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Stargate: Kopie 4/12 (Fanfiction)

KOPIE 4/12

Inhalt: Daniel wird von einer alternativen Realität um Hilfe gebeten. Die Erde steht dort am Rande der Zerstörung: Ba’al und die Ori haben sich zusammen geschlossen, um sie zu erobern. Die letzte Hoffnung scheint die Verlorene Stadt der Antiker zu sein. Mit Jack O’Neill, Rodney McKay und Carson Beckett bricht Daniel auf, um die alternative Version der Erde zu retten, nicht wissend, dass dieses Abenteuer sein Leben und die Beziehung zu seinem besten Freund für immer ändern wird.
Pairing: Jack/Daniel, Rodney/Carson
Rating: PG
Spoiler: Kleine für Kinofilm, Der Feind in seinem Körper, Freund oder Feind?, Seth, Lebenslinien, Doppelter Einsatz, Die Entscheidung, Avenger2.0, Helden, Die Verlorene Stadt, Neue Machtverhältnisse, Avalon, Das Geheimnis der Ori, Ex-Deus Machina, Die Quelle der Wahrheit
Crossover-Spoilers: Stargate Atlantis: Aufbruch in eine neue Welt, Dunkle Schatten / Stargate Universe: Die Destiny, Führungskampf auf der Destiny
Warnungen: Folter, Slash
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serien Stargate SG-1, Stargate Atlantis und Stargate Universe und die in ihnen vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Kopie Masterlist
Kapitel 3


4.



Die Datenbank befand sich auf den Computern, aber Daniel zog es vor, sie im Original zu betrachten. Auf Carsons Berührung hin erhob sich ein holographischer Bildschirm aus der einfachen, grauen schmalen Box, die Rodney als USB-Stick der Antiker bezeichnete. Die Lettern leuchteten orange-rot auf einem hellen, gelblichen Hintergrund und Daniel fuhr mit der Hand durch die Projizierung, fasziniert, bevor er begann, sich auf die unzähligen Texte darin zu konzentrieren. In seiner Realität hatte er bisher nicht die Möglichkeit gehabt, die Datenbank im Original zu sehen, sondern an seinem Computer daran gearbeitet.

Wie sich herausstellte, war diese Datenbank der in seiner Realität sehr ähnlich. Die nächsten Stunden konzentrierten Daniel und Rodney sich darauf, die Einträge nach Hinweisen durchzugehen, während Carson etwas abseits an einem Computer saß, dicke Bücher wälzte und Notizen machte.

Daniels Augen überflogen den ihm bekannten Text, bis er über einen Absatz stolperte und inne hielt. “Huh.“

Rodney blickte von seinem Bildschirm auf. “Was?“, fragte er. Daniel antwortete nicht, ganz auf den Text konzentriert, und so kam Rodney zu ihm. Er schob Daniel zur Seite und blickte selbst genauer auf den Text, die Augen angestrengt zusammen gekniffen. “Wo haben Sie diesen Text gefunden?“

Daniel zuckte mit den Schultern. “Ich wollte sehen, ob Informationen über den Stuhl in der Datenbank sind und habe unter Praclarush Taonas nachgesehen.“

Carson hob fragend die Augenbrauen. “Was heißt das?“

Rodney seufzte. “Ein Team von uns war dort, nachdem General O’Neill letztes Jahr das Wissen der Antiker in seinen Kopf runter lud. Auf Praclarush Taonas fanden wir den Hinweis, dass die Verlorene Stadt auf der Erde liegt.“

“Nur ist sie längst nicht mehr hier“, bestätigte Daniel, “Wir haben dasselbe erlebt.“ Er rieb sich die Stirn. Kopfschmerzen machten sich langsam bemerkbar.

“Ja, aber wie bringt uns das weiter?“

Daniel deutete auf den Text. “Hier steht, dass ein Teil der Verlorenen Stadt für immer auf der Erde bleiben wird. Wir wissen, dass das die Basis unter dem Eis ist. Und dass jeder, der von antikischem Blut ist, die Stadt finden kann, wenn er sella findet.“

“Okay“, meinte Rodney. “Wir haben antikisches Blut“, sagte mit einem Blick zu Carson, der aufstand und zu ihnen kam. “Wo finden wir diesen Sella-Typen?“

Carson verdrehte die Augen. “ Sella heißt Stuhl, Rodney. Sollten Sie Latein nicht beherrschen?“, fragte er und fing sich einen bösen Blick von Rodney ein, den er mit einem ironischen Lächeln abwehrte.

Rodney konzentrierte sich auf Daniel. “Also brauchen wir doch den Stuhl.“

“Ja und jemanden mit dem Antiker-Gen, um ihn zu bedienen“, antwortete Daniel. Beide blickten zu Carson.

Der hob abwehrend die Hände und machte einen Schritt zurück. “Nein. General O’Neill-“

“Ist unterwegs. Der Mann hat wichtigeres zu tun, als sich in den Stuhl zu setzen“, meinte Rodney.

Carson weitete beleidigt die Augen. “Und ich nicht?“

“Nein“, antwortete Rodney.

“Ich will nicht“, sagte Carson, “Ich werde alle umbringen, wenn ich mich da rein setze.“

“Carson-“

“Rodney“, unterbrach Daniel und trat zwischen die beiden Männer, “gehen Sie doch schon mal vor und bereiten Sie alles am Stuhl vor, okay? Wir kommen gleich nach.“

Rodney starrte ihn skeptisch an.

“Bitte“, sagte Daniel. Rodney starrte ihn noch einen Moment unentschlossen an, dann stapfte er davon. Wenn es möglich war, eine automatisierte Tür zuzuwerfen, dann hatte er es gerade getan.

Carson fuhr sich durch die kurzen Haare. “Ich kann das nicht.“

“Carson“, sagte Daniel und ergriff seine Schultern, “es wird nichts passieren.“ Er lächelte zuversichtlich. “Sie dürfen keine Panik haben, sonst aktivieren sie versehentlich das falsche System. Das könnte der Grund sein, aus dem Sie eine Drohne abgefeuert haben, anstatt andere Bereiche des Systems zu öffnen. Irgendwo in diesem Stuhl ist eine Datenbank – wir brauchen sie. Das Schicksal der Erde hängt davon ab.“

Carsons Augen weiteten sich. “Soll mich das beruhigen?“

Daniel verzog das Gesicht. “Hat das nicht funktioniert?“

Carson schüttelte den Kopf.

“Okay“, meinte Daniel, “aber es ist die Wahrheit.“

Carson seufzte und senkte den Blick. “Ich weiß.“ Er schaute zu Daniel auf. “Könnten Sie Rodney wenigstens davon abhalten, mich nervös zu machen?“

Daniel lächelte. “Ich tue, was ich kann.“

***

Die Antiker-Basis unter dem Eis erreichten Daniel und Carson über den Fahrstuhl unter der Glaskuppel. Erhellt wurde der Außenposten von Leuchtelementen, die die Wissenschaftler aufgestellt hatten. Es herrschte rege Betriebsamkeit. Mehrere Wissenschaftler standen um eine deaktivierte Drohne geschart und untersuchten sie. Die Waffe war so lang wie Daniels Arm und sah ein bisschen aus wie eine Qualle. Andere beschäftigten sich mit dem etwas abseits gelegenen Nebenraum, in dem die Datenbank gefunden wurde, und wieder andere mit dem Stuhl. Rodney stand auf dem Podest neben dem Stuhl, einen Laptop in der Hand und war voll und ganz auf das konzentriert, was der Bildschirm ihm zeigte. Als Carson und Daniel näher kamen, blickte er zu einem etwas älteren Mann mit einer Brille und etwas längeren, hellbraunen Haaren, der am Fuß des Podests stand.

“Was soll das sein?“, fragte Rodney.

Der Mann verschränkte die Arme – kampfbereit – und antwortete mit einem starken tschechischen Akzent: “Das ist die Energieberechnung des ZPMs.“

“Nein, das ist Mist“, antwortete Rodney und gab ihm den Laptop zurück, “Muss ich denn alles alleine machen?“

Carson und Daniel blieben stehen und beobachteten, wie Rodney wild auf die Tastatur einhieb, während der andere Mann das Gerät hielt.

“Das ist Radek Zelenka“, sagte Carson leise, “Er ist sehr gut, aber Rodney weigert sich, das anzuerkennen.“

Zelenka schüttelte den Kopf. “Rodney“, sagt er fest und klappte den Laptop zu, “Dr. Rush persönlich hat diese Berechnungen kontrolliert.“

“Rush ist ein Idiot“, antwortete Rodney, “Er hat hier überhaupt keine Befugnis. Wie kommen Sie dazu, ihn einzubeziehen? Er soll sich mit dem Stargate beschäftigen und nicht mit meinen Abteilungen.“

Zelenka verdrehte die Augen. Rodney bemerkte Daniel und Carson und atmete erleichtert aus. “Na, wunderbar! Sie haben ihn überredet.“ Er kam auf Carson zu und schob ihn mit einer Hand das Podest hoch und zu dem Stuhl. Carson blickte zögerlich zu Daniel, dann atmete er durch. “Also“, sagte Rodney, “setzen Sie sich.“

Carson ließ sich auf dem Stuhl nieder, als würde er ihn beißen, sobald er ihn berührte, und lehnte sich dann zurück. Das Gerät erwachte zum Leben. Die Rücklehne verlagerte sich nach hinten und die Beinstützen nach oben. So glich er eher einem Liegestuhl. Carson hatte die Hände um die Lehnen verkrampft und die Augen fest geschlossen.

“Whoa!“, rief jemand und Daniel folgte dem Ruf zu der Drohne auf dem Untersuchungstisch. Sie leuchtete und vibrierte – bereit zum Abschuss.

“Carson“, sagte er rasch und eilte das Podest hoch und zu dem Arzt. Er legte seine Hände auf Carsons Schultern. “Entspann dich“, sagte er eindringlich. Zelenka murmelte einen tschechischen Fluch, als die Drohne vorwärts ruckte, dann jedoch wieder liegen blieb. Die Wissenschaftler stoben auseinander und zu den Wänden, als könne sie das vor der Waffe schützen. “Nein“, sagte Daniel fest, “Ganz ruhig.“

Rodney verdrehte die Augen. “Herr Gott noch mal, Carson, jetzt kriegen Sie-“

“Sh!“, unterbrach Daniel ihn. “Carson“, sagte er dann fest, “Panik aktiviert das Waffensystem. Entspann dich.“

Carson kniff angestrengt die Augen zusammen. Rodney mischte sich ein. “Denken Sie an den Zitronenkuchen Ihrer Mutter.“

Daniel blickte ihn fragend an und Rodney zuckte mit den Schultern. “Er hat letzte Woche eine halbe Stunde davon geredet“, meinte er und verdrehte die Augen. Ein blick zur Drohne zeigt Daniel, dass sie nicht mehr leuchtete.

“Guter Gedanke“, meinte er zu Rodney und der zuckte mit den Schultern. An Carson gewandt sagte Daniel: “Sehr gut.“

“Okay?“, fragte Carson unsicher, “Was jetzt?“

Daniel blickte zu Rodney. “Was denken Sie?“

“Ich?“, fragte Rodney, “Ich dachte, Sie sind das Genie aus einer parallelen Realität.“

Daniel verdrehte die Augen. “Okay, wir wissen, dass Antiker-Technologie gedankengesteuert funktioniert.“

“Ja“, meinte Rodney, “Zumindest dann, wenn man das Gen hat.“

Zelenka murmelte: “Was bei Ihnen ja nicht der Fall ist.“

Rodney starrte ihn böse an. “Das habe ich gehört.“

“Carson“, sagte Daniel, “ich will dass Sie an die Verlorene Stadt denken.“

Carson nickte, aber nichts passierte.

“Das war wohl nichts“, meinte Rodney.

“Nein“, antwortete Daniel, “Mein Fehler. Carson, die Antiker haben Latein gesprochen und möglicherweise sind Informationen über die Verlorene Stadt mit einem Code geschützt. Denken Sie urbis perisse.“

Plötzlich leuchtete der Stuhl auf und Carson öffnete die Augen. “Oh!“, machte er und starrte an die Decke. Daniel und Rodney folgten seinem Blick. Zelenka entkam ein erstaunter Laut und alle Anwesenden starrten zu dem Hologramm, das über dem Stuhl erschienen war.

Daniel betrachtete die Abbildung der Milchstraße mit großen Augen und Rodney trat neben ihn. “Wow!“, machte er.

“Allerdings“, antwortete Daniel. Das Bild der Milchstraße wurde kleiner und antikische Buchstaben erschienen daneben.

“Was steht da?“, fragte Carson.

Daniel konzentrierte sich auf die Buchstaben. “Terra inde itneras … testamentum …“ Er riss die Augen auf. “… Atlantis.“

“Atlantis“, wiederholte Rodney nickend.

Carson schüttelte den Kopf. “Aber Atlantis … Atlantis gibt es nicht.“

“Es ist die Verlorene Stadt“, sagte Daniel atemlos. Er starrte Rodney ungläubig an. “Atlantis.“

Rodney wandte sich an Zelenka. “Machen Sie ein Video davon.“

Zelenka verdrehte die Augen, aber er gehorchte und ging, um eine Kamera zu organisieren.

“Carson, Sie müssen durchhalten“, sagte Daniel.

Der Arzt nickte. “Das geht schon. Es ist nicht so anstrengend.“

Rodney runzelte die Stirn. “Terra inde itneras. Testamentum Atlantis“, sagte er, “bedeutet: Von der Erde aus … itneras … um zum Vermächtnis Atlantis zu kommen.“

“Ja“, nickte Daniel. Zelenka kehrte mit einer Kamera zurück und begann zu filmen. Alle Anwesenden waren inzwischen um den Stuhl versammelt und folgten der Diskussion.

Rodney räusperte sich. “Was bedeutet denn itneras?“

“Es bedeutet nichts“, antwortete Daniel, “Das Wort gibt es nicht.“

“Vielleicht ist es ein Tippfehler“, meinte Rodney. Daniel und Carson blickten ihn fragend an und Rodney zuckte mit den Schultern. “Was? Bloß, weil sie Raumschiffe und Stargates gebaut haben, während es Pangaea noch gab, heißt das noch lange nicht, dass sie unfehlbar sind. Ich meine, ich mache laufend Rechtschreibfehler.“

Carson verdrehte die Augen und Daniel antwortete: “Ich denke, nicht, dass es ein Fehler ist.“

“Sondern?“, wollte Carson neugierig wissen.

“Absicht“, antwortete Daniel.

“Wieso?“, fragte Rodney, skeptisch.

“Weiß ich noch nicht.“

“Klasse.“

Der Fahrstuhl rumpelte zu einem Stopp und Daniel drehte den Kopf. Jack stieg aus der Kabine und schien überrascht von der Ansammlung um den Stuhl zu sein. Er kam auf sie zu und die Menschen ließen ihn durch.

“Wie läuft es?“, fragte er.

“Die Antiker haben einen Tippfehler gemacht und jetzt glaubt Dr. Jackson, darin sei das Geheimnis des Universums verborgen“, antwortete Rodney. Daniel warf ihm einen finsteren Blick zu.

Jack nickte. “Für gewöhnlich hat Daniel Recht mit solchen Annahmen.“

Rodney verdrehte die Augen. “Mir war klar, dass Sie das sagen werden.“ Es lag eine unterschwellige Anklage in seinem Ton, die Daniel stutzen ließ.

Jack kniff verärgert die Augen zusammen. “Es ist Zeit fürs Mittagessen“, sagte er aber, ohne auf Rodney einzugehen, “Danny, du musst am Verhungern sein. Seid ihr hier fertig?“

Zelenka schaltete die Kamera aus. “Alles aufgezeichnet.“

Carson nahm das als Zeichen, dass er den Stuhl verlassen konnte. Das Hologramm erlosch und der Arzt stand rasch auf. So sehr er sich auch an den Gedanken gewöhnt zu haben schien, im Stuhl zu sitzen, er schien erleichtert, aufzustehen. Rodney seufzte: “Wir sollten sofort weiter arbeiten.“

Jack lächelte Daniel an. “20 Minuten werden keinen Unterschied machen“, lockte er. Er wurde ernster. “Ich kann von hier aus sehen, dass du Kopfschmerzen hast. Du brauchst eine Pause.“

Daniel seufzte tief. “Ja“, gab er zu, “okay.“

Carson nickte auf seinen fragenden Blick hin, auch bereit für eine Pause.

“Dr. McKay?“ fragte Daniel.

“Ich sollte weiter arbeiten“, sagte der Wissenschaftler kopfschüttelnd.

Carson schlug vor: “Ich bringe unsere Portionen ins Labor. Dann können Sie essen und arbeiten.“

Rodney gab sich einverstanden. “Nichts mit-“

“Zitrusfrüchten“, unterbrach Carson. Rodney drehte sich zu ihm um und Carson lächelte. “Ich weiß.“

***

Daniel rieb sich die Stirn, während er an einem der Tische in der Kantine saß und auf Jack wartete, der ihm angeboten hatte, sein Essen zu holen. Seine Gedanken kreisten noch immer um das Wort itneras. Es ergab keinen Sinn, dass die Antiker ein sinnloses Wort in ihre Datenbank integrierten. Vor allem bezweifelte er, dass es ein Fehler war – die Antiker machten in ihren Aufzeichnungen nie Fehler.

“Aspirin?“, fragte Jack und stellte ein Tablett mit zwei Tellern Suppe, zwei Schalen mit Salat und zwei Gläsern vor Daniel ab. Er zog die kleine Dose mit Tabletten aus seiner Hosentasche.

Ein Lächeln stahl sich auf Daniels Lippen. “Du hast Aspirin dabei?“

Jack räusperte sich. “Ich habe immer Aspirin dabei, Danny. Du … er hatte oft Migräne.“

Daniel blickte erstaunt zu Jack auf und senkte verlegen den Blick, als sein Starren ruhig erwidert wurde.

“Das ist … wow.“

“Dein Jack …“ Er brach ab und rührte in seiner Suppe. Daniel ahnte, was er hatte fragen wollen.

“Nein, nein. Er ist mein bester Freund und er ist auch derjenige, der mich in die Kantine schleift, wenn ich essen muss oder in die Krankenstation wenn es mir nicht gut geht … aber er trägt kein Aspirin mit sich herum.“

“Eure Beziehung ist etwas anders, als die zwischen Danny und mir“, antwortete Jack und stocherte in seinem Salat. Daniel nickte schulterzuckend. Er probierte die Suppe und merkte nicht nur, dass sie gut schmeckte, sondern auch, wie hungrig er eigentlich war.

Nach ein paar Minuten der Stille fragte er: “Also … wie ist er gestorben?“

Jack schloss gequält die Augen und Daniel schüttelte den Kopf. “Tut mir leid. Entschuldige. Ich hätte nicht fragen sollen, ich-“

“Er wurde von Ba’al getötet.“ Jack blickte zu ihm auf.

Daniel schüttelte den Kopf. “Tut mir leid. Du musst nicht-“

“Es ist nur natürlich, dass du es wissen willst, Danny. Du bist … du“, lächelte Jack beinahe hilflos. Er räusperte sich und erklärte dann: “Bevor sie Position im All über der Erde bezogen, war Danny mit einem Team in Ba’als Reihen unterwegs. Wir haben Gerüchte gehört, laut denen Ba’al sich mit Kalina zusammen schließen wollte und wollten sichergehen. Sie wurden gefangen genommen. Ba’al wählte unser Tor an und wir empfingen Bilder von der MALP, die wir vor dem Team durchgeschickt hatten und …“ Jack rieb sich mit einer Hand über den Mund, ehe er fortfuhr: “… sie hatten sie gefoltert. Vor unseren Augen hat Ba’al sie einen nach dem anderen getötet und verkündet, dass wir ihnen bald folgen würden.“

Daniel starrte Jack wortlos an. Der General räusperte sich und fuhr dann fort: “Wir haben ein Team hingeschickt. Ich habe bis zu dem Moment noch geglaubt, dass es ein Trick sein könnte … aber sie haben die … die Körper nach Hause gebracht.“ Jack blickte in Daniels Augen. “Er ist tot.“

“Das tut mir leid“, sagte Daniel, dem gerade erst auffiel, dass er das noch gar nicht gesagt hatte, “Das ist furchtbar.“

Jack seufzte. “Ja“, bestätigte er, “das ist es.“

***

Carson stellte einen Teller mit einem Sandwich neben Rodneys Tastatur ab und der Wissenschaftler hob den Blick. “Danke“, meinte er.

Carson nickte. “Kein Problem.“ Er zog sich einen Stuhl heran und setzte sich neben Rodney, um sein eigenes Sandwich zu essen. “Es ist zu meinem eigenen Schutz. Auf leeren Magen sind Sie unleidlich“, erklärte er mit einem Lächeln.

Rodney verdrehte die Augen. “Ich ahne, was jetzt kommt.“

“Noch unleidlicher als mit vollem Magen“, fuhr Carson grinsend fort.

Rodney unterdrückte ein Lächeln. “Ich finde es unglaublich, dass ein Typ wie Sie - ohne jegliche Erfahrung mit dem Tor, ohne wissenschaftlichen Hintergrund-“

“Medizin ist Wissenschaft“, unterbrach Carson.

Rodney schnaubte wegwerfend. “… ohne wissenschaftlichen Hintergrund - das Antiker-Gen abbekommt. Wie unfair ist das?“

Carson zuckte mit den Schultern. Rodney biss von dem Sandwich ab und seufzte erleichtert auf, als sein bereits recht hungriger Magen sich zu beruhigen begann. Carson legte fragend den Kopf schief. “Was erwarten Sie zu finden?“

Rodney blickte ihn fragend an.

“In Atlantis“, erklärte Carson.

“Die Lösung unserer Probleme“, antwortete Rodney.

Carson verdrehte die Augen. “Das weiß ich. Aber was?“

“Wenn ich das wüsste“, seufzte Rodney und blickte auf den Text, der auf seinem Bildschirm flirrte, “Es könnte alles sein. Die Antiker waren einfallsreich.“

“Irgendwie beunruhigend“, meinte Carson, “dass nur eine Hand voll Menschen auf der Erde weiß, dass wir kurz vor einem Krieg stehen.“

Rodney sagte nichts dazu. Carson richtete ernste, blaue Augen auf ihn und fuhr fort: “Aber Sie werden eine Lösung finden.“

Rodney hielt mit dem Sandwich auf dem Weg zu seinem Mund inne. Er blickte Carson an, der sich auf sein Sandwich konzentrierte. “Ich habe da volles Vertrauen“, fuhr der Arzt fort.

Rodney räusperte sich. “Ach ja?“

Carson blickte auf und schenkte ihm ein breites Lächeln und Rodney lächelte automatisch zurück.

“Sicher“, sagte Carson überzeugt, “Sie sind ein Genie, richtig?“ Er klopfte Rodney auf die Schulter, ehe er aufstand und an seinen Laptop zurückkehrte. Für gewöhnlich hätte Rodney eine sarkastische Antwort gegeben, aber er blickte Carson nur nach, murmelte ein “Sicher“ und fragte sich, ob das Sandwich vielleicht nicht mehr ganz in Ordnung gewesen war. Er fühlte sich etwas merkwürdig.

Carson seufzte müde und konzentrierte sich auf seinen Computer und seine Bücher. Rodney legte den Rest des Sandwichs auf seinen Teller und versuchte, sich auf seine Arbeit zu konzentrieren, aber es fiel ihm schwer. Er blickte zu Carson. Der Arzt wirkte in seine Arbeit vertieft. Neugierig geworden fragte Rodney: “Was tun Sie da eigentlich?“

Carson blickte über seine Schulter zu ihm. “Ich habe General O’Neill gesagt, dass ich einen Weg finden könnte, das Antiker-Gen zu synthetisieren.“

Rodneys Augen weiteten sich fasziniert und er kam zu Carsons Arbeitsbereich. “Das können Sie?“

“Ich weiß nicht“, antwortete Carson, “Ich kann’s versuchen, richtig?“

“Richtig“, antwortete Rodney und blätterte in dem medizinischen Fachwälzer, der aufgeschlagen auf der Tischplatte lag.

Carson legte eine Hand auf die von Rodney, um ihn daran zu hindern. “Lassen Sie das.“

Rodney zog seine Hand weg und stützte sich auf dem Tisch auf. “Also … könnten Sie Leuten, die das Gen nicht haben ermöglichen, die Antiker-Technologie zu benutzen, für die das Gen gebraucht wird.“

“Möglicherweise“, antwortete Carson, konzentrierte sich scheinbar auf seine Notizen, aber er wusste, wie sehr Rodney sich das Antiker-Gen wünschte. Er konnte die Aufregung des anderen Mannes neben ihm regelrecht spüren und verkniff sich ein Lächeln.

“Sie brauchen doch sicher Testpersonen.“

“Bieten Sie sich an?“, fragte Carson und blickte zu Rodney auf.

“Na ja, ich …“ Rodney verschränkte die Arme und meinte betont beiläufig: “Wenn Sie sonst niemanden finden.“

Carson lächelte und Rodney war etwas schockiert, als er merkte, dass er rot wurde. “Ich meine ja nur“, sagte er rasch und wandte sich ab, um zurück an seinen Tisch zu gehen.

Carson markierte seine Seite mit einem Stift und schlug das Buch zu. Er folgte Rodney zu seinem Platz und lehnte sich mit den Unterarmen auf den Tisch. “Bisher kamen Sie mir nicht so heldenhaft vor“, scherzte er mit einem Lächeln. Er stieß Rodney mit seiner Schulter an.

Rodney blickte auf seinen Bildschirm und antwortete etwas beleidigt: “Für die Wissenschaft …“

“Ich dachte, Medizin ist keine Wissenschaft.“ Dafür fing Carson sich einen bösen Blick ein. Er nahm ihn mit einem Lächeln. Rodney blickte in seine Augen und plötzlich wurde ihm bewusst, wie nah sie einander waren. Zu nah.

Es machte ihn nervös. Er räusperte sich und stand auf, ehe er zu einem der Whiteboards ging. “Ich muss weitermachen“, sagte er.

Carson seufzte tief und senkte den Blick. “Klar“, meinte er. Er beobachtete Rodney einen Moment dabei, wie er auf das Whiteboard schrieb, dann ging er zu seinem Tisch und nahm das Buch, seine Notizen und den Laptop hoch. “Ich werde ein bisschen in meinem Quartier arbeiten.“

Rodney nickte abgelenkt. Carson verließ das Labor so schnell wie möglich. Erst, als er weg war, blickte Rodney ihm nach. Er rieb sich die Stirn und versuchte, sich auf seine Berechnungen zu konzentrieren, aber sein Kopf war wie leer gewischt. Etwas war anders, als wäre alles etwas zusammen gerückt, um Platz für etwas neues zu schaffen. Er wusste nur nicht, was es war. Rodney seufzte und beschloss, später darüber nachzudenken. Da Carson nun weg war und ihn nicht mehr ablenken konnte, konnte er sich endlich auf seine Arbeit konzentrieren.

Erst, als Carson in seinem kleinen Quartier angekommen war, atmete er auf. Er lehnte sich an die geschlossene Tür und starrte ins Nichts. “Verdammt“, murmelte er. Rodney war arrogant, meistens nervtötend und sein Laune unberechenbar. Aber in den letzten zwei Wochen hatte er sich oft genug auch von einer weicheren Seite gezeigt – meistens dann, wenn er mal das Labor verließ und mit Carson zusammen etwas essen ging oder wann immer er ein gutes Stück in seinen Forschungen vorangekommen war.

Dann war er humorvoll, mitteilsam und aufmerksam. Und in diesen Rodney hatte Carson sich – ein wenig – verliebt. Nur hatte er überhaupt keine Ahnung, was Rodney fühlte.

Und da sie auf unbestimmte Zeit zusammenarbeiten würden, war es keine gute Idee, seine Gefühle anzusprechen. Aber vor gerade mal fünf Minuten hatte er sich vermutlich verraten. Und er hatte keine Ahnung, wie Rodney darauf reagieren würde.

Kapitel 5
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