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Torchwood: Privatstunden (Fanfiction)

PRIVATSTUNDEN

Worte: 1.586
Inhalt: Ianto findet, aus ungeraden Zahlen kann man keine Teams bilden. Jack ist das egal.
Charaktere: Ianto Jones, Jack Harkness, Toshiko Sato, Gwen Cooper, Owen Harper
Pairing: Jack/Ianto
Rating: PG
Spoiler: Cyber Woman
Setting: nach Cyber Woman
Anmerkungen: Geschrieben für dieredisourcolor -Challenge #003 – Sport. Zu benutzen war der Satz “Es geht nicht darum zu gewinnen, sondern darum dabei zu sein“ und die Worte Zugehörigkeit, Vergnügen und Stolz. Für die deutsche Version frei übersetzt.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.



***
***


Der Ball flog durch die Basis, dicht an Iantos Kopf vorbei und schlug gegen das Fenster von Jacks Büro. Der laute Knall wurde von dem Geräusch eines fallenden Tabletts begleitet – es klapperte zu Boden, die Tassen darauf zersprangen auf den Fliesen. Ianto starrte die Pfütze aus Kaffee und Tee zu seinen Füßen ungläubig an, dann machte er einen Schritt zurück, um seine Schuhe zu retten. Seine Augen trafen die erschrocken drein blickenden von Tosh. “Tut mir so Leid“, sagte sie.

“Ups!“, fügte Owen trocken hinzu. Gwen versteckte ihr Lachen erfolglos hinter ihren Händen, während Jack die Arme verschränkte und Tosh mit einem leicht tadelnden Lächeln anblickte.

Ianto schlüpfte in den Mantel der Professionalität, wollte die anderen nicht sehen lassen, wie müde und genervt er war. “Das war unglücklich.“

Tosh war bereits auf dem Weg zu ihm, passierte ihren und Owens Arbeitsplatz. “Ich wische das auf, Ianto.“

“Nein, ist okay“, antwortete er.

Sie wollte seinen Arm berühren, aber als er die Schultern hochzog, zuckte ihre Hand zurück, als hätte sie sich verbrannt. “Ich bin Schuld. Hätte ich dich nicht erschreckt, hättest du das Tablett nicht fallen gelassen“, sagte sie, “Ich räume das auf.“ Damit ging sie, um einen Lappen zu holen. Ianto seufzte tief und ging in die Hocke, um die Scherben auf dem Tablett zu sammeln.

“Oi! Würdest du uns den Ball zuwerfen, Kaffee-Junge?“, fragte Owen. Ianto griff nach dem noch immer rollenden Ball und schubste ihn in Gwens Richtung, die ihn mit einem dankbaren Lächeln aufhob.

“Tosh!“, rief Owen, “Komm schon!“

Sie kehrte mit einem Eimer Wasser und einem Lappen zurück. Dann signalisierte sie Owen, eine Minute zu warten und hockte sich neben Ianto. “Ich helfe dir.“

“Nein, Tosh. Lass mich.“

“Ianto-“

“Geh.“ Er lächelte sie versichernd an und nahm ihr den Lappen ab, “Danke. Geh jetzt. Der Riss könnte jeden Moment einen Alarm auslösen. Du solltest die Pause nutzen und entspannen.“

Sie nickte zögerlich, berührte wieder seinen Arm und kehrte zum Spiel zurück. Ianto blendete die Rufe und das Lachen seiner Kollegen aus, während er sauber machte. Nicht mal eine Woche war vergangen, seit er nach seiner Suspendierung in die Basis zurückgekehrt war und schon war er wieder unsichtbar. Zumindest Ianto Jones war es. Nicht Ianto, der Kaffee-Junge. Den sahen sie jeden Tag, bestellten ihr Essen und ihren Kaffee und gaben ihm ihre erledigte Papierarbeit.

Das war natürlich in Ordnung. Ianto liebte seinen Job. Er kümmerte sich gerne um das Team und hörte ihren Problemen zu, egal, ob sie seine Meinung wollten oder nur jemanden, der schweigend neben ihnen saß, während sie redeten. Aber er wollte auch, dass sie sich für sein Leben interessierten – für ihn. Das hatte er ihnen sogar gesagt. Nicht mal vor einem Monat hatte er ihnen deutlich gemacht, dass sie sich nicht für ihn interessierten.

Und doch … dieser Moment war irgendwie symbolisch für die Dynamik ihres Teams: Sie spielten Basketball, während er aufräumte. Aber er würde sich nicht beschweren. Er hatte es immer hingenommen, denn am Ende des Tages war da Lisa gewesen, die ihm zugehört hatte. Und obwohl die Basis funktionierte, als wäre Lisa nie da gewesen, würde er sich auch jetzt nicht beschweren.

Das Team war tief genug verwundet.

Und es war seine Schuld. Er hatte nicht das Recht, um irgendetwas zu bitten, egal, ob es Aufmerksamkeit war oder Mitleid. Also blieb er unsichtbar. Hoffend, dass irgendjemand ihn bemerken und ihn nach seinem Tag fragen würde, einfach nur, weil es sie interessierte.

Füße rannten an ihm vorbei und warfen beinahe den Eimer um. “Entschuldige“, murmelte Gwen und kam einen Moment später den Weg zurück, den sie gekommen war, dieses Mal mit ihrer Jacke und ihrer Tasche. Sie rannte auf die Tür zu. “Rhys bringt mich um“, sagte sie laut, wehrte Owen ab, der spielerisch versuchte, sie um die Hüften zu greifen und am Gehen zu hindern. “Ich bin eine halbe Stunde zu spät. Lass das, du Idiot.“

Sie befreite sich von dem Arzt und ging.

“Spielverderber!“, rief Owen ihr nach. Das Spiel erstarb danach langsam. Als Ianto den Eimer weggebracht und die zerbrochenen Tassen weggeworfen hatte, waren Owen und Tosh ebenfalls gegangen. Ianto sah nach den Weevils. Als er zurück in den Hauptbereich der Basis kam stand Jack einige Meter von der Eingangstür und dem Basketballkorb darüber entfernt und versuchte, das Netz zu treffen.

“Kann ich noch was tun, Sir?“, fragte Ianto.

Jack drehte sich mit dem Ball in seinen Händen zu ihm um. “Wie wär's mit einem Spiel?“

Ianto zwang sich zu einem Lächeln. “Nein, danke, Sir.“

“Oh, komm schon, Ianto. Ich könnte dir Privatstunden geben“, er hob mit einem schmutzigen Grinsen die Augenbrauen und dieses Mal war Iantos amüsiertes Lächeln echt.

“Das ist wirklich keine gute Idee. Ich bin ziemlich untalentiert im Basketball.“

“Es geht nicht darum zu gewinnen, sondern darum dabei zu sein“, sagte Jack. Sein Lächeln erstarb und er sagte, “Ianto … für mich? Bitte.“

Sie waren allein, also beschloss Ianto, ehrlich zu sein. Wie immer, wenn niemand in der Nähe war der mitbekommen konnte, dass er Jacks Autorität in Frage stellte. “Es war dir bisher immer egal.“

“Dinge ändern sich.“

“Du hast mich nie gefragt, ob ich spielen möchte.“

“Dinge ändern sich.“

Ianto verdrehte die Augen. “Sehr erwachsen, Sir.“

Jack grinste über den Sarkasmus. Er warf Ianto den Ball zu und der jüngere Mann war gezwungen, ihn etwas ungeschickt zu fangen.

“Komm her“, sagte er, winkte Ianto näher. “Alle sind weg. Niemand kann sehen, dass du nicht perfekt bist.“

Ianto blickte zu Boden, aber er gehorchte. Er fühlte sich, als würde er seine Würde auf dem Silbertablett servieren. Sehr zu Jacks Vergnügen. Der Korb schien so unglaublich weit weg zu sein. Ianto verdrehte die Augen und beschloss, es hinter sich zu bringen. Der Ball prallte an der Wand neben dem Korb ab und Jack fing ihn auf, als er zu den beiden Männern zurück sprang. “Nicht schlecht“, sagte er.

“Na ja, ich habe es versucht“, sagte Ianto und wollte gehen, aber Jack fing ihn in seinen Armen.

Er hielt den Ball auf Iantos Augenhöhe, seine Brust an Iantos Rücken gepresst. “So. Siehst du?“, fragte er und zeigte Ianto, wie er den Ball halten musste. “So kannst du ihn besser lenken.“ Er versetzte Ianto einen sanften Stoß mit seiner Schulter. “Nimm ihn.“

Zögerlich nahm Ianto den Ball und hielt ihn so, wie Jack es ihm gezeigt hatte. “Genau“, sagte der Captain und Ianto schloss die Augen, als der Atem des älteren Mannes seine Halsbeuge streifte. “Versuch es.“ Seine Hände lagen auf Iantos Hüften. Sie hielten ihn nicht fest, sie waren einfach da. Ianto schluckte gegen das bereits bekannte, leicht panische Gefühl in seiner Kehle an. Seit er bei Torchwood Drei angefangen hatte – wann immer Jack ihm zulächelte oder wenn sie in Jacks Bett lagen, nachdem Ianto ihm von dem Geheimnis im Keller ablenkte oder die Sehnsucht nach Berührung zu stark geworden war – hatte er dieses Gefühl gehabt. Es bestand aus Scham, Betrug und Trauer und er konnte kaum atmen. Lisa war weg, aber er fühlte sich noch immer, als ob er sie betrügen würde, wenn er auf diese Art an Jack dachte. Ianto warf den Ball, ohne wirklich zu zielen. Er wollte nur gehen. Jacks Arme legten sich um seine Mitte und seine Wange ruhte in Iantos Haare. “Tut es noch weh?“, fragte er plötzlich und leise.

Ianto war überrascht von der Frage. “Ich denke, das wird es immer, Sir“, flüsterte er. Jacks Lippen drückten gegen seine Schläfe. Ianto drehte sich zu ihm um. “Aber ich bereue es nicht.“

Jack runzelte die Stirn. “Dass du sie versteckt hast?“

Ianto schüttelte den Kopf. “Dass ich dein Angebot nicht angenommen habe.“

Jack nickte verstehend. Ein Lächeln lag auf seinen Lippen. Als er Ianto anblickte, lag so etwas wie Stolz in seinen Augen. Wie vor ein paar Wochen, als er Ianto während seiner Suspendierung besucht und ihm Retcon, ein neues Leben in London mit genügend Geld zum Studieren und keine Erinnerungen an Torchwood Eins, Drei und Canary Wharf angeboten hatte. Jack küsste seine Lippen, sanft, nicht viel mehr als freundschaftlich. “Ich bin froh.“ Dann grinste er. “Jetzt zurück zum Training.“ Er ging, um den Ball aus der Ecke zu holen, in der gelandet war.

“Wozu, Sir?“, fragte Ianto. “Ihr seid zu viert – perfekt für ein Spiel. Ihr braucht mich nicht.“

Jack warf ihm den Ball zu und Ianto fing ihn.

“Na dann, Mr. Jones“, grinste Jack, “müssen wir wohl zu zweit spielen.“ Er krempelte seine Ärmel hoch. “Übrigens, Ianto, für mich“, er stellte sich unter den Korb, “ist ein Viererteam nicht perfekt. Aber fünf – das gefällt mir wesentlich besser. Und ich werde dich immer brauchen.“

Ianto musste lächeln. Es war noch nicht vorbei. Er wusste, dass er noch Zeit brauchen würde, um über all das hinweg zu kommen, das passiert war, aber mit Jack, der wie ein Kind grinsend vor ihm stand und darauf wartete, dass Ianto anfing, spürte er nach einem Jahr des Versteckens und Verstellens endlich das warme Gefühl der Zugehörigkeit – und wenn es nur für einen Abend war. Also wischte er seine Erschöpfung und Trauer zur Seite. Er nickte und zog sein Jackett und die Krawatte aus. “Okay, Sir. Ich versuche es.“

Jack lachte. “Dann los. Der Gewinner kriegt einen Kuss.“


ENDE
06/10

Komplette Fanfiction Masterlist

Comments

( 2 comments — Leave a comment )
hab318princess
Jul. 18th, 2010 05:09 pm (UTC)
hat mir echt gut gefallen - die Stimmen klingen richtig
jolinarjackson
Jul. 18th, 2010 05:23 pm (UTC)
Danke. :)
( 2 comments — Leave a comment )