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Der unerwünschte Begleiter

Worte: ~2.900
Inhalt: Der Doktor und Jack sprechen über die Natur ihrer Beziehung, das verlorene Jahr und wie sehr sich Dinge ändern können.
Charaktere: der Doktor (Nine, Ten), Jack Harkness, Rose Tyler
Rating: PG-13
Spoiler: The Parting Of The Ways, The Sound Of Drums, The Last Of The Time Lords
Setting:
nach The Doctor Dances, nach The Last Of The Time Lords
Crossover:
mit Torchwood
Crossover-Setting:
zwischen Staffel 1 und 2
Crossover-Spoilers: keine
Anmerkungen: Geschrieben für den ficlet_las und den Prompt Before and after.
Beta: alt_universe_me hat sich das hier angesehen, nachdem das Voting vorbei war. Danke!
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serien Doctor Who und Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

***
***


Captain Jack Harkness legte die Arme um Roses Taille und hob sie hoch, bevor er sich in einem Halbkreis drehte und sie vorsichtig wieder absetzte. Er nahm ihr den Basketball aus den Händen und warf einen Korb in das Basketballnetz, das die TARDIS zusammen mit dem Spielfeld für die beiden Spieler kreiert hatte. Die Freude über seinen Sieg teilte er mit Rose, indem er laut lachte und sie umarmte.

Der Doktor sah Roses Augen glücklich funkeln und dass sie etwas rot wurde, als Jacks Hände auf ihren Hüften landeten. Sie schien den Doktor nicht mal bemerkt zu haben und es störte ihn etwas, dass er sie, nach Wochen der Zweisamkeit und mit den Wundern des Universums nur einen Handgriff entfernt, mit einem anderen Mann teilen musste. Er konnte ihre Faszination aber auch verstehen. Jack Harkness war attraktiv, auf anziehende Art gefährlich, charmant und er hatte das Auftreten eines Mannes, der viele schöne und erstaunliche Dinge gesehen hatte. Jack war lebendig, laut und einnehmend und Rose schien sich ein bisschen in ihn zu verlieben. Es zeigte sich in der Art, auf die Rose den Captain so voller Bewunderung ansah, darin, wie sie seine Berührungen so selbstverständlich zuließ

Natürlich war der Doktor nicht eifersüchtig. Eher das Gegenteil. Er ignorierte die Ahnung eines Lachens in seinem Kopf. Dieses alberne Schiff! Er war nicht eifersüchtig. Ein Time Lord wurde nicht eifersüchtig, bloß weil irgendein gut aussehender Nachkomme eines Affen mit seiner Begleiterin flirtete. Wer war Jack Harkness schon? Ein verirrter Welpe, der Rose nach Hause gefolgt war und den sie nicht aussetzen wollte. Der Begleiter einer Begleiterin.

Dann traf Jacks blendendes Lächeln den Doktor und er konnte nicht anders, als zurück zu lächeln und zu winken.

Rose lächelte den Doktor an und umarmte ihn auf dem Weg nach draußen. "Du solltest nächstes Mal mitspielen. Ein bisschen an deiner Fitness arbeiten."

"Ich bin fit genug, vielen Dank."

Rose verzog das Gesicht zu einem amüsierten Grinsen, das nur allzu deutlich fragte: Eifersüchtig? Dann ging sie.

Jack trat nun zum Doktor und er konnte nicht anders als zu bemerken, wie gut die hellen Hosen ihm standen und wie sehr das blaue T-Shirt seinen Brustkorb betonte. Als Jack neben ihm stehen blieb, konnte der Doktor seine Pheromone geradezu schmecken. Diese Männer aus dem 51. Jahrhundert und ihre kleinen Tricks! Er war wahrscheinlich noch immer in Gedanken ganz bei Rose.

Jack lachte leise. "Komm schon, Doc, nicht so ernst. Das verursacht nur Falten und das wäre eine Schande in einem so attraktiven Gesicht?" Er blinzelte ihm zu und ging.

Der Doktor fand ihn in der Küche, vollauf damit beschäftigt, Tee zu kochen.

"Ich hätte gedacht, jemand wie du würde Bier bevorzugen."

"Jemand wie ich?", fragte Jack.

"Amerikaner."

Jack grinste. "Ich war eine ganze Weile in England. Habe mich an Tee gewöhnt."

Der Doktor setzte sich an den kleinen Tisch. Es wurde Zeit, seinen neuen Begleiter näher kennenzulernen. Jack war nun seit 24 Stunden bei ihnen und der Doktor wollte wissen, mit wem sie es tatsächlich zu tun hatten, bevor sie in ihr nächste Abenteuer stolperten.

Er räusperte sich und lehnte sich zurück, dann verschränkte er lässig die Arme. "Also, wo kommst du her?"

Jack blickte ihn über seine Schulter hinweg an, bevor er einen Erdbeer-Vanille-Tee wählte, den Rose beim letzten Besuch bei ihrer Mutter gekauft hatte. "Warum plötzlich so interessiert? Ich dachte, du würdest mich hassen wegen der Sache mit den Nanopartikeln."

"Hassen? Nein, ich hasse dich nicht. Hass ist Zeitverschwendung."

Jack drehte sich Stirnrunzelnd zu ihm um. "Du musst irgendjemanden hassen. Ich meine ... jeder hasst irgendjemanden."

"Also auch du?", fragte der Doktor.

Jack erstarrte und drehte sich dann wieder zum Kessel um. "Ich will nicht drüber reden."

"Ich auch nicht. Also lassen wir es."

Jack nickte, noch immer von ihm abgewandt, noch immer mit dem Kessel beschäftigt. Sie schwiegen, bis Jack sich mit zwei dampfenden Tassen zum Doktor gesetzt hatte. Der Doktor nahm einen Schluck und seufzte zufrieden. Es gab nicht viele Dinge, die ihm positiv an Jack auffielen, aber er hatte bereits feststellen können, dass der Captain fantastischen Tee kochte.

Plötzlich fragte Jack: "Je auf den Erdkolonien des 51. Jahrhunderts gewesen?"

Der Doktor dachte einen Moment über diese Frage nach. "Auf einer oder zwei", antwortete er schließlich. Es war leicht, den Überblick über seine Reisen zu verlieren. Nur manche Welten waren ihm wegen ihrer Schönheit ins Gedächtnis gebrannt. Er wollte Rose jede einzelne davon zeigen.

"Die in der Ragar-Galaxie?", fragte Jack. Der Doktor schüttelte den Kopf. Jack lächelte sehnsüchtig. "Ich bin in der Kolonie Nummer 17 aufgewachsen – die Boeshane Halbinsel. Wunderschön. Du solltest sie mal besuchen."

"Vielleicht mache ich das", sagte der Doktor.

"Ich glaube, ich habe mich noch nicht bedankt", sagte Jack und der Doktor sah ihn fragend an. Jack machte eine vage Geste zur Decke. "Dafür, dass ich bleiben darf", erklärte er.

"Na ja, wir konnten dich ja schlecht sterben lassen, oder? Das wäre ziemlich schade gewesen."

"Niemand hätte mich vermisst", sagte Jack mit einem Schulterzucken, aber er klang nicht traurig. Eher, als wäre es ihm tatsächlich gleichgültig. Der Doktor fragte sich, ob das stimmte, ob es wirklich niemanden gab, der auf den Captain wartete, oder ob Jack ihn anlog. Jack lächelte schief. "Die engste Beziehung, die ich seit Jahren hatte, war mit meinem Schiffscomputer."

"Bitte keine Details", sagte der Doktor.

Eine Sekunde war es ruhig, dann lachte Jack laut. "Ich hatte mal was mit einer KI", sagte er. "Es war fantastisch."

"Du bist unglaublich", sagte der Doktor und war überrascht, dass sich leichte Zuneigung in seine Stimme gemischt hatte.

Jack grinste. "Das hat mir schon mal jemand gesagt." Er rührte in seinem Tee, dann fragte er: "Es ist okay, dass ich hier bin, oder?"

"Natürlich."

"Ich habe nicht wirklich gefragt. Aber ich kann mich nützlich machen. Du brauchst sicher Hilfe mit dem alten Mädchen." Er zwinkerte ihm zu. "Ich bin sehr geschickt."

Die TARDIS schnurrte zufrieden und der Doktor fragte sich, ob sie, wie Rose auch, etwas für den Captain schwärmte. Dann realisierte er verspätet, dass das Zwinkern für ihn bestimmt gewesen war und hob die Augenbrauen. Überraschenderweise machte es ihm nichts aus. Tatsächlich mochte er Jack mehr, je länger er mit ihm sprach.

Der Captain grinste noch immer blinzelte wieder, sehr langsam dieses Mal, als wolle er sichergehen, dass der Doktor ihn verstand.

Der Doktor schnaubte. "Mach keine Versprechen, die du nicht halten kannst." Er schlief nie mit seinen Begleitern. Es war nicht richtig. Sie waren zu abhängig von ihm, erst recht, wenn sie noch nie ihren Heimatplaneten verlassen oder von Reisen durch Zeit und Raum gehört hatten, wie Rose. Er würde sich fühlen, als ob er sie ausnutzen würde.

Jack schien nicht beeindruckt. "Wer sagt, dass ich nicht kann?"

Der Doktor lachte. "Oh, das ist fantastisch! Was habe ich mir da nur ins Haus geholt?"

"Das hat mir auch schon mal jemand gesagt", antwortete Jack.

Der Doktor lächelte. "Du musst nicht fragen. Du kannst bleiben. Es gibt aber eine Bedingung", sagte er und wurde wieder ernst.

"Die da wäre?", fragte Jack.

"Keine Betrügereien. Du kannst hier wohnen und ich werde alles mir mögliche tun, um dich aus Schwierigkeiten zu retten, solange du sie nicht verursacht hast."

Jack nickte. "Versprochen."

"Na gut", sagte der Doktor und lehnte sich in seinem Stuhl zurück, "Jack Harkness. Vielleicht schaffen wir es ja doch, einen respektablen Mann aus dir zu machen."

***

Der Doktor hatte es Rose nie gesagt, aber er hatte gewusst, dass sie Jack auf Satellit 5 zurückließen. Er hatte gewusst, dass der Captain wieder zum Leben erwacht war. In dem Moment, in dem Jack seine Lungen wieder mit Luft gefüllt hatte, hatte etwas im Bewusstsein des Doktors angeschlagen und einen stechenden Kopfschmerz verursacht, ein leichtes Gefühl der Übelkeit. Die Zeit war aufgeschreckt worden, zerrissen, und der Doktor war seinem primären Instinkt gefolgt und geflohen, womit er Jack, seinen Begleiter, zurückgelassen hatte.

Jack hatte sich verändert, als der Doktor ihn das nächste mal sah. Sobald er den Captain über den Roald Dahl Plass zur TARDIS hatte rennen sehen, war das Gefühl der Übelkeit wieder im Doktor hoch gekrochen und er hatte mit harten Worten reagiert. Erst, als er auf der Valiant in seinem Käfig gesessen hatte und Jack wieder und wieder für den Glauben in den Doktor sterben sah, hatte er bemerkt, wie falsch sein Verhalten gewesen war.

Als alles vorbei war und die Zeit auf der Erde um ein Jahr zurückgedreht wurde, während die TARDIS im Weltraum schwebte und der Doktor ein paar Programme laufen ließ, um sicherzugehen, dass sie wirklich in Ordnung war, beschloss der Doktor, mit Jack zu reden.

Er klopfte an Jack Tür. Das antwortende “Es ist offen“ klang müde.

Jack lag auf dem großen Doppelbett. Er war offensichtlich im Kleiderschrank der TARDIS gewesen, denn er trug saubere Hosen und ein neues Hemd. Jacks alte Hosen waren dreckig gewesen und sein Hemd hatte er vor lange Zeit verloren – vielleicht vier oder fünf Monate, nachdem das verlorene Jahr begonnen hatte. Der Doktor erinnerte sich an die asiatische Frau, deren Blut Jacks Hemd ruiniert hatte während er sie in seinen Armen hielt, bis sie tot war – Toshiko Sato. Der Master hatte zugesehen und Jack versprochen, seine anderen Freunde ebenfalls zu finden. Es hatte nicht lange gedauert, bis das Versprechen erfüllt worden war.

Jacks Stiefel – stellenweise noch immer mit Blut bespritzt – lagen auf dem Boden. Bevor sie die Valiant verlassen hatten, hatte Jack hastig seinen Mantel, die Hosenträger und seine Waffe gesucht und gefunden. Alles lag in einem Haufen auf dem Sessel in der Ecke des Raums, scheinbar nachlässig dort zurückgelassen.

Ohne den Mantel und die Hosenträger, die Stiefel und seine Waffe wirkte Jack, der sich auf dem Bett zusammen gekauert hatte, klein und zerbrochen. Er hatte über das letzte Jahr hinweg so viele Tode erlitten. Der Doktor empfand Mitleid.

Jack setzte sich langsam auf und sah den Doktor an. "Was gibt's?"

Der Doktor schloss die Tür und setzte sich auf die Bettkante. "Ich wollte sehen, wie es dir geht."

Jack lächelte bitter. "Ich bin unzerstörbar."

"Ich spreche nicht von deinem Körper."

Jack drehte den Kopf weg. "Ich bin okay. Ich brauche etwas Zeit – wie immer –, aber mir geht es bald wieder gut." Er sah wieder den Doktor an. "Ich will eigentlich nur nach Hause."

"Sag das doch gleich. Nächster Halt: 51. Jahrhundert", sagte der Doktor mit einem Lächeln.

Jack schüttelte den Kopf. "Eher das 21., Cardiff", antwortete er.

Der Doktor war überrascht. "Du definierst es als deine Heimat."

"Es war die letzten 100 Jahre meine Heimat."

"Warum hast du es dann verlassen?"

"Ich hatte gehofft, du könntest mir helfen."

Die Traurigkeit in Jacks Augen ließ den Atem des Doktors einen Moment lang stocken.

"Das kann ich nicht", flüsterte er. "Ich wünschte ich könnte, aber das scheint eines der wenigen Dinge zu sein, die ich nicht in Ordnung bringen kann. Ich weiß, das klingt hart, aber du bist falsch, Jack. Du solltest nicht existieren. Ich habe keine Ahnung, was dein Leben dem Gleichgewicht von Zeit und Raum antut."

Jack schluckte hörbar und wich wieder dem Blick des Doktors aus, als würde er sich schämen. "Entschuldigung. Dagegen kann ich nichts tun."

"Nein, nein, nein", sagte der Doktor, "ich sage nicht, dass ich dich tot sehen will, Jack. Auf keinen Fall."

Jacks Finger spielten mit einem losen Faden an seiner Hose. "Wirkte bisher nicht so."

"Ich weiß." Der Doktor schämte sich für die Art, wie er Jack behandelt hatte. Es war nicht Jacks Schuld, dass das alles passiert war. Niemand war Schuld. "Es tut mir leid", sagte er leise und wartete, bis Jack ihn ansah, bevor er wiederholte: "Es tut mir so leid, Jack."

Jack lächelte traurig. "Mir eigentlich nicht wirklich."

Neugierig setzte der Doktor sich im Schneidersitz auf das Bett und sah Jack auffordernd an.

Jack zuckte mit den Schultern. "Ich meine, es ist ein Fluch. Manchmal hasse ich es so sehr, aber ... ich habe auch Dinge gesehen und Menschen kennengelernt, die ich niemals getroffen hätte, wäre alles anders gekommen."

"Dein Team bedeutet dir viel. Das konnte ich auf der Valiant sehen."

Vier junge Leben, die so brutal und sinnlos ausgelöscht worden waren. Der Doktor konnte noch immer ihre Schreie hören, ihre trotzigen Augen sehen und ihr Blut riechen. Er erinnerte sich, wie Jack sie hielt, während sie starben, Worte flüsternd, die der Doktor nicht verstanden hatte. Es waren Erinnerungen, die ihn so schnell nicht wieder verlassen würden und er war sich sicher, dass das auch auf Jack zutraf.

Jack hatte sich so verändert. Der lässige, laute und flirtende Betrüger war verschwunden. An seiner Stelle saß nun eine gereifter und verantwortungsvoller Anführer. Jemand, dem der Doktor immer vertrauen konnte. Jack flirtete noch immer, er war auch noch laut und selbstbewusst, aber in seinen Augen war nun auch eine Traurigkeit und die Erinnerungen von mehr als einem Leben.

Jack sagte: "Es ist wirklich mein Team. Wusstest du das? Das erste Team, dass ich mir ganz alleine rekrutiert habe. Ich dachte, ich könnte das alles alleine schaffen. Nachdem ich Torchwood 3 übernommen habe, habe ich alleine gearbeitet und nur ab und zu bei UNIT Unterstützung angefordert. Das hat eine Weile lang gut funktioniert. Aber ich war es irgendwann leid, alleine zu sein und ich halte nicht viel von UNIT. Obwohl ich nicht wollte, dass noch jemand sein Leben an Torchwood verliert, war mir klar, dass ich ein Team brauchte. Der Riss wurde aktiver und … ich habe es alleine nicht mehr geschafft. Ich habe also nach ihnen gesucht, meine Augen offen gehalten, bin sichergegangen, dass ich die richtigen aussuche. Und das sind sie."

"Du fühlst dich an sie gebunden", sagte der Doktor mit einem Grinsen. "Jack Harkness, ich hätte nie gedacht, dass das passieren könnte."

"Es ist merkwürdig – all die Jahre habe ich auf dich gewartet und letzten Endes ist das hier nicht das, was ich will."

Der Doktor ließ einen Moment lang Stille eintreten, dann sagte er leise: "Ich würde dir alles zeigen, was du sehen willst, das weißt du." Er wollte Jack nicht wieder verlieren. Nicht jetzt, wo er ihn gerade gefunden hatte.

Jack nickte. "Und ich will nach Hause. Sie brauchen mich." Das ungeschliffene Verlangen, sein Team zu beschützen, zeigte sich in Jacks Augen.

Der Doktor lachte. "Du warst ihr Anführer, Jack. Du hast ihnen beigebracht, wie sie sich am besten verteidigen. Und sie scheinen sehr kluge und starke junge Menschen zu sein. Ich denke, sie kommen auch eine Weile ohne dich zurecht." Der Doktor wusste, dass er etwas zu direkt war, aber die Sorge hatte Jacks Augen noch nicht verlassen und er wollte ihn wissen lassen, dass sein Team in Ordnung war. Dass Jack sich Zeit nehmen konnte, um sich zu erholen, bevor er nach Hause ging.

Jack schien das zu verstehen, denn er nickte und ein kleines Grinsen legte sich auf seine Lippen. "Sie werden so wütend auf mich sein. Ich habe sie einfach ohne ein Wort verlassen." Er wurde ernst. "Ich habe sie verletzt."

Der Doktor war noch immer ganz gefangen von den Veränderungen, die in Jack vorgegangen waren und erklärte: "Manchmal musst darauf vertrauen, dass jene, die zu dir aufschauen und dich lieben, es alleine schaffen. Manchmal musst die verlassen, völlig gleichgültig, ob es sie verletzt.” Er räusperte sich. “Ich kannte mal einen jungen Mann, der dachte, er könnte tun, was immer er wollte. Er hat beinahe eine ganze Rasse ausgelöscht, weil er nicht nachgedacht hat. Ich wollte ihn hier, in der TARDIS, nicht haben, aber meine damalige Begleiterin … sie hat ein weiches Herz. Sie überredete mich, ihn mitzunehmen."

Jacks Augen waren feucht geworden. "Du hast ihn zurückgelassen."

Der Doktor senkte den Blick. "Er hat mir Angst gemacht. Er hat ein Loch in etwas gerissen, das ich sehr schätze – die Zeit. Ich wusste nicht, was ich mit ihm machen sollte, also ging ich." Er hob den Kopf, um Jack anzusehen. "Ich dachte, ich würde ihn nie wieder sehen. Und jetzt sieh dir den Mann an, der aus ihm geworden ist. Ich bin so stolz."

Jack biss sich auf die Lippe und sah zur Seite. "Ich habe mich immer gefragt, ob du mich verlassen hast oder ob du wirklich nicht wusstest, dass ich noch lebte."

"Ich wusste es", sagte der Doktor. "Ich konnte es spüren. Aber ich habe es Rose nie gesagt. Sie hätte mir den Kopf abgerissen."

Jack erstickte an einem Lachen und wischte sich über die Augen. "Sie kann einem Angst einjagen."

"Ja, das kann sie", sagte der Doktor mit einem Grinsen. An Rose zu denken schmerzte noch immer, aber er lernte, damit zu leben. Langsam. Er erinnerte sich selbst immer wieder daran, dass er nicht trauern sollte – sie war nicht tot –, aber es fiel ihm schwer.

Einen Moment lang badeten sie beide in Erinnerungen an Rose. Dann stand der Doktor seufzend auf. "Nun gut, dann bringe ich dich nach Hause."

"Du könntest für eine Weile bei uns bleiben. Das Team treffen", schlug Jack vor.

Der Doktor lächelte. "Ein anderes Mal. Ich muss zuerst sichergehen, dass das verlorene Jahr keine Risse im Raum-Zeit-Kontinuum hinterlassen hat."

Er machte sich auf den Weg zur Tür, aber Jacks Stimme stoppte ihn: "Doktor."

Er drehte sich um und stellte fest, dass der Captain nun neben dem Stuhl stand und seine Hosenträger anlegte. Er lächelte den Doktor warm an. "Ich hatte nie die Chance, es zu erwähnen: Danke."

"Wofür?", fragte der Doktor.

"Dass ihr an mich geglaubt habt, als es sonst keiner tat", antwortete Jack. "Ich wäre nicht der Mann, der ich jetzt bin, wenn ihr … du nicht gewesen wärst."

Der Doktor schob seine Hände in die Hosentaschen und wippte auf seinen Fußballen. "Weißt du, Jack", sagte er langsam, "ich sollte dir danken, denn … dasselbe gilt für mich."


ENDE
03/11

Komplette Fanfiction Masterlist

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