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Numb3rs: Verbindungen 3/13 (Fanfiction)

VERBINDUNGEN 3/13

Worte: 28.456
Inhalt: Während er Don bei den Ermittlungen gegen den Drogenboss JM hilft, wird Charlie von einem Auto angefahren. Als klar wird, dass der Unfall in Wahrheit ein Attentat war, beginnt Don sich Sorgen um Charlies Leben zu machen. Ein Wettrennen gegen die Zeit beginnt, Loyalitäten werden in Frage gestellt und Charlie muss gegen seine ganz eigenen Dämonen kämpfen.
Pairing: Charlie/Amita (angedeutet)
Rating: PG
Spoiler: Hinterhalt, Spiel des Lebens
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Numb3rs und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Verbindungen Masterlist
Kapitel 2


3.



Amita rieb sich die Augen. “Das ist wie ein Alptraum“, sagte sie und Larry legte ihr mitfühlend eine Hand auf die Schulter.

“Ich bin sicher, er wird wieder vollkommen gesund.“ Aber auch ihm war die tiefe Sorge für seinen ehemaligen Studenten anzusehen.

Amita schüttelte den Kopf. “Ich weiß. Es ist nur …“ Sie wollte es nicht aussprechen. Die letzten Worte, die sie und Charlie gewechselt hatten – die letzten richtigen, privaten Worte – waren verletzend gewesen, für sie beide. Die Feststellung, dass sie sich beide nicht sicher waren, was ihre Gefühle anging, hatte wehgetan.

Auf der einen Seite kam es Amita albern vor, so viel Gewicht auf ein Date zu legen. Auf der anderen Seite hatten sie einfach nicht miteinander reden können und das war nicht richtig … und nun lag Charlie auf der Intensivstation und nichts stimmte mehr.

Larry legte fragend den Kopf schief, als Amita ihn zögerlich anblickte und sie seufzte. “Was, wenn es Hirnschäden gibt, Larry? Ich will nicht davon ausgehen, aber …“ Sie zögerte.

Larry nickte verstehend. “Den Gedanken sollte man zulassen“, meinte er traurig.

“Charlie ist brillant. Was, wenn er … sich am Ende nicht mal selbst die Schuhe zubinden kann? Das wäre …“ Sie stand auf und verschränkte die Arme, ging ein paar Schritte auf das Fenster zu und blickte auf den Verkehr hinunter. Regen schlug gegen die Scheibe.

“Charles ist stur“, sagte Larry hinter ihr, “Er wird wieder der Alte.“

Amita seufzte. “Hoffentlich“, sagte sie.

***

Als Don am Abend die neurologische Station betrat, kamen ihm Amita und Larry entgegen.

“Hey!“, grüßte er. Erleichtert nahm er zur Kenntnis, dass die beiden ruhig wirkten. Es konnte Charlie also nicht schlechter gehen. Die Verlegung auf die neurologische Station sprach natürlich auch dafür, dass die Ärzte zuversichtlich waren.

Amita wirkte müde, aber sie lächelte. “Hey!“ Sie warf einen Blick zurück den Korridor hinunter, ehe sie die Arme verschränkte. “Er schläft noch immer. Dein Vater ist bei ihm. Larry und ich fahren zur CalSci – ich übernehme fürs erste Charlies Kurse. Larry will mit dem Dekan sprechen. Charlie sollte eigentlich die CalSci bei einer Tagung nächste Woche vertreten und Larry hatte ihn dafür vorgeschlagen. Larry weiß, wen wir stattdessen schicken könnten.“

Don nickte. “Okay, gut.“

Amita zögerte einen Moment, dann meinte sie: “Sie wissen noch nicht, ob er …“ Sie brach ab und legte eine zitternde Hand auf ihre Lippen. Don schloss sie in die Arme. Er wusste, dass die Dinge zwischen Charlie und ihr im Moment etwas merkwürdig liefen – obwohl er nicht nachvollziehen konnte, wieso, da er bereits viele katastrophale Dates hatte, aus denen sehr gute Beziehungen entstanden waren.

Aber er wusste auch, dass Amita Charlie viel bedeutete und es war nicht zu übersehen, dass die Gefühle auf Gegenseitigkeit beruhten. Sobald es Charlie besser ging, würde er dafür sorgen, dass er und Amita es ein zweites Mal versuchten. Sie drückte ihr Gesicht an seine Schulter und er spürte, dass sie zitterte.

“Alles kommt in Ordnung. Du wirst sehen.“ Er lächelte Larry über ihren Kopf hinweg versichernd an. Der ältere Mann hatte einen Arm um den Oberkörper geschlungen und eine Hand an seine Wange gelegt – eine typische Geste, die Besorgnis ausdrückte.

“Larry, die Polizei hat heute Charlies persönliche Sachen freigegeben. Ich habe seinen Rucksack durchgesehen, aber seine Aufzeichnungen machen für mich keinen Sinn. Ich möchte sicher gehen, dass ich nichts übersehe, das mit dem Fall zu tun hat. Könntest du morgen beim FBI vorbeikommen?“

“Sicher, Don. Ich habe um zehn einen Kurs zu geben, aber ich könnte anschließend kommen“, antwortete Larry.

Amita wischte sich über die Augen und löste sich von Don. “Ich könnte mitkommen. Ich muss Charlie noch in seiner Sprechstunde vertreten. Ich könnte anschließend vorbei kommen.“

Sie lächelten sich an und dann gingen Larry und Amita nach einem kurzen Abschied Richtung Fahrstuhl. Don suchte die richtige Zimmernummer und trat ein.

“Donnie“, sagte Alan mit einem warmen Lächeln.

Don war unendlich erleichtert, als Charlie leicht den Kopf drehte und ihn anblickte. Ein schwaches Lächeln stahl sich auf seine Lippen. “Don“, sagte er leise.

Seine Stimme klang rau und schwach, aber er redete und mehr verlangte Don für den Moment nicht. “Hey, Kleiner!“, lächelte der Agent und setzte sich vorsichtig auf die Bettkante, “Du bist wach.“

“Seit ein paar Minuten“, antwortete Alan.

Charlie nickte schwach. Dann runzelte er die Stirn. “Was machst du hier?“

Don lächelte. “Freust du dich über meinen Besuch nicht?“

Charlie deutete ein Nicken an und verzog das Gesicht, als scheinbar allein diese leichte Bewegung Schmerzen verursachte. “Du warst nur so schnell hier. Deine Arbeit …“

“Du hast den ganzen Tag geschlafen, Charlie“, antwortete Don ernst, “Und der Fall kann etwas warten. Ich arbeite nicht allein daran. Wie fühlst du dich?“

“Als hätte mich ein Auto angefahren“, antwortete Charlie. Don versuchte sich an einem Lächeln, aber es wirkte wohl eher gequält als amüsiert, denn Charlie schloss die Augen. “Entschuldige.“

“Ist okay“, antwortete Don.

“Ich kann mich nicht an den Unfall erinnern. Ich …“ Charlie brach ab. Don lächelte. Charlie wirkte schwach, aber recht zusammenhängend.

Es gab nur eine Frage, die er noch beantwortet haben wollte. “Charlie, was ist die Wurzel von 3209?“

Charlie runzelte die Stirn. “Was?“

Don versuchte, sich von der Frage nicht in Panik versetzen zu lassen und meinte: “Sag’s mir einfach.“ Er zückte sein Handy und rief den Taschenrechner auf.

Charlie seufzte. “56,64-“

“Schon gut“, unterbrach Don lächelnd und nickte Alan zu.

“Glücklich?“, fragte Charlie.

“Unendlich“, antwortete Don.

Charlie lächelte und schloss die Augen. Er wirkte plötzlich müde. “Donnie“, murmelte er.

“Hm?“ Don fuhr mit dem Zeigefinger über Charlies Handrücken.

“Ich bin froh, dass es dir gut geht.“

Alan runzelte verwirrt die Stirn und blickte zu Don, aber der winkte ab. Er konnte sehen, dass Charlie eingeschlafen war und antwortete leise: “Gestern hatten wir eine Razzia. Danach haben wir uns nicht mehr gesprochen und … er war besorgt um mich.“

Alan nickte verstehend.

“Also … kein Hirnschaden?“, fragte Don.

Alan schüttelte den Kopf. “Morgen werden die Ärzte noch ein paar Tests machen, aber … es sieht gut aus.“

Don lächelte. “Zum Glück.“

***

Er lehnte sich in seinem Sessel zurück und starrte auf den blinden Fernsehbildschirm. Vor ihm auf dem Kaffeetisch lag eine Akte des LAPD. Das Telefon in seiner Hand schien schwerer zu sein, als es tatsächlich war. Wie immer, wenn er schlechte Nachrichten zu überbringen hatte. “Er hat’s überlebt“, sagte er.

JM stieß ein verärgertes Geräusch aus. “Was ist so schwer daran, jemanden zu überfahren?“

Er schluckte schwer und nickte. “Es tut mir leid.“

“Das will ich hoffen“, antwortete JM.

“Ich kann es gleich heute Abend noch mal versuchen“, sagte er.

“Nein“, antwortete JM, “Lass Gras über die Sache wachsen. Es muss wie ein Unfall aussehen. Er ist doch sicher verletzt.“

“Ziemlich schwer.“

“Wird er arbeiten können?“

“In nächster Zeit wohl nicht.“

“Und du bist in Eppes’ Team sicher?“

Er zögerte.

“Antworte gefälligst“, zischte JM und er zuckte zusammen.

“Sicher. Keiner vermutet was. Die suchen die dreckigen Cops noch immer ausschließlich beim LAPD.“

“Gut“, antwortete JM, “behalt den Professor im Auge. Sobald er wieder in der Lage ist, zu rechnen, will ich es wissen. Bis dahin unternimmst du nichts. Wir kriegen ihn leichter, wenn niemand daran zweifelt, dass es ein Unfall war.“

“Hast du die Berechnungen bekommen, die der Professor gemacht hat?“

“Ja. Wir konzentrieren uns auf andere Raststätten.“

“Also lag er richtig?“ Das überraschte ihn. Er hatte nicht an die Herangehensweise von Eppes’ kleinem Bruder geglaubt. Dass er mit den Raststätten, die JM als Marktplätze verwendete, richtig lag, zeigte ihm, dass etwas an dem Glauben von Eppes’ Team in Charlie dran war.

JM war einen Moment ruhig, dann sagte er: “Konzentrier dich auf deine Aufgabe.“ Er legte auf.

Kapitel 4
Verbindungen Masterlist