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Numb3rs: Verbindungen 4/13 (Fanfiction)

VERBINDUNGEN 4/13

Worte: 28.456
Inhalt: Während er Don bei den Ermittlungen gegen den Drogenboss JM hilft, wird Charlie von einem Auto angefahren. Als klar wird, dass der Unfall in Wahrheit ein Attentat war, beginnt Don sich Sorgen um Charlies Leben zu machen. Ein Wettrennen gegen die Zeit beginnt, Loyalitäten werden in Frage gestellt und Charlie muss gegen seine ganz eigenen Dämonen kämpfen.
Pairing: Charlie/Amita (angedeutet)
Rating: PG
Spoiler: Hinterhalt, Spiel des Lebens
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Numb3rs und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Verbindungen Masterlist
Kapitel 3


4.



Es war Mittag, als Larry im Büro eintraf. Don holte Charlies Rucksack unter seinem Schreibtisch hervor und ging mit dem Professor in den Konferenzraum. Kugelschreiber, Bleistifte, Notizblöcke, Autoschlüssel, Klausuren … Don breitete den Inhalt von Charlies Rucksack auf dem Konferenztisch aus und blickte Larry abwartend an, der sich sofort auf die Notizblöcke konzentriert hatte.

Don schaltete Charlies Laptop an. Das Gerät war beschädigt, der Bildschirm etwas schief und er hatte einen Riss, aber der Laptop funktionierte.

“Kognitive Emergenz-Theorie“, sagte Larry und legte zwei Notizblöcke zur Seite, um nach einem dritten zu greifen.

“Amita sieht in Charlies Büro nach?“, fragte Don.

Larry nickte. “Ja, im Augenblick vertritt sie ihn in der Sprechstunde und danach will sie sich seine Aufzeichnungen ansehen. Wenn sie was findet, bringt sie es mit hierher.“

“Gut. Charlie wollte eine Link-Analyse für uns erstellen, um dreckige Cops im LAPD zu finden, die von JM geschmiert wurden.“

Larry nickte. “Ich weiß.“

“Falls Charlie eine Spur hatte, müssen wir ihr nachgehen“, antwortete Don, “Mein Dad ist im Krankenhaus. Die Tests haben sich wohl verschoben und dauern noch eine Weile. Ich dachte, ich nehme dich und Amita nachher mit.“

Larry nickte. Er blätterte durch die Notizen. “Ich glaube, ich habe was“, meinte er. “Aber das sind nur Ansätze. Der Rest dürfte in seinem Büro sein.“

Don schob ihm den Laptop zu. “Sieh dir den an.“

***

Ein Telefongespräch mit seinem Vater bestätigte Don, dass Charlie sich noch immer bei den Testreihen befand, die sicherstellen sollten, dass seinem Gehirn nichts fehlte. Amita traf nur kurze Zeit später mit ihrem Rucksack und einer Stofftasche ein, in der sie Notizen und Akten zu dem Fall aus Charlies Büro transportierte. “Ich habe alles abgeschrieben, was auf seinen Tafeln stand“, erklärte sie und setzte sich neben Larry. Sie wirkte entschlossener und gefasster als am Vorabend und Don vermutete, dass es ihr gut tat, etwas tun zu können. “Sieht so aus, als wäre er sehr weit gekommen, was die korrupten Polizisten angeht.“

“Konkrete Ergebnisse?“, fragte Don.

“Ich muss mir die Notizen genauer ansehen. Gib mir eine halbe Stunde“, meinte Amita und Don nickte. Er ließ die beiden Wissenschaftler im Konferenzraum zurück und gesellte sich zu seinem und Agent Hitchcocks Team, die sich an Colbys und Davids Schreibtisch versammelt hatten.

“Sieht so aus, als hätte Charlie noch etwas gefunden, ehe der Unfall passierte“, erklärte Don. Tom Hitchcock zog zweifelnd die Augenbrauen hoch.

“Wie geht es Dr. Eppes?“, fragte Tanja und Don nickte.

“Er ist bei Bewusstsein. Im Augenblick werden noch Tests gemacht, aber es sieht so aus, als ob er Glück gehabt hat.“

Colby seufzte. Ihm war die Erleichterung anzusehen. “Sein Kopf ist härter als er aussieht“, lächelte er, “Muss mit der Größe des Gehirns zusammen hängen.“

David lachte. “Wirklich? Erinnere mich daran, dir einen Schutzhelm zu kaufen, Colby.“

Der junge Agent verdrehte die Augen. “Witzig.“

Megan lachte.

“Könnten wir zum Thema zurückkommen?“, fragte Hitchcock.

“Sicher“, antwortete Don und blickte Colby mahnend an, der Tom einen genervten Blick zuwarf.

Tom blickte zu seinem jüngsten Agenten. “Mirren.“

Der junge Mann nickte und erstattete Bericht: “Bisher keine Auffälligkeiten an den Raststätten, die Dr. Eppes für uns errechnet hat.“

“Was mich nicht sonderlich überrascht“, meinte Tom. Colbys Augen verengten sich.

Don, der beinahe sein ganzes Leben damit verbracht hatte, Charlie zu verteidigen, seufzte nur leidig und meinte: “Wir sollten die Überwachung aufrecht erhalten.“

“Finde ich auch“, meinte Mirren. “Boss“, wandte er sich an Hitchcock, “selbst wenn Dr. Eppes die Raststätten nicht vorgeschlagen hätte, sie eignen sich ideal für den Handel mit Drogen.“

Tanja und Sandra nickten bestätigend.

“Wir sollten es zumindest weiterhin dort versuchen, Sir“, meinte Sandra.

“Eppes ist der leitende Ermittler in diesem Fall“, meinte Hitchcock und hob eine Augenbraue, “Sie entscheiden.“

Don ignorierte die Herausforderung und konzentrierte sich stattdessen betont auf die Fallakte in seinen Händen. “Wir belassen die Observierung“, sagte er und nickte dann, “Okay. Zurück an die Arbeit.“

***

Alan hatte sich schon immer etwas hilflos gefühlt, wenn es um Charlie ging. Sein Jüngster hatte sich immer mehr an Margaret geklammert, als er noch klein war, und selbst als Teenager – als Don so viel Zeit wie möglich außerhalb des Hauses verbrachte – hatte er an seiner Mutter gehangen.

Alan schob die Schuld daran Charlies Genie zu. Sein Jüngster hatte immer Probleme damit gehabt, sich anzupassen und Freunde zu finden.

Meistens deshalb, weil die Menschen um ihn herum so viel älter waren als er. Die Zeit, die Margaret mit Charlie in Princeton verbrachte, fehlte Alan und es war wohl zu dem Zeitpunkt gewesen, dass die Bindung zu Charlie gelitten hatte.

Und obwohl Charlie und er inzwischen kaum besser miteinander auskommen konnten, war er noch immer unsicher, wenn Charlie ein Problem hatte oder sich nicht gut fühlte.

“Dad“, sagte Charlie leise.

Alan blickte von seinem Kreuzworträtsel auf. “Hallo. Wieder wach?“, fragte er.

Charlie war – völlig erschöpft von den Testreihen am Morgen – vor einer halben Stunde eingeschlafen.

“Ist Don wieder weg?“, fragte Charlie.

Alan nickte und Charlie biss sich auf die Unterlippe und drehte den Kopf weg. Alan sah einen Anflug von Trauer auf Charlies Gesicht, ehe er sich abwandte und runzelte die Stirn. “Was ist los?“

Charlie schüttelte den Kopf. “Nichts.“

In solchen Momenten wünschte Alan sich Margaret mehr denn je zurück. Charlie hatte sich ihr immer geöffnet.

Er schloss die Augen. “Ich will etwas schlafen.“

“Okay“, antwortete Alan. Er nahm Charlies Hand.

“Dad?“, fragte Charlie leise.

“Hm?“, antwortete Alan.

“Wie lange dauert es noch?“

Alan strich mit dem Daumen über Charlies Augenbraue und fragte leise: “Bis was passiert?“

Charlie antwortete nicht. Er schlief.

***

David seufzte und drehte sich von seinem Schreibtisch zu Colby um. “Du solltest das nicht so ernst nehmen.“

Colby drehte sich zu David, sodass sie einander anblicken konnten, und lehnte sich vor. “Hitchcock macht schon den ganzen Fall nichts anderes, als Charlie entweder zu kritisieren oder sich über ihn lustig zu machen. Teilweise sogar in seinem Beisein. Ich finde das nicht gut.“

“Mir gefällt das auch nicht“, antwortete David und hob abwehrend die Hände, “Aber es gibt nicht viel, was wir dagegen machen können, Colby.“ Er drehte sich wieder zu seinem Computer um. “Außerdem … muss ich dich an dein Verhalten erinnern, als du im Team angefangen hast?“

“Ich war nie so“, bestritt Colby. David blickte über seine Schulter zu ihm und hob skeptisch die Augenbrauen. Colby senkte den Blick und drehte sich zu seinem Schreibtisch zurück. Es stimmte, dass er zu Beginn nicht geglaubt hatte, dass Charlie ihnen irgendwie helfen konnte. Aber er hatte sich geändert.

Und ihn störte der Gedanke, dass jemand Charlie nicht für voll nahm. Er war nicht nur ein Mitglied des Teams, sondern auch ein Freund von Colby – jemand, in dessen Haus sie gemeinsam gegessen hatten, mit dem sie Basketball spielten und der im Feld unter Colbys Schutz gestanden hatte, wann immer es Don nicht möglich gewesen war, nach ihm zu sehen.

Colby warf einen finsteren Blick quer durch das Büro zu Hitchcocks Schreibtisch. Niemand redete schlecht über Charlie. Nicht, solange Colby im Raum war.

***

Amita rieb sich die Stirn und blickte zu Larry auf, der sich auf Charlies Laptop konzentrierte. Alan hatte inzwischen angerufen und Bescheid gegeben, dass die Tests beendet waren und Charlie nach etwas Schlaf bald für Besuch bereit sei. Don, Larry und sie hatten sich dazu entschieden, gemeinsam aufzubrechen, sobald Don von einer Besprechung mit dem AD zurück wäre.

Amita merkte erst, dass Larry sie fragend ansah, als er sich räusperte. Sie winkte ab und konzentrierte sich wieder auf Charlies handschriftliche Aufzeichnungen, aber Larry musste gesehen haben, dass sie etwas beschäftigte, denn er fragte: “Wo liegt das Problem?“

“Problem?“ Amita schüttelte den Kopf. “Kein Problem.“ Sie setzte ein Lächeln auf.

“Ich kann sehen, dass dich etwas beschäftigt“, antwortete Larry.

Amita seufzte tief, dann sagte sie leise: “Ich finde es merkwürdig.“

“Was genau?“, fragte Larry.

“Der Unfall.“ Amita lehnte sich vor, als wolle sie Larry ein Geheimnis verraten. “Ich kenne die Straße, die Charlie benutzt hat. Sie ist breit. Charlie wurde auf der rechten Spur angefahren.“

Sie blickte Larry bedeutungsschwer an und der faltete die Hände.

“Ursache und Wirkung passen nicht zusammen, denkst du?“

“Er wurde auf der rechen Spur angefahren“, wiederholte Amita, “Wieso wurde er abseits der linken Spur gefunden?“

***

Don verließ den Fahrstuhl auf der neurologischen Station mit Larry und Amita im Schlepptau und runzelte die Stirn. “Den Unfallbericht? Wieso wollt ihr den Unfallbericht?“

“Ursache und Wirkung“, antwortete Larry und angesichts der kryptischen Antwort führte Amita aus: “Etwas stimmt da nicht, Don. Wir wollen nur etwas überprüfen.“

Er blickte sie fragend von der Seite an, ehe er weiter nach der richtigen Zimmernummer suchte.

“Wir wollen nur ein paar Zahlen durchgehen.“

Er zuckte mit den Schultern. “Sicher. Ich besorge euch den Bericht gleich morgen früh.“

“Danke“, antwortete Amita.

“Und ihr seid sicher, dass Charlie den dreckigen Cops nicht auf die Spur gekommen ist?“, fragte Don und blieb vor Charlies Zimmer stehen.

Amita schüttelte den Kopf. “Er ist vor Wände gelaufen. Seine Berechnungen sind etwas konfus.“

Larry erklärte: “Es ist beinahe so, als ob er sich nicht sicher ist, ob die Daten korrekt waren, die ihm zur Verfügung standen. Er hat keine Ergebnisse gefunden.“

“Aber ihr könnt seine Berechnungen fortsetzen?“

“Wenn wir mit ihm darüber gesprochen haben, wo das Problem lag, sicher“, antwortete Amita, “Wenn er es nicht sogar selbst kann.“

Don schüttelte entschieden den Kopf. “Er braucht Ruhe. Doktor Cummings hat strikt verboten, dass er sich in den nächsten Tagen mit höheren mathematischen Problemen auseinandersetzt. Außerdem bekommt er noch immer Schmerzmittel. Seine Konzentration leidet sicher darunter und die Berechnungen wären eher frustrierend als sonst etwas. Aber ihr könnt ihn bestimmt fragen, vor welche Wände er gelaufen ist.“ Damit öffnete er die Tür zu dem Krankenzimmer und trat ein.

Er sah sofort, dass Charlie wach war, als sein Bruder den Kopf drehte und ihn anblickte. Seine Augen waren müde und dunkle Ringe lagen unter ihnen, aber sie leuchteten freudig auf, als er ihn sah. “Don“, murmelte er, “du bist wieder da.“

Don nickte, etwas verwirrt. “Sicher“, antwortete er und trat zur Seite, um Larry und Amita zu zeigen, “Und ich habe Besuch mitgebracht.“

“Larry“, lächelte Charlie, ehe er Amita anblickte, “Hi.“

Sie lächelte. “Hey! Gut zu sehen, dass du wach bist.“

Er nickte zögerlich und Verwirrung trat in seine Augen. “Uh … danke.“ Er blickte auf seine Bettdecke und Amita verschränkte die Arme. Sie und Charlie hatten seit dem missglückten Date vor ein paar Tagen nur beruflich miteinander gesprochen. Sie waren beide enttäuscht von dem Abend gewesen und im Moment schien es so, als würde Charlie sich vor ihr zurückziehen. Amita hatte die Befürchtung, dass er ihre private Bindung ignorieren wollte. Sie wusste aus eigener Erfahrung, dass Charlie Schwierigkeiten mit sozialen Kontakten hatte. Er war schnell verunsichert und zog sich zurück, wann immer das geschah.

Charlie fuhr mit den Fingern das Streifenmuster auf der Bettdecke nach und meinte in die entstandene Stille hinein: “Dad … ich …“

Don hatte das Gefühl, er wäre geohrfeigt worden, als Charlie leise fragte: “Wann kommt endlich Mom?“

Kapitel 5
Verbindungen Masterlist