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Gefangen (6)

Worte: ~ 23.100
Inhalt: Als ein Mitglied der Crew spurlos verschwindet, finden die meisten einen offensichtlichen Verdächtigen, der sich jedoch als unschuldig ausgibt. Während die Flüchtlinge Hand in Hand arbeiten müssen, bilden sich unerwartete Allianzen, um Eli zu finden.
Charaktere: Eli Wallace, Nicholas Rush, Everett Young, Camile Wray, Ronald Greer, Matthew Scott, Tamara Johansen, Chloe Armstrong, Sgt. Spencer, Adam Brody, Vanessa James, Dale Volker, Jeremy Franklin, Lisa Park, Airman Becker, Marian Wallace, OCs
Pairing: Chloe/Matt
Rating: PG-13
Spoiler: Die Destiny, Führungskampf auf der Destiny, Rettung für die Destiny, Finsternis, Gefahr für die Destiny, Die Zeitreise, Die Rückkehr, Human
Setting: Season 1 – nach Die Rückkehr
Warnungen: Gewalt
Beta: artemis_neith, die die allererste deutsche Version vor Jahren gesehen hat – danke auch für den Input, um die Story besser zu machen. elaiel, die die englische Version korrigiert hat.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Stargate Universe und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Kapitel 5
Gefangen Masterlist

***
***


6.



Eli schlang die Arme fester um den Oberkörper. Er stieß sich von der Wand ab und ging eine weitere Runde durch den Raum, der nur von seinem Handy erleuchtet wurde, das in der Mitte am Boden lag. “227“, zählte er. “Leute, ab 250 mache ich mir wirklich Sorgen.“ Er starrte zur Tür, hoffte, dass sie sich öffnen und irgendjemand ihn raus holen würde. Sein Handy verriet ihm, dass seit seinem Erwachen fünf Stunden vergangen waren. Er brauchte Hilfe. “228.“ Er wusste, wer möglicherweise für seine Situation verantwortlich war. Spencer und er hatten in den letzten Tagen öfter Zusammenstöße gehabt. Sie waren eher harmlos, zehrten aber dennoch an seinen Nerven. Warum sich Spencer plötzlich so auf ihn konzentrierte, war ihm ein Rätsel, aber es war auch gleichgültig. Er sagte es niemandem. Es würde nichts bringen als Schwierigkeiten. Jetzt, wo er zitternd alleine in einem vermutlich verlassenen Teil des Schiffes stand, überlegte er es sich aber anders.

Der Mechanismus der Tür wurde betätigt und das Geräusch überraschte Eli so sehr, dass er einen Moment brauchte, um zu registrieren, was es bedeutete. “Endlich!“, rief er aus. “Danke.“ Er ging auf die geöffnete Tür zu, blieb aber abrupt stehen und hob die Hand, als ihn der Strahl einer grellen Taschenlampe traf und blendete. “Nichts für Ungut, aber könntest du vielleicht …“ Weiter kam er nicht, denn etwas traf ihn genau in den Magen und er krümmte sich hustend zusammen. Ein Tritt in die Rippen und ein Schlag ins Gesicht ließen ihn zu Boden gehen. Er presste eine Hand auf seine Rippen und keuchte. Ein scharfer Schmerz durchzuckte seinen Brustkorb und nahm ihm für einen Moment den Atem. Die Stiefel eines Soldaten traten in sein Blickfeld. Kaltes Metall drückte gegen seine Schläfe und er hörte, wie eine Waffe entsichert wurde. Ihm entkam ein ängstliches Stöhnen und er blieb reglos liegen.

Er konnte den anderen atmen hören und die Waffe drückte sich fester an seinen Kopf. Als der andere Mann sprach, zuckte er zusammen: “Ich sollte dich erschießen.“

Eli schnappte nach Luft und starrte auf die Stiefel des anderen Mannes. Er traute sich nicht, irgendetwas zu sagen. Die Stimme … es war nicht Spencer, aber kannte die Stimme.

“Verdammt. Was mache ich jetzt?“

Der Lagerraum. Er erinnerte sich …

… Eli ging rückwärts – dem Kino zugewandt – in den Raum, in dem die meisten Vorräte und Kisten der Flüchtlinge lagerten. “Und hier ist unser Hauptlagerraum. Ein paar kleinere Kisten wurden in die Kantine gestellt oder in die Labore. Aber hier ist das meiste Zeug.“ Er lächelte die Kamera an. “Ich zeige euch das Beste.“ Er wandte sich von dem Kino ab und blieb abrupt stehen, als er eine der Kisten offen stehen sah. Energieriegel und mehrere Packungen des Pulvers, das ihnen in Wasser aufgelöst als Nahrung diente, lagen auf dem Boden davor. “Was …“

Eine Bewegung rechts von ihm ließ ihn herumfahren, aber da traf ihn schon der Griff einer Waffe am Kopf und er fiel zu Boden. Sein Blick verschwamm, als sich ein Mann über ihn beugte und als er das Bewusstsein verlor, hörte er ihn sagen: “Verdammt. Was mache ich jetzt?“…


…“Ich sollte dich erschießen“, wiederholte der Mann und es klang beinahe, als würde er sich selbst Mut machen.

Eli hob eine zitternde Hand. “Hey! Wir … können drüber reden, okay?“

“Erzähl mir nichts! Ich weiß, dass du zum Colonel rennst, sobald du die Chance dazu bekommst!“ Die Waffe verschwand und er bekam einen Tritt in die Rippen, ehe sich der Lauf wieder in seine Schläfe drückte.

Eli keuchte. Das Gefühl, dass etwas in seinem Brustkorb nicht richtig saß, bereitete ihm Übelkeit. Er hatte sich noch nie zuvor die Rippen gebrochen, aber er wusste, dass es nun so weit war. “Du kannst auch nicht einfach Nahrungsmittel einstecken.“ Eli biss sich auf die Unterlippe und schlug einen friedlicheren Ton an. “Lass uns drüber reden. Es ist kalt hier. Lass uns einfach … wir reden mit Colonel Young … bitte, wir … finden eine Lösung … wir-“

“Halt die Klappe!“

Eli zuckte zusammen.

“Das Kino“, sagte der andere Mann und Eli fuhr erneut zusammen, als die Kamera dicht neben seinem Gesicht auf den Boden geknallt wurde. “Können die anderen sehen, was drauf ist?“

Eli schüttelte den Kopf. “Ich schwöre.“ Er schluckte. “Man kann es so einstellen, dass die zentrale Kontrolleinheit im Kontrollraum die Bilder bekommt, aber die Aufnahmen wurden nur auf meiner Fernbedienung gezeigt. Ich habe es so eingestellt, weil ich … ich habe nicht offiziell gefilmt. Es war für meine …“

“Interessiert mich nicht.“

“Okay“, antwortete Eli beschwichtigend. Er schluckte. “Das hat doch keinen Sinn. Irgendwann findet mich jemand.“

“Niemand findet dich hier.“

“Und wenn doch?“

Es war einige Sekunden totenstill, dann stand der Mann auf, nahm das Kino und verließ den Raum. Eli kam es so vor, als würde die Tür lauter als gewöhnlich zuschlagen. Er atmete tief durch, bereute das aber sofort wieder, als seine Rippen protestierten. “Okay“, murmelte er, “Ich kriege das hin.“ Er setzte sich auf und fuhr sich durch die Haare. “Ich kriege das hin.“ Er blickte zur Decke. “Wo seid ihr?“

***

Dale Volker gab zu, dass er nicht zu denen gehörte, die Colonel Youngs Position als Anführer schätzten, aber er erkannte Autorität an. Und er glaubte zu wissen, wann eine Idee schlicht und einfach dumm war. Er schüttelte den Kopf und zischte: “Sag so was nicht.“

Jeremy Franklin verschränkte die Arme auf dem Tisch in der Kantine und nickte bekräftigend, um seine Vermutung zu bestätigen. Dale starrte auf den Bildschirm des Laptops, um den er sich mit Franklin und Brody geschart hatte, um die Kino-Aufnahmen auszuwerten und etwas zu finden – irgendetwas –, das sie alle zu Eli führen würde. Der Kontrollraum war ihnen zu unruhig gewesen. Rush war gereizt und zeigte das jedem, den er als unproduktiv und störend empfand. Dale musste zugeben, dass er nie erwartet hätte, dass Elis Verschwinden den Wissenschaftler so aufwühlen würde. Auf der anderen Seite schien Eli einen Zugang zu Rush gefunden zu haben, den weitaus qualifiziertere Wissenschaftler an Bord noch suchten. Möglicherweise war es aber auch gerade die Tatsache, dass Eli noch nicht ausgebildet war, noch nach seinem Platz suchte. Rush verstand es, den Jungen auf eine Aufgabe zu fokussieren und dabei sein mathematisches und technisches Talent ideal zu nutzen und zu fördern und Eli nahm alles auf, was Rush ihm beibrachte. Rush war ein guter Lehrer, das musste Dale ihm lassen.

Franklin hob die Augenbrauen und stoppte die Kino-Aufnahmen, den der Laptop vor ihnen abspielte. “Ich finde, es ist ziemlich eindeutig.“

Brody schüttelte den Kopf. “Ich nicht. Der Colonel zieht Grenzen, wenn es um so etwas geht.“

Franklin zog die Schultern hoch. “Ich denke, das Militär hält zusammen.“

Dale kniff die Augen zusammen. “Young war derjenige, der dich vor Spencer verteidigt hat. Wie kannst du sagen, dass er ihn jetzt schützt?“

“Wer soll’s denn sonst gewesen sein?“

Brody starrte zu Boden und zuckte mit den Schultern. “Was ist mit Greer?“

Dale schüttelte den Kopf. “Der Typ ist nicht ganz sauber, aber er hat nichts gegen Eli.“

Franklin schnaubte. “Irgendjemand muss es gewesen sein. Eli ist clever genug, um sich nicht versehentlich zu pulverisieren oder ins All zu schießen. Er kann die Sprache der Antiker ansatzweise lesen. Jemand hat ihm was getan. Ich tippe auf Spencer und Young schützt ihn.“

Eine Stimme hinter den drei Wissenschaftlern ließ sie zusammen zucken. “Wenn ich Spencer nachweisen könnte, dass er etwas mit Elis Verschwinden zu tun hat, glauben Sie nicht, dass ich alles tun würde, um zu erfahren, was passiert ist?“

Dale drehte sich mit den anderen zu Colonel Young um. “Colonel“, sagte er leise, beinahe entschuldigend. Young maß sie mit einem langen Blick.

Franklin stand auf, nicht bereit, nachzugeben. Dale fand, dass er es manchmal zu weit trieb. “Hat ihn denn irgendjemand befragt?“

“Leutnant Scott“, antwortete Young. Das schien Franklin den Wind aus den Segeln zu nehmen, denn er verschränkte die Arme, in die Defensive getrieben. Young fügte hinzu: “Und wenn Sie drei Ihre Zeit damit verbringen würden, das Material zu sichten, dann kämen wir sicher ein ganzes Stück schneller voran.“

Dale und Brody nickten gehorsam und wandten sich wieder dem Laptop zu. Franklin starrte Young an.

“Ist noch etwas, Doktor?“, wollte Young wissen. Franklin schien ernsthaft zu überlegen, ob er etwas sagen sollte, aber tat es letztlich nicht. Er setzte sich nur neben Dale und Brody und startete die Aufzeichnung.

***

Eli wusste, was passierte. Er hatte Vertical Limit gesehen, wo nur zu deutlich gezeigt wurde, was die Kälte Menschen antun konnte. Er versuchte, die Beine enger an den Körper zu ziehen und sich weiter in die Ecke des Raumes zu drücken, um Wärme zu erzeugen. Er fühlte sich müde und ihm war zu schwindelig, als dass er noch weiter Kreise laufen konnte. Den Türmechanismus hatte er nicht knacken können und da er seine Finger nicht mehr fühlen konnte, hatte er es lieber aufgegeben und seine Arme verschränkt, die Hände zu Fäusten geballt, und sich zusammengekauert. Menschen starben an Unterkühlung. Eli wusste das. Er wusste auch, dass er nicht viel Zeit hatte. Vielleicht ein paar Stunden, vielleicht mehr.

Wurde er überhaupt vermisst?

Der Gedanke schoss Eli durch den Kopf, während er versuchte, die Temperatur zu schätzen und er ließ ihn nicht mehr los. Wusste überhaupt jemand, dass er nicht mehr da war seit … er sah auf die Uhr seines Handys … es war bereits über 20 Stunden her, dass er Chloes Quartier verlassen hatte? Und wenn er nicht wieder auftauchte, was sagten sie seiner Mutter? Eli legte den Kopf auf seine Knie.

Und würde die Air Force weiter für sie sorgen, wenn er tot war?

***

Harry wusste, dass er in Schwierigkeiten war. Er lehnte an der Wand des Korridors, die Arme verschränkt gegen die Kälte hier unten, den Blick auf die Tür gerichtet, hinter der Wallace saß. Die beiden Kreidekreuze, die Harry vor der ersten Suchaktion auf die Tür gemalt hatte, sorgten zwar dafür, dass im Moment niemand die Tür öffnete … aber was, wenn sie herausfanden, dass die Kreuze eine Fälschung waren? Dass sie keinen Raum mit einem Leck in der Hülle der Destiny markierten, sondern ein Gefängnis? Möglicherweise konnte Rush feststellen, dass Harry den inneren Türmechanismus mit mehreren Schlägen seines Waffenkolbens zerstört hatte und würde nachforschen gehen. Vielleicht ordnete Young an, auch die mit Kreide markierten Räume zu überprüfen. Harry strich mit dem Daumen über den Lauf seiner P90 und überlegte, ob er Wallace nicht einfach erschießen sollte. Niemand würde es ihm nachweisen können, denn alle Soldaten hatten Zugriff auf diese Waffen. Sie würden vermutlich denken, dass es Spencer gewesen war. Das vermuteten sie sowieso schon. Oder er könnte Wallace einfach lassen, wo er war und die Kälte wirken lassen. Lange würde der Junge das nicht durchstehen. Wieder würde der Verdacht auf Spencer fallen, falls sie ihn irgendwann doch fanden. Möglicherweise könnte Harry sie auch auf Spencers Spur lenken. Er nickte sich selbst zu und wandte sich ab. Jetzt musste er nur noch herausfinden, wie er die Aufnahmen auf dem Kino löschen konnte, die Wallace gemacht hatte. Sie waren die einzige Verbindung zu ihm.

***

Young hatte allen befohlen, sich eine Weile hinzulegen. Nicholas hatte genickt und beobachtet, wie die Zivilisten einer nach dem anderen den Kontrollraum verlassen hatten.

Eine Stunde später stand er noch immer über die Kontrollen gebeugt. Er hatte das Gefühl, dass er etwas übersah und Nicholas hatte sich noch nie ausruhen können, wenn das der Fall war. Er starrte auf den Bildschirm, der ihm einen Plan der Destiny zeigte, und versuchte, seinen Fehler zu finden. Seine müden Augen waren aber nicht in der Lage, etwas außergewöhnliches zu entdecken.

“Dr. Rush?“

Er blickte zu Chloe auf und räusperte sich. “Miss Armstrong.“ Er rieb sich die Stirn. “Sollten Sie sich nicht ausruhen?“

Chloe zuckte mit den Schultern und verschränkte die Arme. “Sie auch.“ Sie kam auf die Kontrolleinheit zu und blieb an dem Bildschirm stehen, den Eli immer benutzte. Ihre Finger berührten zögerlich den Bildschirm und er leuchtete auf, zeigte einen Plan des Schiffes. Nicholas beobachtete die Bewegung mit gerunzelter Stirn. Sie sah zu ihm auf. “Gibt es etwas neues?“

Nicholas schüttelte den Kopf. “Die Kinos haben nichts aufgezeichnet. Die Soldaten haben nichts gefunden. Ich bekomme die Wärmesensoren nicht zum Laufen.“ Er brach frustriert ab.

Chloe blickte auf den Bildschirm, dann auf zu Nicholas, der ihre Bewegungen verfolgte. “Bringen Sie es mir bei“, sagte sie.

Nicholas stieß ein humorloses Lachen aus. “Man lernt nicht mal so eben, die Kontrollen zu bedienen. Sie verfügen nicht im geringsten über die nötigen Qualifikationen.“

“Eli auch nicht. Er hat es gelernt.“

Nicholas starrte auf seinen Bildschirm. “Eli hat einen höheren IQ als die meisten Menschen an Bord dieses Schiffes und ein Talent für Technik.“

“Würde es nicht schneller gehen, wenn wir zu zweit sind?“, fragte Chloe. Nicholas kniff die Augen zusammen und starrte auf seinen Bildschirm. Chloe schien nachzugeben. Sie setzte sich auf den Stuhl und blickte auf den Bildschirm. “Wo liegt das Problem mit den Wärmesensoren?“

Nicholas unterdrückte ein ungeduldiges Seufzen. “Sie sind vermutlich durch den Mastercode geschützt. Ich suche nach einem Weg, das zu umgehen.“

“Hat das Schiff nicht irgendwelche anderen Sensoren, die Sie verwenden können?“

“Wenn es so wäre, würde ich sie benutzen.“

“Was ist mit den Kinos? Haben die vielleicht irgendwelche Sensoren, die-“

“Miss Armstrong“, unterbrach er sie harsch, “ich tue, was ich kann, aber ich würde wesentlich mehr schaffen, wenn Sie mich in Ruhe arbeiten lassen würden und mich nicht mit unqualifizierten Fragen löchern, die meine Zeit verschwenden.“

Chloe starrte ihn an, ihr Gesicht zeigte ihre Frustration mit der Situation nur allzu deutlich. “Im Moment sind Sie derjenige, der Zeit verschwendet – Elis Zeit. Sie verstehen nichts von diesem Schiff.“

Nicholas erstarrte mit einer Hand über dem Bildschirm. “Miss Armstrong“, sagte er warnend, “gehen Sie. Sofort.“

Chloe wandte sich ab und verließ den Kontrollraum mit schnellen Schritten.

***

Die Tür zu seinem Quartier hatte sich noch nicht ganz geöffnet, da hatte Chloe bereits die Arme um Matts Oberkörper gewickelt und schluchzte in seine Schulter. “Was …“ Verschlafen reagierte er instinktiv mit einer festen Umarmung und schloss die Tür mit einer Berührung seines Ellbogens. “Chloe?“

“Er ist tot, bevor wir ihn finden“, sagte sie leise.

Matt führte sie zu seinem Bett. “Nein. Komm schon, wir finden ihn und er wird okay sein“, meinte er aufmunternd. Er legte sich hin.

Chloe drückte sich an seine Seite, ihr Kopf in seiner Halsbeuge versteckt. “Er ist mein bester Freund.“

“Ich weiß.“ Seine Hand streichelte durch Chloes lange Haare. Manchmal war er beinahe ein bisschen neidisch auf die Wirkung, die Eli auf Chloe hatte. Er brachte sie zum Lachen, als wäre es gar nichts, während Matt manchmal Schwierigkeiten hatte, sie überhaupt zum Lächeln zu bringen. Er gab sich selbst die Schuld. Er war nie ein sehr humorvoller Mensch gewesen, immer etwas zu ernst für sein Alter.

“Wer tut so etwas?“, fragte sie.

Matt seufzte. “Wir wissen nicht, ob jemand etwas getan hat, Chloe. Eli ist manchmal etwas zu übereifrig …“ Er brach ab, als sie sich anspannte.

Sie hob den Kopf, um ihn anzustarren. “Nein“, sagte sie fest. “Jemand hat ihm etwas getan.“

“Chloe“, seufzte er.

Sie stand auf und drehte sich zu ihm um, ihre hellen Augen wütend. “Gib ihm nicht die Schuld.“

“Chloe, ich gebe niemandem die Schuld.“

Sie wandte sich ab und verließ das Zimmer. Matt ließ sich auf sein Bett zurückfallen, während die Tür sich schloss und rieb sich die Stirn. “Verdammt.“

***

Camile betrat Youngs Quartier durch die geöffnete Tür und fand ihn auf der Couch in der Sitzecke ausgestreckt. Er starrte an die Decke, die Stirn in nachdenkliche Falten gelegt.

“Colonel Young?“

Er blickte zu ihr auf. “Sie sollten schlafen.“

Camile nickte mit einem leisen Lächeln. “Ja, Sie auch.“ Sie setzte sich in den Sessel und legte die Akten in ihrer Hand auf den Tisch.

“Was haben Sie da?“, fragte Young und setzte sich auf. Er rieb sich die müden Augen.

“Verdächtige.“

Young seufzte tief. “Wir sollten damit warten, bis Eli wieder da ist, denken Sie nicht?“

“Ich klage niemanden an“, sagte Camile ruhig. “Ich ziehe nur Möglichkeiten in Betracht.“

“Und ich wette, eine dieser Möglichkeiten ist Sgt. Greer.“

Camile schüttelte den Kopf. “Ich kann persönliches gut vom beruflichen trennen, Colonel. Es ist offensichtlich, dass Sgt. Greer nichts mit der ganzen Sache zu tun hat. Sogar ich kann sehen, dass er Eli mag.“ Sie seufzte. “Ich komme eigentlich aus einem anderen Grund.“

“Ich weiß. Ich bin dagegen.“

“Colonel, wir müssen Homeworld Command in Kenntnis setzen.“

“Wir haben nichts, wovon wir sie in Kenntnis setzen könnten, Camile. Keinen Angeklagten und keine Leiche.“

Camile schüttelte den Kopf. “Wir müssen ihnen aber melden, dass wir Probleme haben. Dass wir Eli nicht finden können. Und das IOA muss davon erfahren.“

“Auf keinen Fall.“

“Colonel-“

“Alles, was wir haben, sind Vermutungen. Solange wir nichts konkretes wissen, werden wir das IOA nicht informieren. Diese Leute drehen mir einen Strick daraus.“ Camile legte die Stirn in verärgerte Falten und Young schüttelte den Kopf. “Das geht nicht gegen Sie, Camile. Strom ist mir manchmal etwas zu übereifrig.“

Camile verstand, was Young meinte. Sie selbst hatte keine allzu hohe Meinung von ihrem Vorgesetzten. Sie wusste, warum er ihr bereits mehrmals eine Beförderung verweigert hatte. Neben der Tatsache, dass sie mit einer Frau zusammen lebte, hatte es viel damit zu tun, dass er genau wusste, dass sie qualifizierter war als er. Und obwohl ihr Pflichtgefühl ihr sagte, dass sie das IOA auf dem Laufenden halten musste, so dachte sie, dass sie in diesem Fall eine Ausnahme machen konnte. “Gut“, meinte sie zustimmend, “aber Homeworld Command sollte Bescheid wissen. Egal, wie weit wir von der Erde sind – Homeworld Command ist unsere übergeordnete Instanz.“

Young rieb sich die Stirn. “Morgen, okay?“

“Okay.“


Kapitel 7
Gefangen Masterlist

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