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Kapitulation

Worte: 466
Inhalt: Nun war Marian wirklich allein. Der einzig Grund, aus dem sie noch an diesem Leben festhielt, war nicht mehr da. Warum sollte sie es also weiter versuchen? Warum kämpfen?
Charaktere: Marian Wallace
Rating: PG
Spoiler: 2.04 - Pathogen
Setting: irgendwann vor Pathogen
Anmerkungen: Geschrieben für den stargate_las  Prompt Alone.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Stargate Universe und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

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Sie öffnete den Küchenschrank und nahm eine der vielen Pillendosen heraus. Während sie sie öffnete, fanden ihre Augen das Foto, das an die Tür des Schrankes geklebt war. Sie erstarrte. Elis Lächeln war groß und sorglos und ihr eigenes müde, aber glücklich. Sie standen im Vorgarten, die Arme umeinander gelegt. Es war ihr Geburtstag gewesen und Marian war kurz zuvor aus dem Krankenhaus entlassen worden, nachdem sie eine schlimme Erkältung überlebt hatte – gerade so. Sogar etwas so einfaches wie eine Erkältung war nun für sie gefährlich. Eli war rund um die Uhr für sie da gewesen, besorgt aber mit einem Lächeln. Sie vermisste ihn so sehr, dass es weh tat.

Marian Wallace war nicht daran gewöhnt, allein zu sein. Nachdem ihr Mann sie verlassen hatte, hatte sie natürlich mit der Tatsache umgehen müssen, dass sie alleine war, aber sie hatte sich nicht einsam gefühlt. Da war immer Eli gewesen, ihr freundlicher und sanfter Eli, der zu viele Fragen stellte, immerzu redete und nachdachte und lachte, obwohl er alles über HIV und AIDS wusste. Er hatte recherchiert, nachdem sein Vater gegangen war. Marian hatte ihn an einem sehr frühen Morgen in der Küche gefunden, Bücher aus der Bibliothek auf dem Tisch ausgebreitet.

"Was machst du da?", hatte Marian gefragt und Eli hatte sie nur angesehen und geantwortet: "Ich muss jetzt für dich da sein."

Und Marian hatte sich so schuldig gefühlt, weil sie den Druck, der ihre Krankheit auslöste, auch auf den Schultern des Jungen abgeladen hatte. Aber Eli hatte Wort gehalten, sie zum Arzt gefahren, mit den Einkäufen geholfen und bei ihr gesessen, wenn sie sich nicht wohl gefühlt hatte. Sie war so stolz gewesen, als er ihr gesagt hatte, dass er zum MIT gehen würde. Er hatte ihr nie verraten, warum er es aufgegeben hatte. Sie war noch immer besorgt, dass es etwas mit ihr zu tun gehabt hatte. Sie wusste, dass sie vielleicht zu hart zu ihm gewesen war nach dem MIT, als Eli einfach aufzugeben schien und seine Nächte vor dem Computer verbrachte. Sie war zu hart zu ihm gewesen und deshalb hatte er den Job beim Militär angenommen. Ihr kluger Eli, zu intelligent, als dass es gut für ihn sein konnte – zu intelligent für sie – und jetzt konnte sie an nichts anderes mehr denken als die Tatsache, dass er getan hatte, was sie wollte, und sie war nie unglücklicher gewesen. Er hatte einen großartigen Job und bewirkte großartige Dinge. Dinge, die so großartig waren, dass er nicht mehr anrief oder sie besuchte oder ihr einfach irgendein Zeichen gab, dass er noch lebte.

Nun war Marian wirklich allein. Der einzig Grund, aus dem sie noch an diesem Leben festhielt, war nicht mehr da. Warum sollte sie es also weiter versuchen? Warum kämpfen?

Sie schloss die Dose und stellte sie zurück in den Schrank.


END
11/10

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