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Torchwood: Grundlage (Fanfiction)

Grundlage

Worte: ~ 1.000
Inhalt: Jack und Esther legen die Grundlagen für eine Freundschaft.
Charaktere: Esther Drummond, Jack Harkness
Pairing: Jack/Ianto (angedeutet)
Rating: PG
Spoiler: Kinder der Erde, Miracle Day (nichts genaues) / Hörspiel: House Of The Dead
Setting: nach Miracle Day - Dead Of Night
Anmerkungen: Das hier war eine spontane Sache. Ich weiß eigentlich nicht genau, wo es herkam. Aber ich liebe die Dynamik zwischen Jack und Esther und ich wollte etwas dazu schreiben.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

***
***


Esther liebte das Meer. Seit sie hier in Los Angeles angekommen und in der kleinen Wohnung mit den Flecken auf dem Fußboden und den dünnen Wänden Quartier bezogen hatte, zog sie es vor, ihre Abende hier draußen zu verbringen. So konnte sie wenigstens für eine Weile aus der zu kleinen Wohnung zu entkommen, die einfach nicht für vier Leute gebaut worden war.

Sie saß am Strand, gegen den kühlen Nachtwind in ihre Jacke gewickelt und hörte dem beruhigenden Rauschen der Wellen zu. Es tat gut, ihre Ruhe zu haben, während die anderen Pläne schmiedeten und Strategien besprachen. Sie würde ohnehin nicht helfen können, ohne sich dabei wie ein Kind zu fühlen, das den Erwachsenen Ratschläge erteilte, also entspannte sie sich und legte ihre Arme um die Knie. Ihr Blick glitt vom tiefschwarzen Ozean mit den schaumig-weißen Wellenspitzen zum dunkelblauen Himmel und den hellen Sternen, dann wieder zurück.

“Wunderschön, nicht wahr?“, fragte jemand und Esther drehte sich zu dem breitschultrigen Mann hinter ihr um. Jacks Hände waren tief in den Taschen seines Mantels vergraben. Er wirkte fehl am Platz, aber das schien immer der Fall zu sein. Er lächelte. “Ich meine diesen Planeten.“ Er trat näher. “Hättest du etwas gegen Gesellschaft?“

“Nein“, antwortete sie ohne zu zögern. Sie fühlte sich sicher und gebraucht, wenn nur sie und Jack zusammen waren, was merkwürdig war, da sie ihn eigentlich nicht kannte. Mit einer grazilen Bewegung ließ er sich neben sie in den Sand fallen und lehnte sich zurück auf seine Ellbogen, um in den Himmel zu schauen. Sie sah Sehnsucht in seinen Augen und lächelte. “Warst du einer der Jungs, die später Astronaut werden wollten?“

Jack lachte und seine Augen funkelten im schwachen Licht der nahen Straßenlaternen, als er sie ansah. “Du würdest mir nicht glauben, wenn ich dir erzählen würde, was ich als Kind so gemacht habe.“ Sein Lächeln erstarb und er wirkte einen Moment traurig, dann zwinkerte er ihr mit erzwungener Fröhlichkeit zu. “Wie war das bei dir?“

“Bei mir?“ Esther schüttelte den Kopf. “Um ehrlich zu sein hatte ich nie Pläne. Die typische Mädchenfantasie, mal Tierärztin zu werden, aber ... nein, nichts Ernsthaftes.“

“Ich wollte immer viele Orte sehen und habe mir vorgestellt, durch das ... überall hin zu reisen.“

“Hast du das geschafft?“

“Ich war viel unterwegs“, antwortete er mit einem Nicken, “aber dann wurde alles anders und ... ich war plötzlich allein. Es hat lange gedauert, bis ich wieder so etwas wie eine Heimat gefunden habe. Doch das hielt nicht lange. Ich kam nach Cardiff, habe eine gefühlte Ewigkeit für Torchwood gearbeitet, bis ich endlich glücklich mit mir selbst war. Ich hatte Freunde, habe jemanden geliebt, mir eine Heimat geschaffen.“ Er schüttelte den Kopf. “All das ist jetzt verschwunden. Alles bis auf Gwen.“ Seine Augen waren traurig.

"Klingt nach genug Abenteuern, um ein ganzes Leben zu füllen."

"Oder noch mehr", seufzte er.

Esther sah ihn lange an und dann begann sie, etwas für ihn zu fühlen. Nicht nur Anziehung zu einem attraktiven Mann. Es fühlte sich eher an, als hätte sie einen lange verloren geglaubten Freund wieder gefunden, jemanden, der lange weg gewesen und nun gebrochen zurückgekehrt war. Sie hatte schon vorher so gefühlt, mehr als ein Mal in ihrem Leben, und sie verfluchte sich stumm. Männer wie Jack oder Rex – sie waren Esthers Schwachstelle. Sie konnte nicht anders, als eine Wendy für jeden verlorenen Jungen zu werden, dem sie begegnete. Sie liebte sie, heilte sie und blickte hinter ihr scheinbar selbstverständliches Selbstbewusstsein und nervige Arroganz, die nur die Angst vor dem Alleinsein versteckten. Sie konnte nicht anders, als diesen Männer beizustehen und einen Weg zu finden, ihnen begreiflich zu machen, dass sie nicht unerwünscht waren und dass sie ihre Masken fallen lassen konnten, nur für eine Minute, nur für sie. Sie selbst wurde am Ende immer verletzt, aber es störte sie nicht, zumindest nicht bis sie allein in ihrer Wohnung war und niemand sehen konnte, wie sie wegen einer neuen Enttäuschung weinte.

Esther nahm Jacks Hand. "Gwen hat eure Freunde erwähnt. Sie hat mir von ihnen erzählt. Sie scheinen gute Menschen gewesen zu sein." Toshiko klang nach jemandem, mit Esther gut befreundet hätte sein können. Owen – ein anderer verlorener Junge. Und Ianto ... "Er ist derjenige, den du geliebt hast und mit dem du eine Heimat gefunden hast." Sie musste ihm nicht sagen, von wem sie sprach.

Er wusste es. "Einer der wenigen Menschen, die ich wirklich geliebt habe. Ich habe ihn getötet."

"So würde ich das nicht sehen. Gwen hat es so klingen lassen, als wäre er bereit gewesen, dir überall hin zu folgen."

Jack lächelte traurig. "Ich scheine diese Auswirkung auf Menschen zu haben ... es tötet sie." Sein Lächeln erstarb und er sah sie an. "Das ist mein Leben ... ich schließe sie in mein Herz, ich verliere sie." Seine Hand berührte ihre Wange, raue Fingerspitzen streichelten ihre Haut. "Du solltest wirklich nicht in meiner Nähe sein, Esther Drummond."

Es machte sie etwas nervös, so dicht neben ihm zu sitzen, obwohl er nichts anderes war als ein Freund. Sie schluckte. "Ich denke, das hier ist das Risiko wert."

Er nahm seine Hand zurück und sie spürte sofort den Verlust seiner Wärme. Er schüttelte den Kopf. "Nichts wäre jemals dieses Risiko wert."

"Ich bin noch nicht tot." Sie wusste nicht, wo diese Worte hergekommen waren, aber sie klangen richtig. Sie klangen wie etwas, das sie sagen musste.

Nach einer Weile des stillen Nachdenkens grinste er plötzlich. Es wirkte echt und ehrlich ... und, Gott, er war attraktiv!

"Ich wusste, du würdest eine von den Starken sein. Ich könnte mich an dich gewöhnen."

"Das ist gut", sagte sie. Sie wurde rot und wich seinem Blick aus. "Ich mich auch an dich." Zögernd streckte sie die Hand aus und legte sie auf den kühlen Sand, Handfläche nach oben. Er nahm sie sanft.

Zusammen sahen sie zu den Sternen, bis Rex sie zu einem sehr späten Abendessen rein holte.


ENDE
08/11


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