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Torchwood: Brennendes Blut (Fanfiction)

Brennendes Blut

Worte: 979
Inhalt: Wie lange war es her, dass Ianto sich an den Scherben einer Flasche geschnitten hatte, die er hatte fallen lassen? Wie lange, seit das Gift so in seinen Körper gelangt war? Zu lange.
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones, Owen Harper, Gwen Cooper, Toshiko Sato, OC
Pairing: Jack/Ianto
Rating: PG-13
Spoiler: Keine
Setting: Season 2
Warnungen: Folter (nichts graphisches oder blutiges)
Anmerkungen: Geschrieben für jack_ianto_las  und den Prompt Childhood Memories. Scheinbar kann nicht mal ein fröhlicher Prompt wie dieser mich dazu bringen, was fröhliches zu schreiben. In dieser Geschichte erinnert Jack sich an die Geschehnisse, die er dem echten Jack in Captain Jack Harkness erzählt hat.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

***
***


Der Schrei hallte durch die Archive und Ianto bäumte sich gegen Jacks festen Griff um seine Brust auf. Aus dem Augenwinkel konnte Jack Gwen und Tosh ein paar Schritte entfernt stehen sehen, ihre Gesichter blass und schockiert. Er hörte Owen seine Ausrüstung durchwühlen.

Der Schrei starb langsam, wurde ein Schluchzen, dann ein Wimmern, bevor er in zitternde Atemzüge überging. Jack vergrub das Gesicht in Iantos verschwitzten Haare und zog ihn etwas näher. Iantos Hemd war schweiß-feucht, seine Haut heiß von Fieber.

“Owen", sagte Jack, seine Stimme klang genauso erschöpft und gereizt wie er sich fühlte.

“Das Morphium scheint nicht zu helfen und ich habe kein Gegengift.“

Ianto flüsterte: "Stopp, Stopp, Stopp ..." Er schluchzte und Jack küsste seine Stirn, versuchte, die Erinnerungen zu ignorieren, die Iantos Zustand aufwirbelte.

Jemand anderes in seinen Armen, eine andere, heisere Stimme, die um Erbarmen flehte. Grüne Augen und ein panisches, viel zu junges Gesicht, das hoch zu Jack starrte.

"Jack, hilf mir ...“


"Jack", wimmerte Ianto. Seine Finger wickelten sich fester um Jacks Hosenträger, eine Warnung, dann schrie er. Jack kniff die Augen zu, spürte Tränen auf seinen Wangen.

"Ich kann nicht ...“, sagte Jack, versuchte, ein Schluchzen zurückzudrängen. "Es tut mir leid.“ Sie waren zu jung für das hier. Der Gedanke, dass er sich geehrt gefühlt hatte, mit nur 15 rekrutiert zu werden … und jetzt waren er und Zane dem Feinf ausgeliefert ...

Zane schrie, sein Rücken drückte sich durch und es fiel Jack schwer ihn zu halten. Der Lauf einer Waffe strich Jacks Wange entlang und er zuckte zurück, schützte Zane vor dem grinsenden Monster, das vor ihnen stand.

Das Wesen grinste böse. "Du willst, dass es aufhört? Dann erzähle uns alles über eure Kolonie und Waffen.“


Iantos Schrei starb dieses Mal nicht langsam, er wurde plötzlich abgeschnitten. Eine Erleichterung. Wie lange war es her, dass Ianto sich an den Scherben einer Flasche geschnitten hatte, die er hatte fallen lassen? Wie lange, seit das Gift so in seinen Körper gelangt war?

Zu lange.

Zane starb nach vielen Stunden. Jack klammerte sich an seine Leiche, plötzlich so regungslos in seinen Armen und weinte. Weil er sich für seine Loyalität schuldig fühlte und nicht geredet hatte. Weil nichts mehr wie früher sein würde – er würde nicht mehr wie früher sein können.

Gwens scharfe Stimme schnitt durch den Neben der Erinnerungen. "Jack, er kann nicht atmen.“

Eine Hand berührte seine und er fuhr zurück, starrte Gwen wütend an.

Sie wirkte besorgt. "Lass ihn los, Jack!“

Verwirrt sah er nach unten zu Ianto und bemerkte, dass seine Hand auf Iantos Mund und Nase lag. Er ließ von ihm ab, als hätte er sich verbrannt. Ianto hustete und drehte den Kopf, um Jacks Brustkorb zu küssen, direkt über seinem Herzen. Vergebung.

Er wusste von Zane.

Gwens Stimme wurde sanfter. "Du musst eine Pause einlegen. Es sind jetzt schon zwei Stunden.“

"Eine Pause?“, fragte Jack und sah sie an. Sie wirkte müde und ausgezehrt im schwachen Licht der Archive, wie Tosh auch, die weinte.

"Du hilfst ihm so nicht“, sagte Gwen.

"Da hat sie recht“, stimmte Owen zu, als Iantos Wimmern zu einem Stöhnen wurde, “du warst die ganze Zeit bei ihm Jack. Mach eine Pause.“

Jack schüttelte den Kopf und drückte Iantos Gesicht gegen seine Brust, um den nächsten Schrei zu ersticken. "Ich bleibe. Es wird noch schlimmer, ehe es sich bessert. So funktioniert dieses Gift. Ich habe das schon mal gesehen!“

Aber Ianto würde gesund werden. Er musste. Jack konnte den Gedanken nicht ertragen, dass er sterben könnte ...

"Dann sag mir, was ich tun soll!“, schnappte Owen hilflos.

Einen Moment lang hing eine ungemütliche Stille in der Luft, die nur durch Iantos Husten gebrochen wurde. Jack schloss die Augen. Zeit, eine Entscheidung zu treffen.

"Geht nach oben. Ich bleibe hier."

"Jack", sagte Tosh kopfschüttelnd.

"Jemand muss sich um den Riss kümmern und ihr müsst etwas Essen, euch ausruhen, bevor der nächste Alarm reinkommt."

"Was ist mit dir?“, fragte Gwen.

"Ianto braucht mich.“

”Sollten wir ihn nicht in den Autopsieraum bringen?“

”Nein. Dort wird es auch nicht bequemer für ihn. Ihn zu bewegen macht alles nur schlimmer.“ Er sah zu Owen. "Dieses Gift wird in manchen Galaxien als Folterwerkzeug verwendet. Wenn du die Schmerzen nicht mildern kannst, musst du nicht hier sein. In ein paar Stunden verfliegt die Wirkung. Es wird ihn nicht töten.“

Tosh fragte: "Bist du sicher?“

Jack sah sie an und log: “Ja.“

***

Ianto hatte vor einer halben Stunde das letzte Mal geschrien und lag nun reglos in Jacks Armen. Jack strich mit einer Hand über Iantos schweißfeuchte Stirn und spürte, wie Ianto seinen Kopf gegen Jacks Brust drückte. Jack setzte ihn etwas auf und küsste ihn sanft. “Du bist okay“, flüsterte er, versuchte, Iantos Schreie aus seinem Gedächtnis zu verbannen und hatte keinen Erfolg. Tränen stiegen ihm in die Augen.

“Ist es vorbei?“, murmelte Ianto. Er sah Jack vollkommen erschöpft an. Plötzlich stöhnte er auf und seine Augen weiteten sich ängstlich, als die Schmerzen wieder schlimmer wurden.

“Sh“, machte Jack. “Das sind nur leichte Nachwirkungen. Es ist vorbei.“

Ianto entspannte sich, als der Schmerz abebbte. Jack versuchte sich an einem aufmunternden Lächeln und hatte keinen Erfolg. Zanes Schreie und tote Augen verfolgten ihn noch immer. Ianto war okay, versuchte er sich zu erinnern, er war stärker als Zane gewesen war und er war wieder in Ordnung.

Iantos zitternde Hand wischte Tränen von Jacks Wange. “Zane“, sagte er wissend.

Jack nickte. Iantos Arme schlossen sich um Jacks Schultern und Jack erwiderte die Umarmung. In seinen Gedanken überlappten sich die Bilder seines Freundes Zane mit denen von Ianto und er sah sich selbst Iantos Leiche anstarrend genau wie er damals die von Zane angesehen hatte – unfähig zu verstehen, dass er mit diesem zerbrochenen Jungen Ball gespielt hatte.

Er grub sein Gesicht in Iantos Halsbeuge.

“Ich lebe“, flüsterte Ianto und fuhr mit einer Hand durch Jacks Haar. “Ich bin hier.“


ENDE
04/11

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