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Weinende Erde 16/17

Serie: Mosaik
Worte: 41.067
Inhalt: Coedwig Street war lange Zeit eine friedliche Nachbarschaft, doch seit neuestem treibt sich dort ein geheimnisvolles Wesen herum, das die Anwohner verschreckt und Torchwood auf den Plan ruft. Das Team ahnt nicht, dass es sich mit einer Kraft anlegt, die älter als der Planet selbst ist … und gefährliche Verbündete hat. Und während Gwen mit Beziehungsproblemen kämpft und Ianto mit der Tatsache, dass er sich zu Jack hingezogen fühlt, scheinen die Feen noch eine Rechnung mit dem Captain offen zu haben.
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones, Gwen Cooper, Toshiko Sato, Owen Harper, Rhys Williams, die Feen, Andy Davidson, Myfanwy, OCs
Pairing: Jack/Ianto, Gwen/Rhys
Rating: PG-13
Spoiler: Wie alles begann, Die Geistermaschine, Aus dunkler Vorzeit, Offenbarungen, Charaktere aus Kinder der Erde (Iantos Familie) / Romane: Slow Decay / Doctor Who: Andeutungen auf The end of the World und The Sound of Drums, sowie The Last of the Time Lords
Setting: nach Aus dunkler Vorzeit
Warnungen: MPreg eines OCs, in der Vergangenheit.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Beta: Vistin, alt_universe_me  und danian . Danke.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Kapitel 15
Masterliste

***
***


16.


Jack schrie.

Ianto fand das Gerät und aktivierte es, bevor es zur Banshee warf. Als die Zelle sich aktivierte, prallten ihre Blitze nutzlos an der Energiebarriere ab und Ianto hätte beinahe vor Erleichterung gejubelt, als sie versuchte zu entkommen und es nicht schaffte. Sie hatten eine Stunde. Er eilte zu Jack, fiel neben ihm auf die Knie, legte seine Waffe zur Seite und schaltete die Taschenlampe ein. Ianto wollte ihn berühren, aber er zuckte erschrocken zurück. Jacks Haut war zu großen Teilen verbrannt, seine Kleidung qualmte und hatte Brandflecken. Ianto fragte sich, wie lange die Leiche in der Basis hatte leiden müssen, die so viel schlimmer als Jack zugerichtet war.

Er tastete vorsichtig nach einem Puls. Und konnte keinen finden. “Jack?“ Er schnappte nach Luft. “Oh nein … Jack?“ Er wandte sich ab. Ihm wurde schlecht von dem Geruch nach verkohlter Haut und er musste ein paar tiefe Atemzüge frischer Luft nehmen.

Ein knackendes Geräusch ließ ihn wieder zu der Banshee herumfahren und er erstarrte, als er direkt in ihre Augen blickte. Sie war frei. Von der mobilen Zelle war nur ein qualmender Haufen geblieben. Ianto hatte kurz den Gedanken, dass er nach seiner Waffe tasten sollte, aber die Bewegung wäre ihr aufgefallen und er bezweifelte, schneller handeln zu können als sie. Sie starrte ihn an. Ianto erwartete einen tödlichen Blitzschlag, irgendetwas, aber sie sah ihn nur an, beinahe neugierig. Jemand packte sein Handgelenk und Ianto zuckte zusammen, aber bevor er sich zu seinem neuen Angreifer umdrehen konnte, legte sich ein Arm um seine Schultern und er wurde gegen jemanden hinter sich gedrückt.

“Nicht bewegen“, hörte er Jacks Stimme. Die Webley wurde der Banshee zu Füßen geworfen. “Ich bin jetzt unbewaffnet – wie er auch. Niemand greift dich an.“ Ianto lehnte sich gegen Jacks Oberkörper. Jack antwortete auf die stumme Frage: “Mir geht’s gut.“ Die Augen der Banshee verengten sich misstrauisch. Ianto hörte Jack fragen: “Gwen? Owen?“ Nach einem Moment Stille: “Tosh?“

“Jack?“

“Die Feen“, antwortete er. Iantos Herz setzte einen Schlag aus. Er sah zu der Banshee hoch, die sie aufmerksam beobachtete. “Steh mit mir auf“, sagte Jack und ohne den Blick von der Banshee zu lassen, gehorchte Ianto. Jacks Hand drückte versichernd seine Schulter. “Ich will, dass du gehst und nach den anderen siehst.“

“Ich kann dich doch nicht-“

“Doch, das kannst du“, sagte Jack. Er fragte die Banshee: “Nicht wahr? Wir kommen miteinander aus, solange keiner von uns die Nerven verliert. Wir unterhalten uns. Sie wird mich nicht angreifen, solange ich sie nicht bedrohe. Das ist nicht ihre Art, würde ich schätzen. Sonst hätte sie dich getötet.“

Ianto machte einen vorsichtigen Schritt zur Seite, nicht ganz überzeugt. Als die Banshee nicht darauf reagierte, sondern sich stattdessen auf Jack konzentrierte, beschleunigte er seine Schritte und rannte dann in den Wald, Richtung Steinkreis. In der Hoffnung, dass er keine Waffe brauchen würde.

***

Ianto blieb abrupt stehen, als er das Team fand. Sie lagen auf dem Boden, regungslos. Für eine Sekunde glaubte Ianto, dass er zu spät kam, aber dann hustete Owen und schnappte nach Luft. Erleichterung riss Ianto aus seiner Starre, er hockte sich zwischen Gwen und Tosh und kontrollierte ihren Puls. Als er sie berührte, schnappte Tosh gequält nach Luft. Ianto richtete sie auf und stützte sie. Er blickte zu Owen. “Bist du okay?“

Owen stöhnte und fiel neben Gwen, die ebenfalls zu husten begonnen hatte. “Was ist mit euch?“, fragte er.

“Nichts passiert“, log Ianto. “Jack ist bei der Banshee.“

Tosh klang heiser: “Ich dachte, sie bringen uns um.“

Ianto blickte in den Wald, aber nichts rührte sich. “Sie hätten euch töten können. Warum haben sie es nicht getan?“

“Ich denke lieber nicht über das Warum nach“, meinte Owen. “Ich bin einfach froh, dass es nicht soweit gekommen ist.“

Gwen machte ein nachdenkliches Gesicht. “Möglicherweise wollten sie verhindern, dass wir die Banshee angreifen.“

Ianto nickte. “Möglicherweise.“

***

Die Banshee blickte Jack vor sich ruhig an. Jack musterte das Wesen erneut gründlich im Licht, dass seine Taschenlampe abgab, konnte aber noch immer keine Verbindung zu einer ihm bekannten Rasse aufbauen. “Woher kommst du?“, fragte er.

Die Banshee starrte ihn an. “Woher kommst du?“, erwiderte sie.

“Ich bin ein Mensch“, antwortete Jack ausweichend.

Sie legte den Kopf schief. “Geschickte Antwort.“

“Ich bin gar nicht so dumm“, meinte Jack mit einem sarkastischen Lächeln. “Also?“

“Puleyn“, antwortete sie.

Jack kniff die Augen zusammen. “Wo liegt das?“

“Spielt keine Rolle. Es existiert nicht mehr.“ Sie unterbrach sich und einen Moment lang wirkte sie von Trauer überwältigt. “Wir haben es zerstört. Und kamen hierher. Die Erde … bevölkert nur von Schatten und Pflanzen.“ Ihr Gesicht verdunkelte sich. “Die Zeiten ändern sich.“

“So lange seid ihr schon hier?“, fragte er neugierig.

Die Banshee nickte. “So lange.“ Sie lächelte. “Wir fanden unsere Schwestern – nicht geboren auf dieser Welt, aber ein Teil von ihr.“

“Die Feen? Sie kommen nicht von hier?“

“Wie kann man von einem Ort stammen, den man mit geformt hat?“ Sie schüttelte den Kopf. “Sie kommen 'von hier', wie du es ausdrückst, aber sie sind ein Teil dieses Planeten. Älter als das Licht.“

“Warum bedrohst du die Menschen in dieser Straße?“

“Ich bedrohe sie nicht“, antwortete die Banshee. “Ich kann es nur nicht mehr mit ansehen.“

“Was?“, fragte Jack.

“Menschen“, sagte die Banshee. “Wir hatten so viele Hoffnungen für sie. Wir waren für sie da, Teil ihres Lebens, bis sie keine Geister mehr in den Schatten ihrer Welt gesehen haben. Wir dachten, sie würden wie keine andere Rasse sein. Sie sind so klug, so schnell. Sieh dir an, was sie allein in den letzten 300 Jahren erreicht habt.“ Ihr Blick verfinsterte sich. “Und sieh dir an, was sie mit diesem Wissen machen. Brennende Wälder, die Luft schreit nach Erlösung und die Meere ersticken im Dreck. Wir haben unsere Welt zerstört. Auf dieselbe Weise, auf die sie ihre töten. Wie lange können sie das noch durchhalten? Wie lange, bis die Erde es nicht mehr erträgt, bis die Narben zu tief werden? Und was geschieht dann?“

Jack sagte: “Die Menschheit wird die Erde verlassen.“

“Um auf anderen Planeten dasselbe zu tun wie hier!“, antwortete die Banshee. “Dieser Wald ist heilig … er ist die Wohnstatt unserer Schwestern und er ist eines der ältesten Gehölze dieses Planeten und sie wollen ihn zerstören? Wegen Häusern?“

“Ist das alles?“, fragte Jack wütend. “Dafür hast du einen Menschen umgebracht?“

“Er wollte mich umbringen“, zischte die Banshee. “Er hat mich mit einem Messer angegriffen, beschimpft … er hatte nicht die geringste Ahnung, mit wem er es zu tun hatte. Sie vergessen ihre eigene Geschichte und jene, die ihnen den Weg gezeigt haben. Es gab Zeiten, da ist man mir mit Achtung begegnet. Diese Welt weint. Ich wollte lediglich ein paar ihrer Tränen stillen.“

Jack schüttelte den Kopf und trat so nah an sie heran wie er konnte, ohne sie zu berühren. “Das geht nicht“, flüsterte er. “Es tut mir leid.“ Er wusste, was mit der Erde geschehen würde. Verpestete Luft, zerstörte Wälder, leer gefischte Meere und irgendwann würde sich die Menschheit neuen Planeten zuwenden, unterstützt von dem außerirdischen Leben, zu dem sie Kontakt aufgenommen hatten. Und dann … in vielen Billionen Jahren, vernarbt durch Ruinen der menschlichen Zivilisation, würde die Erde von der Sonne verschluckt werden.

Die Banshee trug nun echte Trauer in ihren alten Augen. “Wir können nicht aufgeben.“

“Diese Menschen müssen ihren eigenen Weg finden“, sagte Jack leise. “Ich habe die Zukunft gesehen“, flüsterte er. “Ich wurde dort geboren. Die Menschen werden sich besinnen, aber sie müssen selbst erkennen, dass sie Fehler machen. Sie sind zu stolz.“

“Ich kenne deine Welt“, sagte die Banshee. “Ich habe sie in deinen Gedanken gesehen. Ich weiß, wer du bist. Einer von ihnen und doch anders. Ein Mensch, gezeichnet von der Evolution.“

“Wenn du meine Gedanken sehen kannst, dann weißt du auch, dass ich nicht lüge.“ Er starrte sie an.

Die Banshee sah ihn an und ihr Gesicht veränderte sich in einen Ausdruck des Erstaunens. “Ein Begleiter des einsamen Gottes bist du. Gezeichnet durch mehr als die Evolution – durch die Liebe eines Mädchens: Ewiges Leben. Du sagst es ihnen nicht“, meinte die Banshee. “Wie kann ich jemandem vertrauen, der ihm nahe Stehende belügt?“

“Es ist besser so“, antwortete Jack. “Manche Dinge kann man nicht erklären.“ Er atmete tief durch: “Ihr müsst diesen Planeten verlassen.“ Er lächelte traurig. “Das hier ist ein verlorener Kampf.“

Die Banshee trat näher. “Sie sind wie Kinder.“

“Ja“, nickte Jack. Er glaubte, diese Eigenschaft war es, die den Doktor so an den Menschen faszinierte. “Kinder hören nicht, wenn du ihnen sagst, sie sollen das Feuer nicht anfassen. Sie tun es trotzdem.“

Die Banshee sah ihn an. Dann nickte sie, ganz langsam, und ein sanftes Lächeln zeichnete sich auf ihrem Gesicht ab. “Weise Worte, Gesicht von Boe.“

“Das ist nicht mehr mein Name“, sagte Jack.

Die Banshee schüttelte den Kopf. “Nicht mehr … noch nicht.“ Jack runzelte die Stirn. Die Banshee sah zum Himmel. “Ich akzeptiere deine Worte, Jack Harkness. Wir werden gehen.“

Jack wusste nicht, was ihn dazu bewog, dem Wesen zu glauben, aber er nickte dankbar. Die Banshee blieb stehen, wo sie war. “Meine Schwestern versuchen, dir zu helfen“, sagte sie.

“Indem sie mich mit Dingen quälen, die ich nicht ändern kann?“

“Du hasst sie.“

“Ich habe Gründe.“

Die Banshee sah ihn nachdenklich an. “Vielleicht verstehst du sie deshalb nicht. Vielleicht müssen sie deutlicher sprechen.“

Jacks Gesicht versteinerte. “Ich brauche die Hilfe dieser Monster nicht.“

Die Banshee legte den Kopf schief. “Wie du meinst.“ Und sie verschwand.

“Zum Teufel“, sagte Owen. Jack drehte sich um und sah sein Team zwischen den Bäumen stehen. Owen verschränkte die Arme. “Jack, sie ist entwischt.“

“Ich habe sie gehen lassen“, antwortete er. “Sie wird gehen. Sie und alle anderen ihrer Art.“

Gwen starrte ihn ungläubig an. “Sie hat jemanden getötet.“

“Um sich zu verteidigen“, antwortete Jack. “Sie hat nie etwas anderes getan, als sich zu verteidigen.“ Owen wollte widersprechen, aber Jack meinte: “Hier hatte ich die Chance, einen Konflikt zu lösen, ohne weiteres Leben zu opfern und das habe ich getan.“

Owen stemmte die Hände in die Hüften. “Schön. Was auch immer ihr da beredet habt, ich hoffe wirklich, dass sie nicht frei ist, weil sie deine blauen Augen so schön fand.“

Tosh schenkte ihm ein missbilligendes Stirnrunzeln, dann fragte sie: “Was machen wir jetzt?“

Jack schlenderte zu seinem Team. Er legte einen Arm um Tosh und den anderen um Ianto und antwortete: “Jetzt gehen wir nach Hause.“

Kapitel 17
Masterliste