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Gefangen (4)

Worte: ~ 23.100
Inhalt: Als ein Mitglied der Crew spurlos verschwindet, finden die meisten einen offensichtlichen Verdächtigen, der sich jedoch als unschuldig ausgibt. Während die Flüchtlinge Hand in Hand arbeiten müssen, bilden sich unerwartete Allianzen, um Eli zu finden.
Charaktere: Eli Wallace, Nicholas Rush, Everett Young, Camile Wray, Ronald Greer, Matthew Scott, Tamara Johansen, Chloe Armstrong, Sgt. Spencer, Adam Brody, Vanessa James, Dale Volker, Jeremy Franklin, Lisa Park, Airman Becker, Marian Wallace, OCs
Pairing: Chloe/Matt
Rating: PG-13
Spoiler: Die Destiny, Führungskampf auf der Destiny, Rettung für die Destiny, Finsternis, Gefahr für die Destiny, Die Zeitreise, Die Rückkehr, Human
Setting: Season 1 – nach Die Rückkehr
Warnungen: Gewalt
Beta: artemis_neith, die die allererste deutsche Version vor Jahren gesehen hat – danke auch für den Input, um die Story besser zu machen. elaiel, die die englische Version korrigiert hat.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Stargate Universe und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Kapitel 3
Gefangen Masterlist

***
***


4.



Everett blickte von seinem Platz am oberen Ende der Treppe auf die im Torraum versammelten Flüchtlinge hinunter und lehnte sich mit einer Hand auf das Geländer. Das Stargate warf einen Schatten an die Wand. Deaktiviert war es nichts weiter als ein beeindruckend großer Ring. Nichts ließ darauf schließen, dass andere Planeten nur einen Schritt entfernt lagen, wenn man es aktivierte. Scott, Greer, James und TJ stießen zu ihnen, noch immer in voller Ausrüstung, und einige der Zivilisten warfen sich bei ihrem Anblick fragende Blicke zu und begannen zu tuscheln. Everett wartete, bis Scott ihm mit einem Kopfschütteln bestätigte, dass sie auf dem Rückweg auch nichts gefunden hatten, ehe er laut sagte: “Ich denke, alle hier haben inzwischen gehört, dass wir auf der Suche nach Eli Wallace sind.“

Es wurde still.

“Soweit wir wissen, verschwand er irgendwann heute morgen. Aber seit gestern hat ihn niemand mehr gesehen.“

Ein junger Soldat mit tiefschwarzen, kurzen Haaren hob die Hand. “Ah … Colonel Young, Sir, ich habe ihn heute morgen gesehen.“

“Airman Jennings, richtig?“, fragte Young.

Der Soldat nickte. “Ich hatte Kantinendienst. Wallace hat Geschirr zurückgebracht. Das war …“ Er sah auf die Uhr und rechnete nach. “Das dürfte so acht Stunden her sein, Sir.“

Airman Becker – verantwortlich für alles, was die Kantine betraf – nickte. “Richtig. Aber er hat uns nicht gesagt, wo er hinwollte.“

“Er wirkte aufgeregt“, meinte Jennings, “Und er hatte ein Kino dabei, Sir.“

“Hat ihn seitdem irgendjemand hier gesehen?“, fragte Everett. Er warf einen Blick in die Runde und sah nur ratlose Gesichter. Everett wartete einige Sekunden, dann blickte er zu Rush. “Damit erkläre ich Eli offiziell als vermisst. Wir werden jetzt eine systematische Suche organisieren, bei der jeder teilnehmen wird. Wir fangen mit dem bewohnten Teil des Schiffes an und mit den Shuttles. Miss Wray hat bereits Teams eingeteilt. Wir ziehen in Zweier- und Dreiergruppen los.“

Adam Brody fragte: “Und wenn wir ihn nicht finden?“

“Dann dehnen wir die Suche auf den unbewohnten Teil des Schiffes aus.“

Ein Murmeln erhob sich im Raum und Everett hob die Hände: “Ich will niemanden – ich wiederhole, niemanden – alleine durch das Schiff gehen sehen, bis wir Eli gefunden und die Sache aufgeklärt haben. Wir wissen nicht, was passiert ist. Ich will nicht riskieren noch jemanden zu verlieren. Mit Ihrer Mithilfe werden wir den Jungen sicher schnell wieder finden. Miss Wray wird nun die Einteilung bekannt geben und Dr. Rush wird Ihnen einen Sektor zuteilen, in dem Sie suchen. Wenn Sie nichts finden, kehren Sie hierher zurück und teilen es den beiden mit. Sollten Sie ihn finden oder einen Hinweis darauf, wo er sein könnte, dann benutzen Sie das Funkgerät, das jedes Team erhält.“

Camile nickte und trat mit Rush neben Everett.

“Danke!“, sagte Everett und verließ seinen Platz. Während Camile Namen ausrief und sich die Teams bei ihr und Rush versammelten, trat Everett zu TJ und Scott. “Niemand verschwindet einfach so“, sagte er leise.

Scott nickte. “Ja, Sir.“

“TJ, ich will, dass du konstant in Bereitschaft bist. Leutnant James wird bei dir bleiben und helfen.“

Sie nickte und wandte sich ab, um mit Vanessa zur Krankenstation zu gehen.

Greer trat näher an Everett und Scott heran. “Sir, was machen wir, wenn wir Eli nicht finden?“

“Der Junge muss hier irgendwo sein“, antwortete Everett. “Wir haben den FTL-Modus seit drei Tagen nicht verlassen. Das Tor konnte nicht angewählt werden.“

“Wie Sie schon sagten, Sir, niemand verschwindet einfach“, entgegnete Greer. “Ich meine nur ja nur“, erklärte er leiser. “Wir müssen uns vielleicht an den Gedanken gewöhnen, dass jemand ihn hat verschwinden lassen.“

Everett bemerkte, dass Matt zu Spencer sah und folgte seinem Blick. Spencer starrte Scott mit einem spöttischen Lächeln und gehobenen Augenbrauen an.

***

Es war so kalt, dass er seinen eigenen Atem sehen konnte und Eli erinnerte sich an die Wintertage, an denen er mit seinen Eltern Schlittenfahren war, ehe ihm bewusst wurde, dass er keine Ahnung hatte, wo er war. Er hob eine Hand zu seinem Kopf und ertastete getrocknetes Blut in seinen Haaren. Er war bewusstlos gewesen. Das musste der Grund sein, aus dem er auf dem Boden lag. Aber es erklärte nicht, warum er in einem dunklen Raum war oder wie er hierher kam. Eli setzte sich vorsichtig auf und schloss den Reißverschluss seiner Jacke. Er holte das Handy aus seiner Jeanstasche und aktivierte die Taschenlampen-Funktion. Das grelle Licht tat seinen Augen weh und schloss sie einen Moment. Dann blickte er sich um. Der Raum war leer, wie so viele auf diesem Schiff, und die Tür geschlossen. Das Licht reichte gerade so, um Eli erkennen zu lassen, dass der Mechanismus der Tür zerstört war. “Oh!“, meinte er. “Toll. Wie habe ich das hingekriegt?“ Er stand vorsichtig auf. Der Raum schwankte gefährlich und Eli stolperte gegen eine der Wände und schlug eine Hand vor den Mund. Die Übelkeit hielt einige Sekunden an, dann klang sie ab. Eli schluckte schwer und tastete sich dann an der Wand entlang zur Tür, um den Mechanismus genauer anzusehen. Er hielt das Handy in der linken Hand und zog den Ärmel seiner Jacke über die rechte, ehe er die zersplitterte Oberfläche des Mechanismus vorsichtig berührte. Dann griff er hinein und versuchte, ihn auszulösen. Nichts passierte. “Verdammt, das ist …“ Er starrte die geschlossene Tür an und trat dagegen. “Ein weiterer perfekter Tag auf der Destiny.“ Er verschränkte fröstelnd die Arme. “Warum ist es so kalt hier?“ Dann sah er auf die Uhr. “Mist.“ Er trat erneut gegen die Tür. Dann schlug er mit den Händen dagegen. “Hey! Hallo!“ Er versuchte, etwas auf der anderen Seite zu hören, aber entweder war dort niemand oder das Material war zu dick. “Hilfe!“ Er wusste nicht, wie er hierher gekommen war. Allmählich glaubte er, sich verschwommen daran zu erinnern, schon einmal wach gewesen zu sein, aber die Bilder verschwanden so schnell wie sie gekommen waren.

Nur eins wusste er. Als er das letzte mal bei Bewusstsein gewesen war, war er nicht allein gewesen.


Kapitel 5
Gefangen Masterlist

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