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Der Faden der Ariadne – 4/15

Worte: ~ 30.000
Inhalt: Nach einem Unfall im Archiv landen die Torchwood-Agenten Jack und Gwen in einer alternativen Dimension, wo sie unerwartet auf die Warehouse 13-Agenten Artie und Claudia treffen, die ebenfalls dort gestrandet sind. Um sie zu retten, müssen die Organisationen zusammenarbeiten: Ianto und Rhys fliegen nach South Dakota, während die Gestrandeten sich einem tödlichen Feind gegenüber sehen.
Charaktere: Jack Harkness, Gwen Cooper, Claudia Donovan, Arthur Nielsen, Ianto Jones, Steve Jinks, Rhys Williams, Myka Bering, Pete Lattimer, Leena, Mrs. Frederick, Trailer, OCs
Pairing: Jack/Ianto, Gwen/Rhys, Pete/Kelly Hernandez (angedeutet), Artie/Vanessa Calder (angedeutet)
Rating: PG-13
Spoiler: Die Braut, die vor nichts graut, Wundmale / Doctor Who: The Sound Of Drums
Setting: nach Wundmale
Crossover: Warehouse 13
Crossover-Setting: nach Lovesick
Crossover-Spoilers: Spielt in der dritten Staffel von Warehouse 13, also sind Charakter-Spoiler selbstverständlich! Aber ich verrate nichts über den wirklich spannenden Handlungsbogen. :)
Warnungen: Erwähnung von Canon Character Death
Beinhaltet: Canon Slash
Anmerkungen: Das hier ist das Produkt eines Traumes. Und dann dachte ich, dass die beiden Serien gut zusammenpassen würden. Also passierte das hier.
Beta: larsinger29 und EmrysofWriting, danke. :)
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und Warehouse 13 und die in ihnen vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.


Kapitel 3
Der Faden der Ariadne Masterlist

***
***


4.



"Kekse!", rief Pete freudig und griff sich den Teller, der auf einer Kiste im Dekontaminationszelt stand. Obwohl sie alle eine Schutzbrille trugen, um sich vor dem violetten Licht hier zu schützen, konnte Pete praktisch sehen, wie Myka die Augen verdrehte. Steve, der das Spektrometer trug, blickte ihn verwirrt an. Nur Leena lächelte ein bisschen und Pete erwischte sich bei dem Gedanken, dass sie ihn vielleicht noch immer etwas mehr als freundschaftlich mochte und es wäre viel einfacher, als es mit Kelly gewesen war und ...

Was war das?

Er stellte den Teller weg und nahm das Stück Papier hoch, das darunter geklemmt hatte. "Ich habe etwas."

Die anderen wandten sich von ihrer jeweiligen Suche ab.

Myka sah das Stück Papier neugierig an. "Was ist das?"

"Eine Notiz." Pete blinzelte auf die unordentliche Handschrift hinunter. "Muss Arties sein. Keine Chance, dass ich das lesen kann."

Myka seufzte. "Gib es mir." Sie überflog den Zettel und dann sah sie Pete an, während sie die Worte auf der Notiz wiederholte: "Milch, Brot, Eier ..."

Leena sah Pete mit einem warmen Lächeln an. "Ich glaube, du hast den Fall gelöst, Pete."

"Was?", fragte er und nahm einen weiteren Keks. "Es hätte wichtig sein können."

"Also", sagte Steve und reichte Pete das Spektrometer. Er sah auf die Uhr. "Dieses Ding kann anzeigen, was in den letzten fünf Stunden hier passiert ist?"

Pete nickte und schaltete das Gerät ein, bevor er mit dem kleinen Rad an der Seite ein paar Einstellungen übernahm. Das Spektrometer sah aus wie eine Überwachungskamera, aus deren Linse rotes Licht strömte. "Genau."

Steve stemmte die Hände in die Hüften. "Ich will nicht derjenige sein, der euch darauf hinweist, aber es ist schon mindestens sechs Stunden her, dass sie verschwunden sind."

Myka sah Pete über die Schulter. Er wandte sich ab und versuchte, damit anzudeuten, dass er das Gerät alleine bedienen wollte, aber sie folgte ihm stur. "Wir hoffen, dass es trotzdem funktioniert. Das Rad kann man um bis zu zehn Stunden zurückdrehen, also ..."

Pete hatte das Rad um sechs Stunden zurückgedreht und schwenkte das Spektrometer durch den Raum. Myka schüttelte den Kopf und bestätigte das, was er sah. "Nichts. Wir sind zu spät."

Er wollte es gerade ausschalten, da sagte Leena: "Warte!" Sie zeigte auf etwas und als Pete die Augen zusammenkniff, konnte er leichte Unterschiede in der Luft sehen, als ob ...

"Umrisse", sagte Steve.

Myka trat näher an die Umrisse von Artie und Claudia, die miteinander redeten. "Sie verblassen."

Sie sahen Claudia eine der Kisten öffnen und Artie etwas geben. Dann gingen sie.

"Folgen wir ihnen", sagte Steve.

***

'Petes Höhle', wie Claudia es genannt hatte, entpuppte sich als ein mittelgroßer Raum, der hinter einer leicht rostigen Tür verborgen lag. Als Claudia eingetreten war, blickte sie sich um und ihr Gesicht verriet, dass sie enttäuscht war. “Es ist leer“, sagte sie.

Artie runzelte die Stirn. "Das sollte es auch sein."

Gwen sah Claudia das Gesicht verziehen. Sie wirkte etwas schuldbewusst. "Sicher."

"Kann ich davon ausgehen, dass ... Petes Höhle", sagte Artie langsam, "eigentlich Petes ..."

"… Spielzimmer ist", ergänzte Claudia. "Normalerweise, aber was uns hierher gebracht hat, hat nicht nur die Artefakte entfernt, sondern auch die Möbel hier." Sie rieb sich den Bauch. “Und den Snack-Automaten.“

Artie verdrehte die Augen. Gwen lächelte. Das Gespräch erinnerte sie daran, wie Owen und Ianto sich immer gegenseitig angestachelt hatten.

Die Tür glitt zu und sie fühlte sich zum ersten Mal sicher, seit sie hier angekommen waren. Auch Jack schien ein wenig entspannter. Gwen sah zu Claudia und Artie – zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch voneinander angezogen schienen. Oder zumindest schien Claudia von Artie angezogen. Sie stand dicht neben ihm, während sie versuchte, selbstbewusst zu wirken. Sie war Mitte 20 und die enge schwarze Jeans betonte schlanke Beine, während das lila Greenday T-Shirt in krassem Gegensatz zu ihren roten kurzen Haaren stand. Artie war viel älter, vielleicht in den frühen Fünfzigern, und gekleidet wie ein Bibliothekar. Er starrte Jack noch immer mit dunklen, leicht skeptischen Augen an und fragte: "Also, was genau ist Torchwood?"

"Torchwood wurde von Königin Victoria gegründet und unser Hauptziel ist es, die Erde vor außerirdischen Bedrohungen zu schützen." Jack schob die Hände in die Manteltaschen. "Wir sind in Cardiff stationiert und überwachen einen der größten Risse in Raum und Zeit, der jemals existiert hat. Durch diesen Riss fallen Aliens, Zeitreisende und Technologien ins 21. Jahrhundert und wir sorgen dafür, dass die Öffentlichkeit nichts davon mitbekommt."

Claudias hübsches Gesicht hellte sich vor Aufregung auf. "Klingt cool."

Gwen lächelte sie an. "Es ist meistens schmutzige Arbeit. Sehr gefährlich."

"Aber," fügte Jack hinzu, "ab und zu werden wir bei der Queen zum Tee eingeladen."

Einen Moment war es still, während sich Jacks herausfordernder Blick in Artie bohrte. Der seufzte widerwillig. "Warehouse 13 ist ein geheimes Team, das der größte Teil der Regierung nicht mal kennt. Wir finden Artefakte – Objekte, die den emotionalen Output von Personen oder Ereignissen aufgesogen haben – und bewahren sie hier auf, so dass niemand sie verwenden kann. Viele dieser Artefakte könnten, wenn sie in die falschen Hände geraten, Kriege auslösen, Attentate ermöglichen oder sogar schlimmeres."

Gwen runzelte die Stirn. "Ich verstehe nicht ganz. Wie funktioniert das?"

Claudia antwortete: "Mit Adolf Hitlers Mikrofon kann man andere dazu bringen, alles zu tun, was man will. Sylvia Plaths Schreibmaschine nimmt einem den Willen zu leben."

"Manche Artefakte sind zerstörerischer als andere", fuhr Artie fort.

"Ja, ich persönlich finde eine Schneekugel klasse. Sie kühlt Getränke innerhalb von Sekunden."

Artie starrte sie an. "Habe ich dir nicht gesagt, dass du sie nicht mehr benutzen sollst?"

"Ich benutze sie auch nicht mehr!"

Die Lüge war ziemlich offensichtlich, aber Artie schien sie nicht zu bemerken oder er tat zumindest so. "Ich hoffe es. Zu oft verwendet kann sie zu chronischer Erfrierung führen."

Claudia wirkte etwas besorgt darüber und Gwen vermutete, dass sie sie nun wirklich nicht mehr verwenden würde.

"Artefakte haben gewöhnlich immer schlechte Nebenwirkungen", erklärte Artie Jack und Gwen.

Gwen fragte: "Also seid ihr durch ein solches Artefakt hierher gekommen?"

"'Hier' ist eigentlich eine Kopie des Warehouse. Die Artefakte sind weg und die Notausgänge fehlen, aber die Regale, das Layout ... es ist das Warehouse."

Claudia erklärte: "Ariadnes Wollknäuel hat uns hierher gebracht. Keine Ahnung, wie das passiert ist. Wir haben uns richtig verhalten, es hätte sich nicht aktivieren dürfen."

"Nun", antwortete Artie, "ich könnte eine Antwort darauf haben. Wie seid ihr hierher gekommen?"

Jack zuckte mit den Schultern. "Ein Alien-Artefakt aus unseren Archiven. Ihr erkennt diesen Ort, also gehe ich davon aus, dass wir Großbritannien verlassen haben und uns jetzt in einer dimensionalen Verschiebung des Warehouse befinden."

Claudia fragte: "Und das bedeutet?"

"Realität, wie wir sie kennen, setzt sich aus unzähligen Schichten zusammen – Dimensionen. Die Menschen sind in der Regel vertraut mit sechs Schichten – drei Dimensionen des Sehens, eine Dimension des Geruchs, eine des Klangs und eine des Fühlens. Es gibt Aliens, die noch mehr Dimensionen sehen können, die für uns unsichtbar sind. Wir sind in einer davon."

Gwen fügte hinzu: "Es ist eine Falle. Diese Dimension wurde als eine Art Unterhaltung für eine außerirdische Rasse geschaffen. Teilnehmer wurden hierher transportiert und andere beobachteten sie dann."

Claudias Augen weiteten sich. "Wir sind einer Gameshow gefangen? Jemand beobachtet uns?"

Jack schüttelte den Kopf. "Ich glaube nicht, dass man uns gerade beobachtet. Wir haben unser Artefakt schon vor Ewigkeiten gefunden. Es funktioniert rein automatisiert." Er sah Artie an. "Als wir es aktiviert haben und hierher transportiert wurden, muss euer ... Wollfaden sich ebenfalls aktiviert haben."

"Ein gespaltenes Objekt", sagte Artie mit einem Nicken. "Zwei Artefakte, die zusammen gehören."

"Entschuldigung", antwortete Jack, "aber ich denke, dass es sich da nicht um ein Artefakt handelt ... es ist außerirdische Technologie, die versehentlich für eines gehalten wurde."

Schweigen umhüllte sie.

Claudia sah zu Artie. "Was machen wir jetzt?"

Jack antwortete: "Es ist ein Spiel. Wir werden es spielen müssen, um hier herauszukommen. Glaubt mir, ich habe diese ganze 'böse Gameshow'-Sache schon mal durchgemacht."

"Die Beschreibung für den Wollfaden besagt, dass es ein Schlüssel ist", meinte Artie.

"Dann brauchen wir diesen Wollfaden."

"Es ist das einzige Artefakt, das hierher transportiert wurde. Wir haben es auf einem Regal gelassen. Gehen wir."

***

Claudia wusste noch nicht recht, was sie von ihren Begleitern halten sollte. Gwen schien ganz nett zu sein. Jack vertraute ihnen offenbar nicht und auch Claudia war unsicher, ob sie ihn mochte. Im Moment schien er jedoch die Entscheidung getroffen zu haben, dass Artie und Claudia ungefährlich waren. Wie ein Profi sicherte er die Umgebung ab, auf der Hut vor demjenigen – oder dem Wesen –, der das Knurren von sich gegeben hatte. Gwen war ebenfalls aufmerksam und arbeitete unter Jacks Anleitung, indem sie Handgesten und Bewegungen seiner Augen folgte. Claudia fühlte sich daran erinnert, wie Myka und Pete auf Einsätzen miteinander kommunizierten.

Sie gingen zurück zu dem Regal, wo sie das Wollknäuel gelassen hatten. Nicht ein Mal hörte sie das Knurren. Claudia war erleichtert … bis sie die Stelle erreichten, an der das Wollknäuel sein sollte.

Es war weg.

”Oh, Mist”, sagte sie und sah zu Artie, der das Regal fassungslos anstarrte. ”Das ist nicht gut.”



Kapitel 5
Der Faden der Ariadne Masterlist