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Numb3rs: Flucht (Fanfiction)

Flucht

Worte: ~ 1.200
Inhalt: Tatsächlich wollte er mehr tun – mehr sein – für Charlie. Auch wenn es Tage wie diesen gab, auch wenn Charlies Genie Kontrolle über sein Leben nahm und ihn allem entriss.
Charaktere: David Sinclair, Charlie Eppes
Pairing: Charlie/David
Rating: PG-13
Setting: In der 2. Staffel
Anmerkungen: Geschrieben für rounds_of_kink. Ich habe das erste Mal teilgenommen, also habe ich mir einen harmlosen Kink ausgesucht. Das hier ist für ladygray99, die den Kink Kuscheln und folgendes Szenario gepromptet hat: An manchen Tagen will Charlie nur gehalten werden. Ich habe noch nie Charlie/David geschrieben und das hier ist mir überraschend schwer gefallen.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Numb3rs und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

***
***


Es war ein Raum voller Tafeln mit Zahlen, Gleichungen, Problemen und Lösungen, die Luft von Kreidestaub erfüllt und die Oberfläche jedes Tisches und Schreibtisches von nicht gegessenen Sandwichs und leeren Tassen bedeckt, mit Ausdrucken und Büchern übersät, der Laptop schien mit einer Analyse beschäftigt. Der Raum sah aus wie immer und doch war etwas anders. Es gab kein heiteres Geplänkel zwischen Kollegen oder Brüdern, keine eifrige Suche, kein Klacken von Kreide und Tippen auf der Tastatur, nur Stille. Die Sonne strömte durch die Fenster, ihr Licht kalt in dieser Atmosphäre. David hatte die Garage der Eppes' immer gemocht, aber in diesem Moment wurde sie ihm unheimlich. Er verstand jetzt, was Don gemeint hatte, als er im Krankenhaus gewesen war, einen müden Ausdruck auf dem Gesicht und ein besorgtes Stirnrunzeln aufgesetzt. "Charlie tut es schon wieder."

David hatte bisher noch nie wirklich gesehen, was es war. Nur davon gehört. Er hatte Don nie ganz geglaubt, war überzeugt gewesen, dass eine so rationale und logische Person wie Charlie nie so mit sich kämpfen könnte, aber er hatte scheinbar die Wahrheit gesagt.

"Du solltest nicht hier sein", sagte Charlie und David fand ihn in einem Sessel in einer Ecke des Raumes, zusammengekauert zwischen Bücherstapeln. Er sah müde aus, als ob er seit langem kein Bett mehr gesehen hatte. Laut Don war das der Fall. Es war auch der Grund, warum David jetzt hier war, wohl wissend, dass Don im Büro beschäftigt und Alan noch in Toronto war, um Verwandte zu besuchen. So waren es nur David und Charlie und das bedeutete, dass sie offen reden konnten, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, dass jemand sie hören könnte. Weil das, was sie hatten – was sie taten – noch ein Geheimnis war. Auch wenn David manchmal das Gefühl hatte, es wäre ihm auf die Stirn tätowiert.

Ich schlafe mit dem kleinen Bruder meines Vorgesetzten.

Und ich will nicht aufhören.


Tatsächlich wollte er mehr tun – mehr sein – für Charlie. Auch wenn es Tage wie diesen gab, auch wenn Charlies Genie Kontrolle über sein Leben nahm und ihn allem entriss.

David schob die Hände in die Hosentaschen und sah sich betont um. "Ich glaube, ich bin genau da, wo ich sein muss."

Charlie stand auf und ging zu einer der Tafeln, wischte sie mit zornigen, abgehackten Bewegungen sauber und schrieb eine neue Reihe von Gleichungen. "Du solltest im Krankenhaus sein. Bei Colby."

"Er hat nach dir gefragt. Ich dachte, ich könnte dich hinfahren."

Charlie stoppte. "Ich kann jetzt nicht gehen. Ich arbeite."

"An was? Der Fall ist gelöst, Colby kommt wieder in Ordnung."

"Überprüfungen", antwortete Charlie. "Ich überprüfe meine Berechnungen. Um zu sehen, wo ich einen Fehler gemacht habe." Damit begann er, zu schreiben und das Klacken der Kreide bildete einen wütenden Rhythmus. David seufzte. Er hatte Angst. Charlies Schuldgefühle waren wie ein schweres Gewicht, das ihn manchmal herunterzog. Die Idee, dass Mathematik nicht genug war, um zu helfen, dass er nicht schnell und schlau genug gewesen war ...

"Colbys Verletzung ist nicht deine Schuld. Wenn du mit mir kommen würdest, könnte er dir das selber sagen."

Charlies Finger hielten die Kreide fester und seine andere Hand griff den Rand der Tafel. "Ich bin noch nicht fertig."

"Das bist du."

Charlie drehte sich zu ihm um. "Wag es nicht mir zu sagen, was ich tun soll!" Tränen traten in seine Augen. "Ich kann nicht einmal selbst sagen, was ich tun soll! Das bestimmt mein Kopf und der sagt, dass ich das hier erledigen muss. Ich muss wissen ... was ich falsch gemacht habe."

"Charlie, das ist nicht gut für dich", sagte David ruhig.

"Ich ... ich muss ..." Er schluckte und senkte den Blick.

David trat näher und streckte die Hand aus. "Komm, ich nehme dich mit zu mir. Wir könnten etwas zu essen bestellen und-"

"Nein!", antwortete Charlie. "Ich kann nicht ... ich ..." Er schloss fest die Augen und nahm einen tiefen Atemzug. Er hob eine Hand, fuhr durch seine Haare und bildete eine Faust, die an seinen dunklen Locken zog.

"Hör auf damit", sagte David. Er trat näher und zog Charlies Hand aus seinen Haaren, umschloss sie mit seinen eigenen. Er strich mit dem Daumen über Charlies Fingerknöchel und fühlte, wie Charlie sich an ihm festhielt.

Es war für einen Moment still, dann sagte Charlie leise: "Wir werden etwas essen und dann Sex haben und das ist nicht das, was ich will. Es ist nicht das, was ich brauche."

David nickte verständnisvoll. "Okay. Was brauchst du?"

"Das hier!", antwortete Charlie und schlug mit der flachen Hand gegen die Tafel, so dass einige der Zahlen verschmierten. "Das hier ist ..." Er schüttelte den Kopf, unfähig, es zu erklären.

"Zuflucht? Trost?", fragte David, seine Augenbrauen gehoben.

Charlie wich seinem Blick aus.

"Du glaubst, das könnte ich dir nicht geben?"

"Wir sind nicht so."

"Ich dachte, das wären wir", sagte David leise.

Charlie sah ihn an. "Wir sind Freunde. Wir haben Sex."

David seufzte. "Das ist alles? Wirklich?"

Charlie sah ihn an. "Ist es das nicht?"

David sah ihn für einen Moment sprachlos an, aber dann antwortete er: "Okay, ich weiß nicht, was genau es ist – noch nicht – und ich weiß, dass wir nicht wirklich ... wir sind nicht so, aber ich hoffe, dass du weißt, dass ich dir gerne zuhöre, wenn du Probleme hast."

Charlie drückte seinen Handrücken gegen das Auge. "Es tut mir leid. Ich bin …" David zog ihn näher und schlang seine Arme um ihn. Charlies Arme fanden ihren Weg um Davids Nacken. "Ich kann solche Dinge nicht", flüsterte er. "Don und Amita und jetzt du ..."

"Sh!", unterbrach David ihn. Er hielt Charlie fester und spürte, wie dieser die Geste erwiderte. "Es ist okay."

Charlie war warm und er roch nach Kreide und Schokolade und ... er hatte eine Dusche nötig, aber es störte David nicht. Nicht wirklich. Nicht, wenn es bedeutete, dass sie endlich ein paar Grenzen setzten und erkundeten, was sie hatten.

Charlie drehte seinen Kopf in Charlies Halsbeuge. "Ich sollte in der Lage sein, klarzukommen."

David fuhr mit einer Hand durch Charlies Locken. "Niemand sagt, dass du das sollst. Manchmal kann ich auch nicht mit allem umgehen. Das müssen wir auch gar nicht."

Charlie nahm einen tiefen Atemzug und David küsste seinen Kopf. "Setzen wir uns", schlug er vor und ging mit Charlie zu der alten Couch. Er sammelte die Papiere ein, die darauf lagen und platzierte den Stapel auf dem nahen Tisch. Sie setzten sich und David zog Charlie wieder näher. Charlie legte seinen Kopf auf Davids Schulter und gähnte. David küsste seine Schläfe. "Du solltest etwas schlafen", schlug er vor und streichelte Kreise auf Charlies Arm. Er war ebenfalls müde und streckte sich aus, legte seine Füße auf den Tisch.

"Vorsicht", sagte Charlie, "das ist meine ..." Er hielt inne. "Vergiss es", flüsterte er. David lächelte und spürte, wie Charlie sich entspannte und langsam schwerer wurde. Nach einer Weile, sagte Charlie leise: "Das fühlt sich gut an."

"Allerdings", erwiderte David.

Charlie seufzte. "Meine Mutter hat das immer getan." David lachte und Charlie zog sich ein wenig zurück. Ein Lächeln zog an seinem Mundwinkel. "Das war ein schlechter Vergleich."

"Es war sicherlich nicht der beste." Davids Daumen strich über Charlies Wange und er küsste seine Lippen, dann seine Wange und seine Stirn. Er zog Charlie wieder näher.

"Danke", sagte Charlie.

"Du musst nur fragen. Dazu bin ich da."


ENDE
09/12

Numb3rs Masterlist

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