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Numb3rs: Verbindungen 6/13 (Fanfiction)

VERBINDUNGEN 6/13

Worte: 28.456
Inhalt: Während er Don bei den Ermittlungen gegen den Drogenboss JM hilft, wird Charlie von einem Auto angefahren. Als klar wird, dass der Unfall in Wahrheit ein Attentat war, beginnt Don sich Sorgen um Charlies Leben zu machen. Ein Wettrennen gegen die Zeit beginnt, Loyalitäten werden in Frage gestellt und Charlie muss gegen seine ganz eigenen Dämonen kämpfen.
Pairing: Charlie/Amita (angedeutet)
Rating: PG
Spoiler: Hinterhalt, Spiel des Lebens
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Numb3rs und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Verbindungen Masterlist
Kapitel 5


6.



“Hey, Amita!“, grüßte Don, als er den Konferenzraum mit einer Akte in der Hand betrat.

Sie drehte sich von dem Whiteboard zu ihm um. “Hey!“, lächelte sie.

“Tust du mir einen Gefallen?“

Sie nickte.

“Berechne doch die Raststätten noch mal ganz neu.“

Amita runzelte die Stirn. Don war ernster als noch am Vortag. Da es Charlie etwas besser ging – abgesehen von der Amnesie – konnte es nicht an ihm liegen. Amita bemerkte, wie angespannt der Agent zu sein schien.

“Was? Aber die Berechnungen stimmen.“

Don hob eine Hand und sie unterbrach sich.

“Berechne sie neu und füge eine Variable hinzu – sagen wir, jemand wusste, welche Raststätten wir überwachen würden.“

Amita drückte die Kappe auf den Filzstift und kam auf Don zu, der an den Konferenztisch gelehnt stand.

“Ihr sucht nach dreckigen Cops, aber keiner vom LAPD kann gewusst haben, dass ihr diese Raststätten überwachen würdet.“

“Ja, ich bin noch dabei, den Part zu klären“, antwortete Don.

“Du glaubst, jemand vom FBI könnte JM Bescheid gesagt haben.“

Don zuckte mit den Schultern. “Ich weiß es nicht.“

“Hast du eine Vermutung?“, wollte Amita wissen.

Don verzog das Gesicht. “Es ist wirklich zu früh, etwas dazu zu sagen“, meinte er.

“Du denkst, es war jemand aus dem Team“, folgerte Amita.

Don verschränkte die Arme. “Nicht aus meinem Team, so viel ist sicher.“ Er seufzte. “Berechne die Raststätten neu und geh davon aus, dass JM weiß, wo wir ihn suchen.“

Amita nickte und trat an das Whiteboard, um die Berechnungen wegzuwischen.

“Und tu mir noch einen Gefallen, sag niemandem was davon.“

“Sicher“, antwortete Amita, “Sollte ich vielleicht lieber woanders arbeiten?“

Don schüttelte lächelnd den Kopf. “Niemand versteht etwas von dem, was du da aufschreibst. Du kannst hier arbeiten.“ Er reichte ihr die Akte. “Der Unfallbericht, den ihr wolltet.“

Etwas zögerlich griff Amita nach dem Ordner und öffnete ihn. Ihr Blick fiel auf das Protokoll und sie blätterte durch Aufzeichnungen des LAPD, ehe sie zu den Fotos kam. Charlies Fahrrad war zerstört. Nur noch eine verbogene Masse Metall. Sie schluckte schwer und schloss die Akte.

“Ich weiß nicht, warum du und Larry euch das antut“, meinte Don.

Amita blickte zu ihm auf. “Wir wollen etwas überprüfen“, meinte sie.

“Und was?“, fragte Don.

Amita biss sich auf die Unterlippe und drückte die Akte an sich. Sie wollte ihm nichts von der Vermutung erzählen, die sie und Larry hatten – dass der Unfall keiner gewesen sein könnte. Don war immer etwas zu besorgt, wenn es um Charlie ging, und sie wollte ihn nicht grundlos aufregen. Nicht, solange sie keine Beweise hatte.

“Amita, Charlie ist mein Bruder. Sag es mir.“

Sie seufzte geschlagen. “Wir sind uns nicht sicher, ob es ein Unfall war.“

Dons Augen weiteten sich erschrocken. “Was?“

“Es könnte Absicht gewesen sein.“

“Absicht?“, fragte Don, “Jemand hat Charlie absichtlich angefahren?“

“Das wissen wir nicht. Wir wollen das überprüfen.“

“Okay“, sagte Don, “Mach das sofort.“

“Was ist mit den Raststätten?“

“Wenn jemand Charlie töten wollte, will ich eine Bestätigung dafür. So schnell wie möglich“, antwortete Don.

“Okay. Ich fahre sofort zur CalSci und Larry kann mit der Unfallanalyse anfangen. Ich mache in der Zeit die Raststätten fertig.“

“Wie auch immer“, antwortete Don und wandte sich zum Gehen, “solange ihr mir nur sagen könnt, ob er noch in Gefahr sein könnte. Ohne dringenden Verdacht kann ich ihm keinen Schutz zuweisen. Verschafft mir einen Beweis.“

***

Larry griff nach dem Telefon auf seinem Schreibtisch und zögerte. Dann schüttelte er den Kopf und suchte nach dem Notizblock, in dem er Telefonnummern aufbewahrte. Er legte das Telefon aus der Hand und wühlte mit beiden Händen auf seinem Schreibtisch, Unterlagen fielen zu Boden und Larrys Augen fielen auf etwas Rotes, bevor es von zwei großen Büchern begraben wurde. Er kniete sich hin und nahm den Block mit dem roten Umschlag hoch. Er fand die Liste und setzte sich wieder auf seinen Stuhl, ehe er wählte. Das Telefon klingelte nur zwei Mal, dann wurde abgehoben. “Sinclair?“

Larry hatte David immer gemocht. Er war so viel ruhiger als Colby. Megan wollte er nicht anrufen. Er befürchtete, keinen Ton herauszubekommen, wenn die hübsche Agentin abhob. Und Don konnte er nicht anrufen. Es hätte Charles Bruder nur nervös gemacht, seine Bitte zu hören.

“Agent Sinclair, hier ist Larry Fleinhardt … Charles Kollege.“

“Ich weiß. Hey, Doc, was gibt’s?“ David hatte eine Art, mit zivilen Beratern umzugehen, die Larry gefiel. Wenn er skeptisch war, zeigte er es kaum. Er fragte nach und versuchte, zu verstehen.

“Ich dachte mir, Sie könnten mir vielleicht einen Gefallen tun“, meinte Larry.

“Wenn ich es kann, sicher. Was brauchen Sie?“

“Aufnahmen einer Radar-Kontrolle.“

“Um den Unfall zu untersuchen?“, fragte David.

“Korrekt“, antwortete Larry, “ich brauche die Aufnahmen der Kamera, die in der Straße steht, in der der Unfall passiert ist.“

“Doc, die Kamera wurde untersucht. Der Wagen wurde nicht fotografiert.“

“Ach nein?“, fragte Larry und runzelte die Stirn. Er griff nach einem Bleistift und begann, Formeln auf das nächste beste Stück Papier zu kritzeln, das er finden konnte.

“Nein. Die Kameras werden aus Routine gecheckt, um das Nummernschild des Unfallwagens abzulesen. Aber es gab keine Geschwindigkeitsüberschreitungen. Nicht mal in der näheren Umgebung des Unfalls. Steht alles im Bericht. Don hat’s mir erzählt.“

“Hm“, machte Larry.

“Kann ich Ihnen sonst irgendwie helfen, Doc?“

“Nein“, antwortete Larry. Es klopfte an seine Tür und er blickte auf. Karen Walker, eine seiner Studentinnen, stand im Türrahmen. Er hob eine Hand und sie nickte.

“Nein, ich habe alles, was ich brauche.“ Er legte auf. “Miss Walker“, meinte Larry und stand auf, “haben Sie Lust, mir bei einem praktischen Experiment zu helfen?“

Sie wirkte irritiert. “Ich bin eigentlich wegen der Prüfung hier.“

“Das könnten wir auf dem Weg dorthin besprechen.“

Sie zuckte mit den Schultern. “Uh … okay.“

***

Dons Handy klingelte, als er aus seinem Wagen ausstieg. Er blieb neben dem Auto stehen, zog seine Sonnenbrille ab und beobachtete die Menschen, die das Krankenhaus betraten und verließen, während er abhob. “Eppes?“

“Hey, Don, hier ist Amita.“

“Hey!“, antwortete er, “Gibt’s was Neues wegen des Unfalls?“ Er blinzelte in die Sonne, genoss für einen Moment die Wärme, die nach dem Tage andauernden Regen wieder in LA Einzug gehalten hatte.

“Nein. Aber wir sind dran. Ich habe die Raststätten berechnet, die du wolltest. Ich war mir nicht sicher, ob ich im Büro anrufen sollte oder-“

“Ist schon gut“, antwortete Don.

“Also, wenn wir berücksichtigen, dass sie die Raststätten nicht mehr benutzen, die ihr schon überwacht, dann ist die wahrscheinlichste eine am Fairland Drive – die Nummer vier.“

“Fairland Drive“, wiederholte Don.

“Ich schicke dir den Rest per E-Mail, aber ich denke, die ist es.“

“Okay, danke“, antwortete Don, “Ich besuche gleich Charlie. Soll ich ihm was ausrichten?“

Amita schwieg einen Moment. “Ich weiß nicht“, sagte sie dann zögerlich.

“Ich könnte ihm sagen, wann du vorbei kommst.“

“Ich weiß nicht, ob ich ihn besuchen sollte“, meinte Amita.

Don runzelte verwirrt die Stirn. “Was? Wieso?“

“Er kennt mich doch nicht mal“, antwortete Amita. Don lehnte sich an sein Auto und rieb sich die Stirn. Er wusste nicht so recht, was er darauf erwidern sollte. Amita seufzte. “Hör zu, ich … ich werde ihn besuchen. Im Moment bin ich nur …“ Sie brach ab.

“Du solltest auf jeden Fall kommen. Amita, für mich ist die Sache auch nicht ideal. Das Letzte, was er von mir weiß, ist, dass ich es nicht länger als eine halbe Stunde in einem Raum mit ihm alleine ausgehalten habe. Er braucht Hilfe.“

“Ich weiß“, antwortete Amita, “Ich komme heute noch vorbei.“

“Okay“, antwortete Don.

“Okay.“ Sie legte auf. Don schüttelte den Kopf und wählte Davids Nummer, um ihn und Colby zum Fairland Drive zu schicken.

***

Als Charlie aufwachte, war sein Vater nicht mehr da und an seiner Stelle saß Don in dem Stuhl neben dem Bett und las in der Zeitung. Sein Bruder wirkte müde und angespannt. Charlie hatte diesen Gesichtsausdruck nie gemocht. Er wurde an seine Verletzungen erinnert, als er nach dem Becher mit Wasser auf dem Nachttisch griff und stöhnte leise. Don blickte von der Zeitung auf. “Hey, Kleiner!“, sagte er. Er legte die Zeitung weg und hielt ihm den Becher hin. “Wie fühlst du dich?“

Charlie nahm ein paar Schlucke Wasser, um das trockene Gefühl in seinem Mund loszuwerden, ehe er antwortete: “Müdigkeit und Übelkeit wegen der Schmerzmittel und trotzdem tut jede falsche Bewegung weh.“ Er schickte ein kleines Lächeln hinterher. “Verwirrt.“

Don nickte verstehend. “Das wird schon. Mach dir keine Gedanken.“

“Wo ist Dad?“

“Etwas essen.“

“Er sollte nicht den ganzen Tag hier sein. Er muss arbeiten.“

“Charlie …“ Don rieb sich die Stirn. Charlie ahnte, was er sagen wollte.

“Er arbeitet nicht mehr, oder?“

“Nicht mehr so wie früher“, antwortete Don. Charlie seufzte und ein nachdenklicher Ausdruck trat in seine Augen. Don stellte eine Plastiktüte auf dem Bett ab. “Ich habe was für dich.“

Charlie lächelte freudig. “Ein Geschenk?“

“Nicht ganz. Eher etwas, was dir helfen soll, die Zeit zu vertreiben.“

Charlie blickte in die Tüte und dann zu Don auf. “Schach?“

Don nickte. “Schach und ein paar Zeitschriften.“

“Danke“, antwortete Charlie. “Könntest du …“ Er brach ab und schüttelte den Kopf.

“Was?“, fragte Don, “Sag schon.“

“Dad meinte, ich hätte einen Laptop.“ Charlie ließ ein unsicheres Lächeln sehen. “Was merkwürdig ist, da ich … soweit ich weiß noch nie einen hatte. Sozusagen.“

Don bemühte sich um ein Lächeln.

“Könntest du ihn mir herbringen? Wenn das keine Umstände macht, natürlich. Ich dachte nur, ich könnte sehen, woran ich so arbeite. Vielleicht ein paar Erinnerungen wecken.“

Don schüttelte den Kopf. “Dein Laptop ist ein Beweisstück, Charlie.“

Sein jüngerer Bruder runzelte die Stirn. “Mein Laptop ist … mein Laptop?“

Don nickte.

“Ein Beweisstück für den Unfall?“

“Für mich. Für meinen Fall“, antwortete Don.

“Mein Laptop … für deinen Fall?“ Charlie seufzte und fragte: “Du bist nicht mehr bei der FR?“

“Nein“, antwortete Don, “das ist lange her.“ Er zog den Stuhl näher an das Bett und lehnte seine Unterarme auf die Matratze. “Ich leite ein Team hier in LA. Du arbeitest für mich“, sagte er. Dann zuckte er mit den Schultern. “Manchmal. Wann immer wir dich brauchen.“

Charlie konnte nicht umhin, begeistert zu lächeln. Er half manchmal der CIA oder der NSA, aber die Tatsache, dass er mit seinem Bruder zusammen arbeitete, gefiel ihm noch mehr. “Hört sich gut an.“

Don erwiderte das Lächeln. “Das ist es.“ Er wurde ernst. “Wir sind seit ein paar Monaten hinter diesem Drogenboss her – JM. Du bist dabei, eine Link-Analyse zu erstellen, um dreckige Cops beim LAPD zu finden. Wir wissen, dass JM ein paar von ihnen schmiert. Aber wir wissen nicht, wen.“

“Okay.“

“Aber es ist schwierig und du hattest noch nichts raus gefunden. Wir haben dich auch erst letzte Woche hinzugezogen. Aber du hast uns schon Marktplätze geliefert, an denen JM seine Drogen an die Dealer verkaufen könnte.“

“Statistik und Brute Force-Analyse“, vermutete Charlie und Don nickte.

“Ein bisschen Risikoanalyse“, ergänzte er.

“Habe ich dir da Ergebnisse geliefert?“

Don nickte. “Leider hat das nicht so funktioniert, wie wir es uns vorgestellt haben.“

“Oh“, machte Charlie enttäuscht.

“Aber mach dir darüber keine Gedanken“, antwortete Don schnell, “wir sind JM auf der Spur. Du solltest dich ausruhen und nicht anstrengen.“

Charlie schüttelte den Kopf. “Ich kann ohnehin nicht richtig denken.“

“Das kann ich mir gar nicht vorstellen“, antwortete Don grinsend.

“Gehirnerschütterung“, erklärte Charlie. Er gähnte. “Außerdem bin ich ständig müde.“

“Dann schlaf.“ Don fuhr Charlie spielerisch durch die Haare und sein Bruder drehte den Kopf weg.

“Dann bist du bald wieder fit.“ Er seufzte und beobachtete, wie Charlie langsam wegdöste.

“Brüderchen“, sagte er leise und Charlie hob die Augenbrauen, ein Zeichen, dass er zuhörte, “egal, woran du dich erinnerst in nächster Zeit … wir beide – wir sind jetzt okay. Versprochen.“

Kapitel 7
Verbindungen Masterlist