?

Log in

No account? Create an account

Previous Entry | Next Entry

Feind im Spiegel

Worte: 40.911
Inhalt: Nach Iantos Verrat glaubt Jack die Kontrolle über sein Team verloren zu haben. Er versucht, die mentalen Wunden zu heilen, obwohl er selbst nicht in der Lage ist, Ianto vollständig zu vergeben. Als das Team dann scheinbar von jemandem bedroht wird, der über Gedankenkontrolle Zugang zu Torchwood sucht, ahnen sie nicht, dass der Feind bereits unter ihnen ist …
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones, Owen Harper, Toshiko Sato, Gwen Cooper, Rhys Williams, Myfanwy, OCs
Pairing: Jack/Ianto, Gwen/Rhys, Tosh/OC, Owen/OC
Rating: PG-13
Spoiler: Tag Eins, Cyber Woman
Setting: nach Cyber Woman
Warnungen: Kraftausdrücke, wirklich kurze Dub-Con Kussszene
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Kapitel 12
Masterliste

***
***


13.


“Wir haben ein Weevil im Victoria Park”, sagte Jack, als er sein Büro in seinem Mantel verließ und das Magazin seiner Webley kontrollierte. ”Gwen, du kommst mit mir.”

Sie nahm ihre Jacke und folgte ihm zum SUV. Owen und Tosh blickten ihnen nach, dann öffnete Owen das Überwachungssystem und zappte durch die Kameras, bis er die Archive gefunden hatte. Ianto stand zwischen zwei Regalreihen und sortierte sich durch die Kisten. Owens Finger zitterten, während er auf den Bildschirm starrte, und er schloss die Augen, um in Iantos Bewusstsein einzudringen.

”Owen!”, unterbrach Tosh ihn und er schaute in ihr besorgtes Gesicht. ”Bist du in Ordnung? Du bist etwas blass.”

”Mir geht’s gut”, antwortete er. Das Verlangen zerrte an ihm.

”Bist du sicher?”, fragte Tosh.

”Ich hab's dir gerade gesagt!”, schnappte er, stand auf und verließ den Hauptraum der Basis ohne ein weiteres Wort. Die schwach beleuchteten Korridore, die zu den Archiven führten, schienen länger zu werden und ihn quälen zu wollen. Der Weg wurde immer weiter, je länger er lief.

Er rannte.

***

Ianto fluchte leise, als ihm eine Kiste aus der Hand rutschte, auf dem Boden landete und ihren Inhalt verlor.

”Wie haben sie es überhaupt so lange ohne eine vernünftige Ablage geschafft?”, fragte er sich selbst. Er kniete sich hin, um aufzuräumen.

”Ianto”, drang Jacks Stimme durch das Headset.

Er antwortete: ”Ja?”

”Ich hole mit Gwen ein Weevil ab. Owen und Tosh sind oben.”

”In Ordnung.”

Jack unterbrach die Verbindung und Ianto sammelte weiter den Inhalt der Kiste ein.

Er bemerkte eine Bewegung aus dem Augenwinkel und stand rasch auf.

”Owen!”, keuchte er. ”Du hast mich erschreckt. Ich habe dich nicht rein kommen hören.”

Der Arzt starrte ihn finster an. Ianto zog sein Jackett zurecht.

”Was? Was ist los?”

Owen hob eine Hand.

”Sieh mal, was ich gefunden habe.” Er hielt einen milchig-weißen Stein.

Ianto streckte die Hand aus.

”Ja, mir ist eine der Kisten hingefallen. Er muss weg gerollt sein. Danke.”

Owen bewegte sich nicht.

”Du hältst dich für sehr clever”, sagte er.

Ianto runzelte die Stirn.

”Ich verstehe nicht.”

”Sex mit dem Boss.”

Ianto verdrehte die Augen.

”Wir werden nicht schon wieder darüber reden, oder? Owen, ich-”

”Halt die Klappe!” Als der Arzt näher kam, machte Ianto einen Schritt zurück. Owen stoppte und grinste. ”Verräter! Du versteckst etwas vor uns.”

”Ich … nein”, antwortete Ianto. ”Owen, du machst mir Angst.”

”Lass mich in deinen Kopf.”

”Wie bitte?” Ianto machte einen Schritt zurück.

”Dann kann ich sehen, was du vorhast.”

”Ich habe nichts vor. Jack war gestern in meinem Bewusstsein. Er hätte es gemerkt, wenn ich etwas verstecken würde, denkst du nicht?”

Owen schnaubte.

”Ja, klar. Unser toller Anführer. Solange du die Beine für ihn breit machst, wird er gar nichts tun. Das ist so erbärmlich.”

Die Worte trafen einen wunden Punkt und Ianto schluckte.

”So war das nicht.”

”Wirklich?”, fragte Owen. ”Wie war es dann, Ianto?”

Ianto hörte schnelle Schritte und dann tauchte Tosh hinter Owen auf. Sie runzelte die Stirn.

”Was ist denn hier los?”

Ianto atmete erleichtert aus.

”Tosh, ich glaube, mit Owen stimmt etwas nicht.”

”Tosh!”, schnappte Owen, ohne sich umzudrehen. ”Geh nach Hause, vergiss, was du gesehen hast, und nimm ein Bad. Sieh dir Notting Hill an. Geh schlafen und wir sehen uns morgen.”

Ianto wurde panisch, als Tosh nickte und sich zum Gehen wandte.

”Tosh!”, rief er.

”Schließ die Tür!”, rief Owen und die schwere Tür fiel ins Schloss. Und Ianto realisierte, dass er in echten Schwierigkeiten steckte. Er griff nach seinem Headset, aber Owen packte seine Hand und entriss ihm das Gerät. Es fiel zu Boden. Owen drückte Ianto an die Wand.

”Owen-”

”Lass mich rein!”

Ianto schrie, als Schmerz in seinem Kopf explodierte, und er starrte Owen schockiert an, als der Arzt ebenfalls aufschrie. Er verlor das Gleichgewicht und wäre zu Boden gerutscht, wenn Owen ihn nicht mit aller Kraft und seinem Körper an die Wand gedrückt hätte. Tränen ließen Iantos Sicht verschwimmen und er spürte, wie seine Schilde Risse bekamen. Owens Augen schienen beinahe schwarz in dem dämmrigen Licht, sein Gesicht eine verzerrte Maske. Der Arzt sah aus, als hätte er Schmerzen, aber er konnte Iantos Hände greifen und an die Wand drücken. Ianto versuchte Owen erst mental, dann körperlich weg zu stoßen. Wenn er jetzt verlor …

”Owen, nein!”, schrie er und keuchte, als der Arzt stärker wurde.

”Lass mich rein”, zischte Owen. ”Lass mich die Wahrheit sehen.”

Dunkle Flecken tanzten vor Iantos Augen. Er schloss die Augen und versuchte, sich zu konzentrieren, versuchte, die unsichtbare Kraft, die sein Bewusstsein angriff, weg zu schieben. Aber er war schon vorher müde gewesen – die letzten paar Tage hatten ihn erschöpft – und sein Kopf schmerzte und er zitterte. Owen war stark und für jemanden, der noch nie einen Fuß in Torchwood 1 oder eines der Psi-Trainings gesetzt hatte, zu stark. Er konnte ihn nicht gewinnen lassen.

”Bitte”, flüsterte er. Owen antwortete, indem er ihn enger an die Wand drängte. Der Arzt fühlte, dass er nah dran war. Iantos Schilde fielen langsam in sich zusammen. Er war so nah dran.

Er lachte, obwohl ihm Tränen des Schmerzes über das Gesicht liefen. Er war noch nie zuvor so nah an Iantos Bewusstsein dran gewesen und die Anstrengung, die es ihn kostete, war beinahe überwältigend. Ja, Menschen aus dem 21. Jahrhundert waren nicht dafür gemacht, aber Owen interessierte das nicht. Ianto keuchte.

”Das ist gut”, murmelte Owen, als er bemerkte, dass er stärker wurde, je länger er Iantos Schilde traktierte.

Ianto konnte seine Kraft schwinden fühlen. Er starrte Owen ungläubig an.

”Owen.”

Der Arzt verzog das Gesicht und atmete durch, um all seine Kraft zu sammeln. Dann brach er durch Iantos Schilde. Owen schrie überrascht auf, als der Gegendruck verschwand. Er starrte in Iantos Augen, nun plötzlich leer und schwach, und er lachte. Es wurde zu einem Kichern, als ihn der Kick traf.

”Das ist toll. Toll. Toll.” Einem Impuls folgend drückte er seine Lippen gegen Iantos und lachte, als der jüngere Mann nach ihm griff und den Kuss wie gewollt erwiderte, sobald Owen seine Hände losließ.

Nach einer Minute drückte Owen ihn weg.

”Hör auf, du Idiot!” Er wusste nicht, wen er meinte. ”Was soll ich mit dir machen?”, fragte er sich selbst. Sein Griff um Iantos Geist lockerte sich und Iantos Bewusstsein kehrte vollends zurück. Ein Blick auf Owen erinnerte ihn an das, was geschehen war. Er schlug sich den Kopf an der Wand an, als er versuchte, von Owen weg zu kommen. Er fühlte sich merkwürdig, etwas war anders und dann bemerkte er, dass seine Schilde nicht mehr da waren. Er versuchte panisch, sie zu aktivieren, aber er war erschöpft und hatte Schmerzen. Er konnte sich nicht erinnern, was er jetzt machen sollte. Er fühlte sich, als hätte jemand sein Bewusstsein neu geordnet und das machte ihm Angst. Owen ließ ihn zu Boden fallen.

”Armer, schwacher Ianto! Der Schoßhund des Chefs. Ich kann nicht glauben, dass Jack dir vertraut hat. Ich kann nicht glauben, dass du erbärmlich genug bist, um dich wieder auf ihn einzulassen. Du bist ein Verlierer”, sagte er.

Ianto keuchte und versuchte, sein Headset zu erreichen, aber Owen trat ihm in den Magen und zerstörte das Gerät mit dem Absatz.

”Lass das. Ich gewinne, Ianto. Ich kontrolliere dich.” Owen kicherte. ”Du kannst nichts tun.” Er drehte sich von Ianto weg und der Archivar rollte sich auf dem Boden zusammen und versuchte, den Schmerz weg zu atmen. Owen drehte sich zu ihm um, sah den verlorenen Gesichtsausdruck und lachte.

”Sag mir, was ich mit einem kleinen Verräter wie dir machen soll!” Er wurde ruhig und sein Gesicht nachdenklich. Dann lächelte er. ”Oh, ja!” Er kicherte. ”Ich weiß es.”

***

Gwen keuchte und half Jack, das bewusstlose Weevil in die Zelle zu schleppen.

Sobald die Tür geschlossen und das Weevil sicher dahinter gefangen war, stöhnte sie auf und streckte sich.

”Diese Dinger sollten eine Diät machen”, sagte sie.

Jack nickte düster.

”Ich bin gespannt, was für eine Erklärung Tosh für ihre Abwesenheit hat.”

Gwen verzog das Gesicht.

”Ich bin sicher, es gibt eine.”

Sie machten sich auf den Weg nach oben - Jack mit wütenden Schritten.

”Oh, und ich bin sicher, die Eltern dieser Teenager hätten ihre Gründe verstanden, wenn ihr Kinder gerade von einem Weevil zerfleischt worden wären. Sie hatten Glück, dass wir das Weevil allein wieder gefunden haben.”

Gwen verstand Jacks Wut, aber sie kannte auch Tosh und die junge Frau war eine der zuverlässigsten Personen auf der Erde. Sie hatte sicher einen guten Grund dafür, nicht anwesend gewesen zu sein. Jack und Gwen hatten das Weevil während der Jagd für eine Minute aus den Augen verloren und normalerweise wäre es Toshs Aufgabe gewesen, es mit ihren allwissenden Computern wieder aufzuspüren, aber ihre Kollegin hatte nicht geantwortet, als Jack sie über sein Headset gerufen hatte. Bevor Jack es bei Ianto oder Owen versuchen konnte, hatten sie das Weevil aber wieder gefunden und konnten eine Gruppe Teenager vor ihm retten. Jack war trotzdem wütend und hatte sich auf dem Rückweg zur Basis ununterbrochen beschwert.

Der Hauptraum der Basis war leer. Sie und Jack standen für ein paar Sekunden schweigend in der Tür.

”Komisch”, sagte Gwen.

”Ja. Wo zum Teufel stecken die alle?”

Im Autopsieraum fiel etwas zu Boden und sie hörten ein gedämpftes Stöhnen. Gwen war bereits auf dem Weg dorthin, aber Jack hielt sie fest.

”Waffe”, flüsterte er und zog seine altmodische Webley.

”Richtig”, antwortete Gwen und wurde etwas nervös. Sie war noch immer nicht ganz an ihre Pistole gewöhnt. Jack ging voran und schlich vorsichtig zum Autopsieraum. Er presste sich an die Wand neben der Tür und Gwen stellte sich auf die andere Seite.

Jack nickte ihr zu und betrat den Raum mit gehobener Waffe. Er schob sie zurück in seinen Gürtel, als er realisierte, was vorging.

”Ianto!”

Gwen wurde blass. Sie steckte ihre Waffe nicht weg, sondern hielt sie bereit, dieses Mal auf den Hauptraum gerichtet. Vielleicht übertrieb sie es, aber sie war sich noch nicht sicher, was hier vorging.

Jack eilte die Treppe hinunter und kniete sich neben Ianto, der mit Tränen in den Augen an der gekachelten Wand kauerte, den Abfalleimer vor sich.

”Jack!”, keuchte er und packte den Ärmel des Captains. ”Oh, Gott, hilf mir.” Er würgte, aber nichts kam heraus. Ianto schluchzte frustriert.

”Was ist los?”, fragte Jack.

”Ich habe versucht, es raus zu bekommen, aber es geht nicht.”

Jack blickte in den Eimer und sah, das Ianto sich bereits übergeben hatte.

”Bist du krank?”, fragte er schnell.

”Nein”, antwortete Ianto und Jack war schockiert, als er versuchte, mit zwei Fingern seinen Würgereiz auszulösen, aber nichts kam.

”Gwen”, sagte Jack, ”ruf Owen an.” Er packte Iantos Schultern. ”Hör auf damit, Ianto.”

”Nein, ich muss es raus bekommen.”

”Was?”, fragte Jack. ”Ianto, wir kriegen das wieder hin.”

Ianto schluchzte.

”Retcon. Ich habe Retcon genommen.”

Kapitel 14