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Der Faden der Ariadne – 5/15

Worte: ~ 30.000
Inhalt: Nach einem Unfall im Archiv landen die Torchwood-Agenten Jack und Gwen in einer alternativen Dimension, wo sie unerwartet auf die Warehouse 13-Agenten Artie und Claudia treffen, die ebenfalls dort gestrandet sind. Um sie zu retten, müssen die Organisationen zusammenarbeiten: Ianto und Rhys fliegen nach South Dakota, während die Gestrandeten sich einem tödlichen Feind gegenüber sehen.
Charaktere: Jack Harkness, Gwen Cooper, Claudia Donovan, Arthur Nielsen, Ianto Jones, Steve Jinks, Rhys Williams, Myka Bering, Pete Lattimer, Leena, Mrs. Frederick, Trailer, OCs
Pairing: Jack/Ianto, Gwen/Rhys, Pete/Kelly Hernandez (angedeutet), Artie/Vanessa Calder (angedeutet)
Rating: PG-13
Spoiler: Die Braut, die vor nichts graut, Wundmale / Doctor Who: The Sound Of Drums
Setting: nach Wundmale
Crossover: Warehouse 13
Crossover-Setting: nach Lovesick
Crossover-Spoilers: Spielt in der dritten Staffel von Warehouse 13, also sind Charakter-Spoiler selbstverständlich! Aber ich verrate nichts über den wirklich spannenden Handlungsbogen. :)
Warnungen: Erwähnung von Canon Character Death
Beinhaltet: Canon Slash
Anmerkungen: Das hier ist das Produkt eines Traumes. Und dann dachte ich, dass die beiden Serien gut zusammenpassen würden. Also passierte das hier.
Beta: larsinger29 und EmrysofWriting, danke. :)
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und Warehouse 13 und die in ihnen vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.


Kapitel 4
Der Faden der Ariadne Masterlist

***
***


5.



Rhys war nervös und besorgt. Ianto jedoch schien ruhig und gefasst, während er versuchte, eine Erklärung für Jacks und Gwens Verschwinden zu finden, und das begann Rhys auf die Nerven zu gehen. Er lief auf und ab, von der Couch zum Wasserturm, zur Waffenkammer und dann zu Ianto und von dort wieder zur Couch. Schließlich fragte er: ”Bist du nicht besorgt?”

Ianto drehte den Schreibtischstuhl in Rhys' Richtung und hob die Augenbrauen. ”Natürlich bin ich das”, antwortete er ruhig, ”aber ich muss mich konzentrieren. Panik hilft den beiden nicht.”

Rhys seufzte und sah widerwillig ein, dass Ianto Recht hatte. ”Okay. Was haben wir denn?”, fragte er und legte entschuldigend eine Hand auf Iantos Schulter.

Ianto nickte ihm zu. ”Die Signale ihrer Handys werden noch verfolgt. Natürlich könnte das auch nirgendwo hinführen, da sie sich nicht mehr in unserer Dimension befinden.”

”Aber es ist doch ein gutes Zeichen, dass das Programm keine Fehlermeldung gibt, oder?”, fragte Rhys.

”Vielleicht.” Ianto deutete auf die Karte, die der Bildschirm zeigte: Satellitenaufnahmen von Amerika. ”Die Spur führt im Moment in die Vereinigten Staaten.”

”Ernsthaft?”

”Ja, irgendwo in South Dakota, Nebraska oder Wyoming.” Er seufzte und wandte sich einem anderen Bildschirm zu, der einen Text mit zu vielen komplizierten Wörtern zeigte, als dass Rhys ihn verstehen konnte. ”Was das Gerät angeht … ich suche nach einer Möglichkeit, sie zurückzubringen, aber scheinbar haben wir nie wirklich erfahren, wie es genau funktioniert. Wir könnten jetzt Tosh gebrauchen.” Er hielt inne und wirkte traurig, dann fuhr er sich mit der Hand durch das kurze Haar.

Rhys schluckte. Eine unangenehme Stille senkte sich über sie, während Ianto weiter den Bericht las und Rhys bloß da stand und sich nutzlos fühlte. ”Wie wär's mit Abendessen?”, fragte er schließlich. ”Hungrig?”

Ianto blickte kurz zu ihm hoch. ”Nicht wirklich.”

”Du musst es sein. Ich glaube, du hast seit dem Frühstück nichts gegessen und das war vor zehn Stunden. Ich verhungere.”

”Ich kann nicht essen.”

Rhys erinnerte sich daran, wie Gwen mal erwähnt hatte, dass Ianto dazu tendierte, sich in Stresssituationen selbst zu vernachlässigen. Er straffte die Schultern, wissend, dass sie ihn umbringen würde, wenn er Ianto damit davonkommen ließ. Ganz davon zu schweigen, dass Jack ihrem Vorbild folgen würde. ”Nun, das wirst du müssen”, sagte er. ”Ich hole Pizza.”

Ohne auf eine Antwort zu warten ging er.

***

“Okay, was ist da gerade passiert?”, fragte Pete und starrte an die Stelle, an der Claudia und Artie gerade noch gestanden hatten.

Myka öffnete den Mund, um zu antworten, aber sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Sie waren einfach verschwunden und ihre bereits verblassten Schatten ebenfalls.

Pete schaltete das Spektrometer aus und sah die anderen fragend an.

Leena verschränkte die Arme. ”Wie hat Artie das Objekt genannt?”

”Ariadnes Faden”, antwortete Pete. ”Das habe ich zumindest von seinen Lippen gelesen. Aber die Bilder waren schon sehr schwach, also weiß ich nicht, ob es stimmt.”

Myka erwiderte: ”Nein, ich nehme an, das stimmt. Ich kenne Ariadne.”

”Natürlich tust du das”, sagte Pete und verdrehte die Augen in Steves Richtung. “Du liest zu viel.”

Myka runzelte die Stirn, aber sie hielt sich davon ab, etwas zu sagen. Es würde nur zu einem kindischen Schlagabtausch führen und während Pete so seinen Stresslevel unter Kontrolle bringen konnte, bewirkte es bei Myka das Gegenteil.

Leena seufzte. ”Ich sehe, was ich über den Faden in unserer Datenbank finden kann”, sagte sie und machte sich rasch auf den langen Weg zurück ins Büro.

Pete sah ihr nach. ”Okay … und was machen wir?”

Myka zuckte etwas unsicher mit den Schultern. Sie fühlte sich nutzlos. Normalerweise war sie in der Lage, Problemen entschlossener gegenüberzutreten, aber das hier war hart. Artie war für gewöhnlich ihre Informationsquelle, der Mann, den sie im Notfall anriefen. Und sie alle hatten einen Beschützerinstinkt für Claudia entwickelt. Das hier war in der Sicherheit des Warehouse passiert. Das zwar zwar nichts Neues, aber nun konnten sie das erste Mal wirklich nicht auf Artie zurückgreifen. Die Probleme, die Artefakte hier drin verursachten, unterschieden sich zudem erheblich von denen, die sie draußen verursachen konnten. Nervös wickelte sie eine Haarsträhne um ihren Zeigefinger. ”Mrs. Frederick wüsste, was zu tun ist.”

Steve schlug vor: ”Lasst uns wie Mrs. Frederick denken.” Er stemmte die Hände in die Hüften. Myka konnte sehen, dass er ebenso angespannt wie sie und Pete war. Zwar war er erst seit kurzem dabei, aber sie wusste, dass er und Claudia sich vom ersten Tag an ausgezeichnet verstanden hatten. Er musste ebenso besorgt sein wie sie auch.

”Okay”, erwiderte Myka mit einem Nicken. ”Was würde Mrs. Frederick tun?”

Pete verzog das Gesicht. ”Wahrscheinlich überraschend hinter uns auftauchen und uns damit zu Tode erschrecken.”

”Ich werde so tun, als hätte ich das nicht gehört”, sagte jemand hinter ihnen und sie fuhren herum. Dort stand Mrs. Frederick, ihre Haare wie immer fest hochgesteckt und ihr Gesicht völlig neutral. Das pinke Kostüm und ihre Perlenkette ließen sie wie eine besonders strenge Tante erscheinen.

Pete entkam ein erschrockener Atemzug. ”Guter … Jesus! Wie machen Sie das?!”

Mrs. Frederick hob darüber eine perfekt geformte Augenbraue.

Pete schenkte ihr ein peinlich berührtes Lächeln. ”Sie sehen gut aus. Haben Sie abgenommen?”

”Agent Lattimer, ist das ein Hinweis darauf, dass ich das nötig hätte?”, fragte Mrs. Frederick.

Pete machte einen subtilen Schritt zur Seite, um hinter Myka zu stehen. Sie wusste, dass die Verwalterin des Warehouse ihn etwas einschüchterte. Ihre Angewohnheit, jederzeit aufzutauchen und zu verschwinden machte sogar Artie nervös. Doch während sie auf den ersten Blick hart und streng wirkte, wusste Myka, dass sie eigentlich eine sehr warme und charmante Person war, intelligent und dem Warehouse zutiefst verpflichtet. Abgesehen davon wussten sie nichts über sie oder ihr Privatleben. Pete hatte mal mit Claudia versucht, mehr über sie herauszufinden. Für eine Woche war er überzeugt gewesen, sie auf dem Foto eines College-Ruderteams für afroamerikanische Frauen wiedererkannt zu haben, doch Mrs. Frederick persönlich hatte ihm erklärt, dass dem nicht so war. Damit war die Suche beendet gewesen.

Mrs. Fredericks dunkle Augen fanden Mykas und sie straffte unbewusst die Schultern. Sie hatten den tiefsten Respekt vor Mrs. Frederick, wie alle anderen auch. Mrs. Frederick hob eine Augenbraue. ”Sie hätten mich früher informieren sollen.”

”Tut uns leid”, sagte Myka. ”Wir wollten wohl warten, bis wir etwas zu berichten hätten.”

”Der Faden der Ariadne ist 'etwas'”, antwortete Mrs. Frederick.

Steves Augen verengten sich. ”Was wissen Sie darüber?”

”Nicht viel. Er war eine Legende. Eine Weile lang waren wir sogar überzeugt, dass er nicht existiert.”

Pete erwiderte: ”Nun, das tut er aber und er hat Artie und Claudia entführt.”

”Das ist mir nun bewusst, Agent Lattimer”, sagte Mrs. Frederick und er duckte sich wieder hinter Myka. Mrs. Frederick wandte sich wieder an sie. ”Während Arties Abwesenheit werden Sie das Team leiten.”

”Hey, warum sie?”, fragte Pete. ”Ich bin länger dabei.”

Myka starrte ihn ungläubig an. ”Wir wurden gleichzeitig rekrutiert.”

”Du hast aber eine Pause eingelegt, weißt du noch? Deshalb haben wir den Welpen ins Boot geholt.” Pete nickte zu Steve.

Steve verschränkte die Arme und sein Gesicht verdunkelte sich. ”Welpe?”

”Agent Lattimer”, sagte Mrs. Frederick, ”die Räte wollen, dass Agent Bering die Untersuchungen leitet, also wird sie das auch.” Myka schluckte. Die Räte waren das Management hinter dem Warehouse und unter allen Umständen war ihnen zu gehorchen. Über sie wusste das Team auch nicht viel. Nur, dass sie Menschen aus unterschiedlichsten sozialen, kulturellen und religiösen Schichten waren und dass sie mehr über das Warehouse wussten als jeder Agent. Sogar Artie.

Steve wandte sich an Mrs. Frederick. ”Wissen Sie etwas darüber, was der Faden Artie und Claudia antun könnte?”

”Wir wissen, dass er sie nicht verletzt, aber wo auch immer er sie hingebracht hat, sie könnten dort verletzt werden. Oder sogar sterben.”

Pete seufzte. ”Großartig. Kein Druck.”

Als Myka Mrs. Frederick fragen wollte, was sie nun tun sollten, war sie verschwunden.

Steve starrte an die Stelle, wo sie gerade noch gestanden hatte. ”Wie hat sie ...”

”Man gewöhnt sich dran”, erwiderte Pete.

”Artie hat dasselbe über deine Witze gesagt”, meinte Steve und wandte sich ab, um zum Büro zurückzugehen. ”Darauf warte ich noch immer!”

***

“Das ist ein Witz, oder?”, fragte Rhys und starrte die Satellitenbilder an, wo ein blinkender, roter Punkt die Position von Jacks und Gwens Handys anzeigte. ”Das ist mitten im Nirgendwo.” Um genau zu sein, war es in einer kahlen Landschaft. Die Badlands von South Dakota. Rhys war nicht begeistert.

”Ich glaube nicht, dass es ein Scherz ist”, antwortete Ianto und öffnete ein weiteres Programm. ”Siehst du?”, fragte er. Rhys sah sich die Linien auf dem Bildschirm an. Er konnte nichts erkennen, aber vertraute darauf, dass Ianto Recht hatte, also nickte er, während Ianto fortfuhr: ”Ich bekomme merkwürdige Ergebnisse von dort. Dieselbe Energiesignatur, die hier auftauchte, als Jack und Gwen verschwanden. Die Signatur eines transdimensionalen Transporters.” Er griff nach dem Telefon.

”Was jetzt?”, fragte Rhys.

”Jemand bei UNIT schuldet mir einen Gefallen.”

Rhys' Augen weiteten sich. ”Du glaubst, dass das Militär da mit drin hängt?”

”Nein, aber die Person, die mir einen Gefallen schuldet, könnte jemanden kennen, der ihr einen Gefallen schuldet … und das könnte uns eine Antwort verschaffen.”



Kapitel 6
Der Faden der Ariadne Masterlist

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