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Stargate Atlantis: Routine (Fanfiction)

Routine

Worte: 889
Inhalt: ”Wir haben eine Liste, auf der steht, was wir tun müssen, um zu helfen und wenn nichts hilft, dann geben wir auf. Es ist Routine. Aufgeben ist Routine.”
Charaktere: Rodney McKay, Carson Beckett
Rating: PG
Anmerkung: Geschrieben für Runde 1 des stargate_las . Der Prompt lautete Routinen.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Stargate Atlantis und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

***
***


“Routine“, sagte Rodney und drehte sich von Carson weg, der aussah, als hätte das Wort ihn verletzt.

Als Carson nicht wie verabredet zum Mittagessen zum Team stieß und Rodney ihn weder in seinem Quartier noch in der Krankenstation finden konnte realisierte der Wissenschaftler, dass er die noch junge Freundschaft zu dem Schotten vielleicht endgültig zerstört hatte – mit nur einem Wort.

***

Es war Evan Lorne, der Rodney sagte, wo Carson zu finden sei. Es war spät am Abend und die Lichter der Stadt erleuchteten den Pier sanft. Es war kalt, ein eisiger Wind fuhr durch Rodneys Haar, und er war versucht, Carson hier draußen alleine sitzen zu lassen und zu warten, bis er von selbst zurück in seine warmes Quartier kam. Aber er war bereits den weiten Weg bis hier draußen zum Pier gelaufen – ein ganzes Stück von der Stadt entfernt – und er würde jetzt nicht umdrehen. Carson saß am Ende, seine Beine baumelten über dem Meer, und beobachtete den Ozean.

”Weißt du”, sagte Rodney und setzte sich neben ihn, ”ich habe den ganzen Nachmittag nach dir gesucht. Du musst meine Funksprüche gehört haben.”

Carson zog sein Headset aus der Hosentasche und legte es auf den Boden zwischen ihnen.

”Kein Wunder, dass du nicht geantwortet hast.” Er seufzte. ”Oder irgendjemanden sonst.”

”Niemand hat mich gebraucht”, antwortete Carson. ”Ich habe mir den Nachmittag frei genommen und meine Leute können auch gut ein paar Stunden ohne mich auskommen.” Als er den Kopf zu Rodney drehte, schnitten die Lichter der Stadt Schatten auf sein Gesicht. ”Was machst du hier draußen?”

Rodney zuckte mit den Schultern.

”Na ja … Spazieren gehen.”

”Spazieren gehen”, wiederholte Carson. ”Du?”

”Ja”, antwortete Rodney gereizt. ”Ich mache das von Zeit zu Zeit. Ich liebe Spaziergänge. All die frische … eisige Luft.”

Carson lächelte und schüttelte den Kopf.

”Also ...”, sagte Rodney. ”Was machst du hier draußen?”

Carson zuckte mit den Schultern.

”Ich denke nach.”

”Worüber?”

”Kündigen.”

Rodney schluckte. Dieses Gespräch handelte nicht von Wissenschaft, was es schwierig für ihn machte. Er war manchmal ein emotionaler Krüppel. Seine Schwester hatte Recht.

”Warum?”

”Routine”, antwortete Carson und was zum Teufel sollte das bedeuten? Rodney hatte keine Ahnung. Er wusste nur, dass er Carson mochte. Er war humorvoll, ließ sich nicht von Rodneys Stimmungsschwankungen einschüchtern, war clever und vertrauenswürdig. Er war vielleicht der beste Freund, den Rodney je hatte. Er musste die Dinge zwischen ihnen in Ordnung bringen, obwohl er nicht wusste, was nicht stimmte.

”Tut mir leid”, sagte er.

Carson blickte ihn mit gehobenen Augenbrauen an.

”Was denn?”

Verdammt.

”Dass ich … ich … wegen …” Rodney gestikulierte vage Richtung Meer. Carson schien verwirrt.

Rodney konnte ihm das nicht übel nehmen.

”Ich weiß es nicht”, gab er zu. ”Es ist nur, weil wir vorhin geredet haben und dann warst du plötzlich weg. Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe, aber es tut mir trotzdem leid.”

Carson lachte.

”Du hast nichts falsch gemacht, Rodney. Warum solltest du das denken?”

Rodney runzelte die Stirn.

”Du versteckst dich hier draußen.”

”Weil ich etwas deprimiert bin. Das ist nichts neues.”

”Deprimiert? Du?”

Carson war nie deprimiert oder pessimistisch oder wütend.

”Erinnerst du dich, worüber wir vorhin gesprochen haben?”, fragte Carson.

Rodney nickte.

”Die Umsiedlung der Jablianer.”

Carson nickte.

”Sie wollen ihren Planeten nicht verlassen, Rodney. Die Wraith sind auf dem Weg zu ihnen und wir können sie nicht davon überzeugen zu fliehen.”

”Aber wo liegt das Problem?”, fragte Rodney.

”Colonel Sheppard hat heute aufgegeben. Elizabeth hat aufgegeben. Sie haben sich verabschiedet und einen Planeten verlassen, der in den nächsten 36 Stunden überfallen wird. Kinder, Männer und Frauen – alle tot.”

”Wir haben getan was wir konnten, Carson. Wir haben mit ihnen gesprochen und ihnen erklärt, was passieren würde, aber sie wollten nicht zuhören. Sie wollen ihr Zuhause nicht verlassen.”

”Ich weiß. Ich bin nur … als wir vorhin darüber gesprochen haben, hast du genau dasselbe gesagt.”

”Ja”, sagte Rodney, ”weil es Routine ist. Wir können nicht mehr tun.”

”Es ist Routine”, wiederholte Carson. ”Wir haben eine Liste, auf der steht, was wir tun müssen, um zu helfen und wenn nichts hilft, dann geben wir auf. Es ist Routine. Aufgeben ist Routine.” Er seufzte. ”Ich glaube nicht, dass ich das noch länger kann.”

Rodneys Griff um die Kante des Piers festigte sich und er lehnte sich vor, um ins dunkle Wasser zu blicken. Er wusste nicht, was er sagen sollte.

”Fühlst du dich nicht … abgestumpft?”, fragte Carson.

”Abgestumpft?”

”Allem gegenüber. Wir kamen hierher, haben eine Basis errichtet und wir waren so fasziniert … das hat sich geändert. Es ist Alltag geworden.”

Rodney nickte.

”Du hast Recht”, sagte er, ”aber wir können nichts dagegen tun.”

Carson nickte traurig.

”Ja.”

Sie waren einige Minuten stumm, dann fragte Rodney: ”Also … bist du nicht sauer auf mich?”

”Nein”, lächelte Carson. ”Wieso sollte ich?”

Rodney zuckte mit den Schultern. Carson atmete tief durch.

”Es ist wundervoll hier draußen.”

”Ja”, antwortete Rodney.

”Wir sollten öfter herkommen”, schlug Carson vor.

”Das ist sogar eine gute Idee”, antwortete Rodney. ”Unsere eigene Routine.”


ENDE
09/10

Komplette Fanfiction Masterlist

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