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Torchwood: Weinende Erde 1/17 (Fanfiction)

Weinende Erde 1/17

Serie: Mosaik
Worte: 41.067
Inhalt: Coedwig Street war lange Zeit eine friedliche Nachbarschaft, doch seit neuestem treibt sich dort ein geheimnisvolles Wesen herum, das die Anwohner verschreckt und Torchwood auf den Plan ruft. Das Team ahnt nicht, dass es sich mit einer Kraft anlegt, die älter als der Planet selbst ist … und gefährliche Verbündete hat. Und während Gwen mit Beziehungsproblemen kämpft und Ianto mit der Tatsache, dass er sich zu Jack hingezogen fühlt, scheinen die Feen noch eine Rechnung mit dem Captain offen zu haben.
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones, Gwen Cooper, Toshiko Sato, Owen Harper, Rhys Williams, die Feen, Andy Davidson, Myfanwy, OCs
Pairing: Jack/Ianto, Gwen/Rhys
Rating: PG-13
Spoiler: Wie alles begann, Die Geistermaschine, Aus dunkler Vorzeit, Offenbarungen, Charaktere aus Kinder der Erde (Iantos Familie) / Romane: Slow Decay / Doctor Who: Andeutungen auf The end of the World und The Sound of Drums, sowie The Last of the Time Lords
Setting: nach Aus dunkler Vorzeit
Warnungen: MPreg eines OCs, in der Vergangenheit.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Beta: Vistin, alt_universe_me  und danian . Danke.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Prolog
Masterliste

***
***


1.


Der schrille Ton seines Handys riss Ianto Jones aus einem viel zu kurzen Schlaf. Seine Hand fand das Gerät auf dem Nachttisch und er hob ab, ohne auf die Anrufer-ID zu achten. Es gab nur eine Person, die ihn um diese Uhrzeit anrufen würde.

“Jack?“

“Ich stehe vor deinem Haus. Ein Weevil in Splott. Komm runter.“ Jack klang hellwach und Ianto dachte einen Moment lang, wie unfair das war, doch dann realisierte er, was Jack gesagt hatte.

Er schaltete die Nachttischlampe ein. “Ein Weevil ...“, wiederholte er verschlafen.

Normalerweise rief Jack in solchen Fällen Owen, Gwen oder Tosh an. Ianto kämpfte sich aus seinem Bett und stolperte in eine Jeans. Griff nach dem Sweatshirt, das er am späten Abend einfach neben dem Bett zu Boden hatte fallen lassen. Er konnte immer noch später einen Anzug anziehen, wenn sie den Weevil sicher in die Basis gebracht hatten. Dort hatte Ianto ein oder zwei Anzüge für Notfälle verstaut und er könnte dort duschen. Das war nicht wirklich ein Opfer; für eine Untergrundbasis hatte Torchwood erstaunlich luxuriöse Duschköpfe.

“Ich warte.“ Damit legte Jack auf. Ianto steckte das Handy in die Tasche, schaltete den Alarm an seinem Wecker aus und nahm sich eine halbe Minute Zeit, sich kaltes Wasser ins Gesicht zu spritzen, ehe er seinen Schlüssel nahm, die Lederjacke überzog und die Wohnung verließ.

Der schwarze Torchwood-SUV stand vor dem Apartmentgebäude. Ianto ließ sich in den Beifahrersitz fallen und schlug die Tür zu. Sofort verscheuchte die angenehme Wärme im Wagen die feuchte Kälte, die ihm sogar während des kurzen Stücks von der Haustür zum Auto in die Knochen geschlichen war. Etwas klickte in der Stille des Wagens und er sah zu Jack, der eine goldene Stoppuhr musterte.

“Das waren vier Minuten und 28 Sekunden.“

Ianto stöhnte auf. Er hätte im Bett bleiben sollen. Fern von nachtaktiven Captains mit Stoppuhren.

Er rieb sich das Gesicht, um die letzte Müdigkeit zu verscheuchen. “Es gibt keinen Weevil in Splott, oder?“

“Etwas schneller als Owen und Gwen, etwas langsamer als Tosh.“ Jack warf ihm die Stoppuhr zu und Ianto blickte auf die Anzeige des antiken Stücks. Er seufzte tief und meinte: “Damit hat das Training offiziell begonnen, Sir?“

Jack zwinkerte ihm zu. “Allerdings. Ich sagte, dass ich dich zum Ersatz-Agenten befördere und ich halte meine Versprechen. Und Dank meines Trainings wirst du der beste Ersatz-Agent von Torchwood.“

“Ich werde der einzige Ersatz-Agent von Torchwood, Sir. Torchwood 2 hat nicht mal Agenten, Torchwood 4 ist noch immer verschollen, Torchwood 1 vernichtet und Torchwood Indien geschlossen.“

“Nimm ein Kompliment an, wenn ich es dir mache.“

Ianto seufzte und sah aus dem Fenster. Jacks Finger streiften seine Hand und er fragte: “Hunger? Ich weiß, wo wir ein fantastisches Frühstück bekommen.“

***

Jenna Miller verschränkte fröstelnd die Arme vor der Brust und wandte den Blick von den sich dunkel gegen das Morgengrauen abzeichnenden Bäumen auf der anderen Seite von Coedwig Street ab, während Emlyn ihren Koffer im Auto verstaute und die Heckklappe schloss. “Ich bin in drei Tagen wieder da“, sagte sie, strich sich blonde Locken aus dem Gesicht und küsste Jenna zärtlich auf die Lippen. “Du weißt, dass du jederzeit Gary anrufen kannst, falls etwas ist.“

Jenna nickte und legte beide Hände auf ihren Babybauch. Emlyn tat es ihr nach und ging etwas in die Hocke, um direkt mit ihrer Tochter zu sprechen. “Und du benimmst dich und kommst nicht zur Welt, bis Mom wieder da ist, versprochen?“

Jenna lächelte und streichelte durch Emlyns Haar. “Mach dir keine Sorgen um uns.“

Emlyn nickte, seufzte widerwillig und stieg ins Auto. Jenna winkte ihr, als sie wegfuhr. Sie sah dem Auto nach und verschränkte wieder die Arme gegen die Kälte, bevor sie sich zum Haus umwandte. Ein Geräusch hinter ihr ließ sie innehalten und wieder zu den Bäumen sehen. Sie kniff die Augen zusammen; in den Schatten schien sich etwas zu bewegen. Jenna machte einen Schritt zurück.

“Morgen!“, rief eine Männerstimme.

Sie fuhr zusammen und drehte sich zu ihrem Nachbarn George um. Der war bereits für die Arbeit in einen Anzug gekleidet und das an freien Tagen so wild gestylte, braune Haar lag in einer ordentlichen Fönfrisur.

“Morgen! Du siehst richtig erwachsen aus“, antwortete sie, warf einen Blick in den Wald und schüttelte dann den Kopf. Dort war nichts. Die Geschichten um Roundstone Wood waren nur Märchen. Und sie war alt genug, um nicht mehr an solche Gerüchte zu glauben.

“Was muss, das muss. So früh schon wach?“, fragte er und legte seinen Aktenkoffer auf das Autodach, um einen letzten Blick in eine Akte zu werfen.

Jenna nickte und machte sich auf den Weg ins Haus. “Emlyn muss zu einem Meeting nach Rom fliegen.“

George nickte verstehend und beobachtete Jenna, die ihr Haus betrat.

George stieg in sein Auto und verließ die Auffahrt. Als er in den Rückspiegel blickte, glaubte er kurz, eine Frau am Waldrand stehen zu sehen. Er blinzelte und als er wieder in den Spiegel sah, war sie verschwunden.

***

Brad's Diner existierte seit den frühen 70ern. Es setzte bewusst auf amerikanisches Flair und damit auf alle Klischees, die in den Filmen zu finden waren – rot gepolsterte Sitzbänke und pastellfarbene Tische, ein schwarz-weiß gekachelter Boden und hellgelb gestrichene Wände. Fotos von amerikanischen Autos und Filmstars zierten die Wände, eine Jukebox stand in einer Ecke und an der Bar konnten zusätzliche Gäste auf Barhockern Platz finden. Es war rund um die Uhr geöffnet, verkaufte das fettigste Essen, das Cardiff zu bieten hatte und die Besitzer wechselten öfter als das Öl in der Fritteuse, obwohl das Geschäft gut lief. Die großen Fenster boten einen atemberaubenden Blick über die Bucht.

Jack und Ianto saßen an einem der Fenster. Um diese Uhrzeit war das Diner fast leer. Nur eine einsame Kellnerin lungerte gelangweilt hinter der Bar herum und ein älterer Mann saß an der Bar und las die Zeitung.

Jack rührte in seinem Kaffee und beobachtete, wie Ianto Salz über die Rühreier streute und Zucker in seinen Kaffee gab. Mit der Gabel in der Hand hielt der junge Mann schließlich inne und sah fragend zu Jack auf. “Sir?“

“Nichts“, winkte Jack ab und lächelte, bevor er sich räusperte und nach seiner eigenen Gabel griff. Mit großen Bissen begann er, sein Frühstück zu verschlingen.

Ianto runzelte die Stirn. Dann nahm er einen Bissen und entschied, Jacks Starren zu ignorieren. “Übrigens verlief die Retcon-Aktion in Jasmines Nachbarschaft erfolgreich. Ich habe gestern mit Tosh den ganzen Nachmittag dafür gesorgt, dass die Leute die Gartenparty vergessen. Stattdessen hatten Jasmine und Roy einen Autounfall, der-“

“Können wir einfach nicht darüber reden?“, fragte Jack und sah ihn bittend an. “Wir frühstücken hier zusammen. Außerhalb der Basis. Nicht als Chef und General Support.“

Ianto hob die Augenbrauen. “Ich dachte, ich wäre ein Ersatz-Agent.“

Jack lachte. “Richtig.“

Er schmierte Butter auf seinen Toast und überlegte, wie er den eigentlichen Grund für dieses Frühstück ansprechen sollte. Jack machte es sich nicht zur Gewohnheit, mit nur einem seiner Mitarbeiter zu essen. Er zog es vor, das ganze Team um den Konferenztisch in der Basis zu versammeln und gemeinsam zu essen. Aber er wusste, dass Ianto sich ihm niemals öffnen würde, wenn die anderen dabei waren. Die Möglichkeit, dass er es überhaupt tat, war gering. Dabei musste Jack mit ihm reden. Ianto arbeitete zu viel und er schottete sich noch immer vom Team ab. Owen machte sich weiterhin Sorgen wegen Iantos Gesundheitszustand. Owen fand, dass Ianto zu wenig aß und Jack war geneigt, ihm zuzustimmen. Ianto war zu schmal und er wirkte ständig erschöpft. Jack gab zu, dass es angesichts dessen vielleicht keine gute Idee gewesen war, ihn vor Sonnenaufgang aus dem Bett zu klingeln, aber er wusste auch, dass Ianto auch ohne Jacks Zutun zu wenig Schlaf bekam.

Nun musste Jack Ianto nur noch dazu bringen, sich ihm zu öffnen. Dann könnten sie seine Probleme angehen. Das war aber leichter gesagt als getan. Ianto war verschwiegen, wenn es um sein Privatleben ging und Jack hatte – gequält von einem schlechten Gewissen – tief in Iantos Personalakte graben müssen, um etwas über ihn zu erfahren. Die Akte schien unvollständig zu sein. Alles war äußerst vage gehalten und Jack fragte sich, ob das das Werk von Torchwood 1 gewesen war oder ob Ianto selbst an seiner Akte gearbeitet hatte. Trotzdem hatte er die Erwähnung einer Schwester gefunden, die in Cardiff lebte und das war alles, was er für den Moment brauchte. Über Iantos Akte konnten sie noch immer reden, sobald sich die Situation etwas stabilisiert hatte.

Jack entschied sich für die einfachste Art, das Thema anzusprechen. “Wie geht’s dir, Ianto?“

“Gut, Sir.“

“Hm“, machte Jack. Die Antwort war etwas zu schnell für seinen Geschmack gekommen. Etwas zu förmlich. Und Ianto hatte ihn nicht mal angesehen. “Versuch das nochmal.“

Ianto sah nur kurz zu ihm auf, bevor er sich darauf konzentrierte sein Rührei in mundgerechte Portionen auf dem Teller aufzuteilen. “Etwas müde.“

“Du arbeitest ziemlich viel in letzter Zeit.“

Ianto zuckte mit den Schultern. Jack nahm einen Schluck Kaffee und fügte hinzu: “Man könnte fast meinen, du lebst in der Basis.“

“Ich wäre nicht der erste“, antwortete Ianto lächelnd.

Jack biss von seinem Toast ab. “Irgendjemand muss auf den Riss aufpassen“, merkte er mit vollem Mund an. Er deutete mit seiner Gabel auf Iantos Teller und schluckte. “Iss, bevor es kalt wird.“

“Wir sind nicht alle mit einem so gesunden Appetit gesegnet wie du.“

Jack hob die Augenbrauen. “Ist das eine Beleidigung?“

“Ich würde es nicht wagen“, antwortete Ianto, beobachtete, wie Jack sich innerhalb kürzester Zeit drei Gabeln mit Rührei in den Mund schob. Jack wusste, dass er dazu tendierte … schnell zu essen, aber er hatte leidvoll lernen müssen, dass schlingen besser war als ein leerer Magen.

Jack schluckte. “Gut. Das letzte, was ich gebrauchen kann, ist ein weiteres rebellisches Teammitglied.“

Ianto senkte den Blick und stocherte auf seinem Teller herum.

Jack wusste nur zu genau, dass Owen, Gwen und Tosh der festen Überzeugung waren, dass sie Jasmine hätten retten können. Dass Jack sie an die Feen übergeben hatte, kam für die drei einem Verrat gleich. Sie straften Jack seit dem Vorfall vor zwei Tagen mit Schweigen, soweit es nicht die Arbeit betraf. Jack konnte verstehen, warum sie enttäuscht waren – er selbst hätte es auch vorgezogen, Jasmine wohlbehalten in den Armen ihrer Mutter zu wissen -, aber Torchwood war Torchwood. Oder wie er Yvonne Hartmann einmal hatte sagen hören: Wir sind nicht die Wohlfahrt.

Jack hatte ihr nie zustimmen wollen, aber er konnte verstehen, warum sie so dachte. Nicht immer lief alles reibungslos. Es gab Opfer. Und manchmal waren diese Opfer unschuldige Wesen wie Kinder. Das machte es schlimmer, aber ändern konnte man es nicht.

Jack war davon überzeugt, dass er getan hatte, was er tun musste. Die anderen nicht – noch nicht. Aber Ianto … Ianto war nicht enttäuscht oder wütend. Er hatte von Tosh erfahren, was passiert war, aber er hatte Jack nicht spüren lassen, dass er nicht seiner Meinung war. Jack wusste, dass die anderen Iantos Loyalität nicht verstanden. Vor allem nach dem, was mit Lisa passiert war. Jack verstand es selbst nicht so ganz, aber es schien, als hätten er und Ianto einen stummen Frieden miteinander geschlossen. Jack wusste, dass Ianto Gefühle für ihn hatte. Sie waren sich beide bewusst, dass es mehr als Loyalität war, mehr als Freundschaft.

Jack hatte nicht versucht, Ianto wieder zu küssen oder etwas mit ihm anzufangen. Er wartete darauf, dass Ianto den ersten Schritt machte und versuchte, ihm mit leichtem Flirten zu verstehen zu geben, dass er offen war. Tatsache war aber, dass er Ianto wollte - obwohl all die Male, die sie Sex miteinander gehabt hatten, durch Iantos Verrat unecht wirkten. Vielleicht auch gerade deshalb – er wollte mit Ianto schlafen, wollte ihn für sich und ehrlich und er wollte, dass Ianto wirklich bei ihm war, wenn sie Sex hatten. Denn obwohl Ianto zugegeben hatte, Gefühle für Jack entwickelt zu haben, änderte das nichts daran, dass Lisas Schatten immer dabei gewesen war.

Ianto räusperte sich. “Sie meinen es nicht so.“

“Wirklich?“, fragte Jack. “Seit der ganzen Sache mit den Feen sprechen sie nur das Nötigste mit mir.“

“Sie werden verstehen, dass du das tun musstest. Du tust immer, was nötig ist, auch wenn es … im ersten Moment falsch erscheint.“ Ianto wandte den Blick ab und sah aus dem Fenster auf die Bucht hinaus, die noch immer im Zwielicht des Morgens lag. Er wirkte traurig und Jack konnte sich vorstellen, dass er oft genauso in seiner Wohnung saß oder in der Touristeninformation – einsam, weil er es wollte, aber daran eingehend. Er wusste, dass Ianto noch immer trauerte und der Überzeugung war, dass er seinen Platz in Jacks Team nicht verdiente. Jack gab sich noch immer die Schuld daran, dass es überhaupt so weit gekommen war, dass er nicht besser aufgepasst hatte.

Jack berührte Iantos Handrücken, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen und als Ianto ihn zögernd anblickte, nickte er. “Ja, ich tue immer, was ich tun muss. Auch, wenn es es mir nicht gefällt.“ Jack dachte an Lisa und seinen Befehl, sie zu töten. Er hatte es tun müssen, aber das machte es ihm nicht leichter, Ianto anschließend in die Augen zu sehen. Ianto zog seine Hand zurück und nahm seine Gabel wieder auf. Er nahm ein paar Bissen von seinem Ei und von dem Toast. Jack beobachtete ihn aufmerksam. “Kann ich dich was persönliches fragen, Ianto?“, wollte er dann wissen.

“Du bittest um Erlaubnis?“, antwortete Ianto mit einem kleinen Grinsen.

Jack lehnte seine Unterarme auf den Tisch. “In deiner Akte steht etwas von einer älteren Schwester und ihrer Familie, die hier in Cardiff leben? Hast du Kontakt zu ihnen?“

Ianto senkte den Blick und schüttelte den Kopf. Jack versuchte seinen Blick zu fangen, aber es gelang ihm nicht. “Du solltest“, sagte er stattdessen.

“Ich habe seit Canary Wharf nicht mehr mit Rhiannon gesprochen. Es war so viel zu tun.“

Jack runzelte die Stirn. “Hat sie sich nicht bei dir gemeldet?“

Ianto schob Rührei von einer Seite des Tellers zur anderen. “Mein … mein Handy ging in der Schlacht verloren und ich habe unsere Wohnung in London noch in derselben Nacht verlassen und bin mit Lisa nach Cardiff geflohen. Ich musste schnell handeln.“

Jack nickte verständig.

Ianto meinte hilflos: “Es war so einfach, sie nicht anzurufen. Was hätte ich ihr sagen sollen?“

“Dass du am Leben bist“, schlug Jack vor. Ianto zuckte mit den Schultern und Jack fragte sich, wie gut das Verhältnis zwischen Ianto und Rhiannon war. “Du solltest zu ihr gehen. Nimm dir ein paar Stunden frei und besuche sie.“

“Jack, es ist nicht … wir hatten nie eine allzu enge Beziehung.“

“Du solltest dich um eine bemühen. Familie ist wichtig. Ich bereue oft …“ Er stoppte sich selbst. “Glaub mir“, endete er dann. “Es könnte dir außerdem helfen, mit jemandem zu reden, auch wenn du ihr nicht die ganze Wahrheit erzählen kannst. Ich weiß aus den Canary Wharf-Akten, dass du die Therapie nach nur einer Sitzung aufgegeben hast.“

“Soweit ich weiß, haben das alle Überlebenden getan“, antwortete Ianto bitter. “Irgendwelche von UNIT gestellten Therapeuten … die konnten uns nicht helfen. Keiner kann verstehen, was dort passiert ist, wenn er es nicht gesehen hat.“

“Es war furchtbar“, sagte Jack. “Wir waren dort, nachdem der Angriff vorbei war, um die Technologie und Akten aus den Archiven zu bergen und wegzubringen, bevor UNIT sie beschlagnahmen konnte.“ Und Jack hatte gehofft, den Doktor zu sehen, nachdem er erfahren hatte, dass er bei Torchwood 1 gewesen war. Aber er war längst weg gewesen.

Jack lächelte Ianto ermutigend an. “Denk drüber nach“, meinte er. Ianto nickte, aber Jack war sich sicher, dass er sich bereits dagegen entschieden hatte.


Kapitel 2
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