headset ein. “Bleibt in Kontakt.“

***

“Bleib dicht bei mir“, sagte Jack und Ianto nickte nervös. Er hielt seine Waffe in einer Hand, während die andere die Taschenlampe umklammerte. Jack wirkte angespannt, aber ruhig, routiniert. Die Dunkelheit und die Geräusche des Waldes schienen ihn nicht nervös zu machen. Ianto drehte jedes Mal den Kopf, wenn er etwas rascheln hörte. Jack schien instinktiv zu wissen, welchen Geräuschen und Schatten er seine Aufmerksamkeit schenken musste. Jack schaltete seine Taschenlampe aus und ließ sie in der Manteltasche verschwinden. Ohne Umschweife steckte er die nun freie Hand in Iantos Hosentasche.

“Sir!“

“Das ist kein Flirt“, sagte Jack. Er schenkte ihm ein kurzes Lächeln und zeigte ihm die mobile Zelle, die er aus Iantos Hose geholt hatte. “Mach die Lampe aus.“

Der Mond und die nahen Lichter der Stadt erleuchteten den Wald kaum, aber es reichte, um die Schatten der Bäume zu erkennen.

***

“Okay“, flüsterte Owen und Gwen verfluchte, dass er den Mund nicht halten konnte. “Ich will wirklich nicht wissen, in was ich gerade rein getreten bin.“

“Sei nicht so zickig“, zischte Gwen. Sie passierten die letzten Bäume und erreichten den Steinkreis. Ihre Taschenlampen durchsuchten die Bäume, aber alles war ruhig.

Owen aktivierte sein Headset. “Jack, keine Spur von der Banshee oder den Feen am Steinkreis.“

“Sucht weiter“, antwortete Jack.

***

Jack griff nach Iantos Arm und hielt ihn fest. “Sh!“, machte er und zog Ianto näher, drückte ihn an einen Baum. Er nickte nach vorne und gegen den dunklen Nachthimmel abgezeichnet konnte Ianto auf einer Anhöhe … etwas erkennen. Es war, als bewege sich dort die Luft in kleinen Wellen. Kaum wahrnehmbar. Jacks Lippen näherten sich Iantos Ohr und er flüsterte kaum hörbar: “Du bleibst hier.“ Ianto wollte nicht, aber er nickte. Er lehnte sich an den Baum und richtete seine Waffe auf die merkwürdige Turbulenz in der Luft. Jack schlich zur Anhöhe. Er richtete seine Webley auf die Banshee und sagte laut: “Ziemlich miese Tarnvorrichtung.“

Die Banshee erschien, drehte sich zu Jack um und ehe Ianto wusste, was geschah, schoss ein Lichtblitz auf Jack zu. Jack schrie, aus seiner Waffe löste sich ein Schuss. Die Banshee starrte ihn an und schleuderte weitere Blitze in Jacks Richtung. Er brach zusammen und schrie vor Schmerzen. Seine Kleidung begann zu rauchen und Ianto wurde mit Schrecken bewusst, dass sie ihn verbrennen würde. Er würde so enden wie der Mann in ihrer Basis.

Ianto verließ seine Position. Sein eigener Schrei ging in Jacks sich überschlagender Stimme unter und Ianto schoss. Die Banshee ließ von Jack ab und richtete ihre Aufmerksamkeit auf ihn. Ianto sprang zur Seite, als ein Lichtblitz auf ihn zuschoss, doch ehe die Banshee ein zweites Mal angreifen konnte, stürzte Jack sich auf sie. “Ianto!“, rief er und etwas flog durch die Luft und landete im Laub. Ianto versuchte zu ignorieren, dass die Banshee Jack erneut angriff, seine Schreie und den Geruch nach verbranntem Fleisch. Er fiel auf die Knie und suchte im feuchten Laub nach der mobilen Zelle.

***

Tosh fuhr herum, als das Echo eines Schusses durch den Wald hallte. “Oh Gott!“, sagte sie.

Owen aktivierte sein Headset. “Jack? Ianto?“

Ein weiterer Schuss löste sich und Owen rannte in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen war. Gwen und Tosh folgten ihm. Owen stoppte abrupt und Gwen rannte gegen ihn. “Verdammt, Owen, was ...“ Dann sah sie sie. Die Feen schwebten vor ihnen in der Luft.

“Oh, scheiße!“, sagte Owen. Sie hoben die Waffen.

Tosh flüsterte mit zitternder Stimme: “Das bringt nichts.“ Gwen war das gleichgültig. Sie schoss, doch die Kugel schien die Fee nicht mal zu streifen. Gwen wollte ein weiteres Mal schießen, aber ihr fehlte plötzlich die Luft zum Atmen. Ihr Oberkörper zog sich zusammen und sie schnappte nach Luft. Der Wald um sie herum begann sich zu drehen und plötzlich spürte sie den harten, nassen Waldboden unter ihren Knien. Sie hustete, verlor die Waffe und hob die Hände zum Hals, als könne sie die unsichtbaren Finger losreißen, die versuchten, sie zu ersticken. Sie schluchzte auf, als es ihr nicht gelang. Neben ihr fiel Owen auf die Knie und sie hörte Tosh stöhnen und das letzte was sie dachte, bevor sie ebenfalls zusammenbrach war, dass Jack Recht hatte.

Kapitel 16
Masterliste