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Der Faden der Ariadne – 13/15

Worte: ~ 30.000
Inhalt: Nach einem Unfall im Archiv landen die Torchwood-Agenten Jack und Gwen in einer alternativen Dimension, wo sie unerwartet auf die Warehouse 13-Agenten Artie und Claudia treffen, die ebenfalls dort gestrandet sind. Um sie zu retten, müssen die Organisationen zusammenarbeiten: Ianto und Rhys fliegen nach South Dakota, während die Gestrandeten sich einem tödlichen Feind gegenüber sehen.
Charaktere: Jack Harkness, Gwen Cooper, Claudia Donovan, Arthur Nielsen, Ianto Jones, Steve Jinks, Rhys Williams, Myka Bering, Pete Lattimer, Leena, Mrs. Frederick, Trailer, OCs
Pairing: Jack/Ianto, Gwen/Rhys, Pete/Kelly Hernandez (angedeutet), Artie/Vanessa Calder (angedeutet)
Rating: PG-13
Spoiler: Die Braut, die vor nichts graut, Wundmale / Doctor Who: The Sound Of Drums
Setting: nach Wundmale
Crossover: Warehouse 13
Crossover-Setting: nach Lovesick
Crossover-Spoilers: Spielt in der dritten Staffel von Warehouse 13, also sind Charakter-Spoiler selbstverständlich! Aber ich verrate nichts über den wirklich spannenden Handlungsbogen. :)
Warnungen: Erwähnung von Canon Character Death
Beinhaltet: Canon Slash
Anmerkungen: Das hier ist das Produkt eines Traumes. Und dann dachte ich, dass die beiden Serien gut zusammenpassen würden. Also passierte das hier.
Beta: larsinger29 und EmrysofWriting, danke. :)
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und Warehouse 13 und die in ihnen vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.


Kapitel 12
Der Faden der Ariadne Masterlist

***
***


13.



Jack rannte den Gang hinunter zum Büro. Artie war direkt hinter ihm und trotz seiner Erschöpfung gelang es ihm, Schritt zu halten. Natürlich hatte der Minotaurus sie beide für seine Jagd ausgewählt. Er rannte hinter ihnen her, laut brüllend, seine Schritte ein regelmäßiges Stampfen auf dem Boden. Doch der Abstand zwischen dem Wesen und den Männern war noch groß genug, also glaubte Jack, dass sie es schaffen würden. Sie erreichten das Ende des Ganges, stolperten auf den offenen Platz unter dem Balkon und dort war es. Wie ein Bild, das mitten in der Luft hing, zeigte es das Warehouse so, wie Artie und Claudia es beschrieben hatten. Er sah eine Bewegung auf der anderen Seite – eine brünette Frau mit langen Haaren, die sich hinter einer Barrikade aus Holzkisten versteckte. Jack dachte, dass die Verteidigungslinie etwas lächerlich angesichts des Gegners wirkte, aber auf der anderen Seite wussten die anderen nicht, gegen was sie antraten. Er schob Artie vorwärts, auf das Portal zu und stieß ihn hindurch.

Gwen und Claudia wählten diesen Moment, um aus der anderen Richtung angerannt zu kommen. Der Minotaurus kam näher. Jack zog seine Webley. ”Rennt weiter, schnell! Ich komme gleich nach.”

Gwen blickte ihn erschrocken an. ”Was hast du vor?”

”Ich teste eine Theorie.” Er wandte sich ab und ließ Gwen und Claudia selbst ihren Weg auf die andere Seite finden. Stattdessen starrte er den Minotaurus entschlossen an, der auf ihn zu rannte, die Klaue drohend erhoben. Jack schrie: ”Stopp!”

Zu seiner Überraschung gehorchte der Minotaurus und zögerte.

Jack nutzte das für sich. ”Wir können dir helfen, aber du musst aufhören.” Jack starrte dem Minotaurus direkt in die dunklen Augen und darin lag etwas, dass er nur zu gut kannte. ”Du bist seit zu langer Zeit ein Gefangener hier, nicht wahr? Es wird Zeit, dass du entkommen kannst, aber das kann ich nicht zulassen, wenn du so gefährlich bist.”

Der Minotaurus starrte ihn an und Jack fragte sich, wo er herkam. Er erinnerte ihn an Abaddon und andere Kreaturen, von denen er gehört hatte. Kreaturen, die Teil der Legende und wahren Geschichten von Kulturen des ganzen Universums waren. Doch etwas hatten sie alle gemein: Diese Kreaturen waren Gefangene, angekettet an die Kerne von Planeten, in den Riss zwischen Raum und Zeit verbannt. Zu Monstern degradiert. Aber wenn es etwas gab, was er gelernt hatte, dann, dass es kaum ein Wesen dort draußen gab, das keine verwundbare Seite hatte, das nicht irgendeine Form von Mitgefühl empfinden konnte.

Er versuchte ein zögerndes Lächeln. ”Glaub mir, ich weiß, wie sich das anfühlt”, sagte er. ”Angekettet zu sein, allein, für lange Zeit. Noch länger lebendig begraben zu sein. Ich weiß, wie das ist.”

Der Minotaurus sah ihn an. Sein Bullengesicht war nachdenklich, die Augen traurig.

Jack trat näher. ”Die Frage lautet nur, ob man dir noch helfen kann”, flüsterte er.

Einen langen Moment lang bewegte sich keiner von ihnen, dann verengten sich die Augen des Minotaurus und er hob erneut seine Klaue. In seinen Augen lag etwas tödliches und wildes, als er zuschlug. Jack schaffte es geradeso, sich wegzuducken und wich zum Portal zurück … prallte gegen eine weitere Person. Er fuhr herum und packte Claudias Arme um sie auf den Beinen zu halten. ”Was machst du noch hier?”, fragte er schockiert.

”Ich … Jack!”, schrie sie. Er sah es aus dem Augenwinkel und packte Claudia, stieß sie aus dem Weg. Die Klaue erwischte ihn in der Brust und das war das letzte, was er fühlte, bevor er starb.

***

“Artie!”, rief Pete erleichtert, als er durch das Portal stolperte. Er winkte ihn zu sich und Artie rannte hinter ihre Deckung aus Holzkisten. Pete war froh, dass er unverletzt zu sein schien. Er wirkte lediglich müde.

Myka war etwas enthusiastischer und umarmte ihn rasch. ”Bist du okay?”, fragte sie.

”Ich bin okay.”

Leena umarmte ihn ebenfalls. “Gut.”

Steve nickte ihm zu, bevor er sich wieder auf das Portal konzentrierte, genau wie Rhys, der etwas vor sich hinmurmelte, das klang wie “komm schon, komm schon”. Pete wandte sich auch wieder dem Portal zu. Er konnte nur einen Bruchteil dessen sehen, was auf der anderen Seite vorging: Ein Mann in einem blauen Mantel stand nur ein paar Schritte vom Portal entfernt und winkte fieberhaft. Dann tauchten eine Frau und Claudia auf. Die Frau rannte sofort durch das Portal und Rhys richtete sich auf.

Sie flog regelrecht in seine Arme und sie duckten sich wieder, noch immer einander erleichtert festhaltend. Aber die Frau – Gwen, erinnerte Pete sich – löste sich bald und sah besorgt zum Portal. ”Wo ist Claudia?”

Beunruhigt antwortete Steve: ”Sie ist nicht durch gekommen.” Pete folgte seinem verwirrten Blick und sah Claudia mit dem Rücken zum Portal stehen und etwas beobachten, was sie nicht sehen konnten. Der Mann mit dem Mantel war nicht mehr zu sehen.

Artie stand abrupt auf. ”Worauf zum Teufel wartet sie?”

Pete realisierte, was er tun würde und packte seine Strickjacke. ”Hey! Nicht.”

Doch Steve stand ebenfalls auf. ”Warum ist sie noch nicht hier?”

Er wollte zum Portal rennen, aber Rhys schaffte es, seinen Arm zu erreichen und zog ihn zurück hinter die Kisten. ”Was machst du denn?”

”Ich hole sie.”

Gwen schüttelte den Kopf. ”Du weißt doch gar nicht, ob das Portal nur in eine Richtung führt und auf der anderen Seite wartet ein Minotaurus. Du kannst nicht dorthin.”

Und dann, plötzlich – während Pete noch versuchte, sich daran zu erinnern, was genau ein Minotaurus war – passierte dieser das Portal und stand direkt vor ihnen. Er war groß genug, um beinahe an die hohe Decke des Warehouse zu stoßen, sein Körper war der eines Mannes, aber der Kopf … der eines Ochsen … und er starrte sie direkt an.

”Oh, scheiße!”, sagte Pete. Er griff nach seinem Tesla, aber die kleine Betäubungswaffe erschien ihm im Angesicht von etwas so Großem recht nutzlos.

”Verdammt”, fügte Rhys hinzu.

Pete sah sich um, aber es gab kein Artefakt in der Nähe, dass es mit einem großen Monster aufnehme könnte. Er warf Artie einen bösen Blick zu. ”Du bestehst darauf, nur harmlose Artefakte in der Nähe des Büros aufzubewahren. Siehst du, was uns das bringt?”

”Ja”, erwiderte Artie verärgert, ”ich hätte wirklich damit rechnen sollen, dass ein Minotaurus im Warehouse auftaucht!”

Er trat auf die Gruppe zu und Pete wollte gerade vorschlagen, wegzulaufen, als ein lauter Knall zu hören war und der Minotaurus zusammenzuckte. Er wandte sich um. Aus einer großen Wunde in seinem Hinterkopf lief Blut. Er gab ein grollendes Stöhnen von sich, während er Ianto auf dem Balkon anstarrte, der eine lächerlich große Waffe und einen zum Tode entschlossenen Gesichtsausdruck trug. Er schoss erneut und der Minotaurus brach zusammen, direkt auf das Portal. Das Geräusch von sich verbiegendem Metall ließ keinen Zweifel daran, dass dieses den Zusammenstoß nicht überlebt hatte und das Warehouse verlor für einen Moment Elektrizität, doch dann flackerten die Lichter wieder zurück ins Leben.

Einen Moment lang waren sie alle still.

Dann fragte Steve atemlos: ”Hat jemand Claudia gesehen?”

Gwen flüsterte: ”Sie sind noch dort drüben.”

Rhys legte einen Arm um sie. ”Gott, das hoffe ich.”

Pete hoffte das auch, denn der einzige Ort, an dem die beiden sonst sein konnten, war unter dem schweren Körper des Minotaurus.

Die fassungslose Stille wurde von Iantos raschen Schritten auf der Treppe und Arties wütender Stimme unterbrochen. ”Was haben Sie getan?”

”Er wollte angreifen”, antwortete Ianto.

”Aber Claudia ist dort noch immer gefangen!”

”Wir werden einen anderen Weg finden.” Ianto zog am Gurt der Waffe, sodass sie auf seinem Rücken hing. Sie wirkte noch immer zu groß für einen Menschen. Vielleicht war sie nicht mal für einen konzipiert worden.

”Wie können Sie es wagen-”

Artie wurde von Gwen unterbrochen, die ihre Hand auf seine Schulter legte. ”Er hat Recht. Er hätte uns getötet.”

Arte starrte sie an. ”Und Claudia?”

”Er sagte, dass wir einen anderen Wegfinden und das werden wir. Das Gute ist, dass der Minotaurus dort nun keine Gefahr mehr ist. Das eröffnet ihnen neue Möglichkeiten.”

Ianto warf Gwen einen dankbaren Blick zu und sie zog ihn in eine feste Umarmung.

Leise fragte er: ”Jack hat versucht, ihn aufzuhalten?”

”Du kennst doch Jack”, antwortete Gwen lächelnd.

Rhys tätschelte Iantos Schulter. ”Wir holen ihn zurück.”

Artie wandte sich Myka zu. ”Wer ist dieser Idiot?”

Bevor Myka antworten konnte, sagte Steve: ”Das ist Jacks Liebhaber. Er hätte nicht geschossen, wenn es einen anderen Weg gegeben hätte. Er hatte Recht. Das Ding wollte uns angreifen.” Sie sahen zum Torchwood-Team. Gwen umarmte Ianto wieder und küsste seine Wange. Ianto wandte sich ab und starrte auf die Teile des zerstörten Geräts, die den Boden bedeckten. Er hockte sich hin und faltete die Hände, lehnte seine Stirn darauf. Er war am Boden zerstört, realisierte Pete. Er hätte wirklich nicht geschossen, wenn er einen anderen Weg gesehen hätte. Artie schien das ebenfalls zu merken, denn er wandte sich ab und rieb sich über den Bart. Wahrscheinlich überlegte er sich bereits einen Ersatzplan.

Ianto richtete sich auf und trat gegen eines der Teile. Es glitt über den Boden und blieb in Leenas Nähe liegen. Sie saß neben dem Kopf des Minotaurus und ihre Hand streichelte vorsichtig durch das dicke, dunkle Haar seines Bullengesichts. Pete runzelte die Stirn und trat zu ihr. Er legte eine Hand auf ihre Schulter. ”Alles okay?”, fragte er.

Leena sah zu ihm auf. In ihren grünen Augen hatten sich Tränen gesammelt. ”Seine Aura”, flüsterte sie. ”Er war so gequält und einsam, dass seine Aura …” Sie brach ab und trat mit einem Schluchzen näher an Pete heran. Er zog sie in seine Arme, seine Finger verfingen sich in ihren dunklen Locken. ”Es war die traurigste Aura, die ich je gesehen habe”, flüsterte Leena. ”Und dann, als Ianto ihn erschossen hat, war er … glücklich.”

Pete starrte den Minotaurus an. ”Du denkst, er hat uns absichtlich angegriffen, damit wir ihn töten?”

”Ich glaube, dass er weitergemacht hätte, bis es irgendjemand schafft.”



Kapitel 14
Der Faden der Ariadne Masterlist

Comments

( 2 comments — Leave a comment )
pechfeder
May. 6th, 2013 05:57 pm (UTC)
Hei, eigentlich wollte ich erst später in jedem Kapitel einen Kommi hinterlassen - kennst mich ja nun schon gut genug ;P - aber nun halte ich es doch nicht mehr länger aus...

Ich mag die Geschichte erstaunlicherweise sehr gern. Erstaunlicherweise deswegen, weil ich zu Warehouse 13 noch keinen Bezug habe. Ich weiß, du hattest es mir schon mal empfohlen aber ich komme derzeit nicht dazu, etwas neues zu schauen.

Du hast den Charakteren aber wie üblich so viel Tiefe eingehaucht, dass ich sie mir vorstellen kann, ohne die Serie zu kennen. Den Aufbau des Warehouse und natürlich wie die Charaktere zueinander stehen.

Mir tut die arme Socke leid, die Iantos gesammelte negative Erinnerungen abbekommen hat. Danach wäre wohl jeder zum Wrack geworden. Wobei mir hier die tolle Idee kam: was wäre, wenn Steve auch die Erinnerungen gesehen hat, die Ianto nach Shroutet selbst wieder gelöscht hat. Also das Wissen um seinen eigenen Tot. Das wäre richtig böse <3

Ja, ich weiß, ich bin Sadistin...

Du spannst uns - deine dich liebende Leserschaft - hoffentlich nicht auf die Folter und verschwindest am Donnerstag, ohne das letzte Kapitel hochgelasen zu haben, oder?

Dann sehe ich mich nämlich gezwungen, dich den ganzen Mittwochabend lang zu nerven XD

jolinarjackson
May. 9th, 2013 07:30 am (UTC)
Wie du siehst, kein auf die Folter spannen. :) Hey, wir könnten einen Warehouse 13-Tag machen. Ich bringe die DVDs mit.
( 2 comments — Leave a comment )