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Torchwood: Drei Worte (Fanfiction)

Drei Worte

Worte: 1.003
Inhalt: Ianto und Jack haben nie Valentinstag gefeiert. Aber dieses Jahr fragt Jack sich, ob sie daran etwas ändern sollten.
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones, Gwen Cooper
Pairing: Jack/Ianto
Rating: PG
Spoiler: Wundmale
Setting: Zwischen Staffel 2 und Kinder der Erde
Warnungen: Erwähnung eines Canon Character Death
Anmerkungen: Geschrieben für jack_ianto_las . Der Prompt lautete Valentine's Day. Ich bin definitiv nicht gut darin, Feiertags-Fanfics zu schreiben. Das sollte euch genug Warnung sein.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

***
***


Es fing ganz unschuldig an: Gwen fragte Jack, was er und Ianto für den Valentinstag geplant hatten. Diese Frage war Jack seit Jahren nicht mehr gestellt worden.

”Nichts”, sagte er.

”Willst du Ianto nicht zeigen, was es dir bedeutet?”, fragte Gwen und verschränkte die Arme.

”Das weiß er doch”, antwortete Jack.

Gwen runzelte die Stirn und verließ sein Büro, auf walisisch vor sich hinmurmelnd. Jack versuchte, ihre Reaktion zu ignorieren. Es dauerte etwa drei Stunden, dann gewann seine Unsicherheit.

***

Er fand Ianto in den Archiven, einen Aktenschrank sortierend. Jack räusperte sich und schob dann seine Hände in die Hosentaschen. ”Also, Valentinstag.”

Ianto hob die Augenbrauen. ”Ja, das wäre dann übermorgen.”

”Ich weiß. Ich dachte, wir könnten in dieses italienische Restaurant gehen, dass du so magst.”

Ianto starrte ihn an, als hätte Jack den Verstand verloren.

”Was ist?”, fragte Jack irritiert.

”Dir ist bewusst, dass wir dort keinen Tisch mehr bekommen werden.”

”Warum?”

”Valentinstag”, antwortete Ianto.

”Richtig”, sagte Jack. ”Okay. Hm … ah … dann koche ich für dich. In deiner Wohnung.”

Ianto seufzte ungeduldig. ”Jack, gibt es einen bestimmten Grund für die plötzliche Lust, den Valentinstag zu begehen? Die letzten beiden Jahre hast du ihn immer ignoriert.”

”Nein”, sagte Jack. Ianto hob eine Augenbraue. Jack gab nach. ”Gwen denkt, dass ich dir nicht oft genug zeige, was du mir bedeutest, also dachte ich-”

”Okay, sprich nicht weiter.” Ianto legte die Akte in seinen Händen zurück in die Schublade und schloss sie. ”Erstens: Ich mag den Gedanken nicht, dass du nur mit mir essen gehst, weil jemand es dir gesagt hat. Zweitens: Ich mag Valentinstag nicht. Es ist albern, einen Tag zu kreieren, an dem man seinem Partner zeigt, dass man ihn liebt. Liebe ist etwas, dass man seinem Partner zeigen sollte, weil man es will und dann nicht nur ein Mal im Jahr. Und drittens: Ich weiß, was ich dir bedeute.” Er lächelte, umschloss Jacks Gesicht mit den Händen und gab ihm einen kurzen Kuss. ”Also, keine roten Rosen, kein Abendessen bei Kerzenschein, keine übertriebenen Gesten. Die brauche ich nicht.”

Jack legte die Arme um Iantos Hüfte und zog ihn näher. Er rieb seine Nase an Iantos Wange. ”Ich würde es tun. Wenn du es willst.”

Ianto schüttelte den Kopf. ”Nein. Ich will nur dich, auf meiner Couch, mit dir Pizza essen und einen Film ansehen.”

”Und da behaupten die Leute, es gäbe keine Romantik mehr”, murmelte Jack lachend.

”Es gibt sie”, antwortete Ianto. ”Aber Romantik ist nichts für uns.” Er schüttelte den Kopf, wirkte einen Moment lang traurig, doch dann hellte sich seine Miene auf. Er sah Jack mit einem Lächeln an. ”Aber das ist schon gut so.”

***

Jack konnte Iantos Worte nicht vergessen.

”Aber Romantik ist nichts für uns.”

Er fragte sich, was Ianto damit gemeint hatte und warum Ianto so dachte. Okay, sie hatten alles andere als eine normale Beziehung, aber was auch immer es war, es bedeutete mehr als Sex. In ihrer freien Zeit lebten sie in Iantos Wohnung. Ab und zu gingen sie zusammen aus. Wenn Ianto verletzt wurde, kümmerte Jack sich um ihn und wenn Jack starb, wartete Ianto geduldig an seiner Seite, bis er wieder zum Leben erwachte.

Trotz allem hatte Jack Ianto doch für selbstverständlich genommen.

Dann waren Owen und Tosh gestorben und alles war jetzt anders. Jack hatte plötzlich klarer sehen können. Er liebte Gwen. Er liebte Ianto. Es gab keinen Unterschied in der Intensität seiner Gefühle. Aber Tosh und Owen waren so jung und so einsam gestorben und Jack wollte nicht, dass auch Gwen und Ianto so endeten – Gwen mit der Frage, ob sie den ersten Schritt auf Jack zu hätte machen sollen und Ianto mit der Frage, ob er nur ein Trostpreis gewesen war. Also hatte Jack nicht mehr mit Gwen geflirtet, abgesehen von der ein oder anderen Bemerkung, und die Tatsache, dass Gwen es nicht mal zu merken schien reichte aus, um ihm zu zeigen, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte. Er war zufrieden gewesen. Bis Ianto gesagt hatte: ”Aber Romantik ist nichts für uns.”

Ianto zweifelte an ihnen. Jack wusste wieso. Wann hatte er Ianto je wirklich gesagt, was er ihm bedeutete? Dass er nicht nur seinen Kaffee oder seine Anzüge oder seine Kreativität im Schlafzimmer liebte … und Ianto hatte sich ganz seiner Natur entsprechend mit den Brotkrumen zufrieden gegeben, die Jack ihm zugeworfen hatte, niemals mehr verlangend als Jack ihm geben wollte. Vielleicht war es das, was Ianto hatte sagen wollen.

”Aber Liebe ist nichts für uns.”

Und in dem er diese Worte hingenommen hatte, hatte Jack unbewusst zugestimmt.

***

An Valentinstag aßen sie Pizza und sahen sich einen Film an. Danach ließen sie den Fernseher laufen und die Stille in Iantos Wohnung weg waschen, während sie auf der Couch lange, einander zugewandt, die Beine miteinander verschränkt und ihre Stirn aneinander gedrückte. Iantos Augen waren geschlossen und er atmete tief, noch nicht ganz eingeschlafen, aber auf dem besten Wege. Jack beobachtete ihn; das jungenhafte Gesicht durch die Entspannung viel jünger, die dunklen Wimpern gegen die blasse Haut, die ersten Anzeichen von Bartstoppeln auf den glattrasierten Wangen.

'Ich liebe dich.'

Er konnte es noch nicht sagen, obwohl er es heute mehr als ein Mal versucht hatte. Er war aus der Übung. Er hatte die Möglichkeit, Teil eines Paars zu sein, schon vor sehr langer Zeit aufgegeben. Er hatte das Wort sogar aus seinem Vokabular gestrichen, da er Angst, hatte verletzt zu werden, wenn der andere nicht dasselbe fühlte. Weil er Angst hatte, dass sie es taten – und starben. Er musste zuerst den Schaden reparieren, den er sich selbst beigebracht hatte.

Er flüsterte: ”Gib mir etwas Zeit.”

”Natürlich”, sagte Ianto schläfrig, vermutlich nicht mal wissend, wovon Jack sprach. Nur akzeptierend, was Jack ihm gab.

Jack zog ihn näher und grub seine Nase in Iantos Haare. Seine Lippen formten die Worte gegen Iantos Schläfe: 'Ich liebe dich.'


ENDE
03/11

Komplette Fanfiction Masterlist

Comments

( 4 comments — Leave a comment )
aenn17
Apr. 6th, 2011 03:27 pm (UTC)
Auch wenn du meinst, dass du Feiertags-Famfics nicht gut schreiben kannst war es -wie überraschend ;)- toll! Owen hat übrigens am 14.02. Geburtstag...
jolinarjackson
Apr. 7th, 2011 10:45 am (UTC)
Danke. Oh, wieder was gelernt. Das wusste ich zum Beispiel noch nicht. :)
pechfeder
Feb. 7th, 2013 10:08 am (UTC)
Ehrlich gesagt hat mich dieser kleine OS ziemlich mitgerissen und mich den Tränen nahe gebracht.
Dass Ianto so genügsam ist, zu nehmen, was immer er bekommt und dass Jack das nach Jahren auch endlich mal bemerkt ...
Normalerweise bin ich nicht gerade nah am Wasser gebaut, aber egal, wie oft ich diese FF lese, es löst immer eine gewisse Traurigkeit aus.
Vor allem dann, wenn man CoE kennt und weiß - zumindest was die Serie angeht - dass er es bis zu "diesem Moment" nicht schafft, sich zu überwinden ;__;

LG,
Federchen

Edited at 2013-02-07 02:09 pm (UTC)
jolinarjackson
Feb. 7th, 2013 11:15 am (UTC)
Danke. :)
( 4 comments — Leave a comment )