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Stargate SG-1: Nicht perfekt (Fanfiction)

NICHT PERFEKT

Inhalt: Manchmal wusste sie nicht, ob sie nicht lieber gehen sollte. Aber sie hatte Daniel versprochen, nicht mehr wegzulaufen.
Worte: 797
Rating: PG
Spoiler: Der Kreuzzug, Tödliche Erinnerungen
Setting: Season 10 – nach Tödliche Erinnerungen
Anmerkungen: Verfasst für den Women of the Gate Prompt, zentriert um das Thema Das erste Mal … ich antworte hier auf den Prompt Das erste Mal, dass jemand aus dem SGC sich bei Vala bedankte.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Beta: Anne McSommers – danke!
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Stargate SG-1 und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.


***
***


Vala hatte ihr Leben damit verbracht, das perfekte Zuhause zu suchen. Sie hatte nie eines gehabt. Ihr Vater hatte sie und ihre Stiefmutter wegen seines Lebens als Betrüger und Dieb von Planet zu Planet geführt.

Mal verbrachten sie nur Tage auf demselben Planeten – mal Wochen oder gar ein Jahr. Aber letztlich war nichts für die Ewigkeit gemacht. Vala hatte sich immer vorgenommen, nicht wie ihr Vater zu werden, sondern einen ehrlichen Beruf zu erlernen und sich ein ehrliches Leben aufzubauen.

Ein perfektes Leben.

Pläne starben – besonders dann, wenn man von einem Goa’uld übernommen wurde. Nach Qetesh merkte sie, dass die Menschen auf den Welten, die Qetesh gehörten, sie noch immer anbeteten. Es war viel zu einfach, sie auszunutzen. Vala sah es anfangs als Wiedergutmachung für ihr erduldetes Leid. Irgendwann begann sie aber, auch auf den Planeten, die nicht zu Qeteshs Reich gehörten, zu lügen und sich Vorteile zu verschaffen. Sie schien ein natürliches Talent dafür zu haben. Sie hatte einfach nie damit aufgehört.

Jetzt hatte sich alles verändert.

Vala liebte das morgendliche SGC. Die Menschen waren noch nicht so gestresst, die Korridore relativ ruhig und die erste geplante Anwahl oder Rückkehr noch etwa eine Stunde entfernt. Sie kontrollierte mit einer Hand, ob ihr Zopf richtig saß und lächelte den Airman an, der den Fahrstuhl mit ihr teilte. Es stimmte – sie wurde wesentlich freundlicher behandelt als noch vor einem Jahr bei ihrem letzten Besuch. Das war vor den Ori gewesen, vor Tomin … und vor Adria. Aber die Skepsis auf den Gesichtern derer, die sie kannten und die wussten, dass sie alle andere als eine zivile Beraterin der Ta’uri war, blieb. Viele wussten, welche Rolle sie in Adrias Leben spielte – im Leben der Orici. Es machte die Menschen misstrauisch. Vala lernte, damit umzugehen. Das hatte sie ihr Leben lang gemacht.

Dennoch kratzte dieses Verhalten an der schönen Fassade ihrer neuen Zuflucht. Manchmal wusste sie nicht, ob sie nicht lieber gehen sollte. Aber sie hatte Daniel versprochen, nicht mehr wegzulaufen. Und obwohl sie nicht das erste mal ein Versprechen brechen würde, so hatte sie große Hemmungen, es bei diesem zu tun.

Dennoch wollte sie, dass die schrägen Blicke aufhörten. Es hatte sie nie zuvor gestört, aber nachdem sie ohne Gedächtnis aufgewacht war und als Valerie ein Leben als Kellnerin fristete, hatte sich diese Ansicht verändert. Valerie hatte ein gutes Leben gehabt.

Ihr Chef mochte sie, ihre Kunden konnte sie zum Lächeln bringen und ihre Kollegen halfen ihr, sich in der Welt zurecht zu finden. Vala wollte das auch hier – die Unterstützung und das Gefühl, Teil von etwas zu sein. Aber hier war sie nicht Valerie sondern Vala – Piratin, Diebin und Betrügerin. Und ihre frisch erworbene Mitgliedschaft bei SG-1 war für jene, die gegen sie waren, nicht relevant. Die Vorurteile blieben.

Sie verließ den Lift auf Ebene 22 und betrat die geschäftige Kantine. Sie reihte sich in der Schlange vor dem Kaffeeautomaten ein und verschränkte die Arme.

Das Team machte es ihr leichter. Besonders Daniel, der seit ihrer Entführung anders war. Beinahe vorsichtig. Er hörte ihr mehr zu, er widmete ihr Zeit und Vala hatte das unbestimmte Gefühl, dass er dafür gesorgt hatte, dass sie das SG-1-Abzeichen trug.

Vala füllte ihre Tasse und verließ die Kantine. Der Fahrstuhl war leer, als sie ihn betrat.

Vala hatte Daniel nicht erzählt, wie kurz davor sie gewesen war, nach der Entführung einfach zu gehen. Sie war entschlossen gewesen, das Projekt Heimat Erde abzuschließen, denn es schien nicht zu funktionieren. Sie hatte sich nie mit weniger als perfekt zufrieden gegeben und die Erde war nicht perfekt. Aber das SG-1-Abzeichen hatte sie abgehalten, ihr gezeigt, dass etwas ins Rollen gekommen war.

Daniels Büro war bereits hell erleuchtet. Vala kannte seinen Tagesablauf. Sie blieb einen Moment in der Tür stehen und beobachtete, wie er konzentriert auf seinen Computer-Bildschirm starrte, eine Hand auf der Tastatur, in der anderen einen Kugelschreiber. Sie trat ein und stellte die Tasse vor ihm ab. Daniel blickte von seinem Bildschirm auf. “Hey!“, sagte er.

“Für dich“, antwortete Vala, “Zwei Stücke Zucker, keine Milch.“

Daniel lächelte. “Du hast mir noch nie Kaffee gebracht.“

Vala zuckte mit den Schultern. “Mir war danach.“

Er legte den Kopf schief. “Wie geht’s dir?“

“Bestens“, antwortete sie abwinkend, “ich erinnere mich wieder an alles, also …“

Er nickte. Vala seufzte. “Ich gehe dann mal. Teal’c und ich wollten Basketball spielen.“

Sie war schon an der Tür, da sagte er: “Vala … danke für den Kaffee.“

Es war das erste mal, dass jemand im SGC sich bei ihr bedankte und diese Tatsache brachte sie zum Lächeln. Sie zuckte mit den Schultern. “Kein Problem.“ Dann verließ sie das Büro.

Die Erde war nicht perfekt ... aber vielleicht musste ein Zuhause das nicht sein.


ENDE
JJ 03/10

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