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Torchwood: Verlust (Fanfiction)

Verlust

Serie: Lyrics 'Verse
Worte: ~ 900
Inhalt: Jack senkte den Blick und flüsterte: ”Es hat angefangen.” Einen Moment lang war es ruhig, dann drückten Iantos Finger seine und er fragte leise: ”Was denn?” - ”Dass ich euch verliere. Euch alle.”
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones
Pairing: Jack/Ianto
Rating: PG-13
Spoiler: Nebenwirkungen
Setting: nach Nebenwirkungen
Warnungen: erwähnt Canon Character Death
Beta: pechfeder hat die deutsche Version gebetat und larsinger29 die englische. Danke!
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.
Der Song gehört Broken Iris.

Lyrics 'Verse Masterlist
Dämmerung

***
***


I'm waiting to be broken inside
Losing my mind
Gasping for life
Crashing through times
That drive me to find the darkness behind
Will never run dry but all still stand
Until the end of me
I swear
You'll be the death of me
(Broken Inside von Broken Iris)



Sie mussten es irgendwie zurück in die Basis geschafft haben.

Jack wusste kaum noch, wie. Er hatte nur bruchstückhafte Erinnerungen. Er ahnte nur, dass er die Kontrolle übernommen hatte und war wieder einmal erstaunt über seine eigene Fähigkeit, kalt und distanziert werden zu können – er hasste sich selbst dafür, aber dieser Teil seiner Persönlichkeit gehörte zu ihm. Es war, als würde sich ein Schalter umlegen und der eiskalte Bastard in ihm übernahm, gab Befehle und stieß andere von sich. Jene, die ihn brauchten.

Er bekam das Bild nicht aus dem Kopf. Owen auf dem nassen Asphalt liegend, tot, in seinem vom Regen verwaschenen Blut.

Ein Zittern durchfuhr ihn und er drückte seinen Rücken fester an die kalte Wand, starrte geradeaus, lauschte.

Es war so still in der Basis. Die anderen waren da, das wusste er, irgendwo da unten im Hauptraum oder vielleicht im Konferenzraum, geschockt und flüsternd. Über Jack, über Owen, über die ganze Operation. Er wusste, er sollte bei ihnen sein, aber er konnte nicht. Er musste etwas Zeit alleine verbringen und Wärme zurückgewinnen, zu dem mitfühlenden Anführer werden, den sie verdienten.

Aber es war schwer. Sogar hier oben, bei Myfanwys Nest. Normalerweise gaben ihm Höhen Selbstvertrauen und Ruhe … nicht jetzt. Vielleicht stand er nicht hoch genug. Vielleicht musste er höher klettern, aber die Basis zu verlassen … würde bedeuten, sie zu verlassen … Owen zu verlassen.

”Hey.”

Überrascht sah er zu Ianto auf, der ein paar Schritte entfernt auf dem Steg stand, der zu Myfanwys Nest führte. Er hatte die Hände in die Taschen geschoben und die Schultern hochgezogen. Er sah müde aus.

”Hey”, antwortete er.

”Hast du was dagegen, wenn ich etwas bleibe?”

Jack wusste, er sollte etwas dagegen haben. Er wusste, dass er allein sein sollte. Aber irgendwie gab ihm der Gedanke an Iantos Gesellschaft ein Gefühl der Geborgenheit. Vielleicht, weil er still war, wenn er es sein musste – keine Fragen stellte, nicht nach Trost suchte, den Jack nicht geben konnte, sondern einfach nur bei ihm war, mit ihm existierte. Also antwortete er: ”Nein.”

Ianto lehnte sich neben ihn an die Wand, sodass sich ihre Schultern, Arme und Hüften berührten. Jack blickte ihn an. Ianto starrte geradeaus, wie Jack selbst einen Moment zuvor. Jack nahm seine Hand und verschränkte ihre Finger. Iantos Haut war warm. Jack zog seine Hand näher, nahm sie zwischen seine und versuchte, die Wärme in sich aufzunehmen. ”Owen ist tot.” Es war Stunden her und doch sagte er es das erste Mal.

Ianto sah ihn an. ”Ja.” Seine Stimme klang heiser, als hätte er eine Weile lang geschrien.

Jack senkte den Blick und flüsterte: ”Es hat angefangen.”

Einen Moment lang war es ruhig, dann drückten Iantos Finger seine und er fragte leise: ”Was denn?”

”Dass ich euch verliere. Euch alle.” Jack holte tief Luft und seine Stimme klang stärker, als er erklärte: ”Es fängt mit einem an und dann kommt der nächste und der nächste, bis ...” Er schluckte, seine Stimme verlor an Kraft. ”Bis niemand übrig ist.” Er schloss die Augen und lehnte den Kopf zurück, griff Iantos Hand fester. ”Wenn einer von euch stirbt, dann werden die anderen bald folgen.”

Einen sehr langen Moment sagte Ianto nichts, dann aber bewegte er sich und sein Anzug raschelte in der Stille. Seine Lippen fühlten sich warm auf Jacks Wange an. ”Ich kann daran nichts ändern.”

Jack sah ihn an und zog ihn näher, in eine Umarmung. Er grub seine Nase in Iantos Halsbeuge und atmete ein, seine Arme eng um Iantos Brust und Hüften gelegt. Ihm war so kalt, aber Ianto war warm, am Leben, atmete. Dieses Mal war er nicht gestorben. Dieses Mal war es jemand anderes gewesen. Und Jack schämte sich, dass er darum beinahe etwas froh war. Es war anders als mit dem Space-Wal, als alle mehr oder weniger gesund entkommen waren und Jack das Recht gehabt hatte, erleichtert und glücklich zu sein. Dieses Mal fühlte er sich schuldig. Denn Ianto war am Leben, ja … aber Owen war tot.

Owen war tot.

Jack drückte Ianto weg und küsste ihn. Es war ein freundschaftlicher Kuss, nur ihre Lippen, aber er ließ ihn verweilen. Zärtlich. Von Bedeutung. ”Ich werde dich verlieren”, sagte er traurig.

Ianto nickte und seine Hände umrahmten Jacks Gesicht. ”Aber nicht heute. Nicht diese Woche.”

”Das kannst du nicht versprechen.”

”Du wirst schon sehen.”

Jack holte tief Luft. Schüttelte den Kopf. ”Nein. Ich bringe das in Ordnung.”

”Wie?”

”Weiß ich nicht.” Er hatte in der letzten halben Stunde nach einem Weg gesucht, über alles nachgedacht, was in ihren Archiven ruhte, den Gedanken verworfen und wieder aufgegriffen.

Iantos Gesicht war ernst und traurig, als er erwiderte: ”Jack … Owen ist tot. Du kannst das nicht einfach … reparieren. Ich weiß, dass du das willst und es wäre großartig, wenn du es könntest, aber … du kannst es nicht.”

Jack starrte ihn an, sah seine Sorge und Trauer und beschloss, dass niemand in seinem Team je so aussehen sollte. Es war seine Pflicht, diese Gefühle zu vertreiben und alles besser zu machen. Also konnte er nur eine Antwort geben.

”Du wirst schon sehen.”


ENDE
04/13

Endlos
Lyrics 'Verse Masterlist