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Brute Force 1/14

Worte: 45.503
Inhalt: Banken in L.A. werden scheinbar wahllos ausgeraubt. Die Räuber sind dem FBI immer einen Schritt voraus - bis Charlie sich in die Ermittlungen einbringt und selbst ins Visier der Bande gerät.
Charaktere: Charlie Eppes, Don Eppes, Colby Granger, David Sinclair, Megan Reeves, Larry Fleinhardt, Amita Ramanujan, OCs
Pairing: Charlie/Amita (Pre-Ship)
Rating: PG-13
Spoiler: Keine
Setting: Zwischen Season 1 und 2 – Megan und Colby sind schon dabei, aber sie kennen Charlie noch nicht.
Warnungen: Gewalt, verbale Homophobie
Anmerkungen: Meine erste Numb3rs-Story. Es hat etwas gedauert, sie zu übersetzen, ich wollte aber die englische und die deutsche Version gleichzeitig auf meinem LJ veröffentlichen.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Numb3rs und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Prolog
Brute Force Masterlist

***
***


1.


“Willkommen in meinem persönlichen Albtraum!“, sagte Agent Megan Reeves und ihr Kollege Don Eppes blickte von seinem Schreibtisch zu ihr auf. Sie hielt eine schneeweiße Karte in der Hand, auf der in geschwungenen, goldenen Lettern Einladung zur Hochzeit stand. Megan hielt die Karte, als wäre sie eine chemische Waffe kurz vor der Explosion. “Meine gehasste Cousine heiratet und ich bin ihre Trauzeugin.“

Don lachte. “Ich nehme also an, dass sie keine Ahnung hat, dass du sie nicht leiden kannst.“

“Sie ist grauenvoll. Sie ist …“ Megan suchte nach Worten, blickte im Großraumbüro des FBIs herum und entschied sich dann für: “… grauenvoll.“

“Sag ab“, riet Don.

“Das wäre unhöflich, nicht wahr?“, fragte Megan und kniff fragend die grünen Augen zusammen, ein Hoffnungsschimmer in ihrem Blick offensichtlich.

“Willst du jetzt, dass ich dir die Erlaubnis gebe abzusagen?“

“Als mein Vorgesetzter könntest du mir eine Entschuldigung schreiben“, antwortete Megan und strich sich die hellbraunen Haare hinter die Ohren, ehe sie die Karte auf ihren Schreibtisch fallen ließ, der gleich hinter dem von Don stand. Ein Mann kam von den Aufzügen in seine und Megans Richtung geeilt. Die Jeans, die Umhängetasche und dicke Jacke waren nass vom Regen draußen, die Turnschuhe hinterließen feuchte Spuren auf dem Boden und die dunklen Haare hingen ihm nass in die Stirn.

“Don“, sagte er und legte ein Blatt Papier auf den Schreibtisch des Agents. Megan hatte ihn nicht kommen hören und blickte sich etwas erschrocken um. Er strich sich die nassen Haare aus dem Gesicht und Don war versucht zu fragen, warum sein Bruder den neu erworbenen Führerschein nicht benutzte, anstatt bei einem solchen Wetter das Fahrrad zu nehmen. Aber Charlie kam ihm zuvor: “Ich habe keine Zeit, aber ich wollte dir deine Statistiken vorbei bringen.“

Don lächelte amüsiert. “Dir auch einen Guten Morgen.“ Der junge Mann lächelte und trat rasch einen Schritt von Dons Schreibtisch weg, als er auf die Akten darauf tropfte. Megan trat näher an Don heran und in Charlies Blickfeld, neugierig geworden. Don deutete auf seine Kollegin. “Das ist Megan Reeves. Sie ersetzt Terry. Mein Bruder Charlie.“

Megan erinnerte sich: “Oh, das Mathe-Genie.“ Sie hatte sich durch einige gelöste Fälle des letzten Jahres gearbeitet und war dabei immer wieder über Charlies Namen gestolpert. Sie hatte nur nicht erwartet, dass er so jung war. Charlie schüttelte ihre Hand, wandte sich dann aber sofort wieder an Don.

Er zuckte mit den Schultern: “Sorry, ich bin echt in Eile.“

Don nahm das Papier zur Hand, das sein Bruder ihm gebracht hatte. “Wann bist du das nicht?“

Megan warf einen neugierigen Blick auf die Zahlen. “Was ist das?“

Charlie zog am Tragegurt seiner Umhängetasche. “Baseball-Statistiken.“ Er rollte die Schultern und suchte eine bessere Position für den Gurt der überfüllten Tasche. Megan versuchte, das Gewicht zu schätzen, war aber überfragt. Auf jeden Fall steckten eine Menge Bücher darin, denn der Stoff der Tasche war bis zur Schmerzgrenze ausgebeult.

Don erklärte: “Er hat eine Wette verloren.“

Charlie hob eine Hand. “Was statistisch gesehen nicht hätte passieren dürfen. Das war eine Anomalie.“

Don grinste. “Nein, Kumpel, du hast nur kein Talent im Golfen.“ Er faltete das Blatt, ehe er es in seine Hemdtasche steckte. “Und jetzt habe ich gute Chancen, ein paar Baseball-Wetten gegen David zu gewinnen.“

Charlie hob mahnend eine Hand. “Diese Berechnungen sind keine Garantie.“

Don grinste ihn an. “Aber sie sind eine Chance für mich.“

Charlie verdrehte die Augen. “Ich muss los.“

Don fragte: “Wohin so eilig?“ Er wusste, dass Charlie an diesem Vormittag keinen Unterricht gab.

“Ich habe Amita versprochen, pünktlich zu sein. Wir werden auf ihre Cousine aufpassen.“

Don weitete ungläubig die braunen Augen. “Du und Babysitten?“ Charlie zuckte mit den Schultern, winkte halbherzig und war verschwunden.

Megan hob beeindruckt die Augenbrauen. “Er ist schnell wie der Wind.“

“Ja“, antwortete Don grinsend, “die Freundlichkeits-Gene habe ich geerbt.“

Agent Colby Granger legte an seinem Schreibtisch nur ein paar Schritte entfernt das Telefon auf, stand auf und winkte seinem Partner David Sinclair ihm gegenüber, ihm zu folgen. Aufgeregt kam er zu Don und Megan, während er sein Jackett anzog. “Wir haben wieder einen.“ Megan nahm ihre Jacke – sofort professionell. Don und sie folgten Colby und David zu den Aufzügen.

Don zog seine Jacke über den Anzug und kontrollierte, ob er sein Handy dabei hatte. “Wo?“

Colby drückte ungeduldig den Knopf für den Fahrstuhl. “Wieder eine Filiale der Bank of America. Wieder keine Toten, drei Verletzte, 1 Million Dollar wurden gestohlen.“

Don fluchte. “Das ist die achte Bank, die diese Typen ausgeräumt haben.“

David nickte bestätigend. “Insgesamt haben sie jetzt 10 Millionen Dollar erbeutet“, rechnete der Afro-Amerikaner ihnen vor. Sie bestiegen die Aufzugkabine.

Don stemmte die Hände in die Hüften. “Sehen wir zu, dass das der letzte Raub war.“

***

Sie waren klüger, geschickter und schneller als alle anderen Bankräuber, die Don bisher verfolgt hatte. Sie kamen mitten in der Nacht und betraten die Banken, als gehörten sie ihnen, nachdem sie die Kameras ausgeschaltet hatten. Die Raube wurden erst am nächsten Morgen bemerkt. Es fehlte immer Bargeld aus dem Safe, aber auch Schließfächer wurden aufgebrochen. Don und Megan standen mit dem Filialleiter im Eingangsbereich der Bank of America in Chinatown. Der Direktor – ein untersetzter Mann in den 40ern - gestikulierte wild mit den Händen, während er sprach. “1 Million Dollar fehlen und der Inhalt einiger Schließfächer. Das kann ich meinen Kunden doch unmöglich erklären. Was soll ich sagen? Dass die hier rein gekommen sind, ohne, dass jemand was gemerkt hat? Wie machen die das?“ Don hob die Augenbrauen und blickte zu Megan, die mitfühlend nickte. Sie hörten immer dasselbe von den Opfern. Die Agents stellten den Beraubten auch immer dieselben Fragen, in der Hoffnung, auf einen Hinweis zu stoßen.

Don stemmte die Hände in die Hüften, warf einen kurzen Blick durch die gläsernen Eingangstüren hinaus in das regennasse L.A., auf die Neugierigen und die Presse, die sich vor der Bank versammelt hatten .

“Waren das besondere Fächer?“ Bisher waren immer die Fächer der reichsten zehn Kunden der Bank ausgeräumt worden. Niemals hatten sich die Täter einen Fehlgriff erlaubt. Colby hatte schon an einen Insider gedacht, aber die Räuber überfielen verschiedene Banken, die sich unter Garantie nicht darüber austauschten, wer bei ihnen welche Schließfächer besaß.

Der Mann zuckte mit den Schultern. “Ich müsste im Computer nachsehen, wer sie gemietet hat.“

Megan nickte. “Tun Sie das und lassen Sie uns die Liste zukommen. Sonst noch was?“ Der Direktor zuckte hilflos mit den Schultern und schüttelte dann den Kopf.

***

Megan drängte sich mit Don durch die Menge der Neugierigen vor dem abgesperrten Eingangsbereich der Bank. Die halbe Straße war für die Wagen des FBIs gesperrt worden. Die Spurensicherung war vor Ort, ein Einsatzteam des SWAT durchsuchte die Kellerräume der Bank, um sicherzugehen, dass niemand zurückgeblieben war und Don und David hatten ihre Wagen neben denen der Polizei geparkt. Colby und Megan waren bei ihnen mitgefahren. Es war ein kühler Januar-Tag, über Nacht hatte es zu regnen begonnen und seitdem nicht mehr aufgehört. Der Himmel blieb bewölkt und kündigte weiteren Niederschlag an. Für die sonnenverwöhnten Bewohner L.A.s Grund genug, die dicken Jacken rauszuholen. Don steckte die Hände in die Jackentaschen. Eine Reporterin hielt ihm ein Mikro vor das Gesicht. “Agent Eppes, das ist der dritte Überfall innerhalb kürzester Zeit. Haben Sie schon Spuren?“

“Kein Kommentar“, antwortete er. “Wenden Sie sich an unsere Presseabteilung.“ Sie passierten in den abgesperrten Bereich, in dem die Wagen der Ermittler und der Spurensicherung standen. Sie blieben zwischen Dons und Davids Dienstwagen stehen und blickten nachdenklich zurück zum Gebäude.

Megan schlug den Kragen ihres Mantels hoch. “Die wissen genau, was sie wollen und sie leisten sich nie einen Fehler. Es müssen Profis sein.“

Don zuckte mit den Schultern. “Das haben wir doch alles schon geprüft und das LAPD bereits vor uns. Wir brauchen dringend neue Hinweise.“ Er dachte auch bereits daran, seinen Bruder zu rekrutieren. Bisher hatte Charlie ihnen mit seiner Mathematik immer ein gutes Stück vorwärts geholfen. Vor ein paar Jahren hätte Don nie geglaubt, dass er mit seinem Bruder zusammen arbeiten würde. Und vor knapp einem Jahr hätte er nie gedacht, dass Charlie mehr konnte, als ihm bei Aktienbetrug oder Steuerhinterziehung zu helfen. Dass er tatsächlich Mörder aufspüren konnte. Colby und David gesellten sich zu ihnen.

Auf Dons fragenden Blick hin schüttelte Colby den Kopf. “Wir haben die Sicherheitsvideos angesehen und mitgenommen. Dasselbe wie bei den anderen beiden Banken. Kurz vor dem Überfall schalten sich die Kameras ab und anschließend wieder ein. Die Kameras der umliegenden Geschäfte sind noch nicht geprüft, aber das wird auch dasselbe wie bisher sein – sie kundschaften die Gegend gut aus und halten ihre Gesichter immer abgewendet. Wir bitten die Öffentlichkeit um Mithilfe. Jeder, der die Typen auf dem Weg zur Bank gesehen hat, soll sich melden. Aber das hat uns schon bei den beiden letzten Überfällen nichts gebracht. Um die Uhrzeit ist selten jemand unterwegs.“

Megan lehnte sich ans Auto. “Sie gehen einfach in die Bank rein. Sie müssen die Codes für das Sicherheitssystem haben.“

David zuckte skeptisch mit den Schultern. “Sicher, aber woher?“

Colby meinte: “Kommen wir auf die Theorie mit dem Insider zurück.“

Don verschränkte die Arme und blickte zur Bank. “Sie hätten einen in allen acht Banken haben müssen. Das ist unwahrscheinlich, aber wir überprüfen am besten trotzdem alle Angestellten. Ich werde Charlie mal fragen.“ David nickte zustimmend. Don fuhr fort: “Kümmert euch um die Kameras in den umliegenden Geschäften. Vielleicht haben die was aufgezeichnet. Bisher hatten wir zwar auch da kein Glück, aber man weiß ja nie.“ Er setzt sich in seinen Wagen und fuhr davon. David öffnete die Tür zu seinem Auto. Colby und Megan stiegen mit ihm ein – Colby auf der Rückbank.

Nachdem sie den Winter ausgesperrt hatten und die Standheizung zu laufen begann fragte Colby: “Wer ist Charlie?“

Megan antwortete: “Dons Bruder.“

David erklärte: “Er ist Mathe-Professor an der CalSci. Er hat uns schon öfter mit seinen Zahlen geholfen.“

Colby zog skeptisch die Augenbrauen zusammen. “Mathematik?“

Megan zuckte mit den Schultern. “Ich habe noch nicht mit ihm zusammen gearbeitet, aber ich habe in alten Fallakten gelesen, dass sie schon Erfolge hatten.“

David nickte bestätigend. “Ich war dabei. Er ist unglaublich. Ein richtiges Genie. Vor einem halben Jahr hat irgendjemand hin und wieder versucht, sich in die Zeugenschutzdatenbank des FBI einzuschleusen – sichere Häuser, neue Identitäten … alles wird dort abgespeichert und ist teilweise nur für die betroffenen Agenten zugänglich. Die Daten sind ein Hochsicherheitstrakt, aber unser Hacker hätte es beinahe geschafft. Charlie hat mit zwei unserer Sicherheitsexperten wochenlang ein neues Passwortnetz konstruiert.“

Colby wirkte beeindruckt. “Habt ihr den Hacker gekriegt?“

David nickte. “Er beteuert seine Unschuld, aber die Beweislast bringt ihn ins Gefängnis.“

Colby schüttelte den Kopf. “Trotzdem glaube ich nicht, dass uns Mathematik helfen kann. Das ist doch, als würde ich behaupten, ich könnte die Gedanken der Täter lesen und deshalb sehen, wo sie sich aufhalten. Niemand kann so etwas errechnen.“

David lachte: “Charlie würde dich für so eine Bemerkung lynchen.“

Megan zuckte mit den Schultern. “Es hat in der Vergangenheit geholfen, Colby, also sollten wir es zumindest versuchen.“

***

Charlies Bürotür stand offen und Don hörte ihn und Amita lachen. Er blieb unter der Tür stehen, die Akten für Charlie unter einen Arm geklemmt. Das Büro seines Bruders war ein geordnetes Chaos. Charlie wusste, wo alles lag, aber Don war jedes Mal überfordert, wenn er die voll gestopften Regale und Büchertürme auf Stühlen und Tischen sah. Das Büro spiegelte Charlies Gedanken wider – ein heilloses Durcheinander aus Formeln, Zahlen und Fakten. Sein Bruder saß auf seinem Stuhl an seinem ewig mit Papieren und Büchern überfüllten Schreibtisch. Seine Assistentin und beste Freundin Amita hatte einen freien Platz auf der Tischplatte gefunden und saß mit dem Rücken zu Don. Sie fütterte ein Kleinkind auf Charlies Schoß. Don schüttelte fassungslos den Kopf. Er hatte nicht gewusst, dass Charlie Kinder mochte. Er hatte seinen Bruder nie mit einem Kind gesehen. Und wenn Don es nicht besser wüsste, würde er die drei vor sich für eine Familie halten. Die Kleine hatte lockige, dunkle Haare wie Charlie, Amitas dunkleren Teint und die tiefbraunen Augen, die sowohl Charlie als auch Amita hatten.

“Ich hoffe, ich störe nicht“, sagte er und trat ein. Charlie blickte zu ihm auf und Amita rutschte vom Schreibtisch. Sie drehte sich zu Don um.

Charlie stand auf, die Kleine auf seiner Hüfte, einen Arm um sie geschlungen, als hätte er sein Leben lang nichts anderes gemacht. “Nein, natürlich nicht.“

“Hi, Amita“, grüßte Don lächelnd.

Sie lächelte zurück und strich sich eine dunkle Haarsträhne hinter das rechte Ohr. “Hallo. Sollte ich gehen?“

Don antwortete: “Nein, natürlich nicht.“ Er schloss die Tür. “Charlie, ich brauche deine Hilfe. Und ich glaube, Amita, deine ebenfalls.“ Sie zog überrascht die Augenbrauen hoch. Bisher hatte sie höchstens gemeinsam mit Charlie an den Fällen des FBIs gearbeitet. Es war das erste mal, dass Don andeutete, er könnte ihre Hilfe im Speziellen brauchen. “Wir arbeiten an diesen Bank-Überfällen“, sagte Don mehr zu Amita als seinem Bruder. Erst letzte Woche hatte er einen Abend mit seinem Vater und Charlie verbracht und sich darüber beschwert, dass sie in dem Fall nicht weiterkamen.

Amita nickte. “Es war in den Nachrichten.“

Charlie wusste, dass Don mit dem Fall nicht gut voran kam. Er war frustriert und wenn Charlie helfen konnte, das zu ändern, dann würde er es tun. “Womit kann ich helfen?“

“Ich brauche so eine Ausgangspunkt-Berechnung, wie du sie damals bei dem Serienmörder gemacht hast. Du weißt schon, die Wassersprenkler-Geschichte.“

Charlie nickte bestätigend. “Du willst wissen, wo sie her kommen.“ Er seufzte. “Ich habe noch die Aufzeichnungen, die das FBI über das Vorgehen von Bankräubern gemacht hat. Damit kann ich schon einiges anfangen.“

Don reichte ihm die Akten in seiner Hand. “Kopien von den Berichten der aktuellen Überfälle. Acht Banken haben sie bisher ausgeräumt. Verschiedene Häuser, aber sie haben es häufiger auf die Bank of America abgesehen als auf andere Ketten. Ich fürchte, wir wissen nicht viel mehr als das.“

Charlie nickte und setzte das Kind in ihren Wagen, ehe er Don die beängstigend schmalen Akten aus der Hand nahm und sie durchblätterte. Er setzte sich auf seinen Stuhl zurück. “Okay. Ich tue, was ich kann.“

Don fuhr fort: “Amita, wir nehmen an, dass die Räuber die Alarmcodes der drei Banken kannten. Sie kamen nachts rein, ohne Aufsehen zu erregen. Außerdem haben sie es auf Schließfächer bestimmter Kunden abgesehen. Sowohl die Codes als auch die Besitzer der Schließfächer sind in den Computern der Banken gespeichert.“

“Ihr glaubt an einen Hacker“, vermutete Amita.

Don nickte. “Computer sind dein Spezialgebiet, also …“

Amita biss sich nachdenklich auf die Unterlippe. “Ich kann mir das System der Bank ansehen und feststellen, wie schwierig es ist, dort hineinzukommen. Hacker hinterlassen zudem so etwas wie einen elektronischen Fingerabdruck. Ich könnte auch nach so etwas suchen.“

Don antwortete: “Das wäre klasse. Ich werde mich bei den Banken erkundigen, ob es möglich ist, dass du dir ihr System von hier aus ansiehst.“

Amita antwortete: “Das ist möglich.“ Sie grinste Don schelmisch an. “Man muss nur wissen, wie.“

Don fuhr sich durch die dunklen Haare. “Ich werde die Verantwortlichen und meine Vorgesetzten trotzdem lieber darüber informieren, dass ich dich eingespannt habe.“

Amita nickte. “Gut.“

Don stemmte die Hände in die Hüften. “Das war’s auch schon.“ Charlie war in die Akten vertieft und Amita setzte sich an den Laptop. Don kam sich überflüssig vor. Also wandte er sich um und ließ die beiden alleine.

Kapitel 2
Brute Force Masterlist

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