?

Log in

No account? Create an account

Previous Entry | Next Entry

Versüß mir den Tag

Worte: 1.857
Inhalt: Nach einem Abend mit dem Team findet Jack heraus, wer einer von Iantos Helden ist.
Charaktere: Ianto Jones, Jack Harkness, Owen Harper, Toshiko Sato, Gwen Cooper, Rhys Williams
Pairing: Jack/Ianto, Gwen/Rhys
Rating: R
Spoiler: Fleisch
Setting: Season 2 – nach Fleisch
Anmerkung: Geschrieben für die Challenge 007 – Bond, James Bond auf redisourcolor . Inspiriert durch ein Outtake aus der Folge Fleisch (zu sehen hier – allerdings auf englisch). Und obwohl ich weiß, dass “Versüß mir den Tag” ein Zitat aus Dirty Harry ist, konnte ich nicht widerstehen.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

***
***


Regen schlug gegen die Fenster von Iantos Wohnung, getrieben von dem Sturm, der draußen wütete. Die sechs Leute im Wohnzimmer waren zu sehr mit dem Film beschäftigt, als dass es sie kümmerte. Iantos Wohnung war klein und im Moment etwas überfüllt, aber es warm und gemütlich und das Team konnte nach dem etwas traurigen Fall mit dem Weltraumwal entspannen. Also ignorierte Ianto ausnahmsweise die leeren Verpackungen von Schokoriegeln, Flaschen, Gläser und die kleine Bier-Pfütze auf dem Tisch, die von einer schief gelaufenen Wette zurückgeblieben war. Owen hatte Gwen gesagt, dass sie es nie schaffen würde, ihn von der anderen Seite des Raumes mit einem Kissen ins Gesicht zu treffen – und er hatte Recht behalten, denn sie hatte stattdessen seine halbleere Bierflasche getroffen.

"Jetzt kommt's", sagte Owen von dem Sessel, den er in Beschlag genommen hatte. Sein Rücken lehnte an der einen Armlehne und seine Beine hingen über die andere. Eine Schüssel Popcorn stand auf seinem Bauch. "Meine Lieblingsszene."

Tosh teilte eines der kleinen Sofas mit Jack und Ianto. Sie lehnte in einer Ecke, ihre Beine auf die Kissen gezogen und mit denen von Ianto verwickelt. "Ich wusste, dass du das sagen würdest."

Sie bewunderten gemeinsam, wie Halle Berry dem Meer in einem orangen Bikini entstieg.

"Das ist so heiß", sagte Owen. "Ich würde mit ihr schlafen."

Jack grinste nur.

Tosh nickte. "Absolut."

Als Gwen ihre Zustimmung nickte, weiteten sich Rhys Augen ungläubig. "Wirklich, Gwen?"

Sie drehte den Kopf und blickte zu ihm hoch. "Wirklich."

Sie lagen zusammen auf der zweiten Couch, unter einer Decke aneinander gekuschelt.

"Wow", sagte Rhys, "also das ist heiß."

Nachdem Gwen sich geweigert hatte, ihm Retcon zu geben, hatte Jack darauf bestanden, dass er wenigstens einen Abend mit dem Team verbringen sollte. Er hatte ihr gesagt, dass er ihn besser kennenlernen wollte. Ianto nahm an, dass er sichergehen wollte, dass man Rhys vertrauen konnte.

Jack legte einen Arm um Iantos Hüfte und zog ihn näher. Ianto seufzte und drehte seinen Kopf auf Jacks Schulter so, dass er seine Halsbeuge küssen konnte.

Jacks Hand glitt unter Iantos dunkelblauen Kapuzenpullover und streichelte warme Haut, ehe sie auf Iantos Bauch zur Ruhe kam. Toshs Fuß tippte Iantos Hüfte an und er blickte zu ihr. Sie lächelte, offenbar glücklich für ihn.

Er lächelte zurück und entspannte sich in Jacks Umarmung.

"Willst du wissen, woran ich gerade denke?", fragte Jack leise.

Ianto grinste ihn an. "Ist es jugendfrei?"

"Nicht wirklich", antwortete Jack. "Ich stelle mir vor, wie du es mit Pierce Brosnan treibst. Ich sehe zu."

Owen schnaubte. Rhys drehte den Kopf in ihre Richtung und als er ihre intime Umarmung sah, erstarrte er.

Owen sagte: "Du kannst es besser treffen als Pierce Brosnan, Kaffee-Junge. Du könntest es sogar besser treffen als Jack."

Jack grinste ihn nur an. "Eifersüchtig?"

"Oh Gott, nein", antwortete der Arzt.

Tosh sagte: "Ich denke an Ianto und Jake Gyllenhaal. Der ist heiß."

"Ja", nickte Ianto. "Der ist heiß."

Gwen seufzte. "Wie kommen wir von Halle Berry auf Jake Gyllenhaal?"

"Es ist Jacks Schuld", antwortete Tosh. "Es ist immer Jacks Schuld."

"Hey!", schmollte der Captain.

Ianto lachte und stand auf. Er küsste Jack kurz. "Wer will noch ein Bier?", fragte er. Gwen, Jack, Owen und Tosh hoben die Hände und Ianto ging in die Küche, um das Bier aus dem Kühlschrank zu holen.

Jack stand auf. "Er braucht sicher Hilfe."

Owen verdrehte die Augen. "Mach bitte die Tür zu … und denk immer dran: Ohne Kondom läuft nichts." Zum Dank traf ihn ein Kissen im Gesicht.

Sobald Jack weg war – und die Küchentür zu – stupste Rhys Gwen mit der Schulter an. "Du hättest mir das sagen können."

"Was?", fragte sie ahnungslos.

"Dass sie schwul sind."

Owen schnaubte, aber er hielt sich zurück und konzentrierte sich stattdessen auf den Film.

Gwen kniff die Augen zusammen. "Ist das etwa ein Problem?"

"Natürlich nicht, aber es hätte mir geholfen zu wissen, dass zwei der drei Männer, mit denen du jeden Tag und auch einen Großteil der Nächte verbringst, nicht auf Frauen stehen."

Gwen lächelte. "Bist du eifersüchtig?"

Sein Schmollen war Antwort genug und sie küsste ihn. "Das ist so süß."

Einen Moment lang war es ruhig, dann sagte Owen: "Übrigens sind sie nicht schwul. Ianto hatte mal eine Freundin und Jack ist … aufgeschlossen."

"Owen!", zischte Gwen.

"Was?", fragte er. "Rhys will die Wahrheit wissen. Richtig, Kumpel?"

Rhys starrte ihn nur böse an.

Tosh schüttelte den Kopf in Owens Richtung und sagte dann zu Rhys: "Ist eigentlich auch gleichgültig, denn Jack und Ianto sind ein Paar."

"Die beiden sind wie die Kaninchen bei der Sache", nickte Owen.

Gwen küsste Rhys und versuchte, sein Stirnrunzeln mit einer Hand wegzuwischen, aber es gelang ihr nicht ganz.

Rhys wusste, dass es albern war, aber Jack verunsicherte ihn. Er sah großartig aus, sogar Rhys als heterosexueller Mann musste das zugeben, und Gwen verbrachte beunruhigend viel Zeit mit ihm. Er blickte auf, als Jack und Ianto ins Wohnzimmer zurückkehrten. Ianto wirkte etwas zerzaust und Jack ziemlich stolz auf sich selbst.

Das reichte, um Rhys zu beruhigen. Zumindest vorerst.

***

Ianto blickte sich ein letztes mal prüfend in der Küche um, ehe er entschied, dass sie sauber genug war. Er sah auf die Uhr. Jack würde bald zurück sein. Nachdem sie entschieden hatten, dass sowohl Owen als auch Tosh zu angetrunken waren, um zu fahren, hatte Jack ihnen angeboten, sie nach Hause zu bringen. Gwen und Rhys waren mit den dreien gegangen und Ianto hatte die Zeit genutzt, um sein Wohnzimmer und die Küche aufzuräumen. Jack hatte ihm gesagt, er solle warten, bis er zurück sei, aber Ianto machte so etwas lieber alleine. Jack war etwas unorganisiert und mit ihm aufzuräumen würde nur mit Sex auf dem Wohnzimmerboden enden.

Ianto blickte aus seinem Küchenfenster. Cardiff lag in einer weiß-orangen Dämmerung, die von Straßenlaternen hervorgerufen wurde. Es regnete noch immer. Ianto konnte sein Spiegelbild im Fenster sehen und er hob eine Hand, um seine kurzen Haare zu glätten. Er straffte die Schultern und glättete den Pullover mit einer Hand. Dann lächelte er. Er sah nicht schlecht aus, entschied er. Etwas müde nach dem stressigen Tag und dem James Bond-Marathon. Lisa hatte ihn wochenlang aufgezogen, nachdem sie das erste mal in Iantos Wohnung gewesen war und seine James Bond-Sammlung im Wohnzimmer gefunden hatte. Ianto wusste selbst nicht wieso, aber seit er ein Kind gewesen war, hatte James Bond ihn fasziniert. Er hatte die Bücher gelesen und alle Filme gesehen. Lisa hatte immer angenommen, dass er seine Anzüge nur aus Liebe zu dem Geheimagenten so gerne trug. Ianto wusste nicht, ob das stimmte. Er hatte nie wirklich darüber nachgedacht. Aber manchmal wünschte er sich schon, etwas mehr wie James sein zu können. Selbstbewusst, witzig und charmant.

Er legte die Hände auf die Hüften und starrte sein Spiegelbild entschlossen an. "Bond. James Bond", sagte er und kam sich sofort albern vor. Seine Augen fingen eine Bewegung im Spiegelbild der Küche ein und ein leises Lachen ließ ihn herumfahren.

"Das ist ein Witz, oder?", grinste Jack.

Ianto wurde rot und drängte sich an Jack vorbei Richtung Schlafzimmer. "Ich habe dich gar nicht kommen gehört."

Jack grinste amüsiert und machte das Licht in der Küche und dem Wohnzimmer aus. Das Licht im Flur ließ er brennen. Als er im Schlafzimmer ankam, stand Ianto vor seinem offenen Kleiderschrank und versuchte, sich für einen Anzug für den nächsten Arbeitstag zu entscheiden. Jack bemerkte, dass er ihn ignorierte und die Schultern hochgezogen hatte. Er musste lächeln und zog seinen Mantel aus.

Ianto war die ganze Sache mehr als peinlich. Das geschah nicht oft.

Jack entschied sich, ihn etwas aufzuziehen. Er legte von hinten die Arme um Ianto und küsste seinen Nacken. "Hast du gerade so getan, als wärst du James Bond?"

Ianto wehrte ihn ab. "Und wenn?", fragte er stur, blickte Jack nicht in die Augen, sondern riss zwei Anzüge aus dem Schrank und starrte diese an.

"Dann bist du noch niedlicher als ich dachte", antwortete Jack.

Ianto ignorierte ihn.

Jack lachte. "Ich meine, ich bin nicht wirklich überrascht nach heute Nachmittag. Ich habe dich mit der Waffe gesehen." Er wickelte seine Arme wieder um Ianto und flüsterte: "Was hast du da gesagt – 'Versüß mir den Tag', oder?"

Ianto hängte die Anzüge zurück und versuchte, ins Badezimmer zu fliehen, aber Jack holte ihn an der Tür ein. Er griff Ianto um die Hüften und hob ihn hoch, warf ihn über seine Schulter.

"Jack! Jack, lass mich runter!"

Ianto schnappte Luft, als er auf das Bett geworfen wurde und Jacks Körpergewicht auf seinem landete, seine Hüfte zwischen Iantos ausgestreckten Beinen. "Du bist so niedlich", grinste Jack und fuhr mit einer Hand durch Iantos weiche Haare, sodass es in merkwürdigen Winkeln abstand. Seine andere Hand glitt unter den weiten Pullover und streichelte warme Haut. Obwohl Ianto ihn verärgert anstarrte, zitterte der jüngere Mann und bog sich Jacks Körper entgegen. Seine Finger wickelten sich um Jacks Hosenträger und zog ihn näher.

"So niedlich", wiederholte Jack und küsste ihn leidenschaftlich. Ianot wickelte seine Beine um Jacks Hüfte, spürte seinen Widerstand unter Jacks Küssen wegschmelzen. Jack küsste Iantos Gesicht und Halsbeuge, ehe er seine Nase an Iantos Wange drückte. Ianto keuchte und schloss die Augen, als geschickte Finger seine Jeans öffneten und hinein glitten. Jack blickte ihn lächelnd an. Er platzierte einen Kuss auf Iantos Gesicht und lehnte ihre Stirn aneinander. Ianto wickelte einige von Jacks Haarsträhnen um seine Finger und als er seine blauen Augen öffnete, um Jack anzusehen, war der Captain – wie so oft – überrascht, wie jung er aussah mit den zerzausten Haaren, geröteten Wangen und dem erregten Glanz in den Augen. Jack erinnerte sich daran, dass Ianto nicht jung aussah, er war jung. Nicht mal 25. Während der Arbeit benahm er sich erwachsener, versteckte sein Alter unter seinen Anzügen. Hier, in einem Kapuzenpullover und Jeans, unter Jacks Körper ausgestreckt und so offen … er sah aus wie 17.

"Jones, Ianto Jones", flüsterte Jack. "So hast du dich vorgestellt, als wir uns das erste mal getroffen haben."

Ianto schloss verlegen die Augen. "Hör auf."

Jack grinste. "Die Anzüge."

"Jack-"

"Bist du ein großer Fan?"

Ianto seufzte tief und Jack zog seine Hände aus Iantos Jeans, streichelte seine Wange.

"Ja."

"Das hast du mir nie gesagt."

"Ich habe alle Filme und die Bücher. Sie stehen in meinem Wohnzimmer, wo jeder sie sehen kann."

"Ich bin nicht gerade an deinen Regalen interessiert, wenn ich herkomme", antwortete Jack mit einem anzüglichen Grinsen.

Ianto verdrehte die Augen. "Es ist keine große Sache. Ich mag nur die Geschichten, okay?"

Jack grinste. "Du bist in ihn verknallt."

"Nein."

"Das ist so-"

Iantos Hand auf seinem Mund dämpfte das “niedlich“, aber sie hörten es trotzdem beide. Jack leckte über Iantos Handfläche und der jüngere Mann zog sie weg. "Ich mag nur die Geschichten", sagte Ianto.

Jack küsste seine Halsbeuge. "Hm", antwortete er, nicht überzeugt, und schob seine Hand zurück in Iantos Jeans.

"Daran ist nichts niedlich. Viele Leute mögen James Bond."

"Hm." Jack schob den Pullover hoch und küsste einen Weg Iantos Brustkorb hinunter.

"Ich bin nicht in ihn verknallt."

Jack blickte ihn an. "Ianto … ich versuche gerade, dein Bond Boy zu sein. Halt die Klappe."

Ianto lachte. ”Versüß mir den Tag, Captain.”


ENDE
07/10

Komplette Fanfiction Masterlist