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Der Faden der Ariadne - Prolog

Worte: ~ 30.000
Inhalt: Nach einem Unfall im Archiv landen die Torchwood-Agenten Jack und Gwen in einer alternativen Dimension, wo sie unerwartet auf die Warehouse 13-Agenten Artie und Claudia treffen, die ebenfalls dort gestrandet sind. Um sie zu retten, müssen die Organisationen zusammenarbeiten: Ianto und Rhys fliegen nach South Dakota, während die Gestrandeten sich einem tödlichen Feind gegenüber sehen.
Charaktere: Jack Harkness, Gwen Cooper, Claudia Donovan, Arthur Nielsen, Ianto Jones, Steve Jinks, Rhys Williams, Myka Bering, Pete Lattimer, Leena, Mrs. Frederick, Trailer, OCs
Pairing: Jack/Ianto, Gwen/Rhys, Pete/Kelly Hernandez (angedeutet), Artie/Vanessa Calder (angedeutet)
Rating: PG-13
Spoiler: Die Braut, die vor nichts graut, Wundmale / Doctor Who: The Sound Of Drums
Setting: nach Wundmale
Crossover: Warehouse 13
Crossover-Setting: nach Lovesick
Crossover-Spoilers: Spielt in der dritten Staffel von Warehouse 13, also sind Charakter-Spoiler selbstverständlich! Aber ich verrate nichts über den wirklich spannenden Handlungsbogen. :)
Warnungen: Erwähnung von Canon Character Death
Beinhaltet: Canon Slash
Anmerkungen: Das hier ist das Produkt eines Traumes. Und dann dachte ich, dass die beiden Serien gut zusammenpassen würden. Also passierte das hier.
Beta: larsinger29 und EmrysofWriting, danke. :)
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und Warehouse 13 und die in ihnen vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Komplette Fanfiction Masterlist
Der Faden der Ariadne Masterlist

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Prolog



Cardiff, Wales:

Die Torchwood-Basis zu betreten war, als würde man eine neue Welt entdecken. Gwen fühlte jedes einzelne Mal einen gewissen Nervenkitzel. Durch die etwas schäbige Touristen-Information in den schwach beleuchteten Korridor zu einem Aufzug und von dort durch das große Rolltor in die Basis selbst, die sich mehrere Meilen und Ebenen unterhalb des Roald Dahl Plass erstreckte. Gwen hatte ihr ganzes Leben in und um Cardiff verbracht, aber sie hätte nie vermutet, dass es eine geheime Basis bei der Bucht gab. Auch nach über zwei Jahren Arbeit für Torchwood war sie noch immer fasziniert. Und heute konnte sie diese Faszination wieder mit Rhys teilen. Sie standen am Eingangstor und nahmen den Hauptraum in sich auf, von dem mehrere Korridore in andere Teile der Basis führten. Die Schreibtische standen verwaist und das einzige Geräusch kam von dem Wasser, das die turmartige Skulptur in der Mitte des Raumes hinunter lief. Die Skulptur reckte sich bis nach oben zu der hohen Decke und durchdrang sie dort, um als Wahrzeichen der Stadt auf dem Plass wieder aufzutauchen.

Gwen liebte diesen Ort. Sie wusste, dass sie geboren worden war, um hier zu arbeiten. Dennoch schienen die Schatten in den letzten Tagen ein bisschen dunkler zu sein und die Stille im Hauptraum etwas lauter. Es war erst ein paar Tage her, dass sie Tosh und Owen verloren hatten, dass ihr fünfköpfiges Team – so vertraut wie eine Familie – zu einem dreiköpfigen Team reduziert wurde. Gwen drückte Rhys' Hand ein wenig fester, suchte seine Nähe.

Er lächelte sie an. Seine blauen Augen zeigten, dass er sie verstand. Er hatte Tosh und Owen zwar kaum gekannt, aber ihr Verlust schien auch ihn tief getroffen zu haben. Er sah sich wieder um. "Wie alt ist diese Basis überhaupt?", fragte er und starrte die Wände an, die eine wilde Collage aus Fliesen, Backstein und Beton waren.

"Queen Victoria hat Torchwood gegründet", antwortete Gwen, "und zwar 1879."

Rhys verdrehte die Augen. "Schon gut. Dein Job ist aufregender als meiner."

Gwen grinste und küsste ihn. "Und vergiss das bloß nicht."

Er zog sie näher und Gwen legte ihre Arme um seinen Nacken, sah ihm tief in die Augen. Ihm zu begegnen war wirklich das Beste, was ihr jemals passiert war. Er hatte über die Jahre hinweg viel mitgemacht, vor allem im Zusammenhang mit Torchwood: Lange Nächte, geheime Missionen, seine zufällige Entdeckung von dem, was ihr Job wirklich beinhaltete ... und er war geblieben. Er hatte sie sogar geheiratet. Und jetzt war er nicht nur eine Stütze in ihrem Privatleben – jemand, zu dem sie nach der Jagd auf Außerirdische und der Bekämpfung von Bedrohungen für die Erde nach Hause kommen konnte –, er wurde auch zu einer Hilfe in ihrem Job. Wenn sie ihn nach der Explosion der Bomben vor ein paar Tagen nicht gehabt hätte, wenn er nicht da gewesen wäre, nachdem Tosh und Owen die Stadt gerettet und den höchsten Preis gezahlt hatten ... sie wusste nicht, ob sie noch hier wäre.

Sie küssten sich wieder, leidenschaftlicher dieses Mal, bis sie durch eine laute Stimme unterbrochen wurden: "Sieh mal einer an! Ist bereits Tag der offenen Tür?"

Sie blickten in Richtung der ersten Ebene, wo Jack Harkness auf dem Geländer des Weges zwischen dem Gewächshaus und dem nun abgedunkelten Raum, in dem sich früher Owens Labor befunden hatte, lehnte. Aus dem Augenwinkel bemerkte Gwen, dass Rhys seine Schultern straffte und die Brust etwas hervor reckte. Eine Reaktion, die sie nur zu gut kannte und immer ignorierte. Trotz ihrer Hochzeit fühlte Rhys sich noch immer etwas eingeschüchtert von Jack, der mit seinem guten Aussehen und seinem natürlichen Charisma rasch Verehrer fand. Jack richtete sich auf und verschränkte die Arme über seinem blauen Hemd – seine bekannte 'Chef-Pose'. Gwen bemerkte, dass seine Hosenträger an seinen Hüften hinab hingen und zog eine Augenbraue hoch. "Haben wir etwas unterbrochen?"

Jack schüttelte den Kopf. "Nicht, dass ich wüsste. Ianto?"

Gwen bemerkte jetzt eine Bewegung in der Küchennische nahe dem Wasserbecken und dann trat Ianto ins Licht und sah zu Jack hinauf. "Jack?"

"Haben wir etwas unterbrochen?"

Ianto richtete seinen stets makellosen Anzug und schüttelte den Kopf. "Nein." Er sah Gwen an und auf seinem jungenhaften Gesicht zeigte sich ein kleines Grinsen. "Allerdings hättet ihr das, wenn ihr eine halbe Stunde früher gekommen wäret."

Gwen lächelte und schüttelte den Kopf. "Ich will nicht wissen, was ihr hier getrieben habt."

Jack sah grinsend zu Ianto. "Nackt-Verstecken. Macht immer wieder Spaß." Dann klatschte er in die Hände. "Aber jetzt, wo du hier bist", er zog seine Hosenträger hoch, sodass sie auf seinen breiten Schultern lagen, "lasst uns mit der Arbeit anfangen." Er kam die Wendeltreppe hinunter.

Gwen nahm Rhys' Hand. "Konferenzraum?"

"Ja. Ianto hat Frühstück besorgt."

Gwen zog Rhys in Richtung des Korridors, der zum Konferenzraum führte, aber sie konnte nicht widerstehen, einen letzten Blick zurückzuwerfen. Sie sah Jack einen sanften Kuss auf Iantos Lippen drücken, bevor er ihm etwas zuflüsterte. Ianto lächelte ihn an und nickte, seine Finger verschränkten sich einen Moment mit Jacks. Die Beziehung der beiden schien enger geworden zu sein. Gwen freute sich für sie, aber sie fragte sich manchmal, was für einen Preis Jack dafür zahlen würde, wenn Ianto starb. Und das würde irgendwann passieren. Und nicht nur Ianto, sondern auch Gwen. Torchwood-Agenten wurden nicht alt. Der Job ließ es einfach nicht zu. Jack war nur noch hier, weil er nicht tot bleiben konnte. Manchmal, das wusste Gwen, sah er das als einen Segen an, doch oft, das hatte er ihr anvertraut, fühlte er sich auch verflucht, weil er sie eines Tages verlieren würde. Wie so viele andere zuvor.

***

Univille, South Dakota (USA):

Steve Jinks seufzte müde und parkte sein Auto. Leena's Bed & Breakfast war die einzige Lichtquelle im Umkreis: Veranda-Lampen tauchten das ländliche Haus in einen sanften Schein. Das Haus wirkte auf den ersten Blick perfekt für ein romantisches Wochenende, nur verbrachten nicht sehr viele Paare solche mitten im Nirgendwo in South Dakota, also waren Steve und seine Kollegen die einzigen Bewohner. Normalerweise repräsentierte das Haus das Ende eines stressigen Tages und die Chance auf Ruhe und Frieden – Dinge, die Steve schnell zu schätzen gelernt hatte, obwohl er seinen Job im Warehouse 13 gerade vor ein paar Wochen angefangen hatte –, aber in dieser Nacht wirkte das Haus drohend.

Er seufzte wieder – diesmal war es ein Geräusch von Frustration. Es fühlte sich richtig an, hierher zurückzukommen und er sah diesen Ort als seine Heimat an, aber ... er schüttelte den Kopf. Sein Selbstvertrauen hatte in letzter Zeit ein paar Schläge einstecken müssen. Er wusste, er sollte die Witze, die das Team in seine Richtung warf, nicht so persönlich nehmen. Er war der Neuling, da war es nur natürlich, dass sie Zeit brauchten, um sich an ihn zu gewöhnen. Dennoch ... er wünschte, es würde ihm leichter fallen, Anschluss zu finden.

Im Warehouse zu arbeiten war ein Traum. Er tat etwas Besonderes, jagte gefährliche Artefakte und lagerte sie ein, bevor sie allzu viel Schaden anrichten konnten. Das Übernatürliche war sein Alltag – Schreibfedern, die wahr machten, was man niederschrieb, ein Telegraph, der Leute verrückt vor Paranoia werden ließ, ein Kessel, der jeden Wunsch erfüllte (und jene, die er nicht erfüllen konnte, produzierten zumindest einen Trostpreis: ein Frettchen). Sein Leben war das perfekte Vorbild für eine Fernsehserie und doch war er nicht ganz zufrieden. Er fühlte sich manchmal wie ein Außenseiter. Es war kein neuartiges Gefühl. In der Lage zu sein, jede Lüge zu erkennen, war manchmal ein Fluch. Er hatte immer Angst, zu sehen, dass die anderen sich nur mit ihm abgaben, weil sie es mussten. Zumindest in Gegenwart von Pete und Myka fühlte er sich so. Artie war ohnehin ein Einzelgänger. Claudia war die einzige Freundin, die er im Team hatte, aber sie war eben auch befreundet mit Pete und Myka, und die beiden verhielten sich etwas merkwürdig seit dem Tag, an dem sie ihn in Bronze gegossen hatten. Natürlich hatten sie wie Betrunkene unter dem Einfluss eines Artefakts gestanden, aber er konnte nicht anders, als zu denken, dass ihnen das nur die Gelegenheit gegeben hatte, ihre wahren Gefühle auszuleben.

Er schüttelte den Kopf und stieg aus dem Auto. Es hatte keinen Sinn, darüber nachzudenken. Er würde einfach damit leben und warten müssen, bis sie sich an ihn gewöhnt hatten. Es war ihm beim ATF genauso gegangen und er war klargekommen. Er hatte keine Freunde dort gehabt ... aber er war klargekommen. Alles würde besser werden.

Er schloss die Haustür auf und trat leise ein. Es war fast zwei Uhr morgens und alle würden längst in ihren Zimmern schlafen. Durch Univille zu fahren war seltsam gewesen. Es war eine winzige Stadt im Nirgendwo, mit nur einer Straße, und um diese Uhrzeit waren alle Häuser und Geschäfte dunkel gewesen und nicht mal die Straßenlaternen hatten gebrannt. Steve hatte das Gefühl gehabt, durch eine Geisterstadt zu fahren.

Das B&B war still und dunkel. Steve ließ sich von seiner Erinnerung lenken, während er auf die breite Treppe zuging, die zu den Zimmern im Obergeschoss führte.

Plötzlich wurde eine Lampe eingeschaltet und er blinzelte, einen Moment geblendet, bevor er Claudia in einem der gemütlichen Sessel sitzen sah, die im Empfangsbereich standen. Sie trug einen der flauschigen, weißen Bademäntel, die das B&B zur Verfügung stellte. Eine ihrer Augenbrauen war gehoben. "Und wo kommst du her, junger Mann?"

"Junger Mann?" Steve schnaubte. Er war älter als Claudia, nicht viel, aber immerhin.

Sie hob nur die zweite Augenbraue. "Du solltest längst im Bett sein."

"Du auch."

Sie stand auf und schob ihre Hände in die Taschen des Bademantels. Als sie näher trat, konnte Steve sehen, dass sich unter dem neckenden Ton ihrer Stimme echte Sorge verbarg – sie spiegelte sich in ihren grünen Augen. "Wo bist du gewesen?"

"Weg."

"Hast du die Stadt unsicher gemacht?"

"Könnte man sagen."

"Reden wir über Univille?"

Steve schnaubte wieder und schob die Hände in seine Jeanstaschen. "Univille hat nur eine Straße, Claudia. Es gibt eine Bar und die schließt um zehn und sie ist nicht gerade die Art von Bar, in der ich mich aufhalte, wenn ich ausgehe."

Claudias Augen weiteten sich. "Warst du in einer Schwulen-Bar? Warum konnte ich nicht mitkommen?" Sie sah aus, als würde sie jeden Moment zu schmollen beginnen.

Steve verdrehte die Augen. "Ich musste alleine gehen."

"Wo bist du gewesen? Wir sind in der Mitte von Nirgendwo."

"Rapid City."

"Das ist über eine Stunde entfernt."

"Glaub mir, es war es nicht wert."

"Weil du mich nicht mitgenommen hast."

"Hör auf."

Nun schmollte sie wirklich. "In Ordnung. Nun, da ich mich nicht mehr zu Tode sorgen muss, kann ich endlich schlafen gehen."

"Tu das."

Sie begann, die Treppe hinaufzugehen, drehte sich aber noch einmal um. "Das nächste Mal hinterlässt du eine Nachricht."

"Ja, Mutter."

Sie grinste ihn an und er erwischte sich dabei, zurück zu lächeln. Dann ging er selbst nach oben.



Kapitel 1
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