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Torchwood: Entscheidung (Fanfiction)

Entscheidung

Serie: Lyrics 'Verse
Worte: ~ 1.300
Inhalt: Da war sie: Die Wahrheit, die sie umgangen waren, seitdem Jack von Gwens Verlobung erfahren hatte.
Charaktere: Jack Harkness, Gwen Cooper
Pairing: Jack/Gwen (UST), Jack/Ianto (hinted), Gwen/Rhys (hinted)
Rating: PG
Spoiler: Kiss Kiss Bang Bang, Bis zum letzten Mann
Setting: nach Bis zum letzten Mann
Anmerkungen: Das hier war ein schweres Stück Arbeit und ich habe viele Entwürfe gelöscht, bevor ich mich endlich für eine Version entschieden hatte. Diese Serie ist über Jack und Ianto, das weiß ich, aber so vieles in ihrer Beziehung hängt mit Jacks UST zu Gwen zusammen. Zumindest finde ich das. Ich bin ein großer Fan dieses UST, also musste es früher oder später hier landen.
Beta: larsinger29, danke!
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.
Der Song This Is Home gehört Switchfoot.

Warme Stille
Lyrics 'Verse Masterlist

***
***


And now
After all my searching
After all my questions
I'm going to call it home
I got a brand new mind set
I can finally see the sunset
I'm gonna call it home
(This Is Home von Switchfoot)



“Wo ist Tosh?”, fragte Gwen und Jack sah zu ihr auf. Sie stand in der Tür zu seinem Büro, die Handtasche über der Schulter, die Arme verschränkt und ein müder Ausdruck auf ihrem Gesicht.

”Ianto bringt sie nach Hause.” Er räusperte sich. ”Ich habe es ihr angeboten, aber sie ...” Er nahm einen weiteren Schluck Scotch und versuchte, sich bequemer zu hinzusetzen, doch heute schien keine Position zu helfen. ”Nun, sie redet im Moment nicht mit mir.” Er schloss die Augen. ”Ich bin immerhin derjenige, der ihr befohlen hat, Tommy zurückzuschicken.”

Er erschrak etwas, als sich Gwens Finger um seine Hand schlossen. Er hatte sie nicht näherkommen gehört. Während sie ihre Finger miteinander verschränkte, schenkte Gwen ihm ein trauriges Lächeln. ”Es tut mir leid, Jack. Es muss auch für dich hart gewesen sein.”

”Wie sie mich angesehen hat …”, sagte er leise.

”Sie trauert. Und sie und Ianto sind sich in den letzten Monaten sehr nahe gekommen, also mach ihr keinen Vorwurf, weil sie sich an ihn wendet, okay?”

”Ich mache mir selbst Vorwürfe.” Er trank den Rest Scotch mit einem großen Schluck aus.

”Das tust du immer”, flüsterte Gwen. Sie lehnte sich an seinen Schreibtisch. Es erinnerte ihn an Ianto, der nur wenige Stunden vorher an derselben Stelle gestanden hatte. Er vermisste ihn, aber er würde ihn nicht anrufen. Toshs gebrochenes Herz war wichtiger als Jacks Selbstmitleid.

Jack starrte auf Gwens Hand hinunter – auf den Verlobungsring, der im schwachen Licht des Büros schimmerte. ”Er ist wirklich schön.”

Ihr Gesicht hellte sich auf und sie wurde rot. ”Dieser romantische Idiot hat Monate dafür gespart.”

Jack lächelte traurig, froh, das Thema zu wechseln. ”Er liebt dich wirklich sehr.”

”Du kennst ihn doch nicht mal.”

”Du erzählst uns genug über ihn”, erinnerte Jack sie. ”Wenn ich eines gelernt habe, dann, dass es kalt und einsam da draußen ist. Du solltest das Glück mit beiden Händen festhalten, wenn es sich dir bietet.”

”Tust du es?”

Jack dachte an Ianto, ihre Verabredung am heutigen Abend und dass sie stumm vereinbart hatten, ihre Beziehung erst mal für sich zu behalten. Er lächelte sie an. ”Vielleicht. Wieder zurückzukommen war definitiv ein guter Anfang.”

”Nun, dann sollte ich vielleicht betonen, dass wir alle froh sind, dass du wieder da bist.” Sie lächelte ihn an.

Er erwischte sich bei einem erleichterten Seufzen. Die Worte von jemand anderem als Ianto zu hören tat gut. Ianto hatte ihm zu schnell vergeben und sofort angefangen, ihm dabei zu helfen, das verlorene Jahr zu vergessen.

Gwen stieß sich vom Schreibtisch ab. ”Ich gehe jetzt. Die Welt ist gerettet, der Bericht geschrieben, ein Tag wie jeder andere.” Sie zwinkerte ihm zu und er lachte leise. Doch anstatt zu gehen hielt Gwen inne und beobachtete ihn nachdenklich. ”Denkst du je ...” Sie zögerte. Jack wartete. Er wusste, dass sie reden würde, sobald sie so weit war. Sie enttäuschte ihn nicht. ”Glaubst du, ich tue das richtige? Indem ich Rhys heirate.”

Er grinste sie neckend an. ”Gibt es da einen anderen, von dem ich nichts weiß?”

Gwens antwortendes Lächeln war schwach, müde. ”Oh, du weißt von ihm. Das tust du.” Jack wurde ernst und blickte auf sein leeres Glas. Da war sie: Die Wahrheit, die sie umgangen waren, seitdem er von ihrer Verlobung erfahren hatte. Sie starrte ihn einen langen Moment an, dann fügte sie mit einem traurigen Lächeln hinzu: ”Er ist aber keine Option.”

Etwas beschämt fühlte Jack sich erleichtert, da sie sich scheinbar von diesem speziellen Dämonen befreit hatte, den er durch Flirterei, unangemessene Berührungen und falsche Hoffnungen heraufbeschworen hatte. ”Das wusstest du doch von Anfang an.”

”Ja.” Er sah, wie sie schluckte und ihre Hände ihren Griff um die Kante des Schreibtisches verstärkten. ”Aber er ist nicht der Grund, aus dem ich wegen der Heirat unsicher bin.”

”Warum dann?”

Sie seufzte. ”Da ist dieser Job und … ich habe gesehen, was er uns antut. Ich habe Angst, dass ich … Rhys irgendwie da mit reinziehe. Eines Tages wird er alles herausfinden.”

”Ja. Und dann bekommt er Retcon.”

”Aber ich nicht. Ich werde wissen, was passiert ist. Es wird die Dinge zwischen uns verändern.”

”Gwen ...” Jack zögerte, dachte sorgfältig über seine Worte nach. Er wusste, dass er ihr kein leeres Versprechen geben konnte. Gwen war zu klug. Wie sein ganzes Team. Er hatte sich immer zu dieser Art Seele hingezogen gefühlt. Der Doktor, Rose, Martha … sogar John war hochintelligent. Er sah sie ernst an. ”Weißt du, warum ich dich dazu dränge, ein normales Leben außerhalb von Torchwood aufrechtzuerhalten? Warum ich bei den anderen nicht so nachdrücklich bin?”

Gwen schüttelte den Kopf.

”Weil du die einzige bist, die ich nicht rekrutiert habe, weil ich mich schuldig fühlte. Wir waren alle irgendwie beschädigt, als wir das erste Mal diese Basis betreten haben, aber du … warst das nicht. Ich habe die anderen eingestellt, weil ich wusste, dass sie diesem Job gewachsen sein würden, weil sie Schlachten und Trauer und Isolation überlebten … weil sie so sind wie ich. Sie leben für diese Basis. Sie haben die dunkelsten Seiten der menschlichen Rasse gesehen. Aber du nicht.”

”Du hast mich rekrutiert, weil ich naiv bin?”, fragte Gwen ungläubig.

”Nein, ich habe dich rekrutiert, um uns zu heilen. Wir hatten uns hier unten eingeschlossen, weil wir nicht mehr verletzt werden wollten. Du hast mal gesagt, dass wir vergessen haben, was es bedeutet, menschlich zu sein.”

Gwen schluckte. ”Das habe ich nicht so gemeint. Ich … hatte unrecht.”

”Das haben wir nie vergessen”, sagte Jack nickend, ”aber wir hatten uns von der Außenwelt isoliert, von den Opfern. Ich habe dich eingestellt, weil du die Art Person zu sein schienst, die uns daran erinnern kann, dass Distanz notwendig ist, aber auch giftig sein kann. Wir hatten uns sogar voneinander isoliert. Man muss nur sehen, was mit Suzie deshalb passiert ist. Und ich habe Iantos Probleme komplett übersehen, weil ...” Er lächelte müde. ”Ich denke, dass du wissen solltest, dass du während meiner Abwesenheit fantastische Arbeit geleistet hast. Du hast geschafft, woran ich gescheitert in. Du hast sie zu einem Team gemacht.”

Gwen wurde rot und senkte den Blick. ”Das war Teamarbeit. Du warst weg. Wir mussten das Loch füllen.”

Jack nickte langsam. Er lehnte sich vor und rollte mit dem Stuhl näher an den Schreibtisch, um ihr Handgelenk zu ergreifen. ”Du solltest heiraten, ein normales Leben haben, ein Beispiel für uns sein.”

”Kein Erfolgsdruck also”, sagte Gwen mit einem Grinsen.

Jack lachte. ”Kein Erfolgsdruck.”

Sie nickte und stieß sich vom Schreibtisch ab, aber hielt inne. Dann sah sie ihn an und ihre grünen Augen sagten ihm, dass ihre nächsten Worte sehr ernst gemeint waren. ”Jack … dieser Mann, von dem wir geredet haben – der, der keine Option ist ...”

Jack nickte.

”Er ist ein guter Mann. Wirklich. Aber manchmal ist er etwas unvorsichtig mit den Herzen anderer. Er sollte besser auf sie achten … weil Ianto das verdient.”

Jack schluckte und nickte langsam.

Gwen lehnte sich hinunter und küsste seine Wange. ”Auf Wiedersehen, Jack”, sagte sie leise.

Jack nahm ihre Hand und sah sich den Ring noch einmal an. ”Er ist wirklich schön.”

Gwen lächelte, ließ seine Hand los und ging zur Tür. Am Rahmen drehte sich sich nochmal zu ihm um und ein Lächeln zog an ihren Lippen. “Er ist perfekt.“


ENDE
11/12


Unsterblich
Lyrics 'Verse Masterlist

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Comments

( 2 comments — Leave a comment )
momo_uli
Dec. 4th, 2012 10:34 pm (UTC)
Das ist so schön. Genau so sehe ich die Beziehung zwischen Jack und Gwen. Es ist eine tiefe Freundschaft, in der sich beide respektieren.
Danke für diese wunderschöne Story.
lg
momo
jolinarjackson
Dec. 5th, 2012 04:46 pm (UTC)
Danke für's Kommentieren. :)
( 2 comments — Leave a comment )