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Weinende Erde 17/17

Serie: Mosaik
Worte: 41.067
Inhalt: Coedwig Street war lange Zeit eine friedliche Nachbarschaft, doch seit neuestem treibt sich dort ein geheimnisvolles Wesen herum, das die Anwohner verschreckt und Torchwood auf den Plan ruft. Das Team ahnt nicht, dass es sich mit einer Kraft anlegt, die älter als der Planet selbst ist … und gefährliche Verbündete hat. Und während Gwen mit Beziehungsproblemen kämpft und Ianto mit der Tatsache, dass er sich zu Jack hingezogen fühlt, scheinen die Feen noch eine Rechnung mit dem Captain offen zu haben.
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones, Gwen Cooper, Toshiko Sato, Owen Harper, Rhys Williams, die Feen, Andy Davidson, Myfanwy, OCs
Pairing: Jack/Ianto, Gwen/Rhys
Rating: PG-13
Spoiler: Wie alles begann, Die Geistermaschine, Aus dunkler Vorzeit, Offenbarungen, Charaktere aus Kinder der Erde (Iantos Familie) / Romane: Slow Decay / Doctor Who: Andeutungen auf The end of the World und The Sound of Drums, sowie The Last of the Time Lords
Setting: nach Aus dunkler Vorzeit
Warnungen: MPreg eines OCs, in der Vergangenheit.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Beta: Vistin, alt_universe_me  und danian . Danke.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Kapitel 16
Masterliste

***
***


17.


Es brach Gwen beinahe das Herz. Sie starrte den Küchentresen an, der noch immer romantisch gedeckt war. Kerzen standen darauf, eine Flasche Wein, geöffnet, aber nicht angerührt. Auf einem der Teller lag ein Möbelkatalog und als sie die mit Klebezetteln markierten Seiten aufschlug, fand sie Bilder von Sofas und Kaffeetischen, versehen mit Notizen von Rhys. Was er mochte, womit er leben könnte, wenn sie es unbedingt haben wollte, was er absolut ausschloss. Gwen lachte leise und legte den Katalog zurück.

Sie ging ins Schlafzimmer und zog sich schnell aus, bevor sie unter die Decke kroch und sich an Rhys kuschelte. Er blinzelte verschlafen und drehte sich auf den Rücken. Einer seiner Arme legte sich um sie und zog sie näher. Gwen küsste ihn zärtlich und legte den Kopf auf seine Schulter. “Tut mir leid, dass ich nicht zum Essen gekommen bin.“

“Wir können es aufwärmen“, meinte Rhys.

“Ich liebe dich“, sagte sie.

“Das weiß ich doch“, seufzte er.

***

Tosh lehnte sich in ihrem Schreibtischstuhl zurück und verschränkte die Arme. Owen stand neben ihr und beobachtete die Nachrichtensprecherin.

“Überraschend wurden heute die Rodungsarbeiten im Roundstone Wood beendet, bevor sie begonnen haben. Es hat sich herausgestellt, dass der Wald sich im Besitz einer walisischen Adelsfamilie befindet, deren Nachkommen in Japan leben. Sie haben einer Rodung und Bebauung der Fläche nicht zugestimmt.“

Tosh seufzte tief. “Das traurige ist“, meinte sie, “dass das kaum etwas ändern wird. Ein Wald gerettet, aber im Prinzip ist das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.“

Owen zuckte mit den Schultern. “Schätze ich auch.“

Die Sprecherin setzte ein Lächeln auf. “Harold Saxon zu Besuch in Cardiff. Begeisterte Fans empfingen heute den Kandidaten für das Amt des Premierministers während eines Dinners im St. David Hotel. Geplant ist ein dreitägiger Aufenthalt, während dem Saxon an mehreren politischen Debatten teilnehmen will.“

***

Jack lehnte sich in seinem Stuhl zurück und lächelte amüsiert. “Weißt du“, meinte er, “ich glaube, ich war noch nie ein Adliger.“

Ianto setzte einen Stempel auf Jacks Unterschrift und packte die Besitzurkunde für Roundstone Wood in eine Akte. “Ich glaube auch kaum, dass sich das in nächster Zeit ändern wird, Sir.“

“Höre ich da Spott?“, fragte Jack.

Ianto unterdrückte ein Lächeln. “Vielleicht etwas.“ Er lehnte sich an den Schreibtisch. “Ich habe einen E-Mail-Account für eure Lordschaft eingerichtet. Ich schlage vor, die E-Mails regelmäßig zu kontrollieren, aber ich bezweifle, dass da je etwas kommen wird.“

Jack nickte. “Eher unwahrscheinlich.“ Er lächelte. “Danke, Ianto.“

“Kein Problem. Denkst du, sie sind gegangen?“

Jack seufzte tief. “Ja. Ja, ich denke schon.“ Er öffnete die Schublade und holte Matthews Akte raus. Seine Finger strichen über den Aktendeckel, dann hielt er sie Ianto hin. “Bring die bitte zurück ins Archiv.“

Ianto hob die Augenbrauen und nahm die Akte zögerlich entgegen. “Bist du sicher?“

Jack schüttelte den Kopf. “Absolut nicht. Tu es trotzdem. Aber ...“ Er schloss einen Moment die Augen. “Aber halt sie in Reichweite, okay?“

“Natürlich, Sir.“

Jack lächelte ihn dankbar an und wechselte dann das Thema. “Wie sieht es mit der alten Campingausrüstung aus, Ianto? Haben wir die noch irgendwo?“

Ianto runzelte nachdenklich die Stirn. “Wenn ich sie suche, dann werde ich sie sicher auftreiben können. Ein neuer Fall, Sir?“

“In den Brecon Beacons verschwinden Menschen. Wir sollten uns das ansehen.“

Ianto war einen Moment lang versucht, Jack darum zu bitten, das Team begleiten zu dürfen. Er hätte gerne mehr Chancen, sich zu beweisen. Aber Jack kam ihm zuvor und sprach, bevor Ianto seinen Gedanken überhaupt beendet hatte: “Kannst du die Basis zwei oder drei Tage alleine managen?“

Und damit schien es entschieden zu sein. Er setzte ein kleines Lächeln auf. “Mache ich das nicht bereits?“, fragte er. Jack lachte – freier als er es seit Estelles Tod je getan hatte, und Ianto glaubte, dass es völlig egal war, ob er das Team begleitete oder nicht, solange er es schaffte, Jack auf welche Art auch immer eine Hilfe zu sein.

***

Mitten in der Woche am frühen Vormittag war das Möbelgeschäft entspannend leer. Gwen und Rhys schlenderten Hand in Hand zwischen Sofas umher und genossen es, dass nur ein paar andere Pärchen anwesend waren. Gwen hatte Jack am frühen Morgen angerufen und er hatte ihr den Vormittag frei gegeben und gefragt, warum sie ihn nicht schon vor Tagen darum gebeten hatte. Während des Frühstücks hatte sie mit Rhys Frieden geschlossen. Sie würden die Wohnung später renovieren und somit auch erst später über einen Umzug nachdenken. Im Gegenzug wollte Gwen genauer auf ihre Arbeitszeiten achten, soweit das möglich war.

“Das ist nett“, meinte Rhys und deutete auf ein neongrünes Sofa.

Gwen starrte ihn schockiert an. “Ja. Für einen Studenten in den 60ern vielleicht.“

Er runzelte die Stirn. “Was gefällt dir daran nicht?“

“Hast du es dir mal angesehen?“, fragte Gwen ungläubig. “Ernsthaft?“

Er lächelte, zog sie näher und legte einen Arm um ihre Hüften, bevor er einen Kuss in ihr Haar drückte. “Ich bin froh, dass du frei bekommen hast.“

Sie zuckte mit den Schultern. “Sollte es einen Notfall geben, muss ich los, aber für's erste habe ich Zeit bis nach dem Mittagessen.“

“Traumhaft. Ganze fünf Stunden nur für mich“, grinste Rhys.

Gwen stieß ihm den Ellbogen in die Seite. “Hör auf, Rhys.“ Sie seufzte tief. “Wir müssen das besser hinkriegen.“

“Auf jeden Fall“, antwortete er nickend.

“Ich kann diesen Job nicht aufgeben. Er ist mir wichtig.“

“Ja. Das merke ich. Ich denke ich bin nur … du redest nie darüber.“

“Weil ich nicht darf.“ Sie küsste seine Wange. “Ich würde dir sonst alles erzählen. Das weißt du.“

“Ich weiß. Es ist nur neu für mich. Gib mir etwas Zeit“, meinte er.

“Sicher“, sagte sie und küsste ihn sanft. “Alle Zeit der Welt.“

***

Ianto schaltete seinen Computer im Hinterzimmer der Touristeninformation aus und ging in den Hauptraum, um sicherzugehen, das alles da war, wo es hingehörte. Die Tür zur Basis öffnete sich und Owen, Gwen und Tosh kamen heraus.

“Wir gehen, Ianto. Wir sehen uns in ein paar Tagen“, sagte Owen und hielt Gwen mit einer übertriebenen Geste die Tür auf, die die Augen in seine Richtung verdrehte und Ianto zum Abschied winkte. Die beiden verließen die Touristeninformation.

Tosh wartete am Tresen und lächelte Ianto an. “Und du bist sicher, dass du nicht mitkommen willst?“, fragte sie. “Vielleicht wird es ja sogar ganz lustig. Zelten, Lagerfeuer …“

Er zuckte mit den Schultern. “Ich denke drüber nach, aber ich glaube, Jack will jemanden in der Basis haben.“

“Fragen kostet nichts“, meinte sie, winkte ihm und verließ das Büro. Die Tür fiel hinter ihr zu und Stille kehrte zurück. Ianto sah auf die Uhr. Er sollte auch gehen und sich ausruhen, aber seine Gedanken kreisten noch immer rastlos um die Brecon Beacons. Früh am nächsten Morgen wollte das Team aufbrechen und Ianto standen ein paar einsame Tage bevor. Und ihm fiel das erste Mal auf, dass er außerhalb der Basis, abgesehen von Rhiannon, absolut niemanden hatte. Nachdenklich sah er zur Tür, dann fasste er einen Entschluss und verließ das Büro, um hinunter in die Basis zu gehen.

Das Licht im Hauptraum der Basis war gedämpft und Myfanwy zog ihre Kreise um den Wasserturm. Als sie ihn sah, landete sie hoffnungsvoll ein paar Schritte von ihm entfernt und watschelte zu ihm. “Ich habe keine Schokolade“, sagte Ianto und zeigte ihr seine leeren Hände. Myfanwy knurrte missmutig und erhob sich wieder in die Lüfte. Ianto betrat Jacks Büro. Die Luke zum Quartier des Captains war geöffnet und Ianto kniete sich hin, um hinunterzublicken.

“Sir?“, fragte er.

Jack saß auf seinem Bett und schien sich alte Fotos anzusehen. Er hob den Blick und lächelte, als er ihn sah. “Ianto, du bist noch immer hier?“

“Auf dem Weg nach Hause“, antwortete er. “Ich hätte eine Bitte. Darf ich …?“

“Sicher.“

Ianto kletterte die Leiter zu Jacks Quartier hinunter – langsam, um ihm genügend Zeit zu geben, die Fotos wegzuräumen. Er ließ den Blick über die Kommode und die kahlen Wände streifen, als er sich zum Bett drehte. Die Fotos lagen noch immer da. Jack hielt eines hoch und winkte ihn näher. “Das ist Matthew.“

“Ich habe sein Foto in der Personalakte gesehen“, antwortete Ianto.

“Sein Personalfoto“, antwortete Jack und tätschelte auffordernd das schmale Bett. “Setz dich. Sieh ihn dir an, wie er wirklich war.“

Ianto gehorchte zögerlich und nahm das Foto entgegen. Matthew saß an einem Schreibtisch, in das Licht der Lampe getaucht. Er war auf die Papiere konzentriert, ein Stift in der Hand und den Kopf auf die andere gestützt.

“So konnte er stundenlang sitzen“, meinte Jack lächelnd.

Ianto sah zu ihm auf. “Warum zeigst du mir das?“

Jack zuckte mit den Schultern. “Ich wollte es jemandem zeigen.“ Er lächelte. “Er liebte Earl Grey, aber während der Schwangerschaft ist ihm von dem Geruch immer schlecht geworden.“

Ianto erlaubte sich ein Lächeln. Jacks Gesicht wirkte plötzlich lebendiger und fröhlicher, die Anstrengung der letzten Tage wie weggewischt.

“Er war ein fantastischer Reiter. Er liebte Pferde.“ Jack nahm das Foto und warf einen Blick auf die Rückseite, bevor er es Ianto zurückgab. “Er hasste den Sommer und liebte den Winter.“

Ianto sah nun auch auf die Rückseite und sein Lächeln starb, als er die säuberliche Schrift auf der Rückseite sah. Er las: “Zuckerwatte.“

“Er konnte Tonnen davon essen“, lachte Jack.

Ianto sah zu ihm auf. “Du hast dir alles aufgeschrieben, was er mochte und was er nicht mochte.“

Jack senkte den Blick, beinahe beschämt. Er hob den Kopf gerade soweit, dass er Ianto ansehen konnte. “Ich vergesse sie. Ich weiß, wer sie waren und wie sie aussehen und was ich für sie gefühlt habe, aber ...“ Er streichelte über das Gesicht einer jungen Frau auf einem anderen Foto. “Ich vergesse die kleinen Dinge, wegen der ich Gefühle für sie hatte. Alltäglich Dinge.“

In seinen Augen standen Tränen und Ianto reagierte instinktiv. Er legte eine Hand an Jacks Wange und strich mit dem Daumen über den Wangenknochen. “Das ist nicht schlimm.“

“Denkst du?“, fragte Jack. “Ich sollte es noch wissen.“

“Jack … das mit Matthew ist fast 70 Jahre her, manche dieser Fotos und Zeichnungen sind noch älter. Entscheidend ist, dass du sie noch hast und dass du sie dir ansiehst. Das zeigt, wie viel sie dir bedeutet haben.“

Jack wirkte nicht überzeugt. “Ich sollte mich erinnern. An jeden von ihnen. An alles.“

Ianto drehte das Bild wieder um und betrachtete die Worte auf der Rückseite eine lange Zeit, dann rückte er näher an ihn heran. “Das sind nur Nebensächlichkeiten. Weißt du, was in dieser Liste fehlt?“, fragte er. Jack sah zu ihm auf. Ianto flüsterte: “Die Dinge, die wirklich wichtig waren und entscheidend für euch – wie ihr euch kennen gelernt habt oder Michael, zum Beispiel.“ Er lächelte. “Außerdem … die Art, wie du über sie alle sprichst … das ist ein ausreichender Beweis dafür, dass du sie liebst.“ Ianto starrte in Jacks Augen, bis er erkannte, dass er ihn verstanden hatte. Er lächelte. Und ohne darüber nachzudenken, küsste er ihn. Jack atmete überrascht ein und Ianto wollte sich gerade zurückziehen und entschuldigen, aber dann wurde ihm bewusst, dass er das nicht wollte. Stattdessen drückte er ihre Lippen fester aufeinander und er spürte Jack den Kuss erwidern. Jacks Hände legten sich um seinen Kopf und streichelten den Haaransatz in Iantos Nacken. Ianto vertiefte den Kuss zögerlich und rutschte näher an Jack heran, ließ seine Hand von Jacks Wange zu seinem Nacken gleiten. Der Kuss war zärtlich und leidenschaftlich und Ianto schoss durch den Kopf, dass er das brauchte … bevor er sich daran erinnerte, dass er eigentlich Abstand gewinnen wollte. Er beendete den Kuss widerwillig, biss sich auf die Unterlippe und wich Jacks Blick aus.

Jack legte einen Finger unter Iantos Kinn und lachte leise. “Hast du gefunden, wonach du gesucht hast?“

Ianto fragte sich, warum Jack ihn in letzter Zeit so gut zu verstehen schien.

“Vielleicht“, flüsterte er. Er stand auf. “Ich sollte gehen.“

Jack nickte. “Schlaf gut, Ianto.“ Er nickte und war bereits an der Leiter, da wollte Jack wissen: “Fast vergessen … du hattest eine Bitte.“

Ianto drehte sich wieder zu ihm um. “Ja“, fiel es ihm ein. “Tatsächlich. Der Campingtrip ...“ Jack nickte. Ianto holte tief Luft. “Ich würde gerne mitkommen, Sir.“

Jack hob überrascht die Augenbrauen. “Ernsthaft?“

“Ja, Sir. Wir sind nur zwei oder drei Tage weg. Ich kann den Weevils und Myfanwy ausreichend Nahrung hinlegen und Tosh meint, der Riss würde in nächster Zeit ruhig bleiben. Und selbst wenn Cardiff untergehen sollte ...“ Ianto erlaubte sich ein Lächeln. “Alleine könnte ich die Stadt ohnehin nicht retten.“

Jack lachte. “Das ist wahr.“ Auf seinem Gesicht zeigte sich ein warmer Anflug von Stolz. “Du kommst mit.“

“Danke“, sagte Ianto. “Du wirst es nicht bereuen.“

Jack schüttelte den Kopf. “Sicher nicht.“

***

“Verhalten Sie ich entsprechend meinen Regelungen und wir werden hervorragend miteinander auskommen“, erklärte der neue Torchwood-Leiter Constantine Jane und steuerte sein Büro an.

Jack mochte ihn nicht. Er war ihnen von Torchwood 1 geschickt worden und er schien sich deshalb für etwas besseres zu halten – er hatte sogar seinen eigenen Sekretär mitgebracht.

Aber Jack brauchte die Verbindung zu Torchwood, also lächelte er. “Da bin ich sicher.“

“Wenn wir überlastet sind, kontaktieren wir Sie und Sie können uns aushelfen. So wie üblich, also. Ich habe außerdem ein paar Auslandseinsätze, auf die ich Sie gerne schicken würde. Wenn ich mit Ihnen zufrieden bin, steht Ihrer Beförderung zu einem Vollzeitagenten nichts mehr im Wege.“ Er betrat sein Büro mit Jack auf seinen Fersen. “Matthew, die Liste.“

Ein junger Mann erhob sich von seinem Platz an einem kleinen Schreibtisch in den Schatten des Büros und kam auf sie zu, um Constantine ein Blatt Papier zu geben. Mit auf den Rücken verschränkten Händen blieb er einen Schritt hinter Constantine stehen. Dunkle, lockige Haare und ein sympathisches Gesicht. Jack lächelte ihn an und er erhielt ein schüchternes Lächeln zurück. Constantine schnippte mit den Fingern. “Hey, Harkness, Augen auf mich.“ Constantine warf Matthew nur einen kurzen Blick zu, bevor er Jack wieder fest anblickte. “Ich kenne Ihren Ruf. Sie können außerhalb dieser Basis treiben, was sie wollen, aber Sie halten sich fern vom Team und von meinem Sekretär. Ich kann diese Art Ablenkung nicht brauchen.“ Er sah auf die Liste und Jack verdrehte in Matthews Richtung die Augen. Constantine drehte ihnen den Rücken zu, um der Liste etwas hinzuzufügen. Jack nutzte die Gelegenheit und deutete nacheinander auf sich und Matthew, bevor er das Zeichen für Essen machte. Der junge Mann wurde rot und schüttelte den Kopf. Jack faltete bittend die Hände und setzte seinen Hundeblick auf. Ein Lächeln zog an Matthews Lippen, aber er unterdrückte es. Jack setzte einen fragenden Blick auf. Matthew lachte und Constantine drehte sich misstrauisch wieder zu ihnen um. Er starrte Matthew auffordernd an. “Hast du nichts zu tun, Junge?“

Matthew nickte. “Natürlich, Mr. Jane. Verzeihung.“ Er kehrte an seinen Schreibtisch zurück.

Während Constantine Jack die Auslandseinsätze erklärte, fanden sich Matthews und Jacks Blicke immer wieder.


Jack wachte auf. Er saß in seinem Schreibtischstuhl zurück gelehnt. Die Feen lachten.

“Warum tut ihr das?“, fragte er. Die Geräusche verklangen und Jack wusste, dass sie weg waren – ein für alle mal. Er stand auf und nahm seine Kaffeetasse vom Schreibtisch. Er verließ das Büro und wollte zur Kaffeemaschine gehen, aber auf halbem Wege blieb er abrupt stehen. Am Eingangstor hing etwas, das aus der Ferne wie Blaupausen aussah. Am Boden lag ein Eimer roter Farbe, übrig von der geplanten Renovierung der Touristeninformation kurz vor der Jahrtausendwende. Die Farbe floss über die Fliesen wie Blut. Jack fluchte leise. “Unruhestifter“, murmelte er. Er ging auf das Tor zu, verhinderte sorgfältig, in die Farbe zu treten, und betrachtete sich die Blaupausen genauer. Pläne der Basis. “Was?“ Er knurrte unwillig. Bisher hatten die Feen noch nie zu Vandalismus ihm gegenüber gegriffen und er war überrascht. Erst recht, da sie ihm doch erst vor kurzem gesagt hatten, dass sie ihm dankbar waren. Er entfernte einen der Pläne sorgfältig und erstarrte. Darunter waren Buchstaben auf die Tür gemalt. Er musste drei weitere Blaupausen entfernen, um die Botschaft lesen zu können:

Er ist am Leben

Jacks Brust zog sich zusammen. Mit zitternden Händen entfernte er die restlichen Pläne und fand den Rest der Nachricht:

Sieh genauer hin


Nächster Teil: Kollateralschaden
12/10

Wenn ihr diese (oder eine andere) Story als PDF haben möchtet, sende ich sie euch gerne. Schreibt mir einfach eine PM mit dem Titel der Story, der Sprache, in der ihr sie wollt (deutsch oder englisch) und eurer E-Mail-Adresse und ich schicke sie euch. :)

Masterliste
Mosaik Masterliste
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Comments

( 2 comments — Leave a comment )
berthe51
Mar. 12th, 2011 03:47 pm (UTC)
Tolle Story
Ich habe diese Geschichte mit wirklichem Vergnügen gelesen. Gut getroffene Charaktere und ein hervorragender Stil. Hast du einen Hintergrund in der schreibenden Zunft? Wirklich ausgezeichnet und ich freue mich schon auf mehr!
jolinarjackson
Mar. 13th, 2011 12:38 pm (UTC)
Re: Tolle Story
Danke. Nein, aber ich hätte gern einen Hintergrund in der Zunft. :)
( 2 comments — Leave a comment )