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Gefangen (5)

Worte: ~ 23.100
Inhalt: Als ein Mitglied der Crew spurlos verschwindet, finden die meisten einen offensichtlichen Verdächtigen, der sich jedoch als unschuldig ausgibt. Während die Flüchtlinge Hand in Hand arbeiten müssen, bilden sich unerwartete Allianzen, um Eli zu finden.
Charaktere: Eli Wallace, Nicholas Rush, Everett Young, Camile Wray, Ronald Greer, Matthew Scott, Tamara Johansen, Chloe Armstrong, Sgt. Spencer, Adam Brody, Vanessa James, Dale Volker, Jeremy Franklin, Lisa Park, Airman Becker, Marian Wallace, OCs
Pairing: Chloe/Matt
Rating: PG-13
Spoiler: Die Destiny, Führungskampf auf der Destiny, Rettung für die Destiny, Finsternis, Gefahr für die Destiny, Die Zeitreise, Die Rückkehr, Human
Setting: Season 1 – nach Die Rückkehr
Warnungen: Gewalt
Beta: artemis_neith, die die allererste deutsche Version vor Jahren gesehen hat – danke auch für den Input, um die Story besser zu machen. elaiel, die die englische Version korrigiert hat.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Stargate Universe und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Kapitel 4
Gefangen Masterlist

***
***


5.



Die Suche im bewohnten Teil des Schiffes blieb erfolglos. Camile hakte das letzte Team ab, das von der Suche zurückkehrte und schüttelte dann den Kopf in Everetts Richtung. Der blickte zu Rush. “Also?“

“Ich habe das Schiff in 24 Sektoren eingeteilt. Davon können wir acht im Moment nicht betreten.“ Er warf einen kurzen Blick auf die versammelte Mannschaft und fügte hinzu: “Außerdem habe ich mir die Freiheit genommen und alle verfügbaren Kinos auf Suchmodus ausgesendet. Das ist drei Stunden her. Die meisten sind bereits zurückgekehrt. Ich brauche Hilfe beim Sichten des Materials.“

“Okay, Leute, die die Kinos sichten, Suchmannschaften, TJ und James halten sich in der Krankenstation mit einer Trage bereit“, fasste Everett zusammen. “Noch irgendeine Idee?“

Rush runzelte die Stirn. “Ich arbeite an den Wärmebildsensoren. Aber es sieht momentan ganz so aus, als würden sie zu den Dingen gehören, auf die wir erst mit dem Mastercode zugreifen können.“

“Sie versuchen es aber weiter?“

Rush nickte.

Everett ließ einen Moment lang den Gedanken zu, wie angenehm es sein konnte, mit Rush zu arbeiten. “Fangen wir an.“

***

Die Kantine war voll besetzt. Das militärische Personal hatte sich dort versammelt, während die Zivilisten im Torraum geblieben waren. Scott verschränkte die Arme und übernahm das Reden. Nicholas blieb einen Schritt hinter ihm. Er hatte Scott gerne den Anfang machen lassen, da die Soldaten ihm wesentlich mehr Respekt entgegen brachten.

“Wir übernehmen die unbewohnten Teile des Schiffes. Die, die wir betreten können, zumindest“, erklärte Scott. “Neben der Suche müssen wir vorsichtig sein. Wir wissen noch immer nicht alles über die Destiny. Deswegen übernehmen auch keine Zivilisten diesen Teil der Suche.“ Er trat einen Schritt zurück neben Nicholas. “Dr. Rush und ich sind die Leiter dieser Aktion. Das bedeutet …“, und er warf besonders Greer einen scharfen Blick zu, “… dass alles, was ich oder aber auch er sagen, gilt. Ich denke, wir wissen alle, dass im Moment nicht der richtige Zeitpunkt für Streitereien ist.“

***

“Wir vermissen Eli jetzt seit fast 14 Stunden“, erklärte Young den versammelten Zivilisten im Torraum, “Wir werden die Suche nun breiter fächern und auch die unbekannten Teile des Schiffes einbinden. Das übernehmen die Soldaten, die unter Dr. Rushs und Lt. Scotts Leitung stehen. Miss Wray und ich sind Ihre Ansprechpartner.“

Camile, die neben ihm auf der Treppe stand, nickte.

“Wir brauchen Leute, die Kino-Material sichten, das in den letzten Stunden aufgezeichnet wurde und ein paar, die Kino-Aufnahmen der Suchmannschaften auswerten. Wir brauchen Leute, die Dr. Rush helfen, die Wärmebildsensoren zum Laufen zu bringen. Wir brauchen Leute in Bereitschaft, die zu den Suchmannschaften stoßen, sollte ein mechanisches Problem auftreten.“

***

“Dr. Rush wird euch gleich erklären, wie ihr die Kinos zu bedienen habt“, meinte Matt, “Sie sollen euch die Suche erleichtern.“ Matt machte eine kurze Pause ehe er sagte: “Nehmt die Sache bitte ernst. Wir gehen inzwischen unbedingt davon aus, dass Eli etwas zugestoßen ist.“

***

“Was, wenn wir ihn nicht finden?“, fragte Dale Volker.

Camile schüttelte den Kopf. “Daran denken wir im Augenblick noch nicht.“

***

“Wir vergeuden unsere Zeit“, meinte Spencer und Ronald wandte wie alle anderen auch den Kopf in seine Richtung. Spencer lehnte in einer Ecke der Kantine an der Wand, die Arme lässig verschränkt.

“Bitte?“, fragte Rush fassungslos.

Spencer zuckte mit den Schultern. “Wer weiß, wo sich die kleine Ratte herumtreibt. Vielleicht hat er was angefasst und schwebt jetzt irgendwo im Weltraum. Und wir verschwenden Stunden damit, ihn zu finden.“

Ronald trat auf ihn zu. “Ich wusste es.“

Matt trat ihm in den Weg und legte eine Hand auf seine Schulter. “Lass es.“

Ronald schlug seine Hand weg. “Der Mistkerl war es.“

Spencer trat von der Wand weg und starrte ihn wütend an. “Meine Güte, Greer. Ich hatte ja keine Ahnung, dass du so für die kleine Ratte fühlst.“

Ronald wollte sich auf ihn stürzen, aber Matt und Jennings hielten ihn fest.

Matt rief: “Das reicht jetzt! Reiß dich zusammen.“ Ronald riss sich los und wandte sich ab. Matt behielt ihn im Auge. “Spencer, du gehst mit Jennings los.“

Airman Jennings wirkte nicht glücklich über die Wahl, aber er nickte dennoch. Während Dr. Rush die restlichen Teams einteilte, ging Matt zu Ronald, der an der Wand lehnte. “Was ist das Problem?“

“Du musst fragen?“, wollte Ronald wissen.

Matt kniff die Lippen zusammen. “Du musst dich unter Kontrolle kriegen. Wray hat schon etwas gegen dich, wenn sie mitbekommt-“

“Dieser Bastard war es“, sagte Ronald fest.

Matt verschränkte die Arme. “Hast du einen Beweis?“

“Ich habe gesehen, wie er Eli gestern angegriffen hat.“

Matt fuhr sich durch die dunklen Haare. “Das muss nichts heißen.“

Ronald wandte den Blick ab. “Was immer Sie sagen, Sir“, murmelte er. Er starrte zu Boden, dann meinte er: “Ich mag Typen wie Spencer nicht. Sich an Leuten vergreifen, die keinem was getan haben.“

Matt nickte langsam. “Okay. Ich sehe das genauso.“ Er seufzte tief. “Aber du musst dich zusammen reißen. Willst du Wray einen Grund geben, dich einzusperren?“

Ronald schüttelte den Kopf.

“Okay, dann melde dich jetzt bei Rush und such Eli.“

“Ja, Sir“, antwortete Ronald widerwillig.

Matt sah ihm nach und stieß erleichtert die Luft aus. Dann trat er auf Spencer und Jennings zu, die sich zum Aufbruch bereit machten. Er schickte Jennings mit einem auffordernden Nicken weg, dann wandte er sich an Spencer. “Wann hast du Eli das letzte mal gesehen?“

Spencer starrte ihn an und grinste. “Gestern. Nach dem Essen.“

“Als du ihn angegriffen hast?“

Spencer zuckte mit den Schultern und konzentrierte sich darauf, seine Weste zu schließen. “Ich weiß nichts von einem Angriff.“

Matt legte eine Hand auf Spencers Brust und verhinderte so, dass er die Weste schließen konnte. Er wartete, bis Spencer ihn anblickte. “Wenn ich rauskriege, dass du irgendetwas damit zu tun hast …“

“Was dann, Flyboy?“ Spencer lachte. “Ihr Air-Force-Typen. Viel Gequatsche, nichts dahinter.“ Er nickte Jennings zu. “Ich muss jetzt los. Immerhin könnte Wallace verletzt sein, nicht wahr? Die Zeit rennt.“ Damit wandte er sich ab und ging, Jennings hinter ihm.

Matt merkte gar nicht, wie Rush neben ihn trat und fuhr leicht zusammen, als er sagte: “Ich kann Sgt. Greer nicht verübeln, dass er Sgt. Spencer beschuldigt.“

Matt sah sich um und stellte fest, dass sie alleine waren. “Könnte er Recht haben? Spencer, meine ich. Dass Eli etwas angefasst hat und-“

“Das Schiff“, unterbrach Rush ihn, “gibt eine Warnung ab, wenn eine Tür geöffnet wird, die ins Nichts führt oder in einen Bereich, der nicht sicher ist. Wir wüssten es, wenn Eli versehentlich die falsche Tür geöffnet hätte. Er muss irgendwo auf dem Schiff sein.“

Matt verschränkte die Arme. “Ich hoffe, Sie haben Recht.“

***

Camile traf eine Stunde später mit Colonel Young im Kontrollraum ein, wo Rush mit Lt. Scott an einer der Kontrolleinheiten stand. Um die Kontrolleinheiten herum im Raum verteilt saßen die Zivilisten, die sich bereit erklärt hatten, das Kino-Material zu sichten. Alle waren über Laptops gebeugt und sprachen leise miteinander.

Rush zeigte Scott etwas auf dem Bildschirm. “Hier.“

“Haben Sie etwas?“, fragte Camile und Rush und Scott drehten sich zu ihr um.

“Nichts besonderes, leider“, antwortete Rush und wandte sich wieder dem Bildschirm zu.

Scott übernahm die Erklärung: “Eines der Kinos hat heute morgen aufgezeichnet, wie Eli die Kantine verlassen hat. Es ist ihm aber nicht weiter gefolgt.“

Young fragte: “Bisher nichts von den Suchmannschaften?“

Scott schüttelte den Kopf.

Rush drehte sich wieder zu ihnen um und verschränkte die Arme. “Allerdings scheint Sgt. Greer der festen Überzeugung zu sein, dass Lt. Spencer etwas mit Elis Verschwinden zu tun hat.“

Young verzog das Gesicht und fluchte leise und Camile warf ihm einen fragenden Blick zu.

Scott war scheinbar darum bemüht, Neutralität zu wahren. “Aber Greer und Spencer können sich nicht leiden.“

“Colonel?“, fragte Camile, als Young nur den Kopf schüttelte.

Rush starrte zu Boden. “Möglicherweise, Colonel, hatten Sie Recht“, meinte er ruhig.

Camile stemmte die Hände in die Hüften und fixierte Young mit einem festen Blick. “Ich will wissen, wovon er spricht, Colonel. Sofort.“

Young warf einen Blick auf die anwesenden Zivilisten, die das Kino-Material auf ihren Laptops und den beiden verbleibenden Konsolen der Kontrolleinheit überprüften und sagte leise: “Nicht hier.“ Er verließ den Kontrollraum und Camile blieb nichts anderes übrig, als ihm zu folgen. Sie hörte Scott und Rush hinter sich und überließ es daher ihnen, die Tür des leeren Lagerraumes zu schließen, den sie hinter Young betrat. Young drehte sich zu ihnen um. “Lt. Spencer hat vor ein paar Tagen Dr. Franklin angegriffen.“

Camile schnappte erschrocken nach Luft, dann fragte sie gereizt: “Warum weiß ich nichts davon?“

“Ich bin dazwischen gegangen. Ich habe Franklin versichert, dass ich mich darum kümmere.“

Rush lehnte sich an die Wand, noch immer mit verschränkten Armen. “Aber Sie haben nichts getan und das, obwohl Sgt. Spencer immer wieder negativ aufgefallen ist.“

Camile fühlte sich außen vor gelassen. “Woher wissen Sie davon?“

Rush zuckte mit den Schultern. “Colonel Young und ich haben vor ein paar Tagen darüber gesprochen.“

Scott hob beruhigend eine Hand. “Ich glaube, wir verlieren das Thema aus dem Auge. Tatsache ist, dass wir es Spencer nicht nachweisen können.“

Young nickte. “Außerdem sollten wir uns erst mit dem Problem beschäftigen, das momentan am wichtigsten ist und Eli finden.“ Er warf Rush und Camile einen mahnenden Blick zu. “Um den Rest kümmern wir uns später.“

***

Ronald sah Chloe Armstrong schon aus der Entfernung neben der Tür der Kantine warten und warf Airman Rennie, der neben ihm ging, einen bezeichnenden Blick zu. Chloe kam ihnen entgegen. “Und?“, fragte sie. Ronald bezweifelte nicht eine Sekunde, dass sie auf die Rückkehr jedes einzelnen Teams wartete und immer dieselbe Frage stellte.

“Nichts, Miss. Tut mir leid“, antwortete er und blieb bei ihr stehen, während Rennie sich zu Airman Becker gesellte. Chloe wirkte verzweifelt und Ronald meinte beruhigend: “Noch sind nicht alle Teams zurückkehrt, Miss Armstrong.“

Sie blickte ihn dankbar an. Sergeant Spencer, der in der Nähe der Tür stand, schnaubte verächtlich.

Ronald kniff die Lippen zusammen und bemühte sich, nicht auf ihn zu reagieren. Chloe schien nicht dieselbe Absicht zu haben, denn sie fuhr zu ihm herum und ging auf ihn zu. “Wo ist er?“

Spencer schnaubte erneut. “Keine Ahnung, Miss.“

“Doch, Sie wissen es. Alle hier glauben, dass Sie es waren. Ich sorge dafür, dass Colonel Young Sie einsperren lässt.“

Spencers Augen blitzten gefährlich auf und er ergriff Chloes Arm. “Hör mir mal zu, Kleine, du wirst überhaupt nichts tun, du …“

Ronalds Faust traf ihn unterhalb des Kinns und schleuderte ihn zurück.

“Ron!“, rief Airman Jennings, noch während Greer Chloe schützend hinter sich schob und Spencer finster anstarrte, der sich das Blut vom Kinn wischte.

Ronald setzte ein zynisches Lächeln auf. “Gib mir einen Grund, das zu wiederholen.“

Spencer stürzte auf ihn zu, aber Becker und Rennie ergriff seine Arme, während Jennings sich in Ronalds Weg stellte. “Das reicht jetzt“, sagte er fest.

“Aus dem Weg, Airman“, befahl Ronald.

“Das bringt nur Probleme“, warnte Jennings ihn.

Ronald schüttelte den Kopf. “Er hat’s verdient.“

Chloes Hand verkrampfte sich in seiner Jacke, oberhalb des Ellbogens. “Schon gut“, sagte sie leise. Spencer wandte sich ab und verließ die Kantine mit wütenden Schritten.

Becker rief ihm nach: “Wir sollen nicht alleine im Schiff unterwegs sein!“

Es kam keine Reaktion.

Jennings seufzte: “Ich gehe ihm nach.“ Damit eilte er los.

Ronald blickte über seine Schulter zu Chloe. “Alles in Ordnung, Miss?“

Sie nickte. “Sicher. Danke.“

Schnelle Schritte zogen Ronalds Aufmerksamkeit zur Tür, gerade, als Rush eintrat, vollkommen auf den Laptop in seinen Händen konzentriert. “Doktor“, sagte Ronald und Rush blickte zu ihm auf, wirkte einen Moment überrascht von der respektvollen Anrede. Ronald wusste, dass er und Rush sonst alles andere als freundlich miteinander umgingen, aber er war bereit, das für den Moment zu vergessen. Er hätte es niemals offen zugegeben, aber er mochte Eli. Dabei war er genau der Typ, den er in seiner Jugend mit seinen Freunden auf dem Schulhof verprügelt hätte … bevor er realisiert hatte, wie dumm dieses Verhalten war.

“Sergeant“, erwiderte Rush fragend.

“Rennie und ich konnten nichts finden. Einige Türen waren verschlossen, aber mit Kreidezeichen versehen.“

“Ja, wir waren schon in dem Sektor. Vor ein paar Wochen. Es gibt Schäden in der Hülle, deshalb sollten einige der Türen geschlossen bleiben.“

“Wir haben alle anderen Räume durchsucht. Keine Spur. Verdammt kalt da unten.“

“Ja, ich habe Probleme mit dem Heizsystem dort.“ Er färbte Ronalds Sektor in der schematischen Darstellung der Destiny auf seinem Laptop rot ein. “Danke, Sergeant“, sagte er dann und ging auf eine weitere Zweiergruppe zu, die gerade von ihrer Suche zurückkehrte.


Kapitel 6
Gefangen Masterlist

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