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Stargate: Kopie 12/12 (Fanfiction)

KOPIE 12/12

Inhalt: Daniel wird von einer alternativen Realität um Hilfe gebeten. Die Erde steht dort am Rande der Zerstörung: Ba’al und die Ori haben sich zusammen geschlossen, um sie zu erobern. Die letzte Hoffnung scheint die Verlorene Stadt der Antiker zu sein. Mit Jack O’Neill, Rodney McKay und Carson Beckett bricht Daniel auf, um die alternative Version der Erde zu retten, nicht wissend, dass dieses Abenteuer sein Leben und die Beziehung zu seinem besten Freund für immer ändern wird.
Pairing: Jack/Daniel, Rodney/Carson
Rating: PG
Spoiler: Kleine für Kinofilm, Der Feind in seinem Körper, Freund oder Feind?, Seth, Lebenslinien, Doppelter Einsatz, Die Entscheidung, Avenger2.0, Helden, Die Verlorene Stadt, Neue Machtverhältnisse, Avalon, Das Geheimnis der Ori, Ex-Deus Machina, Die Quelle der Wahrheit
Crossover-Spoilers: Stargate Atlantis: Aufbruch in eine neue Welt, Dunkle Schatten / Stargate Universe: Die Destiny, Führungskampf auf der Destiny
Warnungen: Folter, Slash
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serien Stargate SG-1, Stargate Atlantis und Stargate Universe und die in ihnen vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Kopie Masterlist
Kapitel 11


12.



Eine atemlose Stille hing in der eisigen Luft der unterirdischen Basis. Jack und Teal’c hatten sich schützend über die beiden Daniels gelehnt und blickten nun skeptisch zur Decke hinauf.

Ein Husten von Danny ließ Jack den Blick zu seinem Partner wenden. Müde blaue Augen starrten ihn an.

“Baby“, sagte Jack leise und umfasste sein Gesicht mit den Händen, “Danny. Alles okay. Wir haben dich gefunden.“

Danny schloss kurz die Augen, als Jack einen Kuss in seine matten Haare drückte und ihn vorsichtig in eine Umarmung zog. Danny schnappte nach Luft und Jack blickte ebenfalls zu Daniel, der bewusstlos am Boden lag.

“Daniel?“, fragte er besorgt.

Teal’c kniete neben dem Archäologen und kontrollierte seinen Puls. “Er lebt, aber er ist sehr schwach“, sagte er. Seine dunklen Augen glitten zu dem Stuhl ein paar Meter entfernt.

Rodney lehnte mit dem Oberkörper über Carson, die Hände auf der Stuhllehne abgestützt. “Carson, alles okay?“, fragte er leise. Der Arzt nickte langsam und öffnete die Augen. Der Stuhl schaltete sich ab. “Du warst großartig“, sagte Rodney atemlos, “Einfach großartig.“

Carson lächelte leicht. Dann richtete er sich vorsichtig auf. Rodney half ihm. “Du solltest liegen bleiben oder nicht?“, fragte er unsicher.

Carson griff Rodneys Schultern und zog sich auf die Beine. “Nicht der Stuhl“, murmelte er, “Wer weiß, was ich damit anstelle, wenn ich …“

Er fiel vorwärts und Rodney fing ihn ungeschickt auf.

“Langsam, Carson, langsam“, sagte er.

Carson verschränkte die Arme in Rodneys Nacken. “Oh, Mann … es tut immer noch weh“, murmelte er.

“Du musst dich ausruhen“, meinte Rodney, “Immerhin hast du mir versprochen, dass du dafür sorgst, dass ich das ATA-Gen erhalte.“

Carson lachte leise, etwas hilflos. Rodney half ihm, sich auf den Boden neben den Stuhl zu setzen und Carson lehnte den Kopf an das Gerät. “Gut zu wissen, für was nutze zu sein“, sagte er erschöpft. Er schloss die Augen und Rodneys Hand fand ihren Weg in seine dunklen Haare. Carson lehnte seinen Kopf in die zärtliche Berührung.

Rodney lächelte. “Für mich – immer“, sagte er.

***

Lorne und Rush eilten die Treppe zum Kontrollraum des SGCs hinunter, an deren Fuß bereits Walter Harriman auf sie wartete. Es war merkwürdig ruhig im Kontrollraum. Beinahe alle waren in anderen Teilen des SGCs beschäftigt, da das Tor augenblicklich nicht zu gebrauchen war. Unaufgefordert sprach Walter, noch während die beiden Männer die letzten Stufen nahmen.

“Die Selene berichtet, dass alle feindlichen Schiffe vernichtet wurden, Sir. Wir haben drei Schiffe verloren. Die Odin, die Prometheus und die Diana. Die Artemis hat schwere Schäden davongetragen. Colonel Young hat berichtet, dass sie es nicht riskieren können, in die Erdatmosphäre einzutreten. Ein Team macht sich bereits bereit, an Bord gebeamt zu werden und bei den Reparaturen zu helfen.“

“Gut“, antwortete Lorne.

Harriman fuhr fort: “Viele Verluste bei den F-302s. Gerade wurde berichtet, dass einer der Piloten – ein Major Mitchell – lebend aus den Trümmern gezogen wurde. Das gibt Hoffnung für mehr Überlebende.“

Ein Signal von einem der Computer veranlasste Harriman dazu, an seinen Platz zurückzukehren. “Die Selene schickt eine Kontaktanfrage.“

“Stellen Sie sie durch“, sagte Lorne und wandte sich dann dem großen Bildschirm an einer der Wände zu.

Colonel Telford nickte ihm knapp zu. “Wir haben fünf Lebenszeichen in der Antiker-Basis gefunden. Evan, das wirst du nicht glauben.“

“General O’Neill?“, vermutete Lorne und Telford nickte.

“Ja, unter anderem. Wir schicken sie jetzt runter zu euch.“

Rush, der bis zu diesem Moment geschwiegen hatte, wandte sich an Lorne.

“Ich will wissen, wie sie das geschafft haben.“

“Sie sind nicht der einzige“, antwortete Lorne und macht sich auf den Weg in den Torraum.

Zwei Soldaten standen an der Tür und nickten Lorne und Rush zu, als sie eintraten. Nur ein paar Sekunden später traf der Transportstrahl von der Selene ein. Lornes erster Gedanke war, dass weniger durch das Tor aufgebrochen waren als jetzt zurückkehrten. Rodney stützte Carson, der sich müde und erleichtert im Torraum umblickte. Jack stützte einen weiteren, reichlich mitgenommen wirkenden Mann, aber neben ihm … die Soldaten traten mit gezogenen Waffen auf die Gruppe zu und Lorne zog Rush einen Schritt zurück, seine Augen auf den hünenhaften Jaffa inmitten der Gruppe geheftet, der einen scheinbar bewusstlosen Daniel Jackson in den Armen hielt.

Jack hob eine besänftigende Hand. “Nein. Waffen runter. Es ist in Ordnung.“

“Jack?“, fragte Lorne skeptisch und die Soldaten folgten seinem Ton, hielten ihre Waffen auf die Gruppe gerichtet.

“Er ist unser Freund“, sagte der General fest. Zögernd ließen die Soldaten die Waffen sinken.

Rush trat einen Schritt vor. “Dr. Jackson?“, fragte er fassungslos. Lorne blickte automatisch zu der bewusstlosen Gestalt in den Armen des Jaffa, aber Rushs Augen waren auf den Mann gerichtet, der nur mit Jacks Hilfe aufrecht zu stehen schien.

“Ist das …“, fragte Lorne.

Jack nickte. “Ja. Aber wir haben keine Zeit. Wir müssen Daniel in seine Realität zurückschicken.“

“EKV“, erklärte Rodney knapp und Rush verfiel in Bewegung.

“Ich gebe dem QMC bescheid“, sagte er und rannte aus dem Torraum. Einer der Soldaten nahm Jack auf eine Geste hin seinen Daniel ab. Lorne wollte gerade fragen, wo das medizinische Personal blieb, da stürmte Dr. Keller auch schon mit zwei Tragen und vier Sanitätern in den Torraum. Jack nahm Teal’c seine Last ab und ging mit einem letzten Blick zurück zu seinem Partner aus dem Torraum. Lorne folgte ihm. Am Fahrstuhl trafen sie auf Rush, der schon einen Lift gerufen hatte und die Tür aufhielt.

“Sie suchen bereits seine Realität. Wie schlimm ist es?“, wollte er wissen. Sie betraten den Fahrstuhl.

“Die Symptome sind schon in der Antarktis aufgetreten. Er atmet kaum noch“, sagte Jack.

Lorne schüttelte fassungslos den Kopf. “Das wird ein ziemlich außergewöhnliches Briefing.“

“Allerdings. Sie haben keine Ahnung wie außergewöhnlich“, antwortete Jack und verließ den Fahrstuhl.

Als sie den Spiegelraum betraten, war das Gerät bereits angeschaltet. Auf der anderen Seite des Spiegels standen Soldaten bereit. Ihre Waffen waren gesenkt aber sie wirkten bereit, jederzeit das Feuer zu eröffnen. Lorne entdeckte Jack O’Neill im Hintergrund und nickte ihm zu. Sein Jack trat vor den Spiegel. “Ich bin gleich zurück“, sagte er.

Lorne trat alarmiert auf ihn zu. “Sir, wollen Sie das wirklich-“

“Ja“, nickte Jack. Ohne ein weiteres Wort berührte er die Spiegeloberfläche.


Realität Nr. 389


Er beachtete die anwesenden Soldaten gar nicht, sondern fixierte seinen Blick stattdessen auf sein Alter Ego. O’Neill blieb vorsichtig, aber Jack konnte sehen, dass er ihm Daniel am liebsten entrissen hätte.

“Es tut mir leid“, sagte er. O’Neill hob die Augenbrauen. “Unser Daniel war … er ist noch am Leben.“ Jack konnte nicht umhin, bei den Worten zu lächeln. Dann wurde er wieder ernst. “Entropisches Kaskadenversagen hat eingesetzt und wir haben es zu spät bemerkt.“

O’Neill trat an den Soldaten vorbei und auf ihn zu, bis er direkt ihm gegenüber stehen blieb. Jack konnte unterdrückte Wut in seinen Augen sehen und schüttelte den Kopf. “Sobald er aufwacht, wird es ihm wieder gut gehen.“

O’Neill streckte die Hände aus und Jack machte einen halben Schritt zurück. “Warte noch.“

“Gib ihn mir“, verlangte O’Neill wütend.

“Ich muss dir etwas sagen.“

“Ihr entführt ihn, ihr bringt ihn dazu euch zu helfen und ihr bringt ihn beinahe um … was könntest du mir noch sagen?“

Jack lächelte und drückte Daniel an sich. “Du bist ein unglaublicher Idiot“, sagte er so leise, dass die Soldaten hinter O’Neill es nicht hören konnten.

“Was?“, fragte O’Neill lauernd.

“Du weißt, wovon ich spreche.“

O’Neill starrte ihn drohend an. “Was weißt du schon von mir?“

“Ich weiß, wie du Daniel angesehen hast, als er dir gesagt hat, dass er uns helfen wird. Ich kenne diesen Blick. Du warst besorgt, aber nicht um deinen Teamkameraden. Du liebst ihn.“

“Er ist mein bester Freund.“

“Ja“, sagte Jack, “Ja, das ist er.“ Er schüttelte den Kopf. “Aber er könnte mehr sein. Wenn du denkst, dass er dich abweist, dann liegst du falsch. Er liebt dich auch.“

In O’Neills Augen leuchtete Verstehen auf, gefolgt von Wut. “Er ist nicht dein Daniel. Bloß, weil ihr scheinbar so etwas wie ein Paar seid, heißt das noch lange nicht-“

“Er hat es mir gesagt“, log Jack, “Er liebt dich.“ Er trat vor und übergab Daniel an O’Neill. Jack hob die Hand und fuhr sanft durch Daniels Haare. “Sei kein Idiot“, sagte er, dann streckte die Hand nach hinten aus und war zurück in seiner Realität.


Realität Nr. 298


Er nickte dem Techniker zu und der schaltete den Spiegel ab.

“Worüber haben Sie gesprochen?“, fragte Lorne.

Jack starrte auf die blinde Spiegeloberfläche und antwortete: “Das war persönlich.“ Er wandte sich ab und lächelte Lorne an. “Und jetzt habe ich wirklich keine Zeit. Ich sollte … ich sollte bei Danny sein.“


Realität Nr. 389 – zwei Wochen später


“Wow!“, sagte Sam und legte eine Hand auf Daniels Arm. Sie trat näher an ihn heran und blickte zu seinem Alter Ego. Danny saß am Konferenztisch unterhielt sich angeregt mit Teal’c. Außer General O’Neill, Carson, Danny und Rodney war noch ein Dr. Rush aus der alternativen Realität zu Besuch gekommen. Gerade war das Briefing zu Ende gegangen. Zwar hatte Sam in der letzten Woche von Daniel immer wieder Einzelheiten über seine Erlebnisse auf der anderen Seite gehört, aber die Geschichte noch einmal aus anderen Perspektiven und vollständig zu hören, hatte sie beeindruckt.

“Ein ziemliches Abenteuer“, seufzte sie. Daniel nickte. “Bist du okay?“, fragte Sam und er zwang sich zu einem Lächeln.

“Natürlich.“

Die anderen wieder zu sehen war zwar schön, aber es brachte ihn zu den Gedanken zurück, die er seit seiner Rückkehr krampfhaft zu unterdrücken versuchte. O’Neill und Danny zusammen zu sehen – obwohl die beiden sich auf der Militärbasis doch sehr zurückhielten – tat weh. Aber Daniel wusste nicht, wie er seine eigene Situation ändern könnte und ob er es überhaupt tun sollte.

“Oh, bitte!“, beschwerte Rodney sich und kam die Treppe vom Kontrollraum hinauf in den Konferenzraum, “Das ist nicht wahr.“

Nicholas Rush folgte ihm, einen Laptop unter den Arm geklemmt und die Stirn in verärgerte Falten gelegt. “Sie wissen, dass es so ist“, antwortete er.

Rodney verdrehte die Augen und drehte sich mit in die Hüften gestemmten Händen zu Nicholas um. “Sie sind nicht besser darin, antikisch zu lesen.“

“Und ob ich das bin.“

“Es kann nur einen wissenschaftlichen Leiter auf dieser Expedition geben.“

“Mich“, antwortete Nicholas. Rodney schnaubte.

General O’Neill fühlte sich scheinbar genötigt, einzugreifen und stand von seinem Platz am Konferenztisch auf. “Gentlemen“, meinte er beschwichtigend. Die beiden Wissenschaftler blickten zu ihm. “Glauben Sie mir, dass wir uns alle bewusst sind, dass wir unbedingt eine Galaxie zwischen Sie beide bringen müssen, um unsere Ruhe zu haben.“ Er fing sich dafür einen bösen Blick von beiden Wissenschaftlern, fuhr aber unbeeindruckt fort: “Ich wollte es Ihnen erst später sagen, aber tatsächlich gibt es zwei Expeditionen. Wir besprechen später, wer Atlantis und wer Ikarus bekommt.“

Die beiden Wissenschaftler starrten einander nieder. Daniel fand, dass O’Neills Ablenkungsmanöver gescheitert war und versuchte es selbst. “Dr. Rush, konnten Sie das Wahl-Programm problemlos kopieren?“

Die dunklen Augen des älteren Mannes wandten sich Daniel zu. “Natürlich“, sagte er, “ich habe es geschrieben. Natürlich kann ich es kopieren.“

“Uh … eigentlich“, Sam hob eine Hand, “habe ich es geschrieben.“

Nicholas kniff die Augen zusammen und Daniel fürchtete das Schlimmste, aber der Wissenschaftler sagte: “Es ist brillant. Wie haben Sie das Doppler-Problem umgangen?“

“Dafür brauchte ich ein paar Stunden“, antwortete Sam.

Nicholas nickte. “Ich ebenfalls.“

Rodney verdrehte die Augen und wandte sich ab. Er ging zu Carson, der in einer Ecke des Raumes mit Jack stand. Hätte Daniel nicht darauf geachtet, wäre ihm gar nicht aufgefallen, wie Rodney seine Finger kurz mit denen von Carson verschränkte, ehe er seine Aufmerksamkeit Jack zuwandte. O’Neill tippte Daniel an und nickte in eine andere Ecke des Raumes. Dort lehnte er sich mit den Händen in den Hosentaschen an die Wand und blickte zu seinem Partner, der dazu übergegangen war, sich Notizen zur Jaffa-Kultur zu machen, während Teal’c sprach.

“Er könnte euren Teal’c befragen“, meinte Daniel amüsiert und O’Neill antwortete: “Ja. Das hat er. Ich glaube, er stellt Vergleiche an.“

Danny blickte zu ihnen und lächelte O’Neill zu. Der General lächelte zurück. “Wenn Ba’al uns nicht gefangen genommen hätte …“, meinte er, “… hätte ich ihn nie zurück bekommen.“

“Merkwürdig, nicht wahr?“, fragte Daniel, “So hatte es doch was Gutes.“

O’Neill nickte. “Danny“, sagte er dann und brach ab. Daniel blickte zu ihm auf. O’Neill schüttelte den Kopf. “Nur … danke.“

Daniel nickte. Ehe er “Gern geschehen“ antworten konnte, hatte Jack ihn in eine Umarmung gezogen. Daniel erwiderte sie und schloss die Augen, als Jack ihn kurz noch näher zog, ehe er ihn losließ. “Dein Jack liebt dich“, sagte er leise. Er legte eine Hand auf Daniels Schulter und blickte ihn aus ernsten, braunen Augen an. “Weißt du, wer bei uns beiden den ersten Schritt gemacht hat?“

Daniel blickte zu seinem Alter Ego. “Du?“, riet er.

“Nein“, lachte O’Neill, “viel zu feige.“ Er zwinkerte Daniel zu. “Denk darüber mal nach.“

***

“Mit geht’s wieder gut, Jack“, sagte Daniel entnervt, ließ sich aber in das Haus seines besten Freundes führen und nahm den Sitzplatz auf der Couch an, “Dr. Lam sagt, mir fehlt nichts. Es ist eine Woche her.“

“Du hast auf der Fahrt hierher geschlafen.“

“Ich bin nur müde“, antwortete Daniel und entspannte sich. Er liebte Jacks Couch. Seit der ersten Nacht, die er hier verbracht hatte, nachdem er von Abydos zurückgekehrt war.

Jack blickte ihn skeptisch an, dann verschwand er in der Küche und kehrte mit einem Glas Wasser zurück.

“Danke“, sagte Daniel. Jack griff in seine Hosentasche und stellte eine kleine Dose mit Aspirin auf dem Tisch ab. Daniel starrte die Tabletten an, dann hoch zu Jack. “Du hast Aspirin in deiner Hosentasche?“

Jack zuckte mit den Schultern und ließ sich in seinen Sessel sinken. Er stützte die Ellbogen auf den Knien ab. Sein Kinn ruhte in einer Handfläche. Daniel starrte noch immer die Tabletten an und Jack meinte: “Ich kann von hier aus sehen, dass du Kopfschmerzen hast.“

Daniel nickte langsam. Er nahm eine der Tabletten. Er leerte das Glas fast zu Hälfte und als er es zurückstellte, bemerkte er, dass Jack ihn anstarrte.

“Was?“

“Nichts“, antwortete der General sofort.

“Sicher?“, fragte Daniel.

“Ja.“

“Okay.“

“Okay.“

Stille breitete sich aus und Daniel blickte in Jacks Garten, dann zurück zu seinem Freund. “Interessante Besprechung, hm?“

“Ja“, antwortete Jack.

“Wurde unser Dr. Beckett schon gefunden?“

“Ja“, antwortete Jack, “und tatsächlich hat er gerade während eines Forschungsprojektes eine Anomalie in einer Gen-Probe gefunden.“

“Das Antiker-Gen“, meinte Daniel nickend.

“Genau“, antwortete Jack, “Er wurde aufgeklärt und hat die Schweigepflicht unterschrieben. Er sollte gerade auf dem Weg in die Antarktis sein.“

“Dr. McKay wird sich freuen“, meinte Daniel grinsend.

“Warum habe ich die Vermutung, dass dieser Satz eine tiefere Bedeutung hat?“

Daniel lachte. “Du hast es nicht gemerkt? Carson und Rodney sind ein Paar.“

“Ehrlich?“, fragte Jack schockiert, “Ich verstehe nicht, wie jemand auf McKay stehen kann. Er ist ein ewiger Besserwisser, immer am nörgeln, auf alles allergisch …“

Daniel zuckte mit den Schultern. “Ich glaube, er ist gar nicht so schlecht, wenn man ihn näher kennen lernt.“

“Hm“, machte Jack, “Hast du dich gefreut, sie wieder zu sehen?“

Daniel blickte Jack fragend an. “Sicher“, antwortete er.

“Auch diesen … Jack?“

Daniel lächelte. “Ja.“ Er wich Jacks Blick aus und konzentrierte sich stattdessen auf die Aspirin – die Aspirin, die Jack für ihn dabei gehabt hatte.

“Findest du es nicht ein bisschen merkwürdig, dass … wir – in einer anderen Realität – ein Paar sind?“

Daniel blickte zu Jack auf. “Nein“, sagte er, ehe er näher darüber nachdachte.

Jacks Augen weiteten sich ungläubig. “Nein?“

Daniel schloss die Augen und ballte die Hände zu Fäusten. Dann blickte er wieder zu Jack auf und starrte in seine Augen. “Nein“, wiederholte er, “ich fand es eigentlich …“ Er lächelte. “Ich mochte die Vorstellung“, sagte er. Jack schluckte schwer, dann stand er auf und verließ das Wohnzimmer. Daniel stützte den Kopf in die Hände. “Verdammt“, murmelte er. Er stand auf, um zu gehen, aber als er das Wohnzimmer verließ, stand Jack plötzlich vor ihm. Er hatte die Hände in die Hüften gestemmt und starrte ihn mit einem unlesbaren Ausdruck an.

“Es tut mir leid“, sagte Daniel, “Ich hätte das nicht sagen sollen.“ Er fuhr sich verzweifelt durch die Haare. “Jack-“

“Mir auch“, sagte der General.

Daniel hielt inne. “Was?“

“Mir auch“, antwortete Jack.

Daniel zog die Augenbraune zusammen, hob einen Zeigefinger. “Aber-“

“Vergiss Carter“, unterbrach Jack und kam einen Schritt auf ihn zu.

Daniel schüttelte den Kopf. “Und-“

“Vergiss das Militär. Es gibt Don’t ask, don’t tell und wenn ich ehrlich bin … Ruhestand hört sich inzwischen ziemlich gut an.“

Er kam ein paar weitere Schritte auf Daniel zu, der ihn verwirrt anstarrte.

“Du-“

“Da war Andrew Peterson in der Air Force-Akademie. Wir hatten ein paar Dates“, meinte Jack, nahm den letzten Schritt auf Daniel zu und legte eine Hand in seinen Nacken. Er starrte ernst in Daniels Augen hinunter.

Daniel schnappte nach Luft, noch nicht in der Lage zu begreifen, was gerade passierte. “Ich-“

Jack schnitt ihm das Wort mit einem Kuss ab. Daniel schloss die Augen und legte die Arme um Jack, zog ihn näher.

“Außerdem“, murmelte der General zwischen zwei Küssen, “wenn so ein Typ wie McKay eine Beziehung führen kann …“

“Jack“, sagte Daniel und drückte seinen Freund an die Wand des Korridors.

“Ja?“

Daniel grinste. “Danke für die Aspirin. Und jetzt … halt die Klappe.“


ENDE
04/10

Kopie Masterlist
Komplette Fanfiction Masterlist

Comments

( 2 comments — Leave a comment )
antares04a
Jul. 5th, 2010 02:17 pm (UTC)
So, jetzt habe ich übers Wochenende auch mal die deutsche Version gelesen - und ich kann gar nicht sagen, welche mir besser gefällt. Beide sind sehr schön und klingen, als wären sie das Original. *g*

Eine wirklich tolle Verwendung des Spiegels, um die unterschiedlichen - und doch wieder auch sehr ähnlichen - Jacks und Daniels zusammen zu bringen.

Schön!!
jolinarjackson
Jul. 5th, 2010 05:16 pm (UTC)
Dankeschön. :) Ich freue mich schon auf deine Story.
( 2 comments — Leave a comment )