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Torchwood: Neuanfang (Fanfiction)

Neuanfang

Serie: Lyrics 'Verse
Worte: ~ 1.800
Inhalt: “Ich kann akzeptieren, dass der Mann, der du einmal warst, nicht mehr wichtig ist, aber der Mann, der du jetzt bist … der ist wichtig. Und etwas hat ihn zerbrochen und ich weiß nicht, was.“
Charaktere: Ianto Jones, Jack Harkness
Pairing: Jack/Ianto, Jack/Michael Bellini (angedeutet), Ianto/Lisa Hallett (angedeutet)
Rating: PG
Spoiler: Cyberwoman, Das Ende aller Tage, Kiss Kiss Bang Bang, Roman: Trace Memory / Doctor Who: Utopia, The Last Of The Time Lords
Setting: nach Trace Memory
Beta: larsinger29, danke!
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Lyrics 'Verse Masterlist
Ich bleib für dich wach


***
***


I want to reconcile the violence in your heart
I want to recognize your beauty is not just a mask
I want to exorcise the demons from your past
I want to satisfy the undisclosed desires in your heart
(Undisclosed Desires von Muse)



"Hättest du es wirklich akzeptiert?", fragte Jack und sprach damit das erste Mal, seit er und Ianto von der Basis nach Hause gekommen waren. Die Luft war mit dem würzigen Duft eines warmen Abendessens erfüllt. Jacks Hosenträger hingen um seine Hüften und seine Ärmel waren hochgekrempelt. In den Händen hielt er eine Packung Nudeln. Er sah entspannt und zufrieden aus und Ianto nahm diesen Anblick einen Moment lang in sich auf. Obwohl er wusste, dass es nur eine Maske war.

Ianto wandte sich wieder der Soße zu, in der er rührte und fragte: "Was meinst du?"

"Mich. Und Michael."

Ianto erstarrte und drehte sich zu Jack um. "Du gehörst mir nicht", wiederholte er seine Worte vom Morgen ... oder war es gestern gewesen? Gott, er war müde!

"Ianto ..." Jack seufzte genervt. "Was willst du mir beweisen?" Er verzog das Gesicht, als er in den Topf spähte und schob Ianto beiseite. "Abgesehen davon, dass du ein schrecklicher Koch bist. Man muss sie ständig rühren oder sie brennt an."

Ianto verschränkte die Arme. "Ich versuche nicht, dir irgendetwas zu beweisen, Jack. Ich bin nur realistisch. Du hattest Liebhaber vor mir, du wirst Liebhaber nach mir haben ..."

Jack schloss fest die Augen und Ianto verstummte, wissend, dass er einen Nerv getroffen hatte. Jack mochte es nicht, über die Vergangenheit zu sprechen und er mochte es sogar noch weniger, über die Zukunft zu reden. Er lebte in der Gegenwart ... Ianto vermutete, dass es die einzige Möglichkeit war, mit seiner Unsterblichkeit umzugehen.

Langsam sagte Jack: "Aber jetzt gehen wir miteinander aus. Das bedeutet mir etwas."

"Obwohl wir noch keinen Sex hatten?"

Jack schenkte ihm ein Lächeln, das eine Mischung aus schüchtern und herausfordernd war. "Nun, ich hatte gehofft, dass ich das durch das Kochen dieses äußerst leckeren Essens ändern könnte, aber jetzt hast du die Soße anbrennen lassen."

Ianto erwiderte das Lächeln. "Tut mir leid."

Jack schüttelte den Kopf, zog Ianto näher und küsste ihn sanft. Dann wandte er sich wieder der Soße zu. "Ich wollte nicht mit ihm schlafen. Michael habe ich bereits vor langer Zeit verloren. Ihn zu sehen ... ehrlich gesagt, es war ein Schock, aber ... ich habe bereits 1967 getrauert."

"Er hat dir viel bedeutet."

"Ja." Jack sah ihn an. "Du bedeutest mir auch viel."

Ianto nickte wissend. Das wusste er bereits. Sie hatten seit Jacks Rückkehr zwar noch keinen Sex gehabt, aber sie schliefen oft zusammen – aneinandergedrückt in Iantos Bett. Es war seltsam und Ianto wusste nicht recht, was er davon halten sollte, aber Jack wollte es, schien es zu brauchen. Was auch immer er während seiner Reise mit dem Doktor gesehen hatte, es musste schrecklich gewesen sein. Langsam verloren seine Augen den gehetzten Ausdruck und seine schlimmen Albträume wurden seltener. Am heutigen Abend sah Jack wieder sehr müde aus. Michaels Auftauchen hatte ihn durcheinander gebracht. Besorgt legte Ianto eine Hand auf Jacks Arm. "Wie geht es dir?"

"Gut." Jack zuckte mit den Schultern, schenkte der Soße seine ganze Aufmerksamkeit. "Ich bin okay."

"Du hast weniger Albträume."

Jack grinste ihn an. "Und woher weißt du das?"

Ianto drehte sich zu einem der Schränke und begann, den kleinen Tisch zu decken. "Wir schlafen im selben Bett, schon vergessen?"

Jack hielt einen Moment inne. "Es tut mir leid."

"Was denn?"

"Dass ich dich wach halte. Ich brauche nur …" Er zögerte. "... Gesellschaft."

Ianto ließ die Stille für einen Augenblick hängen, dann fragte er: "Was ist mit dir passiert?"

"Ich kann dir das nicht sagen, Ianto. Es ist vorbei. Das ist alles, was zählt. Der Doktor hat die Dinge in Ordnung gebracht." Er seufzte und ließ den Löffel los, bevor er sich Ianto zu wandte. "Ich will neu anfangen. Dieses Mal richtig. Ich hatte eine Wahl. Der Doktor hat mir angeboten ... er hat mir alles angeboten und ich habe beschlossen, hierher zurückzukehren. Hier gehöre ich im Augenblick hin." Er hielt inne und wirkte plötzlich verletzlich. "Wenn ich willkommen bin."

Ianto lächelte. "Natürlich. Wir freuen uns, dass du zurück bist." Jacks Gesichtsausdruck wurde grimmig und er wandte sich abrupt wieder dem Herd zu. Ianto hatte das Gefühl, dass er etwas furchtbar falsches gesagt hatte. "Was ist?", fragte er. "Was ist los?"

"Nichts", antwortete Jack.

"Nein. Sprich mit mir."

"Ich ..." Jack schluckte, dann wandte er sich wieder Ianto zu, seine Hände auf den Hüften. "Ich ... ich habe nicht von Torchwood gesprochen, Ianto. Oder dem Team." Er trat einen Schritt in Iantos Richtung und starrte ihn an, seine blauen Augen ernst. "Hier gehöre ich im Moment hin."

Ianto starrte ihn an, begann langsam, zu verstehen. "Hier?" Er blickte auf seine winzige Küche, so normal und der Anwesenheit eines weitgereisten Mannes wie Jack nicht wirklich würdig. Und doch war er hier, Tag für Tag, wann immer der Riss es gestattete. Es war manchmal schwer zu verstehen, was Jack in all dem hier sah, in Ianto.

"Warum sonst würde ich um ein Date bitten?"

Ianto schluckte nervös. Er war nicht gut darin, seine Gefühle auszudrücken. Lisa hatte ihn manchmal damit aufgezogen, andere Male war sie verärgert gewesen. Ianto hatte versucht, besser zu werden – für sie – und er war erfolgreich gewesen, aber mit ihrem Tod schien er die Fähigkeit verloren zu haben, seine innersten Gefühle ruhig darzulegen. "Ich weiß es nicht. Um die Dinge spannender zu machen … unterhaltsamer …" Ianto schüttelte den Kopf, mied Jacks Augen. "Ich weiß es nicht."

Jacks Stimme klang … enttäuscht, vielleicht. "Dates sind kein Spiel für mich."

"Ich wollte damit nicht sagen ..." Ianto schloss die Augen und rieb sich die Stirn. "Das habe ich aber, oder?"

"Ist das hier nur ein Spiel für dich?"

Ianto starrte ihn ungläubig an. "Natürlich nicht! Aber, Jack ... du kannst mir nicht die alleinige Schuld geben. Das hier war doch nie mehr als eine Affäre!" Da war es. Der Grund, warum er nicht wusste, was es mit ihren Dates auf sich hatte, der Grund, warum Jacks Anwesenheit in seiner Küche so falsch schien. Er senkte den Blick. "Du hast das hier doch nie ernst genommen."

"Hast du das denn?"

Ianto sah in Jacks Augen. Jetzt, wo der Damm einmal gebrochen war, würde er nicht aufhören. "Seit Lisa gestorben ist, ja. Ich habe dir alles gegeben, Jack." Er wandte sich ab, rückte das Besteck auf dem Tisch gerade. "Das ist nicht das erste Mal, dass ich dir das sage. Warum muss ich dir das immer wieder sagen?" Er drehte sich wieder zu Jack, der mit verschränkten Armen und unlesbarem Gesicht da stand. "Also, wie soll das funktionieren? Ich öffne mich dir wieder und du bleibst ein großes Geheimnis? Ich glaube nicht, dass ich dich daran erinnern muss, dass genau das unser Problem war."

Jack starrte ihn an. "Ich schlafe in einem Bett mit dir, Ianto. Ich lasse dich meine Albträume sehen."

"Das haben wir vorher schon getan. Ich war nach Albträumen für dich da und du für mich ... aber du sagst mir nie, wovon deine Träume handeln oder was sie ausgelöst hat. Was genau willst du jetzt ändern?"

Jack wich seinem Blick aus.

Ianto seufzte. "Ich brauche etwas, Jack. Wenn du mich davon überzeugen willst, dass du es ernst meinst, brauche ich mehr."

"Ich habe dir mein Wort gegeben."

Müde setzte Ianto sich auf einen Stuhl. "Dein Wort ist das Problem, Jack. Du hast Geheimnisse."

Jack sah ihn an und Ianto fühlte sich wieder wie damals, bevor Jack mit dem Doktor gegangen war: Immer willkommen in Jacks Bett, aber nicht in seinem Leben. "Du erwartest, dass ich dir alles über mich erzähle?"

"Nein, nur ... eine Sache." Er starrte ihn bittend an und nach einer Weile hatte er Erfolg.

Jack nickte. "Okay."

"Ich muss wissen ... ich muss wirklich wissen, was passiert, als du mit dem Doktor unterwegs warst."

"Warum?"

"Weil es dich verändert und zu dem Mann gemacht hat, der ein Date mit mir will und den Doktor verlassen hat, um mit seinem Team auf diesem unbedeutenden Planeten im 21. Jahrhundert zu bleiben. Und sag nicht, dass du wegen mir zurückgekommen bist, denn es geht dir auch um Gwen. Und Owen und Tosh. Und wer weiß, wen sonst noch." Jack starrte zu Boden, als hätte er Ianto nicht gehört. Ianto schluckte, stand auf und trat näher an ihn heran. "Ich weiß, ich kann immer nur an der Oberfläche kratzen", flüsterte er. "Du hast eine sehr lange Vergangenheit und Erfahrungen, die niemals in ein Leben allein passen würde und es ist okay, dass du nicht alle mit mir teilen willst. Ich kann akzeptieren, dass der Mann, der du einmal warst, nicht mehr wichtig ist, aber der Mann, der du jetzt bist … der ist wichtig." Er ging leicht in die Knie, um Jack in die Augen sehen zu können. "Und etwas hat ihn zerbrochen und ich weiß nicht, was."

"Weil ich das Ende der Welt gesehen habe", antwortete Jack leise, seine Stimme zitterte. Dann hob er seinen Kopf und blickte Ianto. "Und das Ende meiner Welt." Er schluckte. "Ihr seid gestorben. Alle von euch. Und wenn es eine Frau nicht gegeben hätte, würden wir jetzt nicht hier stehen."

"Martha?" fragte Ianto, erinnerte sich daran, dass Jack manchmal ihren Namen nachts flüsterte.

Ein kleines Lächeln zog an Jacks Lippen. "Die Frau, die die Erde bewanderte." Jack streichelte Iantos Wange. "Der Doktor hat letztlich die Welt gerettet und alles war okay. Aber für ein paar Wochen ... Monate ..."

"... waren wir tot?"

"Ich kann das nicht vergessen."

"Es ist nicht passiert, aber eben doch", murmelte Ianto und rahmte Jacks Gesicht mit den Händen ein. Er beugte sich vor und küsste ihn und zum ersten Mal, seit Jack zurückgekehrt war, öffnete er den Mund. Ihre Zungen trafen sich zuerst langsam, zögernd, und dann zog Jack Ianto plötzlich näher und küsste ihn tiefer, verzweifelter. Ianto beendete den Kuss widerwillig und schaltete den Herd aus. "Ich bin nicht hungrig", sagte er und nahm Jacks Hand. "Lass uns ins Bett gehen."

"Was ist mit unserem Date? Meiner gekonnten Verführung?"

Ianto lächelte. "Schlägst du das Angebot etwa aus?"

Jack starrte ihn an und sein Blick war so intensiv, dass Ianto dachte, er hätte etwas falsches gesagt. Jack grinste. "Niemals, Ianto Jones." Er beugte sich vor und küsste seine Lippen. "Niemals."


ENDE
08/12

Warme Stille
Lyrics 'Verse Masterlist