?

Log in

No account? Create an account

Previous Entry | Next Entry

Gefangen (8)

Worte: ~ 23.100
Inhalt: Als ein Mitglied der Crew spurlos verschwindet, finden die meisten einen offensichtlichen Verdächtigen, der sich jedoch als unschuldig ausgibt. Während die Flüchtlinge Hand in Hand arbeiten müssen, bilden sich unerwartete Allianzen, um Eli zu finden.
Charaktere: Eli Wallace, Nicholas Rush, Everett Young, Camile Wray, Ronald Greer, Matthew Scott, Tamara Johansen, Chloe Armstrong, Sgt. Spencer, Adam Brody, Vanessa James, Dale Volker, Jeremy Franklin, Lisa Park, Airman Becker, Marian Wallace, OCs
Pairing: Chloe/Matt
Rating: PG-13
Spoiler: Die Destiny, Führungskampf auf der Destiny, Rettung für die Destiny, Finsternis, Gefahr für die Destiny, Die Zeitreise, Die Rückkehr, Human
Setting: Season 1 – nach Die Rückkehr
Warnungen: Gewalt
Beta: artemis_neith, die die allererste deutsche Version vor Jahren gesehen hat – danke auch für den Input, um die Story besser zu machen. elaiel, die die englische Version korrigiert hat.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Stargate Universe und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Kapitel 7
Gefangen Masterlist

***
***


8.



Im Gegensatz zu Elis Quartier war sein Laptop geradezu penibel ordentlich. Nachdem Eli zugestimmt hatte, sie zur Ikarus-Basis zu begleiten, hatte Nicholas mit ihm einen weiteren kurzen Ausflug zur Erde gemacht, damit Eli packen konnte. Neben Kleidung hatte auch der Laptop seinen Weg in die Tasche gefunden und damit auf die Destiny. Nicholas hatte Elis Laptop an sich genommen, um die Kino-Aufnahmen der letzten Tage zu sichten. Die Wahrscheinlichkeit, dass Elis Verschwinden damit zusammen hing, war gering, aber inzwischen war Nicholas breit, jede Chance zu nutzen. Er war allein im Kontrollraum. Die meisten hatten sich zum Essen versammelt oder ruhten sich aus. Nicholas hatte Young und Scott darüber reden hören, dass kaum jemand glaubte, dass Eli noch gefunden werden würde. Das machte ihn umso entschlossener. Er öffnete einen Ordner, der Kino hieß und stieß auf eine ganze Reihe von Dateien, die Aufnahmen zu sein schienen. Sie waren unterschiedlich groß und Nicholas nahm an, dass Eli sich bisher entweder dagegen entschlossen hatte, sie in seine Dokumentation einzubauen oder noch keine Zeit dafür gefunden hatte.

Er öffnete eine Datei und sah Dale Volker in der Dunkelheit, nur von einer Taschenlampe erhellt, vor dem Kino stehen.

“Ah … Dr. Dale Volker. Ich bin 34 Jahre alt. Und … ah … was auch immer ihr von einem … gewissen Schotten gehört habt, ich denke, dass ich ein guter Astrophysiker bin. Ich meine, die setzen dich nicht daran, die Mysterien des Universums auf anderen Planeten zu lösen, wenn du in kompletter Idiot bist, nicht wahr? Also … das wollte ich nur sagen. Und wir können nicht alle Mozarts sein, richtig? Manche von uns sind … Salieris. Nicht, dass …”

Kopfschüttelnd schloss Nicholas die Datei und öffnete noch ein paar andere. Doktor Park, Chloe und Scott stellten sich dem Kino vor – die Dateien waren nutzlos. Er schloss den Ordner und gab seine Idee auf. Er sollte sich darauf konzentrieren, die Wärmesensoren zum Laufen zu bringen. Er wollte den Laptop schließen, da fiel ihm eine Video-Datei in der unteren Ecke des Desktops auf. Sie war in keinen der Ordner gepackt, trug keinen Namen und sie weckte Nicholas Neugier.

Er öffnete sie. Eli blickte in die Kamera.

“Hey, Mom, heute ist Tag 34 auf der Destiny und … ich weiß, dass du heute vermutlich beim Arzt warst. Ich hoffe, es ist in Ordnung. Vielleicht kannst du dir ja bessere Medikamente leisten, jetzt, wo die Air Force sich darum kümmert. Das tut sie doch, oder?“

Nicholas spulte ein paar Minuten vor.

“… ist eigentlich okay. Ich weiß nicht. Ich habe manchmal das Gefühl, ich störe ihn. Okay, ich weiß, dass ich ihn störe.“ Er lächelte. “Nichts neues von der Seite, Mom.“ Er schüttelte den Kopf. “Ich dachte, ich könnte endlich etwas bewegen. Weißt du? Etwas wichtiges tun. Das war irgendwie dumm, wenn man drüber nachdenkt. Das Problem ist …“ Er zuckte mit den Schultern. “Ich habe schon wieder einen Fehler gemacht. Rush und Colonel Young … ich denke, ich hätte gar nicht erst anfangen sollen, mich da einzumischen. Egal, was ich tue, es ist falsch.“

Nicholas kniff die Augen zusammen, vollkommen auf die Aufnahme konzentriert.

“Ich denke, du wärst ziemlich enttäuscht von mir. Ich bin …“

Der Laptop wurde zugeklappt und Nicholas blickte überrascht auf und in Chloes wütendes Gesicht. “Das ist privat, denken Sie nicht?“, fragte sie und nahm den Laptop an sich. “Was denken Sie sich eigentlich?“ Sie drückte das Gerät an ihren Oberkörper und verschränkte die Arme davor.

“Miss Armstrong-“

“Sie haben kein Recht dazu“, unterbrach sie ihn.

“Ich habe nach Aufnahmen gesucht, die uns helfen könnten-“

“Dass Ihnen dieses Video nicht helfen kann, war mir schon nach ein paar Sekunden klar. Das ist Elis Privatsache.“ Damit wandte sie sich ab und verließ den Kontrollraum.

Nicholas rieb sich die Stirn und fuhr sich durch die halblangen Haare. Ein Signal von einer der Konsolen ließ ihn aufhorchen und er kehrte an die Kontrollen zurück, um nach der Ursache für den warnenden Ton zu suchen.

***

“Wartet.”

Das rot blinkende Signal erlosch und Eli aktivierte das Funkgerät. “Nein. Macht weiter.“

Einen Moment später leuchtete die Tür wieder auf.

“Ich denke, ich weiß wo ihr seid. Die Tür leuchtet rot.”

Matts Stimme klang ungeduldig. “Kannst du sie öffnen?“


Eli schreckte hoch. “Die Tür“, murmelte er, als ihm eine Möglichkeit einfiel, wie er entkommen könnte. Er wollte aufstehen, bewegte sich zu schnell und stöhnte auf, als seine Rippen protestierten. Müdigkeit schlug auf ihn ein, als der Schmerz verebbte und Eli lehnte sich an die Wand zurück und schloss die Augen.

Er war beinahe wieder eingeschlafen, da schüttelte er den Kopf und stand vorsichtig auf. Er vergrub seine eisigen Hände in den Jackentaschen und biss die Zähne aufeinander, als seine Rippen wieder protestierten. Er erreichte die Tür und zog die Ärmel der Jacke über seine Hände, ehe er sie an das kalte Metall der Tür drückte. Dann sammelte er seine ganze Kraft und versuchte, die Tür aufzuschieben. Sie bewegte sich nicht einen Zentimeter, aber das musste sie auch nicht. Eli stemmte sich dagegen, ignorierte die hämmernden Kopfschmerzen und die Erschöpfung. Er hielt unbewusst die Luft an, als könnte dies die Kraft, die gegen die Tür aufgewendet wurde, verstärken. Letztlich ließ er von der Tür ab und schnappte nach Luft. Seine Rippen protestierten gegen die tiefen Atemzüge, zwangen ihn, flacher zu atmen. Er hatte das Gefühl, nicht genügend Luft zu bekommen und schwarze Flecken tanzten in dem dämmrigen Raum vor seinen Augen. Eli schüttelte den Kopf und ließ die Erschöpfung überhand nehmen. Ihm wurde schwarz vor Augen.

***

“Die Tür“, murmelte Nicholas und blickte mit gerunzelter Stirn auf die Anzeige. Die Warnleuchte erlosch plötzlich und Nicholas wollte gerade zum Funkgerät greifen, als die nächste Warnung auf dem Kontrollschirm erschien. Die Energiequelle war zurück. Nicholas griff mit einer Hand zum Funkgerät, die andere sammelte seinen Notizblock und eine Taschenlampe ein. “Lt. Scott, ich brauche Sie und Sgt. Greer sofort.“

“Wir sind in der Kantine.“

“Warten Sie dort auf mich.“

***

Ronald nickte Matt zu und der öffnete die Tür. Mit erhobenen Waffen betraten sie den Raum. Ronald streckte einen Arm aus und hielt Rush ab, an ihm vorbei in den Raum zu eilen. “Immer langsam, Doktor.“

“Hier ist nichts gefährliches“, antwortete Rush leicht gereizt.

Ronald zuckte mit den Schultern.

Matt meinte: “Nein, gefährlich ist es sicher nicht.“

Sowohl Ronald als auch Rush starrten überrascht auf das, was Matt im Licht seiner Taschenlampe gefunden hatte.

“Mann, das ist verrückt“, meinte Ronald.

Rush erwiderte: “Vielleicht wäre es an der Zeit, Colonel Young zu verständigen.“

***

Everett blickte zu Scott auf. “Das ist eine Kochplatte.“

Rush verschränkte die Arme. “Ja, Colonel. So weit waren wir auch schon.“

Camile runzelt die Stirn. “Sie gehört zu uns.“

Scott nickte. “Standard, Ma’am. Wir haben ein oder zwei von denen von der Ikarus-Basis mitgebracht. Als wir rein kamen, war sie eingeschaltet.“

“Eine außergewöhnlich kleine Energiesignatur“, meinte Rush. “Und Destiny hat uns seit Tagen darauf aufmerksam gemacht.“

Camile fragte: “Was hat das zu bedeuten?“

Ronald antwortete von seinem Posten neben der Tür: “Das bedeutet, dass jemand hierher gekommen ist und gestohlene Nahrung gegessen hat.“

Rush ergänzte: “Ich habe die Energiesignatur das erste mal vor Elis Verschwinden bemerkt.“

Camile schüttelte den Kopf. “Wir essen die Suppe immer kalt.“

Scott nickte. “Aus praktischen Gründen. Wir können unmöglich auf zwei Kochplatten für 80 Leute kochen. Wir habe keine Töpfe. Aber man kann sie auch warm essen.“

Rush zückte seinen Notizblock. “Wir sollten Sgt. Becker damit beauftragen, unsere Nahrungsmittel zu kontrollieren. Wir müssen herausfinden, wie viel fehlt.“

“Er kann nur kleine Mengen gestohlen haben, sonst wäre es aufgefallen.“

Camile stemmte die Hände in die Hüften. “Tatsache ist, dass wir denjenigen finden müssen.“

Rush stimmte zu: “Allerdings, wo er doch vermutlich weiß, wo Eli sich befindet.“

Everett und Camile blickten ihn fragend an.

Scott verschränkte seine Arme über der Waffe. “Sir, Ma’am, Greer denkt, dass wer auch immer hier kocht von Eli erwischt wurde. Doktor Rush und ich stimmen zu.“

Everett rieb sich die Stirn. “Die Kochplatte ist hier … wo ist der Dieb?“

Rush meinte: “Vermutlich bereichert er sich gerade an unseren Vorräten oder er hat etwas vergessen und ist es holen gegangen. In dem Fall wird er inzwischen bemerkt haben, dass wir ihm auf die Schliche gekommen sind, und wird nicht hierher zurückkommen.“

Everett kniff die Lippen zusammen. “Das wird mehr und mehr zum Albtraum. Wenn wir den Leuten sagen, dass jetzt auch noch jemand Nahrung stiehlt …“

“Ich bezweifele, dass Ihnen eine andere Möglichkeit bleibt, Colonel.“

Everett seufzte. “Ich auch.“

***

Harry rieb sich das Kinn, während er in der Kantine saß und so tat, als konzentriere er sich auf sein Buch. Er hatte die Kochplatte angestellt und war anschließend einem Funkspruch von Becker gefolgt. Als er wieder auf dem Weg zurück zu seinem Versteck gewesen war, eine Ration des Pulvers in seiner Tasche, hatte er Young und Wray denselben Weg einschlagen sehen. Nur einige Minuten später hatte sich sein Verdacht bestätigt. Sie wussten nun, dass jemand Nahrung stahl. Er überlegte, was sie wohl nun als nächstes tun würden. Die Zimmer konnten sie getrost durchsuchen. Er war nicht so dämlich wie Spencer und ließ seine Nahrungsmittel dort liegen. Er stahl immer erst dann etwas, wenn er es auch sofort brauchte. Er war also in Sicherheit. Sie würden ihn nicht finden und Wallace auch nicht.

“Jennings“, riss ihn jemand aus seinen Gedanken und er sah erschrocken zu Becker auf. “Was ist los mit dir, Mann? Wir müssen gleich das Essen verteilen und du träumst.“

Airman Harry Jennings nickte. “Sicher. Sorry.“ Er schenkte Becker ein kurzes Lächeln und stand auf.

***

Chloe schaltete ihren iPod aus und lehnte sich in dem Sessel zurück, der in einer Ecke nahe des Fensters auf dem Observationsdeck stand. Lisa Park saß an einem der Tische und arbeitete an ihrem Laptop. Ansonsten war das Deck verlassen. Chloe starrte in die Schleier, die der FTL-Antrieb um das Schiff zauberte und seufzte tief. 31 Stunden waren eindeutig zu viel. Sie zuckte leicht zusammen, als Youngs Stimme durch das Schiff schallte: “Hier ist Young. Ich will alle im Torraum sehen. Auf der Stelle.“

Lisa blickte mit fragend gehobenen Augenbrauen zu Chloe. “Was ist jetzt?“

“Keine Ahnung“, antwortete sie und stand auf.

***

“Wir wissen jetzt, dass jemand hier seine Zeit damit verbracht hat, Nahrungsmittel zu stehlen“, verkündete Everett von seiner Position auf der Treppe im Torraum und er beobachtete, wie sich ein leises Murmeln unter den Anwesenden ausbreitete. Greer und Scott standen am Fuß der Treppe, die Hände auf den Waffen, aber die Läufe zu Boden gerichtet. Young glaubte nicht, dass irgendjemand dumm genug wäre, jetzt zu rennen – wohin auch? – aber er und Camile waren sich einig, dass sie härter vorgehen mussten. Die IOA-Vertreterin blickte ihn von ihrem Platz neben Rush an, der sich mit seinen Notizen beschäftigte. Leutnant James und TJ standen in ihrer Nähe. Everett fuhr fort: “Und wir vermuten, dass Elis Verschwinden damit zusammenhängt.“

Camile ließ ihre Augen durch den Raum schweifen. Everett wusste, dass sie Menschen gut einschätzen konnte. Wenn sich jetzt jemand verriet, würde sie es wissen.

“Ich biete demjenigen, der dafür verantwortlich ist, jetzt einmalig an, sich zu stellen. Ich werde in der nächsten Stunde in meinem Quartier warten. Sollte sich in dieser Zeit jemand dazu berufen fühlen, die Verantwortung zu übernehmen, dann bin ich bereit, eine mildere Strafe in Betracht zu ziehen.“ Er blickte sich mahnend um. “Und ich will, dass jeder hier eine Sache weiß – sollte Eli verletzt sein und nicht die Hilfe bekommen, die er benötigt, weil sich jemand hier feige und selbstsüchtig verhält, dann werden die Konsequenzen hart sein. Denn wir werden raus finden, wer dafür verantwortlich ist.“ Er ließ die Worte in der Luft hängen. Im Torraum herrschte absolute Stille. “Eine Stunde“, wiederholte Everett und ging die Treppe hinunter. Mit einem Nicken zu Rush und Camile verließ er den Torraum.


Kapitel 9
Gefangen Masterlist

Icon created by sexycazzy