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Numb3rs: Verbindungen 1/13 (Fanfiction)

VERBINDUNGEN 1/13

Worte: 28.456
Inhalt: Während er Don bei den Ermittlungen gegen den Drogenboss JM hilft, wird Charlie von einem Auto angefahren. Als klar wird, dass der Unfall in Wahrheit ein Attentat war, beginnt Don sich Sorgen um Charlies Leben zu machen. Ein Wettrennen gegen die Zeit beginnt, Loyalitäten werden in Frage gestellt und Charlie muss gegen seine ganz eigenen Dämonen kämpfen.
Charaktere: Charlie Eppes, Don Eppes, Alan Eppes, Amita Ramanujan, David Sinclair, Megan Reeves, Colby Granger, Larry Fleinhardt, OCs
Pairing: Charlie/Amita (angedeutet)
Rating: PG
Spoiler: Hinterhalt, Spiel des Lebens
Setting: Season 2 – nach Spiel des Lebens
Anmerkungen: Geschrieben für den Numb3rs Big Bang 2010. Die Anforderung war es, mindestens 20.000 Wörter zu schreiben.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Beta: Danke an Lilac für das allererste Beta des Beginns der Story. Du weißt es vermutlich nicht, aber durch das Aufzeigen der ersten Fehler hast du Agent Hitchcock zu einem komplexeren Charakter gemacht. Auch danke für die Herstellung des Kontakts zu …
… Ruth – eine der schnellsten Betas, die es gibt. Danke für die Hilfe.
Und Anne-Aunyme: Du bist meine deutsche Numb3rs-Expertin. Du hast einen großartigen Job mit diesem Beta gemacht, indem du mir meine Fehler gezeigt und mich zum Lachen gebracht hast. Und du hast mich ermutigt, weiter zu schreiben und mich an Deadline erinnert, wenn es nötig war. Danke.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Numb3rs und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

prairie_city  hat zu dieser Story das in der Masterliste abgebildete Cover und ein Set Icons gemacht. Zu sehen sind alle ihre Beiträge unter diesen Links: 
Cover
Icons: 01 , 02 , 03 , 04 , 05 , 06 , 07 , 08 , 09 , 10

Komplette Fanfiction Masterlist
Verbindungen Masterlist

8 Agenten
8 Jahre
1 Unfall
x dreckige Cops


1.



“Oh Gott! Oh, mein …“

Es war fast dunkel – Nacht. Er konnte etwas entfernt die Lichtkegel von Straßenlaternen ausmachen, deren kalter Schein kaum bis zu ihm vordrang. Es regnete. Und es war kalt. Und direkt über ihm befand sich etwas, das ihm fremd vorkam, bis er erkannte, dass es die dunklen Baumwipfel waren, die sich gegen den dunkelblauen, wolkenverhangenen Himmel abhoben, ineinander übergingen und sich überschnitten … und eine Sekunde lang fragte er sich, warum er auf einem Waldboden lag, wenn es regnete.

Dann kehrte sein Schmerzempfinden zurück und er stöhnte laut auf. Alles tat weh. Feuchte Kälte drang in seine Kleidung und es fühlte sich an, als läge er mit dem Rücken auf einem Eisblock. Er versuchte, seine Hand zu heben, aber er schaffte es nicht. Ein Schatten bewegte sich über ihm.

“Oh Gott … er ist wach. Helfen Sie mir. Was soll ich tun? Ich weiß doch nicht …“

Jemand sprach, aber nicht mit ihm und es klang seltsam dumpf und verzerrt, als wäre er nicht wirklich da … und alles tat weh.

“Mister?“

Der Schatten über ihm war nun näher, blockierte die Sicht auf die Baumwipfel und er zwang sich, sich auf ihn zu konzentrieren. Aber seine Augen tränten und sein Kopf tat weh.

“Sagen Sie was.“

Und alles wurde dunkel.

***

“… Eppes. Sagt zumindest sein Ausweis.“

Der Schmerz war noch immer da. Jemand berührte ihn und Licht schien in seine Augen – nur kurz, dann verschwand es. Ihm war kalt. Er wusste, dass er zitterte, und er spürte, dass er nass war, aber er wusste nicht, wieso.

“Die Pupillen reagieren. Aber sie sind unterschiedlich groß. Könnte eine Fraktur sein.“

“Doktor, wir brauchen mehr Blut.“

“Ich will ein CT und ein Bild von seinem Brustkorb. Sofort. Besorgen Sie uns einen OP.“

“Ja, Doktor.“

“Rufen Sie Dr. Cummings. Bei der Kopfwunde will ich eine Neurologin hier haben.“

Ein stärkerer, neuer Schmerz schoss durch seinen Körper und ließ ihn zusammen zucken und aufstöhnen, ehe sich das Gefühl in ein stetiges, dumpfes Stechen in seinem Magen und seiner Seite wandelte und ihn dazu brachte, den Kopf zur Seite zu drehen und zu husten. Er versuchte, seine Beine zu bewegen, aber die Schmerzen wurden nur schlimmer. Das Stechen in seiner Brust wurde intensiver und nahm ihm den Atem. Er schnappte nach Luft. Eine Hand berührte seine Wange. “Charles? Charles, sieh mich an.“

Wieder ein blitzartiger Schmerz, wieder in seiner Seite. Er spürte eine Hand, die Druck ausübte und alles nur schlimmer machte.

“Nein“, flüsterte er und versuchte schwach, die Hand weg zu schieben.

“Charles? Nein. Es ist okay. Du bist im Krankenhaus. Ich bin Charlotte. Sieh mich an.“ Warme Finger umschlossen seine kalte Hand und hielten sie sanft fest. Er schluchzte.

“Es tut weh, ich weiß“, sagte die Frau sanft, nun etwas dichter an ihm, und er öffnete leicht die Augen, um sie anzusehen. Alles blieb verschwommen und er blinzelte. Der Druck auf seinen Brustkorb wurde fester und er wimmerte leise und versuchte den Kopf zu drehen. Er sah jemanden neben sich stehen und mit beiden Händen auf seine Seite drücken. Er versuchte, sich auf die andere Seite zu drehen, weg von dem Mann, der ihm wehtat, aber mehrere Hände hielten ihn fest.

“Nein, nein, nein. Charlotte, ich kann ihn noch nicht sedieren. Wir müssen auf den Anästhesisten warten. Beruhige ihn.“

“Charles“, sagte die Frau fest, ihr Ton wurde sanfter, “Charlie? Sieh mich an.“ Sie drehte sanft seinen Kopf, ihr Gesicht war noch immer verschwommen und helle Blitze zuckten hinter seinen Augen. “Du hattest einen Autounfall. Du bist im Krankenhaus.“

Ein Autounfall … er erinnerte sich nicht an einen Autounfall. Er wusste nur, er war in der CalSci gewesen … dann …

Der Asphalt zerriss seine Jeans und seine Beine verfingen sich im Fahrrad. Der Boden war nass und kalt und alles tat weh.

“Charlie, tu das nicht“, sagte die Frau.

Angst ergriff ihn, als er sich erinnerte: er hatte einen Autounfall gehabt!

“Herzfrequenz steigt.“

“Wo bleibt der Anästhesist, verdammt noch mal?“

Über ihm die Regenwolken und Scheinwerferlicht zerschnitt die Dunkelheit und er hörte Schritte. Jemand beugte sich über ihn. “Verdammt.“

Charlotte schüttelte den Kopf und starrte zu Dr. Brody. “Wir verlieren ihn. Er reagiert nicht mehr.“

“Versuchen Sie’s weiter“, sagte der Mann knapp und drückte auf die noch immer heftig blutende Schnittwunde seitlich des Bauchnabels. Charlies Griff festigte sich plötzlich und Charlotte konzentrierte sich wieder auf ihn. Er starrte sie fieberhaft mit vor Schmerz verschleierten Augen an. Blut quoll unter der notdürftigen Bandage hervor, die den tiefen Schnitt in seiner Stirn bedeckte, und lief über sein Gesicht. Sie sah ihm seine Angst an und die Verwirrung. Sie kannte diesen Blick. Beinahe jeder Patient der Notaufnahme hatte ihn. Sie erinnerten sich selten, wie sie hierher gekommen waren.

“Beta …“, flüsterte er.

“Was?“, fragte Charlotte und beugte sich über ihn. “Charlie, was hast du gesagt?“

“… 13 48 Ome …“

Charlotte griff nach ihrem Kugelschreiber, der in der Brusttasche ihrer Uniform steckte und beugte sich noch näher. “Charlie? Sag das noch mal.“

“Beta … 13 48 … Omega … 83.“

Sie schrieb seine Worte auf ihren Handrücken. “Was bedeutet das? Charlie?“

Er starrte sie mit seinen dunklen Augen an, sagte aber nichts.

“Ist das das Nummernschild?“, fragte Charlotte.

Charlie schüttelte den Kopf und Charlotte konnte sehen, dass er es selbst nicht wusste. “FBI …“, flüsterte Charlie, “FBI anrufen.“ Er schloss die Augen und öffnete sie nicht mehr.

***

Das Display von Dr. Charles Eppes Handy hatte einen Sprung, aber es funktionierte – in der linken Ecke zeigte es 3:06 Uhr und dass es bald aufgeladen werden musste – aber das Wichtigste war, dass Charlotte auf die gespeicherten Nummern in dem Telefon zugreifen konnte. Sie hatte sich durch die Liste gearbeitet und beschlossen, entweder Donnie oder Dad anzurufen. Nachdem bei Dad niemand außer einem Anrufbeantworteter ans Telefon ging, legte sie auf. Es gab Dinge, die man nicht auf eine Maschine bannen sollte.

Donnie hob nach dem achten Klingeln ab und klang etwas verschlafen. “Eppes?“

’Gleicher Nachname’, dachte die Krankenschwester, ’sein Bruder vielleicht.’

“Mein Name ist Charlotte Wyatt vom Huntington Hospital. Ich habe Ihre Nummer aus dem Handyspeicher eines Patienten, der vor einer Stunde eingeliefert wurde – Charles Eppes.“

Einen Moment herrschte schockierte Stille am anderen Ende, dann fragte Donnie: “Charlie? Was ist passiert?“

“Er hatte einen schweren Autounfall. Im Moment wird er operiert.“

“Welches Krankenhaus ist das?“, fragte Donnie.

“Huntingon.“

“Ich weiß, wo das ist. Ich komme sofort.“ Damit legte er auf.

***

Don wusste, wer er im Moment sein musste. Während er Alans Reflexion im Fenster des Wartezimmers der Notaufnahme beobachtete, wurde ihm klar, dass er der Starke sein musste in dieser Situation. Derjenige, der die Lage kontrollierte und denen half, die es nicht konnten. Es wurde hell, Regen schlug gegen das Fenster und LA machte sich auf den Weg zur Arbeit. Seit fast fünf Stunden warteten sie. Don würde bald im Büro anrufen und Bescheid sagen müssen, dass er später kommen würde. Und er musste Larry anrufen. Und Amita.

Während Alan mit gesenktem Kopf da gesessen hatte, die Hände um einen Becher kalten Kaffee gewickelt und ins Nichts starrend, hatte Don ein paar Gefallen beim LAPD eingefordert – er hatte die Ermittlungen ins Rollen gebracht, den Unfallort absichern lassen und dafür gesorgt, dass er bei Neuigkeiten sofort verständigt werden würde.

Charlie war angefahren worden, vermutlich, als er auf dem Weg nach Hause war. Nur drei Straßen entfernt von seinem Elternhaus. Scherben einer Windschutzscheibe auf der Straße verrieten, wo es geschehen war.

Die Polizei hatte die Bewohner der Straße befragt und eine junge Mutter, die die ganze Nacht versucht hatte, ihr Baby zum Schlafen zu bekommen, hatte etwas gehört, gegen Mitternacht. Ein Blick aus dem Fenster hatte ihr aber nichts Auffälliges gezeigt, das Baby hatte geweint und sie hatte sich nicht weiter darum gekümmert.

Charlie war erst am frühen Morgen gefunden worden, von einem Studenten, der von der Nachtschicht in einem Fast Food-Restaurant gekommen war und eine Abkürzung durch das kleine Waldstück neben der Straße genommen hatte. Wenn der Unfall wirklich um Mitternacht passiert war, hatte Charlie stundenlang auf dem Waldboden im Regen gelegen. Sein Fahrrad neben ihm. Der Helm mit dem zerrissenen Riemen ein paar Schritte entfernt. Die Polizei nahm an, dass der Autofahrer geflohen war, nachdem Charlie in die Büsche geschleudert worden war. Der Regen hatte sämtliche Spuren von der Straße gewaschen – nur die Scherben blieben als Beweis zurück.

Die Polizei suchte nach Zeugen, die den Wagen gesehen haben könnten, aber es war Nacht gewesen, eine ruhige Wohngegend.

Don wusste, wie die Chancen standen. Mit etwas Pech war der Wagen längst entsorgt oder aber repariert.

Es fanden sich immer Mechaniker, die solche Arbeiten übernahmen und für ihr Schweigen nur einen Aufpreis forderten.

“Familie Eppes?“, fragte ein Mann und Don fuhr zu dem afroamerikanischen Arzt herum, der in der grünen Uniform der Chirurgen in der Tür stand, eine Frau in seiner Begleitung, die einen Kittel trug. ’Zwei Ärzte’, dachte Don panisch, ’sind ein schlechtes Zeichen.’ Der Mann zog das grüne Kopftuch von den schwarzen, kurz geschorenen Haaren und schob es in seine Hosentasche. Die Frau hatte die langen, schwarzen Haare in einen strengen Knoten zurückgesteckt, ihre blauen Augen blickten freundlich und geduldig.

Don räusperte sich: “Ich bin sein Bruder Don Eppes. Das ist mein Vater Alan.“ Er setzte sich zu ihm, bereit zu hören, was immer die Ärzte ihnen zu sagen hatten.

Alan rieb sich die Stirn. Er schien einige Jahre älter als noch vor ein paar Stunden zu sein. “Wie schlimm ist es?“

Der Arzt und die Ärztin zogen sich zwei Stühle heran und setzten sich ihnen gegenüber. Der Chirurg übernahm das Reden: “Ich bin Dr. Brody, Charlies behandelnder Arzt, und das ist Dr. Cummings, unsere Neurologin.“

“Neurologin“, wiederholte Alan mit zitternder Stimme.

“Charlie hat ein paar schwere Kopfverletzungen davon getragen“, sagte Brody und schaffte es, trotz der katastrophalen Nachricht beruhigend zu klingen, “Wir gehen nur sicher.“ Er warf einen Blick in Charlies Akte, auf das Formular, das Alan ausgefüllt hatte.

“Charlie ist stabil und er wird es überleben.“

Erleichtert schloss Alan die Augen und Don lächelte seinen Vater an. Brody blickte sie ernst an. “Trotzdem sind die Folgen des Unfalls nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Sein linkes Bein ist gebrochen, er hat drei gebrochene und zwei gestauchte Rippen, seine Lunge wurde punktiert. Wir haben das richten können, aber der Heilungsprozess ist lang und mit großen Schmerzen verbunden. Aus seinem Bauch haben wir eine Glasscherbe geholt, vielleicht aus der Windschutzscheibe, die Muskeln verletzt und zu hohem Blutverlust geführt hat. Sein linkes Handgelenkt ist gebrochen. Er hat zwei schwerwiegende Wunden am Kopf und eine Schädelfraktur.“

Alan rieb sich das Kinn. “Eine punktierte Lunge? Was …?“

Dr. Brody blickte ihn geduldig an. “Das bedeutet, dass eine seiner Rippen seine Lunge verletzt hat. Wir konnten das reparieren und erwarten keine Folgeschäden.“

Dr. Cummings fuhr fort: “Wir machen uns über die Kopfverletzungen Sorgen. Wir können die Auswirkungen der Verletzung erst vollkommen erfassen, wenn Charlie das Bewusstsein wieder erlangt, aber Sie sollten sich bewusst sein, dass Hirnschäden eine Folge der Verletzungen sein könnten.“

“Hirnschäden?“, fragte Don schockiert.

“Wie gesagt, wir wissen es erst, wenn Charlie aufwacht und wir ihn untersucht haben, aber mit solchen Verletzungen ist es gut möglich.“

“Sie verstehen das nicht“, meinte Alan hilflos, “Charlie ist … ein Genie. Sein Gehirn ist …“

Dr. Cummings schüttelte den Kopf und blickte Alan verstehend an. “Es tut mir leid, Mr. Eppes, aber wir können so etwas nicht kontrollieren. Das Gehirn ist sehr komplex und verletzlich und die Verletzungen Ihres Sohnes sind schwer. Wir können nichts tun, um die Schäden zu beheben, die er vielleicht hat.“

“Können wir ihn sehen?“, fragte Alan.

Dr. Brody nickte. “Charlie befindet sich im Aufwachraum und wird dann auf die Intensivstation gebracht; das ist das Standardverfahren bei Verletzungen, wie Ihr Sohn sie erlitten hat. Wenn sein Zustand sich nicht verschlechtert, werden wir ihn heute Abend auf die Neurologie verlegen. Sie können ihn in einer Stunde sehen – auf der Intensivstation – aber nur für ein paar Minuten; er braucht Ruhe und Sie beide auch.”

Kapitel 2
Verbindungen Masterlist
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