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Torchwood: So ist das nicht (Fanfiction)

So ist das nicht

Worte: ~1.000
Inhalt: Owen beobachtet Jack und Ianto und sieht mehr, als er vermutet hätte ...
Charaktere: Owen Harper, Ianto Jones, Jack Harkness
Pairing: Jack/Ianto
Rating: PG-13
Spoiler: Nebenwirkungen, Untot, Aus dem Leben eines Toten, Verschollen
Setting:
nach Verschollen
Warnungen:
Canon Character Death
Anmerkungen: Geschrieben für den whoverse_las  Prompt Dead Men Tell No Lies. Inspiriert durch das Zitat über der Story und diesen Eintrag im Captain's Blog zu Verschollen: Seeing Gwen experience it for the first time took me right back to when I first heard that terrible scream. After Gwen had gone home, I just held on to Ianto for a couple of hours, as tightly as I could.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

***
***


Owen: “Komm schon, selbst Tosh hatte früher ein spannenderes Leben als du. Und jetzt gehst du mit zu den Einsätzen, vögelst Jack und ich sitze hier fest und mache Kaffee.”
Ianto: “So ist das nicht, mit mir und Jack.”
(Aus dem Leben eines Toten)



Es war merkwürdig, sie so zu sehen. Owen wollte sich nicht bewegen, da er fürchtete, sie auf sich aufmerksam zu machen und sie sollten nicht wissen, dass er hier war, denn das hier war ein intimer Moment. Owen war sicher, dass niemand sie so sehen sollte.

Jack und Ianto standen in der Mitte des Hauptraumes der Basis, einander umarmend. Iantos Hände strichen Jacks Rücken auf und ab, während Jack sein Gesicht in Iantos Halsbeuge versteckte, seine Arme um Iantos Schulter verschränkt, sich an Iantos Jackett klammernd, als hätte er Angst zu fallen. Sie hatten nicht bemerkt, dass sie nicht alleine in der Basis waren, dass Owen am Fenster des Gewächshauses stand und sie beobachtete. Er hatte ihre Aufmerksamkeit erregen wollen, als sie den Hautpraum betreten hatten. Seine Hand war bereits gehoben gewesen, um an die Scheibe zu klopfen. Er hatte nur wissen wollen, wie es Jack mit Gwen auf Flat Holm ergangen war, aber er hatte innegehalten, als Jack Iantos Arm gepackt und ihn in diese Umarmung gezogen hatte.

Inzwischen lag Owens Hand an der Scheibe, als wolle er die beiden Männer berühren und vielleicht war das auch der Fall. Er vermisste die Nähe zu einem anderen Menschen, seit er gestorben war. Er konnte nicht mal die Körperwärme anderer spüren.

Er sah, dass Jack und Ianto sich etwas hin- und her wiegten, als würden sie tanzen, und plötzlich wollte er auch so gehalten werden. Es gab keinen Zweifel, was er dort unten sah. Es sah ganz so aus, als würden Jack und Ianto sich nicht gleich die Kleider vom Leib reißen, sobald sie alleine in der Basis waren, wie Owen immer vermutet hatte. Hier ging es um Zuneigung, Trost … und Liebe. Owen kam sich plötzlich so dumm vor. All die Dinge, die er Ianto über die Jahre hinweg gesagt hatte, all die fiesen Bemerkungen über seinen Status als Jacks Teilzeit-Fick und Bettwärmer, die Behauptungen, er sei nur ein Ersatz für Gwen … all die unfreundlichen Worte … er hatte keine Ahnung gehabt.

"So ist das nicht, mit mir und Jack."

Er erinnerte sich daran, wie Ianto diese Worte vor ein paar Monaten gesagt hatte. Damals hatte er nur ungläubig geschnaubt und sich Ianto als einen Welpen vorgestellt, der immer wieder zu seinem Besitzer zurückkehrte, völlig egal, wie oft er einen Tritt abbekam.

Ianto sagte etwas und Jack nickte. Sie gingen zur Couch, Jack zog seinen Mantel aus und Ianto sein Jackett. Sie legten sich hin, Ianto unter Jack mit Jacks Kopf auf seiner Brust. Ihre Beine verschränkten sich ineinander und sie brauchten ein paar Minuten, bis sie die ideale Position gefunden hatten. Iantos Hand strich durch Jacks Haar.

Owen wartete im Gewächshaus, bis sie – Stunden später – aufstanden, um in Jacks Quartier zu gehen. Er verließ die Basis so leise wie möglich über den unsichtbaren Lift.

***

Am nächsten Morgen blieb Owen in der Touristeninformation stehen, anstatt direkt weiter nach unten zu gehen. Ianto stand an der Theke und kontrollierte die Post. Er sah erschöpft und besorgt aus, aber er begrüßte Owen mit seinem gewohnt freundlichen Lächeln.

“Du siehst fertig aus“, sagte Owen.

“Ich hatte eine harte Nacht.“

Owen schluckte eine sarkastische Antwort und fragte stattdessen: “Die ganze Sache mit Flat Holm und Gwen hat Jack ziemlich mitgenommen, oder?“

Ianto sah überrascht zu ihm auf. “Ja“, antwortete er. “Na ja ... nicht so sehr die Tatsache, dass Gwen es herausgefunden hat ... eher ...“ Er schüttelte den Kopf und konzentrierte sich wieder auf die Post. “Es ist Flat Holm.“

Owen nickte. Er war selbst nur ein Mal dort gewesen und er würde niemals die dunklen Korridore, die weinenden und schreienden Menschen, die Hoffnungslosigkeit vergessen, die so dick in der Luft hing, dass sie Besucher ersticken könnte ... Owen schüttelte die Erinnerung ab. Er drückte den Knopf, der die Tür zur Basis öffnete. “Du tust ihm gut“, sagte er beiläufig und stoppte im Türrahmen, sein Fuß so platziert, dass der Schließmechanismus blockiert war.

Ianto schaute verwirrt zu ihm hoch. “Wie bitte?“

“Jack. Du tust ihm gut.“

Ianto runzelte die Stirn. “Ausgerechnet du ...“ Er biss sich auf die Lippe und senkte den Blick, scheinbar war ihm der kleine Ausbruch peinlich.

Owen lächelte verstehend. “Ausgerechnet ich sage das“, bestätigte er.

“Du schienst bisher nie sehr begeistert von uns zu sein, das ist alles.“

“Sagen wir, tot zu sein hat meine Sicht auf die Dinge beeinflusst, mir eine etwas andere Perspektive gegeben, und ich habe mich dazu entschieden, dass es nichts Schlechtes ist, auch mal ehrlich zu den Menschen in meiner Umgebung zu sein.“

Ianto starrte ihn an als sei er nicht sicher, ob Owen von einem Gestaltwandler übernommen worden war.

Owen dachte sich indessen, dass er nett genug gewesen war – zumindest zu Ianto – und nutzte dessen Überraschung, um zu gehen. Er machte einen Schritt zurück in den Korridor. “Glaub einem Toten: Du könntest das Beste sein, was ihm seit langem passiert ist.“ Ianto starrte ihn noch immer fassungslos an. Die Tür begann sich zu schließen. Owen zwinkerte Ianto zu. “Natürlich werde ich nie zugeben, dir das jemals gesagt zu haben.“

Ianto schien seine Verwirrung zur Seite wischen zu können und hob eine Augenbraue. “Was wird dann aus der Ehrlichkeit, die du für dich entdeckt hast?“

“Nun ja“, sagte Owen mit einem weiteren Zwinkern, “sieht so aus, als hätte ich heute genug dafür getan. Ich sollte mit den Rest für jemand anderen aufheben.“ Er wusste auch schon, für wen.


ENDE
05/11

Komplette Fanfiction Masterlist

Comments

( 4 comments — Leave a comment )
aenn17
Jun. 6th, 2011 09:57 am (UTC)
Toll... :)
jolinarjackson
Jun. 6th, 2011 11:36 am (UTC)
Danke. :)
pechfeder
Feb. 7th, 2013 08:30 am (UTC)
Ich finde, du hast hier sehr überzeugend rüber gebracht, dass Owen nicht NUR ein Arschloch sein kann. Und hei, dass er seinen Tot als Ausrede benutzen kann kommt ihm da bestimmt gelegen. Denn sehr wahrscheinlich hätte er ähnlich - wenn auch gewiss nicht ganz gleich - reagiert.

Es wäre aber auch schön gewesen, wenn du Kathy oder Diane ins Spiel gebracht hättest. Dass Owen an sie und ihre Berührungen denkt oder sich an die Zeit mit ihnen erinnert und sie und sich selbst in Jack und Ianto in dem Moment sieht.

Nichts desto trotz ein toller OS, der Owen auf neue Art sympatisch macht.
jolinarjackson
Feb. 7th, 2013 11:55 am (UTC)
Danke. :)
Und das mit Kathy und Diane ist ein guter Punkt. Danke.
( 4 comments — Leave a comment )