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Torchwood: Nach dem Sturm (Fanfiction)

Nach dem Sturm

Worte: 1.099
Inhalt: Jack wusste, dass er eine unsichtbare Grenze überschritten haben musste. Ianto hatte den Kuss wahrscheinlich nur erwidert, weil er nicht wusste, was er sonst tun sollte.
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones
Pairing: Jack/Ianto
Rating: PG-13
Spoiler: Keine
Setting: nach Erntezeit
Anmerkungen: Geschrieben für jack_ianto_las  für den Prompt The Right Time To Lie.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

***
***


Die Brecon Beacons waren ein Desaster gewesen. Nachdem sie der Polizei stundenlang Bericht erstattet hatten, machte Torchwood sich auf den Weg nach Hause.

Jack setzte Tosh, Owen und Gwen zu Hause ab, dann parkte der SUV vor Iantos Wohnhaus. Während Ianto ausstieg – langsam, wegen angebrochener Rippen und wunden Prellungen – holte Jack ihre Taschen. Als Ianto ihn verwirrt ansah, erklärte Jack: ”Ich bleibe heute Nacht bei dir.”

”Das ist wirklich nicht nötig, Sir.”

”Owen will nicht, dass du alleine bist. Du hast die Wahl zwischen mir und einem Krankenhaus.”

Ianto zog eine Grimasse und murmelte: ”Ich hasse Krankenhäuser.”

”Siehst du?”, fragte Jack und legte einen helfenden Arm um Iantos Hüfte. Er war dankbar, als Ianto die Unterstützung annahm, wenn auch recht widerwillig und mit einem leisen Fluch.

Sobald sie die Wohnung betraten, wand Ianto sich aus Jacks Griff und ging Richtung Badezimmer. Jack seufzte tief. Es war offensichtlich, dass Ianto ihn nicht hier haben wollte. Seit Iantos Verrat hatte sich ein Abgrund zwischen ihnen geöffnet. Sie hatten danach beide angefangen, hart an ihrer Beziehung zu arbeiten, aber Jack war zu weit gegangen. Er hatte Ianto gestern geküsst, bevor sie die Basis verlassen hatten, um die anderen abzuholen. Es war als eine beruhigende Geste gedacht gewesen, um Ianto zu zeigen, dass Jack glaubte, dass er seinen ersten richtigen Einsatz hervorragend meistern würde. Doch es war schnell mehr geworden und Jack hatte Ianto gegen den Wagen gedrückt, ihre Zungen in einen leidenschaftlichen Kuss vertieft, als hätten sie Wochen auf diesen Moment gewartet.

Tatsächlich hatte Jack das … aber Ianto hatte seit dem Kuss kaum etwas gesagt. Jack wusste, dass er eine unsichtbare Grenze überschritten haben musste. Ianto hatte den Kuss wahrscheinlich nur erwidert, weil er nicht wusste, was er sonst tun sollte. Seine Antwort auf Gwens Frage war genug Beweis dafür.

Jack klopfte an die Badezimmertür und trat langsam ein. Ianto saß auf der geschlossenen Toilette und sah ihn müde an. ”Es geht mir gut.”

”Es geht dir nicht gut. Das ist kein guter Moment für Lügen, Ianto.” Jack drehte das Wasser in der Dusche auf. ”Ich weiß, dass ich der letzte bin, von dem du Hilfe möchtest, aber wir werden das hier ganz professionell regeln.” Er ging vor Ianto in die Hocke und starrte in seine Augen. ”Versprochen.”

Ianto nickte langsam. Jack zog sie beide aus, schob Ianto in die Kabine und folgte ihm. Er griff nach dem Shampoo, bevor Ianto ihm zuvorkommen konnte. ”Du musst das nicht alleine machen und du kannst es auch nicht. Du hast Schmerzen. Habe ich Recht?” Ianto nickte langsam. Jack begann, das Shampoo in Iantos Haare zu massieren, die Kratzer und Beulen vermeidend, die sich darunter versteckten. Dann half er Ianto, es auszuwaschen.

Ianto lehnte sich in seine Berührungen und erstickte etwas, das verdächtig nach einem Schluchzen klang. Als er jedoch den Kopf hob, um Jack anzusehen, schien er nicht zu weinen. ”Tut mir leid wegen der Lüge.”

Jack lächelte. ”Schon okay. Du bist nur daran gewöhnt, alleine klarzukommen. Mir geht’s genauso.”

”Ich meine den Kuss.”

Jack sah ihn neugierig an. ”Warum hast du es ihnen nicht gesagt?”

”Sie denken doch schon, dass Sex der einzige Grund ist, aus dem du mich nicht neutralisiert hast. Ich will nicht, dass sie denken, es sei wahr.” Ianto konzentrierte sich darauf, seine Arme und die Brust zu waschen. Hämatome verunstalteten die blasse Haut – hässliche Echos von Tritten und Schlägen.

Jack drückte Iantos Kinn nach oben. ”Du weißt, dass das nicht stimmt, oder?”

Ianto nickte und schenkte ihm ein tapferes, falsches Lächeln. ”Gwens Frage … es schien mir einfach der richtige Zeitpunkt zu sein zu lügen, also … habe ich es getan.”

Jack konnte sehen, dass Ianto nur seinetwegen so antwortete. Er seufzte tief und drehte sich weg, um die Dusche zu verlassen. ”Ich hätte dich nicht küssen sollen.”

Iantos Hand ergriff seine und er wurde zurück unter das warme Wasser gezogen. ”Das ist schon in Ordnung.”

”Ist es nicht, denn ich habe dir damit einen völlig falschen Eindruck vermittelt. Das mache ich noch immer, ich meine, ich bin immerhin in deiner Dusche!” Er schüttelte den Kopf und drückte Iantos Hand. “Das ist nicht der Grund, aus dem ich dir eine zweite Chance gegeben habe.”

Er starrte Ianto für beinahe eine volle Minute an, bevor der nickte und ihm ein leichtes Lächeln schenkte. “In Ordnung.”

“Du glaubst mir also?”

“Ja.”

“Also bist du nicht mehr wütend, weil ich dich geküsst habe?”

”Das war ich nie. Ich bin nur … nicht daran gewöhnt, dass jemand sich um mich kümmert.” Er lachte hilflos. ”Ich fühle mich wie ...” Er biss sich auf die Lippe und schüttelte den Kopf. Jack nickte verstehend. Er fühlte sich ebenfalls wie ein Versager. Er war nicht in der Lage gewesen, sein Team zu beschützen und wenn er nur ein paar Sekunden später zur Rettung gekommen wäre …

Er sah in Iantos Augen. ”Du warst fantastisch da draußen. Ich bin stolz auf dich. Und ich weiß, dass du es noch nicht glauben kannst, aber es wird besser.” Er meinte die Kannibalen und die Verletzungen, aber auch Lisa und die Trauer, die Ianto noch fest im Griff hatte.

Sie standen eine Weile regungslos im warmen Regen der Dusche, die Hände noch immer miteinander verflochten.

Als Iantos Augen langsam den Kampf gegen die schwere Müdigkeit verloren, drehte Jack das Wasser ab. ”Bett”, sagte er und Ianto nickte. Als Jack die Kabine verlassen wollte, wurde seine Hand erneut fest gehalten.

Ianto flüsterte: ”Bleib heute Nacht bei mir.”

Jack schluckte und fühlte sich, als hätte man ihm gerade etwas sehr zerbrechliches gegeben. ”Auf der Couch?”

”Nein. Nicht auf der Couch.”

”Du musst nicht-”

”Falls du es nicht gemerkt hast – ich mochte den Kuss.”

Jack grinste. ”Ja. Er war heiß, richtig?”

”Na ja, du warst nicht derjenige, der den Türgriff in den Rücken gerammt bekommen hat. Heiß ist nicht gerade der Ausdruck, den ich verwenden würde.”

Jack tat so, als würde er schmollen und zog Ianto aus der Dusche. Er küsste seine Schläfe. ”Natürlich bleibe ich.”

Während sie sich abtrockneten, fragte Ianto: ”Übrigens, warum hast du ihnen nicht gesagt, dass ich der letzte war, den du geküsst hast?”

Jack lächelte. ”Ich habe ihnen nicht gesagt, dass du es nicht warst. Außerdem küsst ein Gentleman und schweigt darüber.”

Ianto schnaubte. ”Du schweigst doch nie.”

Jack hielt inne und sah ihn an. ”Es sei denn, es ist von Bedeutung.”


ENDE
02/11

Komplette Fanfiction Masterlist

Comments

( 2 comments — Leave a comment )
pechfeder
Feb. 8th, 2013 02:08 pm (UTC)
Ich liebe Jacks Spruch: A gentleman never kisses and tells XD
Eine tolle Umsetzung :D Auch auf das Prompt bezogen.
Es stimmt schon, es war ein geschaffener Zeitpunkt zu lügen und beide haben es getan und man konnte es ihnen sogar an der Nasenspitze ablesen!

Ich mag die Art, wie du Jack sich hier aufdrängen und dann wieder zurückziehen lässt und das Ganze dann auf ein Ziel zusteuern lässt.
jolinarjackson
Feb. 9th, 2013 09:34 am (UTC)
Danke. :)
( 2 comments — Leave a comment )