?

Log in

No account? Create an account

Previous Entry | Next Entry

Gefangen (3)

Worte: ~ 23.100
Inhalt: Als ein Mitglied der Crew spurlos verschwindet, finden die meisten einen offensichtlichen Verdächtigen, der sich jedoch als unschuldig ausgibt. Während die Flüchtlinge Hand in Hand arbeiten müssen, bilden sich unerwartete Allianzen, um Eli zu finden.
Charaktere: Eli Wallace, Nicholas Rush, Everett Young, Camile Wray, Ronald Greer, Matthew Scott, Tamara Johansen, Chloe Armstrong, Sgt. Spencer, Adam Brody, Vanessa James, Dale Volker, Jeremy Franklin, Lisa Park, Airman Becker, Marian Wallace, OCs
Pairing: Chloe/Matt
Rating: PG-13
Spoiler: Die Destiny, Führungskampf auf der Destiny, Rettung für die Destiny, Finsternis, Gefahr für die Destiny, Die Zeitreise, Die Rückkehr, Human
Setting: Season 1 – nach Die Rückkehr
Warnungen: Gewalt
Beta: artemis_neith, die die allererste deutsche Version vor Jahren gesehen hat – danke auch für den Input, um die Story besser zu machen. elaiel, die die englische Version korrigiert hat.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Stargate Universe und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Kapitel 2
Gefangen Masterlist

***
***


3.



Nicholas beschloss gegen Mittag, dass er lange genug gewartet hatte.

Seine Schritte hallten in dem Korridor wider, in dem Youngs provisorisches Büro lag, und er hörte den Colonel leise fluchen, ehe er den Raum betrat.

“Dr. Rush“, sagte Young mit einem Gesichtsausdruck, der verriet, dass er ihn bereits erwartet hatte – und zwar alles andere als freudig. Der leise Fluch hatte also ihm gegolten.

Nicholas verschränkte die Arme. “Sie haben seine Zeit lange genug verschwendet, denken Sie nicht?“

Young runzelte verwirrt die Stirn. “Was?“

“Eli“, antwortete Nicholas ungeduldig. “Ich brauche ihn im Kontrollraum.“

Young stand auf und kam um seinen Schreibtisch herum. “Und ich soll etwas damit zu tun haben, dass er nicht da ist?“ Er schüttelte den Kopf. “Ich warte selbst seit Stunden auf ihn. Er sollte mir heute morgen Bericht erstatten.“ Die Tatsache, dass er Nicholas nicht sagte, worüber, reizte ihn nur noch mehr. Er hasste es, dass Eli ständig für geheimnisvolle Aufträge von Young eingesetzt wurde. Nicht zuletzt deshalb, weil er neugierig war. Young verschränkte die Arme. “Wofür brauchen Sie ihn?“

“Berechnungen“, antwortete Nicholas knapp.

Young seufzte. “Na ja, offensichtlich ist er nicht hier.“

Nicholas schnaubte. “Offensichtlich.“

Stille breitete sich aus, während der Young zu Boden starrte und Nicholas aus dem Fenster hinter Youngs Schreibtisch. Schließlich meinte Nicholas: “Ich sehe in seinem Quartier nach.“

Young nickte. “Wenn Sie ihn sehen, sagen Sie es mir bitte.“ Nicholas kniff die Augen zusammen und Young ergänzte: “Ich will nur sicher gehen, dass er in Ordnung ist.“

Nicholas wandte sich ab, dann drehte er sich wieder zu Young um und nickte knapp, ehe er endgültig ging. Er konnte Young murmeln hören: “Eine Menge Arbeit.“

***

In seinem Quartier war Eli nicht. Nicholas hätte es niemals zugegeben, aber ein Teil von ihm begann, sich Sorgen zu machen. Es war nicht Elis Art, länger als ein paar Stunden ohne Nachricht zu verschwinden. Und obwohl er zugeben musste, dass der schwelende Streit zwischen ihm und Young am Vorabend seinen bisherigen Höhepunkt erreicht hatte und Eli unverdient genau im Zentrum gelandet war, war es untypisch für ihn sich nicht zu melden. Bei niemandem. Denn Lt. Johansen und Chloe hatten nicht gesehen, Scott und Greer waren ebenfalls ratlos und die anderen Wissenschaftler schüttelten kollektiv die Köpfe, als Nicholas sie bei ihren jeweiligen Projekten unterbrach und nach Eli fragte. Er war offiziell seit mehr als elf Stunden von niemandem mehr gesehen worden und das war nicht mehr merkwürdig – es war Besorgnis erregend.

Nicholas betrat Youngs Büro, ohne anzuklopfen. Miss Wray und Lt. Scott saßen mit dem Colonel in der Sitzecke und verstummten, als Nicholas eintrat. Wray kniff bei der Unterbrechung verärgert die Augen zusammen, aber Young kam ihr zuvor. “Gefunden?“

“Nein“, antwortete Nicholas knapp, “nirgendwo. Ich habe den bewohnten Teil des Schiffes durchsucht, Miss Armstrong und Miss Johansen haben mir geholfen. Miss Armstrong meinte, er hätte die Nacht bei ihr geschlafen und dass er gegangen wäre, bevor sie aufgewacht ist. Niemand hat ihn gesehen und das seit etwa elf Stunden.“

Young rieb sich die Stirn.

Wray zog die Augenbrauen zusammen. “Was ist los? Wer ist verschwunden?“

“Eli“, antwortete Scott.

“Eli?“, wiederholte sie ungläubig.

“Theorien?“, fragte Young, ohne auf sie und Scott zu achten. Er starrte Nicholas an. Der verbiss sich einen sarkastischen Kommentar – im Moment war es wichtiger, zusammen zu arbeiten.

“Entweder ist er in einem der unerforschten Teile des Schiffes auf Erkundung – aber dann müsste er mit dem Funkgerät zu erreichen sein und er weiß genau, dass niemand dorthin gehen sollte, ohne Bescheid zu sagen – oder er ist hier irgendwo und versteckt sich. Obwohl ich das nicht glaube. Er hat keinen Grund.“

Wray stand auf. “Bis auf den, dass Sie beide ihn wie einen Sklaven behandeln.“ Sie verschränkte die Arme. Sie war klein, aber mit diesem Gesichtsausdruck machte sie jeden Zentimeter wieder wett. Nicholas hatte Marines auf der Ikarus gekannt, die ihr nicht nur der Höflichkeit halber Respekt entgegen brachten, sondern weil sie tatsächlich welchen hatten. Als Vertreterin des Internationalen Aufsichts-Komitees hatte sie auch ein gewisses Maß an Macht, obwohl Nicholas sich häufig fragte, warum eine Frau mit ihrer Kompetenz und Intelligenz nicht längst befördert worden war.

Er respektierte sie und sie ihn, aber das hieß nicht, dass sie einander mochten. Nicholas funkelte sie wütend an. “Niemand macht etwas derartiges.“

“Ach wirklich? Immer, wenn ich ihn sehe, ist er mit einem von Ihnen beiden beschäftigt.“

Young meinte: “Sie übertreiben.“

Scott räusperte sich. “Mit Verlaub, Sir …“

Young nickte und Scott fuhr fort: “Mir ist auch aufgefallen, dass Eli im Gegensatz zu den anderen Wissenschaftlern an Bord nicht mit eigenen Projekten beschäftigt ist, sondern entweder mit dem Kontrollraum unter Dr. Rush oder mit …“ Scott zögerte einen Moment, warf Nicholas einen Blick zu und fuhr fort: “… mit anderen Dingen für Sie.“ Er schien sich bewusst zu werden, was er gesagt hatte – zu wem – und senkte den Blick. “Sir“, murmelte er entschuldigend.

Rush schüttelte den Kopf. “Das gibt ihm keinen Grund einfach zu verschwinden.“

“Ich würde mir noch keine Sorgen um ihn machen“, meinte Scott. “In letzter Zeit stand er unter Stress. Vielleicht schläft er nur irgendwo.“

Nicholas blickte zweifelnd zu Young und der wirkte ebenfalls nicht überzeugt. “Elf Stunden?“, fragte er dann.

Nicholas nickte.

Young räusperte sich. “Wir warten noch vier.“

Nicholas gefiel die Entscheidung nicht, aber er nickte trotzdem. Irgendwo hoffte er, dass Scott Recht hatte.

***

Everett verabschiedete Camile und Scott nach dem Meeting und ging zu seinem Schreibtisch. Er las die Liste von Beschwerden durch, die bei Camile und Scott eingegangen oder die ihnen zufällig zu Ohren gekommen waren und überlegte, wie er die Situation an Bord verbessern konnte. Es fehlte ihnen noch immer an Nahrung und die wenigen Früchte, die sie auf den Planeten sammeln konnten, die sie besuchten, schwanden immer schnell. Wasser war im Moment kein Problem. Sie hatten auf dem letzten Planeten einen Fluss in der Nähe des Tores gefunden und eine Kette direkt zum Schiff bilden können. Neun Stunden harte Arbeit hatten sich bezahlt gemacht. Die Tanks waren gut gefüllt.

Everett war gerade dabei, drei Beschwerden über Sgt. Spencer zu lesen, als es an der Tür klopfte. Er blickte auf. “Miss Armstrong.“

Chloe betrat sein Büro, einen Zettel in der Hand. “Colonel, Dr. Rush meinte, dass Sie im Augenblick nicht nach Eli suchen würden.“

Everett sah auf die Uhr. “Wir geben ihm noch ein paar Stunden. Es wird sich sicher alles aufklären.“

Chloe schüttelte den Kopf. “Wir sollten ihn sofort suchen.“ Sie legte den Zettel auf den Tisch und Everett nahm ihn entgegen.

Ich muss etwas erledigen. Wir sehen uns zum Frühstück. Danke für das Bett und das Essen. Entschuldige, dass ich eingeschlafen bin.

Der untere Teil des Zettels war abgerissen, aber Everett erkannte noch die oberen Teil einiger Buchstaben. Als er aufblickte, starrte Chloe schuldbewusst zur Seite und strich sich nervös die braunen Haare hinter die Ohren. Er vermutete, dass sie die Nachricht gekürzt hatte. “Ich glaube, er ist irgendwo im Schiff unterwegs“, sagte sie auf seinen fragenden Blick hin. “Er muss etwas erledigen … vielleicht für Dr. Rush.“

“Haben Sie ihn danach gefragt?“

“Der Zettel ist mir erst gerade eben wieder eingefallen.“

Everett stand auf. “Dr. Rush hätte mir sicher gesagt, wenn er Eli irgendwo hin geschickt hätte.“ Da war er sich ausnahmsweise sicher. Rush schien ernsthaft besorgt um Eli zu sein. “Aber vielleicht weiß er, was Eli meinen könnte.“

***

“Wir hatten nichts vor“, meinte Nicholas verwirrt und starrte die Nachricht an, als könne sie ihm die Antwort geben. Dann fiel es ihm ein. “Dieser … dieser dumme Junge. Er wird doch nicht …“ Er wandte sich von Young und Chloe ab und rief eine schematische Darstellung der Destiny auf.

Chloe starrte auf den holographischen Bildschirm und seufzte erleichtert auf. “Sie wissen, wo er ist“, vermutete sie.

“Vielleicht“, antwortete Nicholas abgelenkt und durchsuchte die Datenbank.

Young wurde ungeduldig. “Rush?“

Nicholas rief den korrekten Eintrag auf und drehte sich zum Bildschirm. “Mir fiel gestern diese Energiequelle auf“, sagte er und deutete auf die Anzeige. Im hinteren Teil des Schiffes pulsierte ein kleiner, roter Punkt. “Sie verschwand nach einer Weile. Eli hat sie gesehen. Wir wollten sie gerade erkunden, als Sie herein kamen, Colonel.“

“Was ist das?“, fragte Young leicht alarmiert.

“Keine Ahnung. Ich habe die Erkundung nach unserer Auseinandersetzung verschoben und noch nicht nachgeholt. Irgendetwas gibt dort Energie ab, aber die Quelle ist winzig. Das hier ist eine Aufnahme. Seitdem ist die Signatur nicht mehr aufgetaucht.“ Er blickte Young an. “Ich habe Eli von Anfang an gesagt, dass wir niemals alleine das Schiff erkunden sollten. Erst recht nicht, wenn wir nicht wissen, was uns erwartet.“

“Tja“, meinte Young, “Eli ist nicht der Typ, der sich an solche Regeln hält. Das interne Kommunikationssystem … ist es im ganzen Schiff zu hören?“

Nicholas schüttelte den Kopf. “Ich habe die Reichweite eingeschränkt, damit es effizienter arbeitet.“

“Machen Sie das rückgängig.“

Nicholas nickte und betätigte ein paar Tasten an der Kontrolleinheit, ehe er das System aktivierte und Young zunickte.

“Eli, hier ist Colonel Young. Wenn du mich hörst, komm auf der Stelle in den Kontrollraum. Wir fangen langsam an, uns Sorgen zu machen.“

Nachdem Nicholas das System deaktiviert hatte, meine Chloe: “Er könnte verletzt sein.“

“Ja, darum kümmere ich mich gerade“, antwortete Young und griff zum Funkgerät, “Lt. Scott, Leutnant James, TJ und Sgt. Greer, sofort in den Kontrollraum.“

***

“Colonel, wir erreichen jetzt den Raum“, sagte Matt in das Funkgerät und spannte sich an, die Waffe in Bereitschaft. Ronald war eine beruhigende Präsenz neben ihm, vollkommen fokussiert auf die dämmrigen Korridore und Räume um sie herum. Vanessa James blickte den Weg zurück, den sie gekommen waren, die Waffe im Anschlag.

TJ war zwischen ihr und den beiden Männern, einen Rucksack mit medizinischer Ausrüstung auf dem Rücken und ihre Beretta in der Hand. Ihre Schritte hallten leise wider, so vorsichtig sie auch auftraten.

“Immer vorsichtig. Wir wissen nicht, was diese Energiequelle zu bedeuten hat“, erinnerte Young.

“Ja, Sir.“

Vanessa meinte: “Wenn Eli nur da sitzt und mit seinem Handy spielt, bringe ich ihn um.“

Ronald lachte leise.

“Hey!“, sagte Matt scharf, “Warten wir ab, okay?“

Sie schlichen den Korridor entlang auf den Raum zu, in dem die Energiequelle angezeigt worden war.

Matt trat an eine Seite der Tür, Ronald an die andere, während Vanessa und TJ neben Ronald an die Wand gelehnt warteten. Ronald nickte Matt zu und der betätigte den Mechanismus. Schussbereit betraten sie den Raum. Ronald ließ die Waffe sinken. “Nichts.“

Matt griff zum Funkgerät, während er sich in dem dämmrigen, leeren Raum umsah. “Colonel, er ist nicht hier. Wir haben jetzt jeden Raum in der Umgebung abgesucht … er muss woanders sein.“

Es war einen Moment still, dann fragte Rush: “Sehen Sie irgendetwas, das die Energiesignatur verursacht haben könnte?“

“Nichts. Der Raum ist leer“, antwortete Matt.

Chloes besorgte Stimme drang durch das Funkgerät. “Wart ihr wirklich überall?“

“Ja“, antwortete Matt. “Chloe, wir suchen ihn seit fast zwei Stunden hier … der Sektor ist verlassen.“

Young befahl: “Kommen Sie zurück.“

Matt nickte. “Ja, Sir.“

Vanessa sah sich um, aber es gab keine Anzeichen dafür, dass in diesem Raum jemals etwas gewesen war. “Komisch“, meinte sie. “Woher kam die Energiesignatur?“

Ronald grinste spöttisch. “Vielleicht hat Rush sich geirrt. Soll vorkommen.“

Die Stimme des Colonels, die über das interne Kommunikationssystem kam, unterbrach sie: “Hier ist Colonel Young. An alle, wir treffen uns sofort im Torraum. Keine Ausnahmen und keine Verzögerungen.“ Er pausierte einen Moment, dann fügte er hinzu: “Wir vermissen jemanden.“

TJ seufzte: “Jetzt ist es offiziell.“


Kapitel 4
Gefangen Masterlist

Icon created by sexycazzy