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Torchwood: Endlos (Fanfiction)

Endlos

Serie: Lyrics 'Verse Masterlist
Worte: ~1.200
Inhalt: Jack holte Luft, versuchte, sich zu erklären, es besser zu machen, aber die Wahrheit war, dass er die Worte in seinem Kopf zurechtgelegt hatte - jede einzelne Entschuldigung - und nichts erschien ihm gut genug.
Charaktere: Jack Harkness, Owen Harper
Pairing: Jack/Ianto
Rating: PG-13
Spoiler: Nebenwirkungen, Untot, Aus dem Leben eines Toten
Setting: nach Aus dem Leben eines Toten
Warnungen: Erwähnungen eines Canon Character Death
Beinhaltet: sexuelle Andeutungen
Anmerkungen: Ich weiß, das hier hat eine Weile gedauert und ich schäme mich so, aber – wie meistens in diesen Fällen – liegt es am realen Leben. Aber jetzt sollte alles wieder besser laufen. Erst das hier und bald kommt auch wieder was längeres.
Beta: Weil das hier nun wirklich schon lange genug gedauert hat, fliege ich solo ...
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.
Der Song Breathe gehört Alexi Murdoch.

Lyrics 'Verse Masterlist
Verlust

***
***


And all the suffering that you've witnessed
And the hand prints on the wall
They remind you how it's endless
How endlessly you fall
(Breathe von Alexi Murdoch)



Nachts erschien Jacks Quartier dieser Tage ungewohnt friedlich und ruhig. Dieses spezielle Gefühl hatte sich erst eingestellt, nachdem er den Doktor gefunden hatte, als er nicht mehr auf jedes kleine Geräusch lauschte, um seine Ankunft nicht zu verpassen ... nun war es leichter, zu entspannen, sich voll und ganz auf Ianto zu konzentrieren, einfach zu existieren. Wenn die Luke geschlossen war und nur das sanfte Licht der Ecklampe den Raum erfüllte, war es still. Als wäre er in einer Blase, die nur er und Ianto bewohnten.

Unter der Bettdecke, in Iantos Armen, war es warm. Jack grub seine Nase in Iantos Haar und atmete ein, lächelte in die dunklen Strähnen, als Ianto schläfrig etwas vor sich hinmurmelte.

”Ich muss etwas Papierarbeit erledigen”, flüsterte er, obwohl er wusste, dass Ianto ihn nicht hören konnte. Doch er fühlte sich besser, wenn er es sagte. Ianto nachts allein zu lassen kam ihm manchmal etwas merkwürdig vor. Er versuchte, es zu vermeiden, den Schlaf zu suchen und oft gelang es ihm, doch nicht immer. Dann döste er. Doch es gab immer mal wieder unruhige Nächte wie heute, wo er aufstehen und etwas tun musste, egal, wie entspannt er war.

Als er in sein Büro kletterte, bemerkte er sofort, dass etwas nicht so war, wie es sein sollte. Es war nur ein Gefühl, das ihn auf der letzten Stufe der Leiter verharren ließ. Er war über die Jahrzehnte hinweg beinahe Teil der Basis geworden, sodass er nun immer sagen konnte, wenn etwas nicht stimmte - als könnte er einen Unterschied in der Luft spüren. Er glaubte nicht, dass dieses spezielle etwas gefährlich war, doch er schloss die Luke trotzdem und nahm seine Webley aus der Schublade im Schreibtisch ... vorsichtig zu sein hatte noch nie geschadet und er musste auch an Ianto denken.

Als er jedoch den Hauptraum der Basis betrat, entspannte er. Owens Lederjacke über der Rückenlehne seines Schreibtischstuhls hatte ihn aus dem Konzept gebracht. Doch er war nicht im Autopsieraum wie erwartet. Jack schob seine Waffe in das Holster und hob den Blick. Hinter der Scheibe des Gewächshauses sah er eine Bewegung und er ging die Wendeltreppe hinauf.

Im Türrahmen zögerte er einen Moment. Es fiel ihm im Augenblick schwer, mit Owen zu sprechen. Jack war sich nur allzu deutlich bewusst, was er getan hatte. Er hatte etwas genommen, was er an sich selbst hasste und es Owen ebenfalls zugefügt ... und dann hatte er es schlimmer gemacht. Es war schwer, Owen in die Augen zu sehen. Es war schwer, um ihn herum zu sein ... und Owen wusste, dass er so empfand. Da war Jack sich sicher. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hasste er Jack dafür, dass er nicht in der Lage war, seinem Fehler in die Augen zu schauen.

”Worauf wartest du?”, fragte Owen und trat hinter einer großen Pflanze hervor. Er sah Jack nicht an, sondern konzentrierte sich völlig darauf, die Pflanzen zu gießen.

Jack schob seine Hände in die Hosentaschen und sammelte seine Entschlossenheit. ”Auf die Erlaubnis, einzutreten, nehme ich an.”

”Erteilt.”

Jack trat ein ... und stoppte. Er sah sich in ihrer Sammlung aus irdischen und außerirdischen Pflanzen um. Da er Schwierigkeiten hatte, ein Gesprächsthema zu finden, fragte er schließlich einfach: ”Was machst du hier? Ich habe alle nach Hause geschickt, um etwas auszuruhen.”

“Ich muss doch nicht mehr ausruhen”, antwortete Owen. ”Ich brauche keinen Schlaf, kein Essen, keine Orgasmen.” Er blickte Jack kurz an, als erwarte er eine Antwort. Allerdings wusste Jack nicht, was er sagen sollte. Owen schnaubte und schüttelte den Kopf, dann wässerte er eine weitere Pflanze, die fleischige, schwarze Blätter hatte. ”Also wollte ich Inventur im Autopsieraum machen, doch dann wurde mir klar, dass ich dir und Ianto nicht beim Vögeln zuhören will. Also bin ich hier oben.”

Jack zwang sich zu einem Grinsen. ”Sag ihm nicht, dass du uns gehört hast. Es wäre ihm peinlich.”

Owen sah ihn aus dem Augenwinkel an und dann - zu Jacks Erleichterung - lächelte er leicht. ”Er war nicht derjenige, der gebettelt hat.”

Jack lachte leise. ”Trotzdem.”

”Gerade deshalb sollte ich es ihm vielleicht sagen. Ist nicht so, als hätte ich noch andere Freuden im Leben ... Tod.”

Jack senkte den Blick, verlor sofort die gute Laune, die die Frotzelei gebracht hatte. Stattdessen empfand er nun Scham. ”Es tut mir leid.”

”Das sollte es!”, antwortete Owen wütend und trat näher, einen Finger auf ihn gerichtet. ”Du hattest genau zwei Aufgaben, nur zwei: Mich einfrieren und einen neuen Arzt einstellen. Stattdessen hast du Mist gebaut und mich aufs Kreuz gelegt und warum genau soll das hier besser sein als der Tod?!”

Jack schluckte und schüttelte den Kopf. ”Ich hätte nicht gedacht, dass das passieren könnte.”

”Du denkst nie nach, Jack, das ist das Problem! Du tust etwas und dann improvisierst du einfach! Nun, dieses Mal ist es nicht so einfach! Dieses Mal bist du zu weit gegangen. Und das schlimmste ist, dass du daraus nicht lernen wirst. Du wirst es wieder tun! Und nächstes Mal trifft es nicht mich, sondern Tosh wird sterben oder Gwen oder Ianto."

"Sag das nicht!"

"Warum nicht? Es ist wahr!" Er stieß sich an Jack vorbei zur Tür, doch Jack packte seinen Arm.

Owen schüttelte ihn wütend ab. "Vorsicht, ich bin zerbrechlich!"

Jack ließ ihn erschrocken los.

Owen aber schien es sich anders überlegt zu haben. Er blieb stehen und starrte ihn kühl an. "Was ist?"

Jack holte Luft, versuchte, sich zu erklären, es besser zu machen, aber die Wahrheit war, dass er die Worte in seinem Kopf zurechtgelegt hatte - jede einzelne Entschuldigung - und nichts erschien ihm gut genug.

Also entschuldigte er sich nicht. Er sagte die Wahrheit.

”Ich konnte dich nicht verlieren.”

Owen starrte ihn abwartend an.

”Ich konnte es einfach nicht”, wiederholte Jack nach einer Weile. ”Nicht, ohne mich richtig zu verabschieden.”

Owen schüttelte den Kopf. ”Das ist doch nicht dein Ernst. Es ging niemals nur darum, oder, Jack? Tosh hat gesagt, du hättest dich von Weevils zerreißen lassen, um diesen Handschuh zu holen! Das hättest du niemals für nur zwei Minuten mit mir getan. Du wusstest es ... du wusstest, dass so etwas passieren könnte.”

”Ich habe nie-”

”Gib es zu!”

Jack schloss die Augen. ”Ich habe es vermutet.” Er senkte den Blick, seine Augen fanden die Tür zu seinem Büro. Darunter schlief Ianto noch immer friedlich. Owens Worte gingen ihm durch den Kopf und er nickte. ”Deshalb habe ich es getan. Ich dachte, dass es für dich dasselbe tun könnte wie für Suzie und dass meine Unsterblichkeit dir helfen würde, ohne mir zu schaden.”

”Nun, das war falsch”, erwiderte Owen, ”denn ich bin noch immer tot. Ich bin noch immer ein Zombie. Ich kann nicht mal meinen Job richtig machen. Ich kann niemanden wiederbeleben und das ist nur der Anfang. Ich wäre lieber tot.”

”Ich sagte doch, es tut mir leid.”

”Beweise es.”

Jack zuckte hilflos mit den Schultern. ”Wie?”

”Indem du es nie wieder tust.” Damit wandte er sich ab und ging zur Treppe, die hinunter in den Hauptraum führte.

Jack lehnte sich auf das Geländer und sah ihm nach. ”Owen ...”

Er blieb an der Tür zum Autopsieraum stehen.

”Vergibst du mir?”

Owen drehte sich zu ihm um. ”Muss ich wohl, oder?”, fragte er langsam.

Jack schloss die Augen ... und wünschte, dass er die Zeit zurückdrehen könnte.


ENDE
10/13

Lyrics 'Verse Masterlist
Komplette Fanfiction Masterlist


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