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Der Faden der Ariadne – 2/15

Worte: ~ 30.000
Inhalt: Nach einem Unfall im Archiv landen die Torchwood-Agenten Jack und Gwen in einer alternativen Dimension, wo sie unerwartet auf die Warehouse 13-Agenten Artie und Claudia treffen, die ebenfalls dort gestrandet sind. Um sie zu retten, müssen die Organisationen zusammenarbeiten: Ianto und Rhys fliegen nach South Dakota, während die Gestrandeten sich einem tödlichen Feind gegenüber sehen.
Charaktere: Jack Harkness, Gwen Cooper, Claudia Donovan, Arthur Nielsen, Ianto Jones, Steve Jinks, Rhys Williams, Myka Bering, Pete Lattimer, Leena, Mrs. Frederick, Trailer, OCs
Pairing: Jack/Ianto, Gwen/Rhys, Pete/Kelly Hernandez (angedeutet), Artie/Vanessa Calder (angedeutet)
Rating: PG-13
Spoiler: Die Braut, die vor nichts graut, Wundmale / Doctor Who: The Sound Of Drums
Setting: nach Wundmale
Crossover: Warehouse 13
Crossover-Setting: nach Lovesick
Crossover-Spoilers: Spielt in der dritten Staffel von Warehouse 13, also sind Charakter-Spoiler selbstverständlich! Aber ich verrate nichts über den wirklich spannenden Handlungsbogen. :)
Warnungen: Erwähnung von Canon Character Death
Beinhaltet: Canon Slash
Anmerkungen: Das hier ist das Produkt eines Traumes. Und dann dachte ich, dass die beiden Serien gut zusammenpassen würden. Also passierte das hier.
Beta: larsinger29 und EmrysofWriting, danke. :)
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und Warehouse 13 und die in ihnen vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.


Kapitel 1
Der Faden der Ariadne Masterlist

***
***


2.



Claudia seufzte tief und schob die Schutzbrille für einen Moment hoch, um ihre müden Augen zu reiben. "Wer hätte gedacht, dass in Warehouse 2 so viele Artefakte reinpassen?" Sie sah sich um, nahm die Türme aus Kisten in sich auf, von denen sie und Artie umringt waren. Das Dekontaminierungszelt, das sie in Warehouse 13 aufgebaut hatten, um die Artefakte aus dem kürzlich wieder entdeckten und erneut verlorenen Warehouse 2 zwischenzulagern, war in ein lila Licht getaucht. Es diente dazu, die Artefakte unter Kontrolle zu halten. Allerdings tat es auch Claudias Augen weh, obwohl sie eine Schutzbrille trug. Vielleicht hatte sie zu viel Zeit hier drin verbracht, aber es gab einfach so viele Dinge zu katalogisieren und einzulagern.

Artie schien das Licht nichts auszumachen, aber er arbeitete schon sehr lange für das Warehouse. Und verbrachte zu viel Zeit hinter einem Schreibtisch, wie Claudia fand. Sie hatte versucht, ihn ein Mal die Woche in ein Fitnesscenter zu bekommen, um ein bisschen Gewicht zu verlieren. Sie war sich sicher, dass es Vanessa gefallen würde. Die beiden hatte gerade zaghaft begonnen, miteinander auszugehen – im Schneckentempo. Claudia wollte die Dinge ein wenig beschleunigen. Vielleicht würde eine Beziehung – auch über große Entfernung hinweg – etwas gegen die ständige schlechte Laune tun, in der Artie sich suhlte.

Artie blickte von dem kleinen Kästchen in seiner Hand auf und schenkte ihr ein seltenes Lächeln. Eines, das ihr sagte, dass er von einem Artefakt fasziniert war.

Er hielt das Kästchen so, dass Claudia zwei schöne goldene Ohrringe darin sehen konnte, die mit Jade verziert waren. Fragend blickte Claudia wieder zu Artie auf.

"Kleopatras Ohrringe", sagte er.

Claudias Augen weiteten sich. "Wahnsinn! Was können die?" Sie streckte eine Hand aus und berührte vorsichtig die Ohrringe, in dem sicheren Wissen, dass die lila Latex-Handschuhe sie vor negativen Auswirkungen schützen würden.

Artie kratzte sich mit einer Hand am Bart, eine nachdenkliche Geste. "Wenn du sie trägst, wird dich jeder als die schönste Frau der Welt wahrnehmen ..."

"Cool!"

"... außer dir selbst. Am Ende wirst du dich vor Selbsthass umbringen." Er schloss das Kästchen so abrupt, dass Claudia sich beinahe die Finger klemmte.

Sie nickte hastig. "Richtig. Ich halte mich fern von denen."

Artie schüttelte den Kopf und stellte das Kästchen auf einen Stapel Bücher. "Die brauchst du doch gar nicht." Er zog einen Stift aus der Tasche seiner Weste und nahm sein Klemmbrett auf, um ein Formular für die Ohrringe auszufüllen.

"Oh, danke", sagte Claudia, "obwohl das ein etwas unheimliches Kompliment von dir ist, alter Mann." Artie verdrehte die Augen und wandte sich ab. Claudia griff sich die Brechstange und ging zu einer Kiste. Vorsichtig öffnete sie sie. "Das ist die letzte vor der Mittagspause", sagte sie und spähte hinein. Während sie durch die Füllung grub, um das versteckte Artefakt zu finden, sagte sie: "Also, ich dachte mir, dass ich Steve mit einem Mann verkuppeln könnte."

Sie hörte ein tiefes Seufzen von Artie. "Wieso musst du dich immer in das Leben anderer einmischen?"

Sie drehte sich zu ihm um. "Hallo? Weil normale Menschen das nun mal tun? Du kannst das natürlich nicht wissen. Als du aufgewachsen bist, haben sie noch Ziegen gegen Frauen eingetauscht und das als romantisch angesehen."

Artie starrte sie missbilligend an. "Satansbraten."

Der Spitzname klang liebevoll und Claudia lächelte. Ihre Hand berührte etwas und sie zog es heraus. Es war eine hölzerne Schatulle von der Größe eines Schuhkartons. Sie öffnete sie neugierig. "Nun, das ist irgendwie enttäuschend."

"Was hast du da?", fragte Artie.

Claudia nahm ein rotes Wollknäuel aus der Schatulle. "Jetzt kann ich dir einen Schal zu Weihnachten stricken."

Arties Augen weiteten sich. "Oh mein Gott! Sie hatten es also wirklich!" Er nahm Claudia das Wollknäuel weg und starrte es ehrfürchtig an.

Seine Reaktion machte sie neugierig. "Was ist das?"

"Das", Artie hielt das Wollknäuel hoch, "ist der Faden der Ariadne."

Claudia sah es an und dann zu Artie auf, verwirrt. "Und was ist das?"

Artie seufzte und rieb sich die Stirn. "Ihr Kinder habt keine Bildung mehr."

"Tut mir leid, habe meine Jugend in einer Psychiatrie und bei Pflegefamilien verbracht. Geschichte war nicht wirklich meine Priorität."

"Mythologie", korrigierte Artie sie.

"Ist doch egal."

"Das ist das Wollknäuel, das Ariadne Theseus gab, damit er seinen Weg aus dem Labyrinth finden konnte, nachdem er den Minotaurus getötet hatte."

Das klang irgendwie vertraut. "Was kann es?"

Artie schüttelte den Kopf. "Ich weiß es nicht."

Claudia überprüfte die Schatulle und fand einige Blätter aus Papyrus am Boden. Vorsichtig nahm sie sie heraus und starrte verwirrt auf die Hieroglyphen, bevor sie die Blätter an Artie weiter reichte. "Papiere."

Er starrte auf die Hieroglyphen. "Öffnet Türen." Er verstummte.

"Das ist alles?"

"Offensichtlich."

"Hm."

Artie sah sich die Schriftzeichen noch ein paar Momente an, dann sagte er "Ich kenne den perfekten Platz" und eilte aus dem Zelt. Claudia folgte ihm.

Manchmal fragte sie sich, wie viel Zeit Artie im Warehouse verbracht hatte. Er kannte das riesige Lagerhaus und seinen Inhalt in- und auswendig, obwohl es Tausende von Objekten beherbergte und Hunderte von Regalen sich aneinander drängten.

Er blieb in einem Gang nicht weit vom Zelt entfernt stehen und aktivierte den Bildschirm an einem leeren Platz im Regal. Er tippte Faden der Ariadne ein und füllte einen kurzen Fragebogen aus, den er später wahrscheinlich vervollständigen würde. Dann platzierte er das Knäuel sorgfältig im Regal und lächelte zufrieden.

Eine Stimme hallte durch den riesigen Raum. "Claudia? Artie?" Steve. Seine Stimme kam vom Zelt.

Claudia lächelte und antwortete laut: "Wir sind hier!" Artie verzog das Gesicht, als sie hinzufügte: “Wir haben etwas ziemlich langweiliges gefunden!"

Artie hob eine Hand. "Hör mit dem Gekreische auf."

"Gekreische?", fragte Claudia mit gespieltem Schock. "Vor fünf Minuten war ich noch hübsch."

"Und Schönheit kommt am besten zur Geltung, wenn sie still ist."

Claudia verdrehte die Augen und wandte sich ab, um nach Steve Ausschau zu halten.

"Oh", sagte Artie hinter ihr.

Genervt fragte Claudia: "Was jetzt?"

"Oh oh."

Claudia fuhr herum, ihre Augen geweitet. "Du sagst das nur, wenn etwas schlimmes passieren wird." Sie folgte seinem Blick zu dem Wollknäuel. Es sah aus, als ... würde es pulsieren. Ein schwaches Licht umgab die Wolle. "Sollte ich das cool oder besorgniserregend finden?"

Artie nahm einen tiefen Atemzug. "Da ist eine Neutralisierungsstation ..."

Dann wurde alles dunkel.

***

Als die Welt wieder heller wurde, atmete Claudia erleichtert aus. Sie erwartete beinahe, fehlende Körperteile oder etwas ähnlich unangenehmes vorzufinden, aber sie schien in Ordnung zu sein. Sie sah sich um. Sie stand noch immer im Gang zwischen zwei Regalen und der Faden der Ariadne lag vor ihr, nun still und unschuldig. Artie stand noch immer neben ihr und sah sich neugierig um. Claudia nahm die Regale und langen Gänge in sich auf und nickte. "Es ist das Warehouse."

"Und doch ist es das nicht", antwortete Artie.

Claudia musste zustimmen. Die Lichter waren nicht so hell wie üblich und der einzige Bildschirm, der zu funktionieren schien, war der für das Wollknäuel. Die anderen waren dunkel und die Regale mit Kisten zugestapelt, die alle gleich aussahen. Obwohl Kisten zur Lagerung durchaus üblich waren, so hatten sie normalerweise doch verschiedene Größen und viele Artefakte wurden sogar ganz ohne Verpackung ausgestellt. Wie sie jetzt waren, bildeten die Regale massive Wände. Für einen bizarren Moment fühlte Claudia sich wie in einer Computerspielversion des Warehouse, die alles extrem vereinfacht und langweilig darstellte, aber sie schüttelte diesen Gedanken ab. Sie blickte zum Knäuel. "Es hat sich aktiviert, aber du hattest doch Handschuhe an."

Artie hob die Hände. Die lila Handschuhe erschienen wie ein Farbklecks im dämmrigen Licht und gegen seine dunkle Kleidung. "Ich habe keine Ahnung, wie das passiert ist. Glaub mir, ich bin ebenso verwirrt wie du."

"Das ist ein schlechtes Zeichen. Sehen wir uns das Büro an. Vielleicht sind die anderen dort ", schlug Claudia vor.

"Steve!", sagte Artie plötzlich.

Claudias Augen weiteten sich. "Steve!", rief sie und rannte zurück zum Zelt. Sie traf ihn nicht auf dem Weg dorthin, stellte aber fest, dass alle Gänge und Regale genau gleich aussahen. Schlimmer noch: Als sie an der Stelle ankam, an der das Zelt gestanden hatte, erstarrte sie. "Artie", rief sie und starrte auf den leeren Raum. "Es ist weg!"

Er kam gerade um die letzte Ecke, ein wenig außer Atem, und erstarrte, als er das Fehlen des Zeltes bemerkte. Claudia sah ihn fragend an, aber er zuckte nur mit den Schultern und wirkte fast etwas hilflos.

"Steve!", rief Claudia wieder, nun zutiefst beunruhigt, aber es kam keine Antwort.

Artie blieb neben ihr stehen. "Das Büro."

Claudia nickte. Auf dem Weg sah sie sich um. Es war unheimlich, wie identisch alles aussah und doch so anders war. Fast seelenlos. Normalerweise gaben die Artefakte im Warehouse Energie ab, als hätten sie ein Eigenleben. Nun war davon nichts zu spüren und das Warehouse wirkte düster und leer. Unbewusst ging Claudia näher neben Artie, der das einzige andere lebende Wesen hier zu sein schien.

Als sie das Büro erreichten, stoppten sie abrupt. Die Treppen, die normalerweise hinauf zum Balkon führten, der das Büro vom Warehouse trennte, waren verschwunden. Claudia sah zu Artie. "Gibt es einen anderen Weg nach oben?"

"Nein."

"Wir sitzen also hier unten fest?", fragte Claudia und seufzte. "Na toll."

***

Durch das Warehouse zu wandern war ziemlich ermüdend. Artie gab nicht auf und scheuchte Claudia von einem Notausgang zum nächsten, nur um festzustellen, dass alle verschwunden waren. Die Computer waren weg und es gab keine Hinweise darauf, was genau mit ihnen geschehen sein könnte. Claudia fragte sich langsam, ob sie jemals nach Hause zurückkehren könnten.

Sie streckte sich und verdrehte die Augen, während Artie seine Hände gegen die Wand des Warehouse presste, leise über einen weiteren verschwundenen Notausgang vor sich hin murmelnd. Sie verschränkte die Arme und lehnte sich gegen das Regal hinter ihr. "Bist du sicher, dass es hier ist?"

"Natürlich bin ich mir sicher", antwortete Artie barsch.

"Aber er ist nicht da und alle anderen Notausgänge scheinen auch verschwunden zu sein. Das ist schon unser fünfter Versuch. Vielleicht sollten wir nach einem anderen Weg suchen."

"Das machen wir doch", erinnerte Artie sie.

"Ja, auf deine Art. Und deine Art ist nutzlos, also machen wir es auf meine Weise."

Artie wandte sich wieder der Wand zu und suchte weiter. Claudia schmollte und drehte sich zum Regal. Es gab eine Sache, die sie sich schon fragte, seit sie hier gelandet waren ... sie zog eine der Kisten aus dem Regal. Dann grub sie ein Paar lila Handschuhe aus ihrer Jeans und zog sie an. Sie summte leise vor sich hin, während sie den Deckel öffnete, um an die gedruckte Karteikarte zu kommen, die sie mit jedem Artefakt aufbewahrten. Sie erstarrte. Dann zog sie eilig die nächste Kiste heraus und öffnete sie, dann die nächste und die nächste ...

"Was machst du da?", fragte Artie, eindeutig verärgert durch den Lärm, den ihre verzweifelte Suche verursachte.

"Sie sind leer."

Artie starrte ungläubig in die Kisten. "Sie sollten nicht leer sein. Dieser Gang ist ... sie sollten nicht leer sein."

"Damit habe ich fast gerechnet", murmelte Claudia und fuhr sich mit der Hand durch die kurzen Haare. "Okay. Ich glaube, wir sind nicht mehr in Kansas. Das erklärt, warum die Notausgänge verschwunden sind." Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, fluchte leise, und begann dann, auf das Regal zu klettern.

"Claudia", sagte Artie besorgt.

"Immer locker, Toto. Ich bin oft genug aus und in Fenster geklettert, um zu wissen, was ich tue." Sie erreichte das obere Ende und verzog das Gesicht. "Weißt du, du könntest hier ruhig mal Staub wischen." Sie stand auf und blickte über den Regal-Wald dorthin, wo normalerweise eine riesige Pyramide in der Mitte des Raumes stand. Sie war weg. Wie auch die Windmühle und der Zeppelin. Claudia schluckte und kletterte wieder hinunter. "Artie", fragte sie, "was ist hier los?"

In diesem Moment hallte ein tiefes Geräusch durch das Warehouse. Ein Geräusch, das Claudia noch nie gehört hatte. Instinktiv drängte sie sich näher an Artie und er legte einen Arm um ihre Schultern.

"Klang wie ein Knurren", flüsterte sie.

Er nickte. "Wir sind definitiv nicht mehr in Kansas."



Kapitel 3
Der Faden der Ariadne Masterlist