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Feind im Spiegel

Worte: 40.911
Inhalt: Nach Iantos Verrat glaubt Jack die Kontrolle über sein Team verloren zu haben. Er versucht, die mentalen Wunden zu heilen, obwohl er selbst nicht in der Lage ist, Ianto vollständig zu vergeben. Als das Team dann scheinbar von jemandem bedroht wird, der über Gedankenkontrolle Zugang zu Torchwood sucht, ahnen sie nicht, dass der Feind bereits unter ihnen ist …
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones, Owen Harper, Toshiko Sato, Gwen Cooper, Rhys Williams, Myfanwy, OCs
Pairing: Jack/Ianto, Gwen/Rhys, Tosh/OC, Owen/OC
Rating: PG-13
Spoiler: Tag Eins, Cyber Woman
Setting: nach Cyber Woman
Warnungen: Kraftausdrücke, wirklich kurze Dub-Con Kussszene
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Kapitel 16
Masterliste

***
***


17.


Rhys war in der Küche, umgeben von alltäglichen Dingen und der gewohnten Unordnung, die das Zusammenleben von zwei nicht sehr ordentlichen Menschen mit sich brachte und es war so schön und normal, dass Gwen Tränen in die Augen stiegen. Als Gwen in Rhys Blickfeld trat, lächelte er sie an.

”Hallo, Schönheit!” Er schloss den Kühlschrank und öffnete seine Bierflasche. ”Du bist zu Hause. Ich dachte schon, du würdest noch eine Nacht arbeiten müssen.”

”Schwerer Fall”, murmelte sie.

”Ja”, antwortete Rhys. ”Das dachte ich mir. Hey, lass uns Pizza bestellen und diesen Film mit Sandra Bullock sehen, den du so magst. Wir gehen früh ins Bett und morgen kannst du viel entspannter zurück an die Arbeit gehen.”

Gwen schluchzte. Schockiert stellte Rhys die Flasche ab und kam zu ihr, um sie zu umarmen.

”Gwen? Schatz?” Er bemerkte den Schnitt unter ihrer Augenbraue und die Ansätze eines Veilchens. ”Gott. Was ist passiert?”

Sie vergrub ihr Gesicht in seinem T-Shirt und klammerte sich an ihn.

”Was ist los?”, fragte Rhys. ”Gwen, was ist passiert?”

***

“Wieso haben wir nicht früher bemerkt, dass es Owen war?”, fragte Tosh leise, aber sie erwartete keine Antwort. Ianto zuckte mit den Schultern.

Er setzte sich auf die Couch und stellte seine Tasche neben seinen Füßen ab. Jack hatte ihn mit Tosh nach Hause geschickt und erklärt, dass er aufräumen und sich um Owen kümmern würde. Ianto hatte nicht gehen wollen, aber Jack hatte darauf bestanden. Er hatte Ianto auch versichert, dass er weiterhin seine Schilde mit ihm teilen würde, bis er sich wieder erholt hatte. Ianto konnte nur raten, wie viel Kraft es Jack kosten musste, seinen mentalen Schutz über die Entfernung zu teilen, die zwischen der Basis und Toshs Wohnung bestand.

Er seufzte tief.

”Ich erinnere mich kaum an die letzten Wochen.”

Tosh gab ihm ein Glas Wasser und eine Aspirin, bevor sie sich neben ihn setzte. Sie war erschöpft, aber sie wollte sicher gehen, dass Ianto in Ordnung war, bevor sie schlafen gehen würde.

”Jack glaubt, dass das Team nicht funktioniert.” Sie seufzte. ”Er denkt, es ist sein Fehler.”

”Weil er der Anführer ist”, sagte Ianto. Tosh nickte.

Er fragte: ”Und wenn er Recht hat?”

Tosh blickte ihn an.

”Hat er nicht”, sagte sie. Sie zog ihre Beine auf die Couch und lehnte sich an Ianto.

Er legte einen Arm um ihre Schultern.

”Das wird ihm nicht reichen.”

***

Jack lehnte seinen Kopf gegen die Plastikwand, die ihn von Owens Zelle trennte. Der Arzt starrte ihn finster an.

”Gib ihn mir zurück”, sagte er.

”Das kann ich nicht”, antwortete Jack. ”Er ist zerstört.”

”Ich brauche ihn”, sagte Owen.

Jack schüttelte den Kopf.

”Ändert nichts an der Tatsache.”

Owen schlug gegen die Wand.

”Du tötest mich!”

Jack zuckte nicht mal zusammen.

”Geh weg, wenn du mir nicht helfen willst!”

”Ich bleibe.”

”Geh weg! Lass mich allein ...” Owen wandte sich ab. ”... wie alle anderen auch.” Er sank zu Boden und vergrub das Gesicht in den Händen.

Jack seufzte.

”Ich bleibe.”

***

“Du hättest ihn sehen sollen. Jack war so wütend”, flüsterte Gwen und lehnte sich an Rhys, der auf der Couch neben ihr saß. ”Bin ich übereifrig? Glaubst du, er hatte Recht?”

”Du kannst ziemlich überzeugt von dir sein”, antwortete Rhys.

”Ich habe nicht mal bemerkt, dass einer von uns … Drogen genommen hat. Ich meine … zu was für einer Art von Freundin macht mich das?”

Rhys seufzte.

”Du solltest darüber nachdenken, zur Polizei zurück zu gehen. Dieser Job … er ist zu viel für dich. Ich merke, wie du langsam verschwindest und du verbringst mehr Zeit mit ihnen als mit mir. Der Job frisst dich auf.”

Gwen hob den Kopf von seiner Schulter und sah ihn ernst an.

”Ich liebe diesen Job.”

Er schloss die Augen.

”Prioritäten, Gwen. Denk mal drüber nach.”

***

“Manchmal wird es zu viel”, sagte Tosh und legte einen Arm um Iantos Hüfte. Ihr Kopf ruhte auf seiner unverletzten Schulter. Sie lagen auf der Couch, in eine Decke gewickelt. Sie waren an diese Position gewöhnt und es war nichts sexuelles. Sie hatten sich vom ersten Moment an verstanden. Sie waren beide ruhig und zurückgezogen, sie waren beide neugierig und liebten alte Filme. Sie war während seiner Suspendierung für ihn da gewesen, wenn sie nicht gerade arbeiten musste. Daran erinnerte Ianto sich klar und deutlich.

”Manchmal”, stimmte er zu.

Tosh fragte: ”Liebst du ihn?”

Ianto schluckte.

”Ich … weiß nicht. Ich denke nicht.”

”Aber du fängst an, dich in ihn zu verlieben.”

Es war keine Frage, also antwortete Ianto nicht.

”Er war ziemlich besorgt um dich.”

”Ja, ich weiß.” Er seufzte. ”Wir … da war etwas zwischen uns, bevor Lisa … ich … ich bin nicht schwul. Es ist nur … anders.” Er lachte leise. ”Ich denke, es ist egal. Es ist vorbei.”

”Ich wäre da nicht so sicher. Er mag dich wirklich.”

Ianto antwortete nicht und Tosh realisierte, dass sie schon zu viel gesagt hatte. Sie seufzte tief.

”Das ist wirklich bequem. Was dagegen, wenn ich hier einschlafe?”

Er lachte leise.

”Absolut nicht.”

***

Owen lehnte an der Plastikwand, die ihn und Jack voneinander trennte. Sein Kopf hämmerte und das Verlangen erreichte einen neuen Höhepunkt.

”Es tut weh”, sagte er.

Jack nickte.

”Ich weiß. Aber es wird aufhören. Der Verstärker ist zerstört. In ein paar Stunden sollte es dir besser gehen.”

”Ich wollte dir wehtun. Sehr. Ich wollte dich wirklich brechen.”

”Das warst nicht du”, antwortete Jack. ”Nicht eine Sekunde lang. Du wolltest nie jemanden verletzen, Owen, sonst hättest du uns getötet. Irgendetwas in dir hat es geschafft, dich zurückzuhalten. Du hast einen Teil der Kontrolle behalten.”

”Du solltest mir Retcon geben.”

”Nein. Ich kenne dich, Owen. Du bist nicht dieser Mann, der uns die letzten Tage angegriffen hat.”

Owen lachte hilflos.

”Irgendwo schon.”

Jack schüttelte den Kopf.

”Wir alle haben ein inneres Monster. Wir müssen uns nur entscheiden, ob wir es bekämpfen wollen oder ihm die Kontrolle überlassen.” Er sah Owen an. ”Glaub mir. Ich habe Dinge getan … die du nicht glauben würdest. Manchmal aus Dummheit, manchmal aus Liebe oder aber aus Hass.”

Owen starrte zu Boden.

”Es sollte nur Spaß sein.”

”Gedankenkontrolle ist kein Spaß, Owen. Jedenfalls nicht in diesem Jahrhundert auf diesem Planeten. Deshalb will ich nicht, dass Alien-Technologie die Basis verlässt. Das ist, als würde man Höhlenmenschen ein Auto geben. Vielleicht schaffen sie es, es zu starten und damit herumzufahren, aber sie würden wahrscheinlich Unschuldige verletzen oder töten.”

”Der Vergleich ist beleidigend”, antwortete Owen.

Jack lächelte.

”Ich gebe mein Bestes.”

***

Rhys schlief tief und fest, ein Arm um sie geschlungen. Gwen starrte zum Fenster in die Nacht hinaus und fragte sich, was morgen bei der Arbeit passieren würde. Es würde nicht angenehm werden. Sie seufzte tief. Aber sie würde nicht kündigen. Was auch immer passierte, sie war noch nicht bereit, Torchwood zu verlassen. Sie bezweifelte, dass sie das jemals sein würde.

***

Ianto blätterte um und versuchte, es sich etwas bequemer zu machen, aber mit Tosh auf ihm war das kaum möglich. Sie seufzte im Schlaf und drückte sich enger an ihn. Ianto überflog sein Tagebuch und versuchte so, die Erinnerungen der letzten Wochen wachzurufen. Er wusste, dass es möglich war. Gwen hatte es geschafft. Und er wollte wissen, wo er und Jack im Moment standen. Ob er es geschafft hatte, sich bei dem Captain zu entschuldigen.

Es traf ihn aus dem Nichts. Eine Erinnerung – Jacks Geruch, seine Stimme und Iantos Erinnerungen offen für ihn zu lesen. Das Verschmelzen einer bestimmten Erinnerung, das erneute Erleben. Die Zuneigung und Leidenschaft. Jack, der Iantos Gefühle selbst erleben konnte.

Ianto stöhnte auf. Jack wusste es. Die einzige Sache, die Ianto ihm noch verheimlichte, und Jack hatte es herausgefunden. Dass Ianto etwas für ihn empfand. Etwas, das an Liebe grenzte. Er schloss geschlagen die Augen.

***

“Wie lange muss ich hier bleiben?”, fragte Owen.

Jack seufzte.

”Der Stein ist zerstört. Er macht nur abhängig, so lange er funktioniert. Du erlebst gerade die letzten Überreste seines Einflusses. Wir warten noch bis morgen, um sicher zu gehen, aber du fühlst dich bereits besser. Du hast ihn nicht sehr lange benutzt, oder?” Er hob fragend die Augenbrauen.

Owen schüttelte langsam den Kopf.

”Nein. Ein paar Tage. Und ich fühle mich besser. Die Kopfschmerzen verschwinden und … ich habe nicht mehr das Verlangen, dein Bewusstsein zu lesen.” Er lachte hilflos und Jack erzwang ein Lächeln. Owen lehnte seinen Kopf zurück an die Wand und starrte ins Leere.

”Du kannst gehen”, murmelte er, obwohl er das nicht wirklich wollte. ”Ich bin okay.”

Jack schüttelte den Kopf.

”Ich hab's mir gerade bequem gemacht.” Er sah zu Owen. ”Ich glaube, ich bleibe ein Weilchen.”

***

Owen erwachte auf dem unbequemen Bett der Zelle. Er brauchte einen Moment, um zu bemerken, dass er nicht alleine war. Ianto saß am Bettende, in einen Anzug gekleidet, und hielt ihm eine Tasse Kaffee hin.

”Etwas unheimlich”, sagte der Arzt, ”aber trotzdem ein guter Anblick.” Er nahm den Kaffee entgegen. Die Tür war offen.

Ianto bemerkte seinen neugierigen Blick und erklärte: ”Jack glaubt, dass du die Zelle jetzt verlassen kannst, aber du musst bis heute Abend noch in der Basis bleiben, um absolut sicher zu sein, dass du in Ordnung bist.”

Owen nippte an seinem Kaffee und schloss seufzend die Augen.

”Himmlisch”, murmelte er.

Ianto lachte leise.

”Es ist immerhin mein Job.” Er stand auf, um zu gehen.

Owen griff nach seinem Arm.

”Ianto ...”

Der Archivar blickte ihn abwartend an. Owen räusperte sich.

”Hör mal ...” Er war nie gut darin gewesen, sich zu entschuldigen. Er hasste es. Es machte ihn verwundbar. Aber er wusste, dass Ianto es verdiente.

”Ich wollte diese Sachen nie sagen. Dass du … die Beine für ihn breit machst und so.” Ianto hob eine Augenbraue. Owen fuhr fort: ”Du bist … echt okay und … ich ...” Owen verdrehte die Augen. ”Muss ich das tun? Ianto?”

Der Waliser unterdrückte mit Not ein Lächeln.

”Entschuldigung angenommen.”

”Gut”, seufzte Owen. Ianto machte sich auf den Weg nach draußen.

”Aber, oh, hey! Ianto.”

Der Archivar drehte sich zu ihm um und der Arzt hob die Tasse.

”Danke für den Kaffee.”

***

“Man nennt es Verstärker”, sagte Jack. Er sah sein Team an, das um den Tisch im Konferenzraum versammelt war. ”Er kann Rassen ohne Psi-Fähigkeiten helfen Gedanken zu lesen oder aber andere zu manipulieren. Ihr wisst, dass Menschen nicht fähig dazu sind, Gedanken zu lesen. Der Verstärker hat das gemerkt und Owen geholfen.”

”Warte eine Sekunde”, sagte Gwen. ”Wenn du sagst, dass Menschen diese Fähigkeit nicht haben, wie kann Torchwood 1 dann Leute darauf trainiert haben, Angriffe abzuwehren?”

”Ah!”, sagte Jack und hob den Zeigefinger. ”Richtig. Sich zu verteidigen ist nicht das selbe wie Gedanken zu lesen oder jemanden zu manipulieren. Menschen entwickeln diese Fähigkeit im frühen 40. Jahrhundert, wenn sie sich mit anderen Rassen vermischen.”

Owen räusperte sich.

”Das Gerät hat mir also geholfen und ich wurde immer stärker, je öfter ich es angewendet habe, aber es entwickelte sich eine Art Abhängigkeit.”

”Das ist normal”, sagte Jack. ”Die Verstärker galten als beliebt, als sie das erste Mal rauskamen. Es stellte sich leider heraus, dass Menschen und humanoide Rassen nicht gut auf sie reagierten. Sie wurden für diese Rassen verboten, hatte irgendwas mit körpereigenen Hormonen zu tun. In ein anderes Bewusstsein einzudringen setzt Endorphine frei. Normalerweise ist das kein Problem, aber das Gerät verstärkt den Effekt und hat humanoide Rassen dazu gebracht, immer wieder einen weiteren Schub dieser Hormone zu brauchen. Immer wieder einen größeren Schub.”

”Und das war in Owens Fall Ianto?”, fragte Tosh. Jack nickte und blickte zu dem Archivar.

”Ich habe mit euch beiden und Fremden angefangen”, erklärte Owen. ”Als ich es bei Ianto versucht habe, habe ich bemerkt, dass es schwerer ist, ihn zu kontrollieren, aber es fühlte sich dafür auch besser an.”

Ianto verzog das Gesicht, sagte jedoch nichts.

”Also, wir sind uns sicher?”, fragte Gwen. ”Kein Eindringling?”

”Kein Eindringling”, antwortete Jack. ”Der Verstärker wurde zerstört und wir sind außer Gefahr.”

”Bist du sicher?”, fragte Gwen wieder. Jack nickte. Sie hob die Augenbrauen.

”Das bedeutet, dass Ianto kein Gefangener mehr ist, oder?”

Jack lächelte und schüttelte den Kopf.

”Wir haben den Papierkram schon erledigt.” Er räusperte sich und wurde ernst. ”Jetzt zu etwas anderem. Die letzten Wochen … die letzten Monate waren ein Desaster, aber sie haben mich erkennen lassen, dass ich keinen guten Job mache.” Als Tosh ihm widersprechen wollte, hob Jack eine Hand. ”Nicht.”

”Aber, Jack-”

”Nicht”, wiederholte er. ”Ich will nicht ins Detail gehen. Das hier ist keine Gruppentherapie und es wäre falsch, eine daraus zu machen. Hört mir nur zu.” Er stemmte seine Hände auf die Hüften. ”Hier kommt mein Vorschlag: Wir ignorieren, was passiert ist. Wir ignorieren jeden Streit, jedes böse Wort und jeden persönlichen Angriff der letzten Zeit. Wir vergessen sie nicht, denn das wäre dumm, aber wir versuchen, darüber hinweg zu sehen. Wir fangen neu an – jeder von uns. Und wir werden uns bessern. Wenn jemand Torchwood verlassen will, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt.” Alle starrten auf den Tisch und Jack nickte. ”Dachte ich mir. Seid ihr also einverstanden?” Sie nickten. ”Okay. Könnt ihr mich jetzt ansehen und lächeln?” Sie gehorchten und Jack lächelte zurück.

”Mein Team”, sagte er. ”Ich war nie stolzer.”

***

“Sir?”, fragte Ianto und betrat Jacks Büro.

”Ja?”

Ianto hielt ein paar Akten hoch.

”Die Aussagen die letzten Tage betreffend.”

Jack nickte und Ianto legte die Ordner auf den Tisch. Zwei Tage waren vergangen, der Riss war ruhig geblieben und sie waren alle mit Papierarbeit und eigenen Projekten beschäftigt gewesen. Zuerst waren sie vorsichtig miteinander gewesen, aber schon bald verfielen sie in alte Routinen – Gwen und Owen stritten über Kleinigkeiten, während Tosh sie dabei beobachtete und ab und zu genervte oder amüsierte Blicke mit Ianto austauschte. Jack war seit Wochen nicht so entspannt gewesen.

”Sir.”

Jack sah zu Ianto auf, der plötzlich nervös wirkte, und hob fragend die Augenbrauen.

”Ich denke … ich habe mein Tagebuch gelesen, um ein paar Erinnerungen wachzurufen.”

”Hat es funktioniert?”

”Sehr gut sogar”, antwortete Ianto mit einem kleinen Lächeln. ”Und ...” Er seufzte. ”Ich erinnere mich daran, dass wir … diese Erinnerung geteilt haben.”

Jack nickte.

”Ja.”

”Ich erinnere mich an die … Emotionen, die damit verbunden waren.”

Zuneigung. Leidenschaft. Jack liebte diese Erinnerung und blickte nicht verbittert darauf zurück.

”Ja”, sagte Jack.

”Du bist nicht … ich vermisste … Wut oder Verrat oder etwas in der Art.”

Jack stand auf und kam um seinen Schreibtisch herum.

”Du hast mir das Wertvollste anvertraut, dass Menschen haben. Du hast mir erlaubt, mich in deinen Erinnerungen zu bewegen. Ich hätte alles mögliche machen können. Erinnerungen und Emotionen ausspionieren, dich manipulieren ...”

”Ich weiß, Sir.”

”Sie haben dir beigebracht, niemals jemanden reinzulassen.”

”Ja, Sir.”

”Du hast es trotzdem getan.”

”Ich vertraue dir.”

”Richtig”, sagte Jack. ”Das ist deine Antwort.”

Gwen klopfte an den Türrahmen.

”Wir gehen was trinken. Kommt ihr auch?”

”Gerne”, nickte Jack.

Er blickte zu Ianto, der zögerte, aber nach einem ermutigenden Lächeln von Jack mit den Schultern zuckte.

”In Ordnung.”

”Okay, wir gehen ihn zehn Minuten los.” Damit ließ sie sie wieder allein. Ianto nahm Jacks Mantel vom Haken und half dem Captain hinein.

Während er den Stoff über den Schultern glättete, meinte Jack: ”Du erhältst Schießunterricht, sobald deine Schulter wieder ganz verheilt ist.”

”Sir?”

”Ich will, dass du das Team auf Einsätze begleitest, falls Not am Mann ist. Du wirst vom General Support zum Ersatz-Agenten befördert. Dafür brauchst du mehr Training.”

Ianto starrte ihn an und Jack legte eine Hand an seine Wange.

”Du bist soweit.” Er wandte sich ab und ging Richtung Tür.

”Sir”, sagte Ianto und Jack drehte sich zu ihm. Ianto trat auf ihn zu. ”Wegen dieser Erinnerung und … meinen Gefühlen ...”

Jack grinste.

”Oh, Ianto Jones, warten wir ab, was die Zukunft bringt.”

Ianto wurde rot.

”Die Zukunft?”

Jack nickte.

”Keine Eile ...” Er küsste Iantos Stirn. ”Dieses mal machen wir alles richtig.”


ENDE
07/10

Sequel: Weinende Erde