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Inhalt: Charlie starrte ihn forschend an, während Ian einen Arm um seine Hüfte legte und ihm mit der freien Hand die dunklen Locken aus der Stirn strich. “Sag ja“, flüsterte Ian.

Pairing: Charlie/Ian Edgerton
Rating: NC-17
Spoiler: Sniper Zero, Toxin, Two daughters, Spree, Hot Shot
Setting:
reicht von Season 1 bis Season 3
Warnungen: Slash, Sex, böse Worte
Anmerkungen: Geschrieben für die Numb3rs-New Year-Challenge. Ich antworte hiermit auf die Prompts von Truthwritaslies: 1. How they got together und 2. A fight bad enough that it nearly breaks them up, but then something happens and they don’t (nimmt aber nur einen kleinen Teil der Story ein)

Beta: cpwatcher – danke!

Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Numb3rs und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Teil 1 findet ihr hier
Nicht der Typ Mann Masterlist


5.


Die schrille, monotone Version von Wild Boys riss Ian aus dem Schlaf. Er griff in der Dunkelheit seines Schlafzimmers zur Seite und erwischte sein Handy. “Hallo?“, fragte er verschlafen.

“Hi.“

Ian seufzte und drehte sich auf den Rücken. “Telefonsex?“, fragte er - müde, aber nicht abgeneigt.

Charlie schwieg einen Moment, dann sagte er: “Ian, ich …“

Er brach ab und Ian rieb sich den Schlaf aus den Augen. “Charlie? Alles klar?“, fragte er besorgt.

“Eigentlich nicht“ , antwortete Charlie erstickt, “Ich träume von Mom. Ich weiß nicht … ich kann nicht …“

Ian setzte sich auf. “Träume? Charlie …“

“Es ist dumm, oder? Dass es mich stört.“

“Ich würde nicht sagen, dass es dumm ist. Ich denke nur …“ Ian brach ab. “Warum rufst du mich an?“

“Ich kann nicht mit Dad und Don drüber reden. Don denkt sich nichts weiter dabei und ich will Dad nicht … Ian, es ist so real. Was, wenn das die Strafe ist?“

“Strafe?“

“Dafür, dass ich sie vor ihrem Tod nicht mehr gesehen habe.“

“Charlie, das ist doch Unsinn. Träume sind unterbewusste Botschaften. Keine Strafe. Du …“ Ian seufzte tief. Er wünschte, dass er mehr über Charlies Mutter wüsste. Er fühlte sich, als würde er mit seinen Worten im Trüben fischen. “Du willst dir nur selbst etwas mitteilen. Und das hat nichts mit deiner Mutter zu tun, okay?“

Charlie schwieg. “Okay“ , sagte er schließlich, hörbar unüberzeugt. Er seufzte. “Ich hätte nicht anrufen sollen.“

Ian schloss die Augen und rieb sich die Stirn. “Schon okay“, sagte er.

“Nein. Tut mir leid. Gute Nacht.“ Damit legte Charlie auf. Ian seufzte tief und legte das Handy zur Seite, dann vergrub er sich wieder in seinem Bett. Als er drei Stunden später noch immer keinen Schlaf gefunden hatte, stand er auf und buchte ein Flugticket.

***

In L.A. war wieder Nacht, ehe Ian bei Charlie eintraf. Er wusste, wo der Ersatzschlüssel versteckt lag und trat ins dunkle Haus. Sorgfältig verschloss er die Tür wieder, dann legte er den Schlüssel auf den Beistelltisch vor der Haustür und schlich die Treppen hoch. Charlies Zimmer war am Ende des Flures. Als Ian eintrat, herrschte absolute Stille. Nur Charlies ruhige Atemzüge waren zu hören. Im Schein der Straßenlaternen, der durch das Fenster fiel, waren die Möbel deutlich zu erkennen. Ian hätte das Licht nicht gebraucht. Er kannte das Zimmer. Ian zog seine Schuhe aus, seine Jacke und seine Jeans. In T-Shirt und Unterwäsche kroch er unter die Decke und zog Charlies warmen Körper zu sich. Ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen, als Charlie sich automatisch an ihn drückte. “Ian?“, fragte er leise und verschränkte seine Beine mit denen des älteren Mannes.

Ian küsste Charlies Stirn. “Ich hoffe wirklich, du hast nicht jemand anderes erwartet.“

Charlie öffnete die Augen und blickte ihn überrascht an. In dem spärlichen Licht waren seine Augen beinahe schwarz. “Was machst du hier? Ich dachte, du wärst in Washington.“

“War ich auch. Ich habe einen Flug genommen, sobald ich konnte. Es war aber erst heute Mittag was zu bekommen.“

“Warum bist du hier?“ Charlie klang ehrlich verwirrt.

“Du hast mich angerufen.“

“Das hätte ich nicht tun sollen. Ich hatte … es tut mir leid. Ich hatte kein Recht. Wir sind nicht wirklich zusammen, es ist nur …“ Er seufzte und drückte dann seine Stirn in Ians Halsbeuge.

Der Agent seufzte schwer. “Charlie, ich hatte seit einem Jahr keinen Sex mehr mit jemand anderem als dir. Ich würde also behaupten, dass wir nicht gerade nur eine lockere Bettgeschichte sind.“ Er grub seine Nase in Charlies Haare und schloss die Augen. Charlie schwieg und regte sich nicht. Ian hoffte, dass er nicht zu viel gesagt hatte. Es stimmte, dass Charlie ihm der wichtigste Mensch geworden war. Er war gerne mit ihm zusammen. Der Sex war großartig. Wenn Ian zu Besuch war, machten sie aber inzwischen auch mehr – sie gingen ins Kino und aßen mit Alan und Don, die noch immer glaubten, das zwischen ihnen wäre etwas festes. Und möglicherweise war es das auch. Ian kam sich wie ein Betrüger vor, wenn er nur daran dachte, mit anderen Männern oder mit Frauen zu schlafen. Und es verwirrte ihn, weil er sich bisher nur in seinen kurzlebigen Beziehungen so gefühlt hatte. Aber das hier hätte nie eine Beziehung werden sollen.

Charlie war nicht der Typ Mann, mit dem Ian Beziehungen hatte. Er war niedlich und kleiner als Ian, nicht so stark wie Ian. Er war One Night Stand-Material. Beziehungsmaterial waren die großen, starken Männer, die unter Garantie nicht niedlich waren, sondern attraktiv.

“Danke“, flüsterte Charlie.

Ian glitt mit einer Hand unter Charlies T-Shirt und streichelte seinen Rücken. “Willst du …“ Charlie schüttelte den Kopf, ehe Ian die Frage zu Ende bringen konnte.

“Lass uns einfach nur hier liegen, okay? Ich brauche nur einen Freund.“

Ian nickte. Das bekam er hin. Er hatte zwar auch darin keine Übung, aber er konnte improvisieren. “Erzähl mir von deiner Mum“, bat er. Charlie seufzte und Ian dachte schon, er würde ablehnen, aber dann begann er doch zu reden. Sie lagen zwei Stunden wach, ehe sie wieder einschliefen, als bereits die ersten Sonnenstrahlen sich zeigten.

Ian blieb drei Tage.

Er war nicht der Typ Mann, der einen Freund hängen ließ.


TBC


Weiter zu Teil 6
Nicht der Typ Mann Masterlist