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Fanfiction: Phantomschmerzen (Torchwood)

Phantomscherzen

Worte: ~ 800
Inhalt: Jacks Atmung erschien lauter als sonst. Merkwürdig, wie man manche Dinge erst dann bemerkte, wenn man es tat.
Charaktere: Ianto Jones, Jack Harkness
Pairing: Jack/Ianto
Rating: PG-13
Spoiler: Nebenwirkungen
Setting: nach Nebenwirkungen
Warnungen: Character Death (zumindest so ähnlich)
Beinhaltet: AU
Anmerkungen: Diese Geschichte war ursprünglich für ein Fest geschrieben, aber dann passte sie nicht mehr auf den Prompt. Spoiler: Es gab eine weitere Inspiration, aber ich weiß nicht ganz, woher. Irgendwo hatte ich gelesen, dass statt Owen Ianto eigentlich in Nebenwirkungen sterben und zum Zombie werden sollte. So stelle ich mir Jacks Reaktion vor.
Beta: pechfeder hat die deutsche Version gelesen und larsinger29 die englische: Danke!
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

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***
***


Es war spät, als alles sich beruhigt hatte und sie alleine waren. Ianto lehnte an Jacks Schreibtisch und Jack saß in seinem Stuhl und blickte ihn an.

Die Stille war unerträglich und die Situation weit jenseits von dem, was sie gewohnt waren. Es gab eigentlich nichts zu sagen und dennoch glaubte Ianto, das Schweigen durchbrechen zu müssen. "Es tut mir leid", flüsterte er.

Jacks Augen verengten sich und nahmen eine stahlblaue Farbe an, die Verärgerung signalisierte. "Was?"

"Es ist meine Schuld."

Jacks Atmung erschien lauter als sonst. Merkwürdig, wie man manche Dinge erst dann bemerkte, wenn man es tat. Ianto hatte sich noch nie so einsam neben Jack gefühlt. Er verschränkte die Arme fester, versuchte, seine eigene Atmung zu spüren, versuchte ...

"Es ist nicht deine Schuld." Jacks Stimme brach die neu entstandene Stille. "Du hast getan, was nötig war." Es war offensichtlich, dass ihm das nicht gefiel, dass er nur versuchte, mit dieser Situation klarzukommen, die ohnehin nicht mehr zu ändern war. Er streckte die Hand aus und Ianto sah, wie er zögerte, als fürchte er sich davor, ihn zu berühren. Doch er stoppte, kurz bevor ein Kontakt entstehen konnte … zog die Hand zurück.

Es tat weh.

Ianto schloss die Augen. "Es wird alles ändern." Er blickte einen Moment zur Decke, mied Jacks traurige Augen. "Es wird uns ändern." Er sah Jack wieder an und wünschte sich so sehr, einfach weinen zu können. Nur eine Träne wäre genug, um seinen Gefühlen Luft zu machen. Aber er fühlte sich nur kalt und trocken und taub und ...

"Warum?"

"Du kannst mich nicht mal berühren", flüsterte Ianto. Er packte Jacks Hand und sah zu, wie seine kalte Haut diesen zusammenzucken ließ. "Du erträgst es nicht einmal, mich anzufassen, Jack. Wir können keinen Sex haben oder uns richtig küssen, im Bett liegen oder ..."

Jacks Lippen auf seinen unterbrachen ihn und er wurde gegen die Kante des Schreibtisches zurück gepresst. Es hätte wehtun sollen, doch er spürte es nicht mehr. Er würde es nie wieder spüren. Ihm entkam ein Geräusch, das etwas zu sehr nach einem Schluchzen klang. Jacks Lippen waren fest auf seinen, seine Arme um ihn geschlungen, seine Stirn und Nase berührten Iantos, seine Zunge in Iantos Mund. Aber Ianto konnte die Wärme dieses anderen Körpers nicht spüren oder den Schmerz, den die Schreibtischkante in seinem Rücken verursachte oder aber Jacks Zunge, heiß in seinem Mund. Was er spürte, konnte man wohl nur als Phantomschmerzen bezeichnen. Als ob sein Gehirn noch nicht ganz verstanden hatte, dass etwas mit seinem Körper nicht stimmte … dass etwas fehlte.

Er konnte es nicht ertragen.

Ianto stieß Jack von sich, starrte ihn ernst an und flüsterte: "Hör auf damit."

"Nein."

Als er sah, dass Jack ihm wieder näherkommen wollte, hielt Ianto ihn entschlossen davon ab. "Das hier führt doch zu nichts. Ich bin tot, Jack. Du hast mich zurückgeholt, aber ich bin noch immer tot. Ich kann deine Wärme nicht spüren oder deinen Kuss oder irgendetwas. Wir müssen damit aufhören."

Jack starrte ihn an.

"Ich bin tot", wiederholte Ianto.

Jacks Hand hob sich und bedeckte Iantos Brustkorb an der Stelle, an der die Kugel ihn getroffen hatte. Sie war für Martha bestimmt gewesen und Owen hatte sie einfangen wollen, aber Ianto war näher dran gewesen und schneller ...

Jack nickte knapp. "Du bist tot … aber du bist noch immer hier und das ist meine Schuld. Das nehme ich ernst."

'Ich liebe dich', gegen Iantos Lippen geflüstert, als Jack gedacht hatte, sie würden sich für immer verabschieden müssen, bevor er realisiert hatte, was geschehen war ...

… bevor Ianto zu dem hier geworden war.

Iantos Finger legten sich um Jacks Hosenträger und zogen ihn näher. "Das musst du nicht."

"Ich will es."

"Du solltest das nicht aus Schuld heraus tun. Unsere Beziehung wird sich ändern."

"Wir können nur keinen Sex haben", erwiderte Jack.

"Und Sex ist dir wichtig."

"Ich werde mich dran gewöhnen." Jack lächelte zögernd. "Das habe ich schon so oft getan. Mich an Orte und Menschen gewöhnt. An Lebensformen ..."

Ianto schüttelte den Kopf. "Das solltest du nicht müssen. Nicht, wenn es um etwas geht, das du liebst."

Jack sah ihn einen langen Moment an. "Ich liebe dich."

Ianto wünschte erneut, er könnte weinen. Er wünschte, er könnte Tränen der Freude und Trauer zugleich vergießen. Stattdessen umklammerte er Jacks Hosenträger nur fester und flüsterte: "Es war ohnehin nie einfach."

Jack legte den Kopf schief und seine Augen funkelten neckend, versteckten Traurigkeit und Trauer. Gefühle, die Ianto nicht sehen sollte. Gefühle, die Ianto vorgab nicht zu bemerken. Jacks Hand legte sich auf Iantos Wange, als er antwortete: "Das wäre auch reichlich langweilig, oder?"


ENDE
06/13

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