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Der Faden der Ariadne – 11/15

Worte: ~ 30.000
Inhalt: Nach einem Unfall im Archiv landen die Torchwood-Agenten Jack und Gwen in einer alternativen Dimension, wo sie unerwartet auf die Warehouse 13-Agenten Artie und Claudia treffen, die ebenfalls dort gestrandet sind. Um sie zu retten, müssen die Organisationen zusammenarbeiten: Ianto und Rhys fliegen nach South Dakota, während die Gestrandeten sich einem tödlichen Feind gegenüber sehen.
Charaktere: Jack Harkness, Gwen Cooper, Claudia Donovan, Arthur Nielsen, Ianto Jones, Steve Jinks, Rhys Williams, Myka Bering, Pete Lattimer, Leena, Mrs. Frederick, Trailer, OCs
Pairing: Jack/Ianto, Gwen/Rhys, Pete/Kelly Hernandez (angedeutet), Artie/Vanessa Calder (angedeutet)
Rating: PG-13
Spoiler: Die Braut, die vor nichts graut, Wundmale / Doctor Who: The Sound Of Drums
Setting: nach Wundmale
Crossover: Warehouse 13
Crossover-Setting: nach Lovesick
Crossover-Spoilers: Spielt in der dritten Staffel von Warehouse 13, also sind Charakter-Spoiler selbstverständlich! Aber ich verrate nichts über den wirklich spannenden Handlungsbogen. :)
Warnungen: Erwähnung von Canon Character Death
Beinhaltet: Canon Slash
Anmerkungen: Das hier ist das Produkt eines Traumes. Und dann dachte ich, dass die beiden Serien gut zusammenpassen würden. Also passierte das hier.
Beta: larsinger29 und EmrysofWriting, danke. :)
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und Warehouse 13 und die in ihnen vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.


Kapitel 10
Der Faden der Ariadne Masterlist

***
***


11.



Steves Handy piepste und durchbrach die Stille, die im Warehouse-Büro geherrscht hatte, während sie zusammen am runden Tisch saßen und zu Mittag aßen. Myka war etwas besorgt um Ianto, der nur äußerst widerwillig aß. Er schien tief in Gedanken versunken, als ob er darüber nachdachte, was er als nächstes tun sollte. Rhys auf der anderen Seite schien vollkommen entmutigt. Myka konnte sich denken, wieso. Sie war auch nicht mehr so selbstsicher wie noch zu Beginn des Falls. Arties Beitrag fehlte ihr und sie konnte nicht anders, als sich um ihn und Claudia zu sorgen. Zum Beispiel darüber, ob sie auch etwas zu essen bekamen.

Steves Handy piepste wieder.

Myka blickte zu ihm auf und runzelte die Stirn. Steve war für gewöhnlich nicht jemand, der während der Arbeit SMS bekam … oder überhaupt. Manchmal fragte sie sich, ob er eigentlich Freunde zurückgelassen hatte, als er dem Warehouse-Team beigetreten war. Sie war selbst nicht die sozialste Person, aber sogar sie schaffte es, mit alten Kollegen des Secret Service in Kontakt zu bleiben.

Pete warf Steve einen amüsierten Blick zu, als er bemerkte, dass er sein Handy resolute ignorierte. ”Was ist los? Streit mit deinem Lover?”

”Entschuldigt”, antwortete Steve und schüttelte den Kopf. ”Wahrscheinlich meine Mutter.” Er fuhr fort, das Handy zu ignorieren.

Pete hob eine Augenbraue. ”Ich habe das Gefühl, da steckt ein Familienstreit dahinter.” Er grinste. ”Lass mich mit ihr reden. Mütter lieben mich. Das Problem löse ich für dich innerhalb von Minuten.”

Steve war nicht der einzige, der Pete verärgert anstarrte. Myka schenkt ihm ebenfalls einen warnenden Blick. Sie wusste, wie schwer die Beziehung zu den Eltern sein konnte. Sie hatte viele Probleme mit ihrem Vater, obwohl die meisten sich inzwischen gelöst hatten.

Pete hob abwehrend die Hände. ”Oder ich könnte mich um meinen eigenen Kram kümmern”, murmelte er in seine Pizza.

Das Handy piepste wieder.

Steve seufzte, nun ebenfalls genervt. ”Ich schalte es aus.” Er holte es aus seiner Tasche und erstarrte, als er auf das Display blickte. ”Es ist nicht meine Mutter. Es ist der GEA.”

”Der was?”, fragte Rhys.

“Ja”, wiederholte Pete, “der was?”

”Der Gesichtserkennungs-Alarm. Das System warnt uns nachts vor Einbrechern”, antwortete Myka und runzelte die Stirn in Petes Richtung. ”Es steht auf Seite 20 des Handbuchs, Pete. Ernsthaft … drei Jahre und du hast es noch nicht mal auf Seite 20 geschafft?”

”Wie ich schon sagte: Ich warte auf die Verfilmung”, antwortete Pete. Steve sah Myka alarmiert an. ”Claudia hat der Software ein Update verpasst. Sie läuft nun den ganzen Tag und nicht nur nachts. Im Moment befindet sie sich allerdings noch in der Testphase und nur sie und ich bekommen die SMS.” Er checkte seine Nachrichten. ”In der letzten Stunde gab es zehn Alarme. Aber niemand von uns war während der Zeit dort unten.”

Ianto lehnte sich vor und seine blauen Augen weiteten sich aufgeregt, obwohl sein Gesicht nichts von dieser Aufregung zeigte. ”Was bedeutet das?”

Myka antwortete: ”Das bedeutet, dass wir nicht allein sind.”

Pete starrte sie ungläubig an. ”Hat Mrs. Frederick dir beigebracht, wie man besonders gruselig klingt?”

”Das sollten wir uns ansehen”, unterbrach Leena ihn.

Steve schüttelte den Kopf. ”Was auch immer es ist, es bewegt sich. Wir können nicht vorhersagen, wo es als nächstes auftauchen wird. Wir wissen nur, wo es zuletzt war. Wenn wir dort ankommen, ist es schon weg.”

Einen Moment lang waren sie alle still und dachten darüber nach, dann sagte Pete plötzlich: ”Hey, hey, hey! Ich habe eine Idee.”

Alle sahen ihn an.

Pete grinste wie ein Verrückter und schien ehrlich überrascht. ”Ernsthaft?”, fragte er und sah Myka, Steve und Leena an. ”Bin ich der einzige Warehouse-Agent, der an das Durationale Spektrometer denkt?”

Myka seufzte und biss sich auf die Lippe. Großartig, er würde sie nie vergessen lassen, dass er eine Idee gehabt hatte, während sie leer ausgegangen war ...

***

Das Durationale Spektrometer machte es ihnen möglich, zu sehen, was sich in dem kleinen Gang am Rande des Warehouse abgespielt hatte. Pete brauchte eine Weile, um den kurzen Moment abzupassen, in dem sie Claudia und Gwen sehen konnten. Sie tauchten aus dem nichts auf. Gwen winkte wild und Claudia sagte etwas, aber sie konnten sie nicht hören. Die Erleichterung bei ihnen allen war dennoch spürbar, bis die beiden Frauen wieder verschwanden.

Rhys war froh, Gwen unverletzt und entschlossen zu sehen, aber er bemerkte auch, wie müde ihre Augen waren. ”Warum können wir sie nicht hören?”, fragte er.

Myka verschränkte die Arme. ”Es zeigt nur Bilder, es zeichnet keinen Ton auf.”

Pete spulte das Bild zurück und spielte es wieder ab, starrte die beiden Frauen konzentriert an. Er achtete dabei besonders auf Claudia und flüsterte vor sich hin.

”Was sagt sie?”, wollte Rhys wissen.

Sie verschwanden wieder.

”Pete?”, fragte Myka.

”Ich muss es mir nochmal ansehen.” Er spulte die Bilder wieder zurück und trat näher, vollkommen auf Claudia konzentriert, dann schaltete er das Spektrometer aus. ”'Jack sagt, dass wir in der Hölle sind und dass Ianto weiß, was zu tun ist. Streichhölzer.'”

”Das hat sie gesagt?”, fragte Myka und sah zu Ianto, der sich abrupt abwandte und mit der Hand durch die Haare fuhr.

Pete nickte.

Rhys war beeindruckt. ”Du kannst Lippenlesen.”

”Meine Schwester ist taub, es ist nützlich”, sagte Pete mit einem Schulterzucken, ”und es sieht gut im Lebenslauf aus.”

”Also”, sagte Steve und wandte sich zu Ianto um, ”weißt du, was du tun musst?”

Ianto drehte sich zu ihnen herum und dann, zu Rhys’ Erleichterung, nickte er. ”Aber ich brauche ein paar Dinge.”

Myka trat näher an ihn heran. ”Was auch immer du brauchst, wir besorgen es dir.”

”Einen Computer, eine stabile Internetverbindung …” Ianto zögerte einen Moment, verzog das Gesicht, dann fügte er hinzu: ”Und einen Anruf.”

***

Was Ianto mit dem Programm, das er vom Torchwood-Server heruntergeladen hatte, tat, sah für Myka sehr kompliziert aus. Sie tauschte beeindruckte Blicke mit Leena, während Pete auf den Bildschirm starrte, als würde er genau wissen, was Ianto da machte. Rhys und Steve waren schon vor einer Weile gegangen, um etwas abzuholen, das Ianto später erklären wollte. Der Anruf, um den er gebeten hatte, hatte eine halbe Stunde gedauert und einen frustrierten Gesichtsausdruck hinterlassen. Myka wusste nur, dass er mit jemandem vom Militär gesprochen haben musste, denn der Rang 'Colonel‘ war mehrmals gefallen. Ianto hatte schließlich entnervt aufgelegt und ihnen mitgeteilt, dass er Erfolg gehabt hatte, bevor er Steve und Rhys losschickte.

Nun seufzte er tief und lehnte sich in seinem Stuhl zurück, der protestierend quietschte. “Okay, alles ist online.”

Pete verschränkte die Arme. ”Also, was passiert als nächstes?”

”Wir müssen warten. Ich habe die Partikelsignatur im System gespeichert und sobald sich ein weiterer Riss öffnet, wird das System ihn lokalisieren. Dann können wir den Riss stabilisieren und sie können zurückkommen.”

Myka nickte verstehend. ”Okay, aber wie stabilisieren wir ihn? Ich glaube nicht, dass die Computer das händeln können.“

Ianto lächelte. ”Deshalb brauchte ich den Anruf. Rhys und Steve holen gerade ab, was wir brauchen.”

***

Der Offizier, der aus dem schwarzen Wagen stieg, war riesig, durchtrainiert und hatte ein strenges Gesicht. Das dunkle, kurze Haar schaute unter der roten Mütze hervor und die grüne Uniform zeigte mehrere Streifen auf der Schulter und viele Orden. Er ließ seinen Blick über die karge Landschaft streifen und dann die staubige Parkbucht, bei der sie das Treffen verabredet hatten. Eine dunkle Augenbraue hob sich skeptisch in Steves und Rhys‘ Richtung, während ein ebenso schwarzer Kleintransporter hinter dem Wagen parkte und ein Soldat in Tarnuniform aus dem Führerhaus sprang. Steve schämte sich beinahe etwas für sein eigenes, kleines rotes Auto und musste zugeben, dass er etwas eingeschüchtert war. Laut Rhys war UNIT eine militärische Organisation, die sich um Angelegenheiten kümmerte, die mit Aliens zusammenhingen. Sie waren bestens ausgebildet, nicht zu Scherzen aufgelegt – und Jack Harkness mochte sie nicht.

Der Offizier kam zu Rhys und Steve. Seine dunklen, stechenden Augen starrten sie an, als wäre er nicht sicher, dass sie tatsächlich diejenigen waren, die UNITs Hilfe in Anspruch nehmen wollten. Sein Namensschild verkündete Colonel Julian Preston. ”Torchwood?”

”Ja”, sagte Rhys und straffte die Schultern. ”Ich bin Torchwood-Agent. Ich bin ...” Er zögerte und beendete den Satz lahm: ”Ianto Jones schickt uns.”

”Was macht Torchwood hier?”, fragte Preston misstrauisch. ”Amerika fällt unter UNITs Verantwortung.”

”Nun … das ist geheim”, antwortete Rhys.

Prestons Augen verengten sich. ”Wir haben kein Problem damit, mit Ihnen zu kooperieren und unsere Forschungsobjekte mit Ihnen zu teilen, aber ich brauche etwas mehr als nur ‘es ist geheim’.”

Steve dachte, dass er einen Versuch wagen und seinen eigenen Charme spielen lassen sollte. Er holt seinen Ausweis aus seiner Jeanstasche. ”Agent Jinks, ATF.”

Prestons Aufmerksamkeit wanderte zu ihm. ”ATF?”

”Ja, Torchwood arbeitet mit uns an einer sehr geheimen Mission, die die nationale Sicherheit betrifft.” Steve spürte, wie sein Herz laut gegen seinen Brustkorb schlug und verfluchte die Tatsache, dass er für jemanden, der so gut darin war, eine Lüge zu erkennen, selbst so schlecht log.

Preston starrte Rhys an, als ob er nicht glauben könnte, dass ein so harmlos erscheinender Mann in diese Situation verwickelt sein könnte. ”Nationale Sicherheit?”

Bevor Steve sich eine weitere miserable Lüge ausdenken konnte, übernahm Rhys das Wort. ”Nun, es ist eher ...” Er hielt inne und fragte dann leise: ”Kann ich auf Ihre Geheimhaltung vertrauen?”

Preston nickte. Steve war neugierig. Er hatte keine Ahnung, worauf Rhys hinaus wollte. Er hoffte nur, dass er über das Warehouse schweigen würde. So sehr auch alle drei Organisationen in geheime Angelegenheiten verstrickt waren, Steve war sich nicht sicher, ob UNIT vom Warehouse wusste.

Rhys sagte: ”Okay, unter uns: Captain Harkness hat sich in Schwierigkeiten gebracht und wir wollen ihm nur helfen.”

Preston starrte in an und dann lachte er plötzlich. ”Nun, das glaube ich gerne.” Er blickte über seine Schulter zurück und nickte dem Soldaten zu, der neben dem Van stand. Der Soldat salutierte und verließ seinen Posten, um in das Auto zu steigen, in dem Preston angekommen war. Steve nahm an, dass das bedeutete, dass sie den Wagen mit dem Gerät bekamen. Preston bestätigte seine Annahme nur eine Sekunde später. ”Das hier ist nur eine Leihgabe. Wir wollen es zurück, bevor Sie das Land verlassen.”

”Kein Problem”, erwiderte Rhys und lächelte. ”Wir melden uns.”

”Sagen Sie Captain Harkness, er soll mich anrufen – Julian aus Toronto”, sagte Preston und fügte mit einem sehnsüchtigen Lächeln hinzu: ”Er hat das schon vor fünf Jahren versprochen, aber nichts ist bisher passiert.”

Damit stieg er in sein Auto und fuhr davon.

Steve und Rhys sahen ihm nach, bis das Auto nur noch ein kleiner Punkt weit weg auf der schnurgeraden Straße war, die sich durch die Badlands schnitt. Schließlich nickte Rhys. ”Typisch.”

Neugierig ging Steve zum Van und öffnete die Türen. Die Sonne erleuchtete das Innere und zeigte ihnen eine große, rechteckige, hölzerne Kiste, die beinahe nicht in den Innenraum passte. Schwarze, dicke Buchstaben darauf verkündeten UNIT USA, Objekt 0935. Steve runzelte die Stirn. Als Rhys neben ihm stehenblieb, um ebenfalls in den Van zu sehen, fragte er: ”Also, was haben wir hier?”

”UNIT hat es aus Alien-Technologie gebaut”, antwortete Rhys. Steve hob eine Augenbraue, skeptisch. Rhys zuckte mit den Schultern. ”Ernsthaft”, sagte er. ”Ianto meint, es sei größtenteils sontaranisch. Die versuchen ständig, die Erde zu übernehmen.” Er nickte ernst, als ob er alles über jede Alien-Invasion wüsste, die je stattgefunden hatte.

”Okay”, sagte Steve und schlug die Türen zu. ”Dann bringen wir es mal ins Warehouse.”



Kapitel 12
Der Faden der Ariadne Masterlist