?

Log in

No account? Create an account

Previous Entry | Next Entry

Gefangen (10)

Worte: ~ 23.100
Inhalt: Als ein Mitglied der Crew spurlos verschwindet, finden die meisten einen offensichtlichen Verdächtigen, der sich jedoch als unschuldig ausgibt. Während die Flüchtlinge Hand in Hand arbeiten müssen, bilden sich unerwartete Allianzen, um Eli zu finden.
Charaktere: Eli Wallace, Nicholas Rush, Everett Young, Camile Wray, Ronald Greer, Matthew Scott, Tamara Johansen, Chloe Armstrong, Sgt. Spencer, Adam Brody, Vanessa James, Dale Volker, Jeremy Franklin, Lisa Park, Airman Becker, Marian Wallace, OCs
Pairing: Chloe/Matt
Rating: PG-13
Spoiler: Die Destiny, Führungskampf auf der Destiny, Rettung für die Destiny, Finsternis, Gefahr für die Destiny, Die Zeitreise, Die Rückkehr, Human
Setting: Season 1 – nach Die Rückkehr
Warnungen: Gewalt
Beta: artemis_neith, die die allererste deutsche Version vor Jahren gesehen hat – danke auch für den Input, um die Story besser zu machen. elaiel, die die englische Version korrigiert hat.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Stargate Universe und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Kapitel 9
Gefangen Masterlist

***
***


10.



Alle in der Kantine blickten sich um, als die Destiny den FTL-Antrieb einstellte. Chloe schluckte gegen das merkwürdig flaue Gefühl im Magen an, das sich bei ihr immer einstellte, wenn das Schiff beschleunigte oder bremste. Die Lichter flackerten kurz, ein Zeichen dafür, dass das Tor zu wählen begann und die meiste Energie dorthin umgeleitet wurde.

“Miss Armstrong“, sagte ein Mann und sie blickte zu Airman Jennings, der ihr lächelnd eine Schüssel hinhielt.

“Danke“, sagte sie.

“Hey, alle sind froh, dass Wallace gefunden wurde“, meinte Jennings und begann, die nächste Ration anzurühren.

“Ja“, antwortete Chloe lächelnd.

“Wie geht’s ihm?“

Chloe rührte in ihrer Ration – lustlos. Geschmack war non-existent und die Konsistenz ähnelte Grießbrei. Chloe hatte Grießbrei immer gehasst. “Ganz gut. Er erholt sich.“

“Weiß man, wer es war?“

Chloe schüttelte den Kopf. “Noch nicht.“ Sie lächelte. “Ich denke, Eli wird es uns sagen können.“

“Ja. Wahrscheinlich.“

***

“Was haben wir?“, fragte Everett und nickte Camile zu, die neben Franklin und Brody stand und zum geöffneten Tor blickte. Greer und Rivers hielten ihre Waffen bereit.

Brody nickte Everett grüßend zu. “Destiny hält regelmäßig an Planeten an, auf dem sie Nahrungsmittel für uns findet. Es ist der einzige Vorrat, den sie nicht selbst kontrollieren kann wie den Wasserstand oder Energielevel. Wir haben tropische Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit …“

Dr. Franklin blickte auf die Fernbedienung eines Kinos in seiner Hand. “Ein Dschungel. Ein Fluss direkt neben dem Tor. Ich sehe etwas, das wie Früchte aussieht.“

Everett blickte zum Countdown. “Wir sollten es untersuchen. Wie lange haben wir?“

“32 Stunden.“

“Gut. Schließen Sie das Tor. Ich stelle ein Team zusammen.“

“Colonel Young.“ Rush kam in den Torraum geeilt, seinen Laptop unter dem Arm.

“Dr. Rush?“

“Eli hat ihn identifiziert.“

***

Matt blickte Ronald an und fragte dann in das Funkgerät: “Sicher, Sir?“

“Allerdings, Leutnant. Gibt es ein Problem?“

Ronald kontrollierte, ob sein Magazin voll war und Matt verzog das Gesicht. “Ich will nur nicht den Falschen festsetzen, Colonel.“ Er stellte das Funkgerät wieder auf die allgemein genutzte Frequenz und steckte es in seine Weste. “Wir nehmen Jennings fest“, meinte er zu Ronald.

Der lächelte zynisch. “Mit Vergnügen.“

Als sie sich der Kantine näherten, sahen sie Airman Jennings gerade gehen. Matt war froh, dass die Festnahme nun nicht so öffentlich würde, wie er erst befürchtet hatte. “Airman Jennings“, sagte er. Jennings drehte sich zu ihnen um. Er schien überrascht zu sein, dann sah Matt Misstrauen auf sein Gesicht treten. “Colonel Young würde Sie gerne sehen.“ Ehe er weiter sprechen konnte, war Jennings los gerannt.

“Verdammt!“, fluchte Ronald und zog seine Waffe.

“Nicht! Querschläger“, warnte Matt ihn, ehe er Jennings hinterher rannte. Er griff nach seinem Funkgerät. “Colonel, er rennt weg.“

***

Chloe drehte die Musik ihres iPods etwas lauter. Als sie am Torraum vorbeiging, sah sie Rush und Young eng beieinander stehen und miteinander diskutieren. Sie überlegte gerade, ob sie zu ihnen gehen sollte, um herauszufinden, was los war, als sie über die Musik hinweg laute und schnelle Schritte hinter sich hörte. Ehe sie sich umdrehen konnte, packte sie jemand. Ein Arm wand sich um ihre Schultern und sie wurde gegen einen Mann gedrückt. Der iPod fiel zu Boden und etwas Kaltes drückte sich gegen ihren Kopf. Chloe schluckte einen Aufschrei hinunter und trat stattdessen nach hinten aus. Der Mann fluchte und versetzte ihr mit der Waffe einen Schlag gegen den Kopf. Chloe wurde schwindelig. Als die Welt aufhörte, sich zu drehen, standen ihr Matt und Greer mit gezogenen Waffen gegenüber.

“Verdammte Scheiße!“, sagte Greer.

Chloe bäumte sich panisch gegen den Griff des Mannes hinter ihr auf. Seine Hand packte ihren Hals und drückte leicht zu. “Bleib stehen.“

Sie hielt inne.

“Ganz ruhig.“

Matt sagte: “Airman Jennings, lassen Sie die Waffe fallen.“

Chloe hörte seine Stimme zittern. Das allein entfachte ihre Panik neu. Jennings ging rückwärts auf den Torraum zu. Dann richtete er plötzlich die Waffe auf die beiden Soldaten und schoss. Chloe zuckte zusammen, wurde herumgerissen und stand mit Jennings im Torraum, der Lauf der Waffe wieder an ihrer Schläfe. Sie wusste nicht, wer überraschter aussah - Young oder Rush. Aber Young fing sich schnell, machte einen Schritt nach vorne und stellte sich vor Rush, beide Hände erhoben. “Airman-“

“Ich will nichts hören!“, schrie Jennings. Er zielte mit der Waffe auf Dr. Franklin, der mit erhobenen Händen neben Brody an einer der Kontrolleinheiten stand. Jennings stand mit dem Rücken zum Tor und hatte alle Eingänge zum Torraum im Blick. “Schließen Sie die Türen.“ Matt und Greer betraten den Torraum, die Waffen auf Jennings gerichtet und auf einen Wink von Young hin stellten sie sich vor Franklin und Brody. “Machen Sie schon!“, schrie Jennings. Franklin gehorchte mit zitternden Händen. Chloe starrte mit Tränen in den Augen zu Matt. “Ich erschieße sie …“, sagte Jennings.

“Nein. Kommen Sie, Airman“, versuchte Young ihn zu beruhigen.

“Öffnen Sie das Tor.“

“Wo wollen Sie denn hin? Auf den Planeten? Völlig allein?“, fragte Young. Jennings schien zu zögern. Young trat näher auf ihn zu. “Kommen Sie, Airman, wir regeln die Sache.“

“Regeln?“, fragte Jennings ungläubig und Chloe glaubte, eine Spur Hysterie in seiner Stimme zu hören. “Als ob Sie einfach vergessen, was passiert ist.“

“Noch beschränkt sich die Anklage auf Diebstahl und Körperverletzung. Hängen Sie keinen Mord dran, Airman.“

“Sie werden mich einsperren.“

Young wusste darauf nichts zu sagen. Chloe spürte, dass Jennings zitterte. Sie biss sich ängstlich auf die Unterlippe.

“Dabei wollte ich das doch nicht!“, schrie Jennings. Er flüsterte: “Ich habe Panik gekriegt.“

Rush fragte: “Panik, weil Eli Sie erwischt hat?“

“Dieser Idiot. Er hatte da gar nichts zu suchen. Um die Uhrzeit hat da niemand was zu suchen.“

Rush hob die Augenbrauen. “Sie hätten nichts stehlen sollen.“

“Rush“, sagte Young scharf.

Jennings drückte die Waffe fester gegen Chloes Kopf. “Wählen Sie das Tor an.“

Young schüttelte den Kopf, aber Rush sagte: “Dr. Franklin, tun Sie, was er sagt.“

Young ballte die noch immer leicht gehobenen Hände zu Fäusten. “Rush, was tun Sie da?“

“Es gibt nur eine Lösung für dieses Dilemma, Colonel. Wenn er gehen will, soll er gehen. Solange er Miss Armstrong hier lässt.“

Young blickte über seine Schulter zu Rush, schien etwas in seinem Gesicht zu sehen, und nickte Franklin zu. Das Tor setzte sich in Bewegung. Chloe spürte, dass Jennings sich etwas entspannte.

Rush trat neben Young. “Sie stehen zu nah am Tor.“

Jennings spannte sich wieder an. Young blickte mahnend zu Rush. “Doktor-“

“Er steht zu nah am Tor“, wiederholte Rush mit Nachdruck.

Young starrte zu Jennings. “Treten Sie vom Tor weg, Airman.“

Jennings festigte den Griff um Chloes Hals. “Ich falle da drauf garantiert nicht rein. Damit die …“ Er nickte zu Matt und Greer. “… mich greifen können.“

Rush schnaubte. “Das ist kein Trick. Sie stehen zu nah am Tor. Wenn es sich öffnet, wird es Sie töten.“ Rush starrte Jennings entschlossen an. “Das ist die Wahrheit.“

Chloe versuchte sich loszureißen, aber Jennings hielt sie fest. Wenn er nah genug am Tor stand, dann sie ebenfalls. Sie bäumte sich gegen ihn auf.

“Hör auf!“, schrie Jennings sie an. Chloe versuchte, sich von ihm wegzudrehen, ein Schuss löste sich und Jennings ließ sie plötzlich los.

Matt schrie: “Chloe, runter!“ Sie ließ sich fallen, sah Jennings zurück taumeln – auf seiner Brust bildete sich ein Blutfleck. Das Tor öffnete sich und Chloe drückte sich zu Boden, die Hände über dem Kopf verschränkt. Hitze streifte ihren Rücken und sie schrie leise auf, dann war es vorbei. “Chloe.“ Matts Hände rissen sie vom Boden hoch und in seine Arme.

Sie starrte auf das Tor, dessen Ereignishorizont friedlich den Raum erhellte. Von Jennings war nichts zu sehen. Sie drückte sich an Matt. “Ist er …“ Sie sah Young und Rush auf das Tor starren, dann wandte Young sich ab.

Rush meinte: “Ich glaube nicht, dass er überleben wollte, Colonel. Jeder der Ikarus-Angestellten hat eine Einweisung erhalten. Er kannte die Gefahren, die das Öffnen des Stargates mit sich bringt.“

Young drehte sich zu Chloe um. “Sind Sie in Ordnung?“

Sie nickte. Matts Hand streifte ihren Rücken und sie zuckte zusammen. “Ich bringe dich zu TJ“, sagte er und half ihr hoch. Franklin und Brody standen regungslos an den Kontrollen.

Greer steckte seine Beretta weg. “Gut, dass Sie sich weggedreht haben, Miss. Ich hätte ihn sonst nicht treffen können.“

Chloe hatte nicht das Gefühl, dass das etwas Gutes war.

***

“Wow!“, sagte Eli und blickte sich in seinem Quartier um. “Jemand hat aufgeräumt.“

Nicholas ließ ein Lächeln sehen. “Ich glaube, Miss Armstrong hatte etwas damit zu tun.“

Eli setzte sich vorsichtig auf das Bett und lehnte sich an die Wand. “Es wird ewig dauern, bis ich hier was wieder finde.“

“Na ja, du hast zwei Tage Zeit, um dein Quartier in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen“, meinte Nicholas mit einer Grimasse.

“Wenn das mal reicht“, grinste Eli.

Nicholas griff nach Elis Laptop und reichte ihn an ihn weiter. “Dr. Park und Dr. Volker haben sich die Freiheit genommen, das Kino-Material der letzten Tage auf deine Festplatte zu kopieren. Für die Dokumentation.“

“Das gibt mir etwas zu tun“, meinte Eli mit einem leidigen Blick in Johansens Richtung, die gerade zur Tür hereinkam.

“Bettruhe, keine Diskussion“, meinte sie. “Zwei Tage.“ Sie reichte ihm zwei Feldflaschen. “Die sind bis heute Nachmittag leer, verstanden? Deine Werte sind noch immer nicht so, wie ich sie gerne hätte.“

Er verdrehte die Augen. “Ja, Ma’am.“

“Ich meine es ernst. Du isst hier, du schläfst hier.“ Sie blickte zu Nicholas. “Und du wirst nicht länger als drei Stunden am Stück arbeiten.“ Ihre Augen fingen wieder die von Eli. “Gönn dir Pausen. Chloe wird sich darum kümmern, dass du deine Mahlzeiten bekommst.“ Sie lächelte. “Ich komme später wieder vorbei.“ Damit ging sie.

“Für einen Moment klang sie wie meine Mutter“, meinte Eli.

“Ja“, meinte Nicholas, erinnerte sich an Johansens Worte nach seinem Nervenzusammenbruch, “manchmal.“ Er riss sich aus seinen Gedanken. “Du solltest auf sie hören. Je eher du dich besser fühlst, desto eher bist du wieder im Kontrollraum auf der Suche nach dem Mastercode.“

“Vermissen Sie mich?“, fragte Eli lächelnd.

Nicholas verzog das Gesicht. “Dr. Volker ist kein Ersatz für deine Kompetenz mit Zahlen.“ Er seufzte. “Aber wenigstens versteht er sich darauf, stillschweigend zu arbeiten.“

“Den Wink habe ich verstanden“, meinte Eli.

Nicholas nickte ihm zu und wandte sich zum Gehen.

“Doc“, sagte Eli und Nicholas hielt inne. “Danke. Für Ihre Hilfe.“

Nicholas verschränkte die Arme. “Du hast dir selbst geholfen. Den Alarm an der Tür auszulösen war einfallsreich.“

“Ich meine auf der Krankenstation. Abgesehen von TJ und Chloe sind Sie wirklich ein talentierter Pfleger.“

Nicholas nickte und wollte gehen, aber dann überlegte er es sich anders. “Ich habe meine Frau gepflegt“, erklärte er. Eli blickte ihn überrascht an. “Bevor sie starb“, fuhr Nicholas fort.

“Das tut mir leid“, meinte Eli betroffen.

“Mir auch.“

“Ich habe meine Mom gepflegt. Wenn sie krank wurde. Das erste mal war ich 15. Mein Dad hatte uns gerade verlassen. Ihr Zustand war … ihm zu viel. Er hat mir die Schuld gegeben.“ Er lächelte traurig. “Dafür, dass sie positiv wurde. Er sagte, sie hätte nicht richtig aufgepasst, weil sie vorher einen Anruf von der Schule bekommen hat wegen einer Prügelei. Dieser Junkie hätte sie nur überraschen können, weil sie mit den Gedanken bei mir war. Und meinen Problemen mit dieser Schläger-Gruppe.“ Er brach ab. “Ich weiß, dass es nicht stimmt.“

Nicholas nickte. “Das ändert nichts an der Tatsache, dass wir manchmal überlegen, ob nicht doch was Wahres dran ist.“

***

“Sie wollten, dass es jemand anderes macht, weil Sie nicht den Mut hatten, es selbst zu tun!“ Youngs Worte hingen in der Luft und brachten Rush zum Schweigen. Eli zog die Schultern hoch und warf Matt einen Blick zu, der mit zusammengekniffenen Lippen da stand und schwieg.

Camile blickte von Young zu Rush und zurück. “Aufhören, alle beide! Ich habe es autorisiert, also ist es letztendlich meine Verantwortung.“

Young warf ihr einen kalten Blick zu. “Ich weiß.“

Eli seufzte und blickte zu Franklins regungslosem Körper. Er hätte nie gedacht, dass es so weit kommen würde. Die letzten paar Tage glichen einem Albtraum. Spencers Tod, die Anklage gegen Young, das Gerichtsverfahren … zu viel war passiert und der Abgrund zwischen Young und Rush nur größer geworden. Der Frieden hatte nicht lange gehalten und Eli versuchte, das Gefühl zu ignorieren, das ihn schon seit Wochen beschlich.

Dass der Streit zwischen Young und Rush noch ein übles Ende nehmen würde.


ENDE
03/10

Wenn ihr diese (oder eine andere) Story als PDF haben möchtet, sende ich sie euch gerne. Schreibt mir einfach eine PM mit dem Titel der Story, der Sprache, in der ihr sie wollt und eurer E-Mail-Adresse und ich schicke sie euch. :)


Gefangen Masterlist
Komplette Fanfiction Masterlist

Icon created by sexycazzy