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Torchwood: Partner (Fanfiction)

Partner

Worte: ~ 1.500
Inhalt: John wurde rot und wandte den Blick ab, nervös wegen Schnuckelchens Ehrlichkeit. Niemand hatte ihn je einen guten Mann genannt. Niemand hatte ihn je als gut in irgendeiner Art und Weise beschrieben, außer Janiqua … seine süße Janiqua.
Charaktere: John Hart, Jack Harkness
Pairing: Jack/John Hart (pre-slash), John/OC (Vergangenheit)
Rating: PG
Spoiler: Kiss Kiss Bang Bang, Adam (Jacks Vergangenheit)
Setting: vor der Serie
Warnungen: Andeutungen auf Omniphobie und Homophobie
Anmerkungen: Geschrieben für das queer_fest und den Prompt Torchwood, jeder Charakter, Jack zu treffen bedeutet, jemanden zu finden, der einen so akzeptiert, wie man ist. Diese Geschichte handelt vom Beginn einer Freundschaft. Ich weiß nicht, ob das noch in den Prompt passt, aber dies ist der Start einer Beziehung, die es mit Sicherheit tut – zumindest für eine Weile.
Beta: Mit pechfeder habe ich wieder einen deutschen Beta. Danke! Und larsinger29 hat die englische Version gebetat wie immer. Danke auch dir!
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Komplette Fanfiction Masterlist

***
***


Er war wunderschön.

Das war das Einzige, an das John denken konnte, wann immer er ihn sah.

Schön, hoch gewachsen und immer von anderen Rekruten umgeben. John kannte nicht mal seinen Namen. In seinen Gedanken hatte er ihn “Schnuckelchen“ getauft. Er bezweifelte, dass er ihn je ansprechen würde, denn John gehörte nicht zu Schnuckelchens Clique. Er gehörte zu keiner Clique. Da ihm der Charme und das Selbstbewusstsein fehlte, über die Schnuckelchen und die anderen verfügten, war die Akademie der Zeitagentur eine einsame Angelegenheit für John. Dafür hasste er die anderen … alle, außer Schnuckelchen. Denn der, das hatte John gleich gewusst, war etwas Besonderes.

Gerade in diesem Moment beobachtete John, wie Schnuckelchen mit einigen anderen Rekruten beim Essen saß. Alle lachten über etwas, das er gesagt haben musste. Sein Grinsen gewann innerhalb von Sekunden die Herzen aller für sich. John war nie so gewesen. Eher das Gegenteil.

Er zog die Beine auf die Bank und lehnte sich an die Wand in seinem Rücken. Mit dem aufgeschlagenen Buch auf den Knien begann er, für einen Test zu lernen. An seinem Tisch in der Ecke der Kantine war er allein. Er wusste, dass er nicht beliebt war. Vieles an ihm kam anderen merkwürdig vor. Besonders seine Herkunft. Er wusste, dass er nicht wie die anderen Rekruten hier war, welche den Geschichten über ein wildes, unabhängiges Leben hierher gefolgt waren, die zu den Guten werden wollten, die das Universum vor dem Missbrauch von Zeitreisen retteten. Sie waren gekommen, um Helden zu werden, wegen Geld und Prestige.

Er war natürlich auch gekommen, um Geld zu verdienen, aber sicher nicht wegen des Prestiges oder um ein Held zu sein. Er wollte weg von zu Hause, unabhängig werden und mehr erreichen als sein Verlierer von einem Vater. Dieser Wunsch machte ihn zu einem Außenseiter unter all den fröhlichen Rekruten, die nur Abenteuer suchten. Dies und die Tatsache, dass er so hart für seine Ausbildung arbeitete. Die Eltern dieser reichen Rekruten bezahlten für die Akademie und ihre Kinder wussten nicht zu schätzen, was das bedeutete. Partys waren ihnen wichtiger. John war da anders. Er hatte drei Jobs, um die Ausbildung zu bezahlen und er arbeitete hart, um die Bestnote zu erreichen. Denn die verschaffte ihm später die besten Missionen und die wurde mit mehr Unabhängigkeit belohnt. Das schienen die reichen Gören nicht zu kapieren.

Doch Schnuckelchen … er war nicht wie sie. Es zeigte sich in seinen Augen, entschied John. Er wirkte beinahe … gejagt. Die Leute, die sich um ihn sammelten, schienen es nicht zu bemerken, abgelenkt von seinem guten Aussehen, den blauen Augen und dem breiten Lächeln. Aber John sah es. Weil er diesen Ausdruck und die Haltung kannte – aus Spiegeln. Er mochte Schnuckelchen. Er würde beinahe sagen, dass er etwas in ihn verliebt war. Doch er flirtete nicht mit ihm. Es würde kein gutes Ende nehmen. Diese Dinge endeten nie gut für ihn.

”Beobachtest du mich?”, fragte jemand und John schreckte aus seinen Gedanken. Er sah von seinem Buch auf und da war er – Schnuckelchen, die Hände in den Taschen seiner dunklen Uniformhose vergraben und das weiße Hemd über die breite Brust gespannt. Das Emblem der Akademie saß genau über seinem Herzen.

Schnuckelchen war allein und lächelte freundlich, aber John konnte sich seiner misstrauischen Natur nicht entziehen. ”Nein”, log er.

”Gefalle ich dir?”, fragte Schnuckelchen und ignorierte damit Johns Antwort. Seine Stimme war so weich wie sein Charme, der Akzent der neuen Kolonien beinahe vollständig abgelegt, aber noch immer da.

John grinste spöttisch. ”Gefalle ich dir?” Er versuchte, es nicht wie einen Flirt klingen zu lassen. Niemand, nicht mal Schnuckelchen, sollte irgendeine Form von Munition gegen ihn haben.

Schnuckelchen lachte. John fühlte einen Stich von Kränkung und biss auf die Innenseite seiner Wange. Doch er regte sich nicht, starrte Schnuckelchen nur weiter an, der die Augenbrauen hob. ”Ist das nicht offensichtlich?” Er setzte sich rittlings auf die Bank und rutschte näher an John heran, starrte ihn so aufmerksam an, als wollte er ein Rätsel lösen.

Ein paar Jungs, die an ihnen vorbeigingen, blickten sie verwirrt an und die Mädchen aus Schnuckelchens Clique – die einzigen, die noch dort saßen – schienen ebenfalls nicht ganz zu verstehen, warum ihr Held ausgerechnet mit John sprach. Schnuckelchen räusperte sich. ”Also … gefalle ich dir?”

”Was willst du?”, fragte John, des Spiels müde.

Schnuckelchen seufzte. ”Ich bin nur neugierig. Ich habe noch nie vorher mit dir gesprochen und dachte gerade, dass es keinen Grund gibt, es nicht zu tun.”

”Deine Freunde”, antwortete John. ”Da hast du einen Grund.”

”Sie mögen dich nicht. Wieso?”

”Frag doch sie.”

”Ich frage dich. Was hast du getan?”

”Nichts.”

”Du kommst von Phelos, oder?”

John schloss die Augen und zog die Schultern hoch. ”Da hast du deinen Grund.” Er wünschte, er könnte einfach gehen, aber Schnuckelchen hatte ihn in die Ecke gedrängt.

Schnuckelchen legte den Kopf schief. ”Ein zurückgebliebener Planet. Phobien gegen so ziemlich alles, was anders ist.”

John schnaubte und wich Schnuckelchens Augen aus. ”Siehst du? Bleib besser fern von mir.”

”Warum? Du bist hier, oder nicht? Du hättest dort bleiben können, aber stattdessen bist du gegangen. Das lässt mich glauben, dass du anders bist als die anderen dort.” Er lehnte sich vor. ”Du bist interessant. Und irgendwie niedlich.”

Johns Herz setzte einen Schlag aus. Eine lächerliche Beschreibung, aber so fühlte es sich tatsächlich an.

Schnuckelchen lachte, als ob er es wüsste. ”Die anderen hier haben doch keine Ahnung vom Leben. Sie sehen nur, woher du kommst und denken dann, dass sie dich kennen.”

”Woher kommst du?”

”Boeshane.”

John hatte davon gehört. Weiße Strände, endlose Ozeane, kluge Siedler, die versuchten, das Gold in den Tiefen des Planeten zu fördern, ohne die Umwelt zu belasten … überfallen von Monstern. Nun verstand John den gejagten Ausdruck in Schnuckelchens Augen.

”Sie wissen es nicht”, sagte Schnuckelchen, als hätte er Johns Gedanken gehört. ”Sie wissen, dass eine der neuen Kolonien von Feinden angegriffen wurde, aber sie erinnern sich nicht an den Namen. Es ist ihnen egal.” Er zuckte mit den Schultern und senkte den Blick, als schäme er sich. ”Meine Mutter hat mich hierher geschickt, um mich loszuwerden. Sie konnte meinen Anblick nicht mehr ertragen. Sie hat das nötige Kleingeld, ich bekomme eine ausgezeichnete Ausbildung und gute Zukunftschancen und sie kann den Leuten erzählen, dass ihr Sohn ein Zeitagent ist und dass wir uns deshalb nur noch selten sehen.”

”Du bist aber nicht wegen der Ausbildung hier”, nahm John an.

”Doch”, erwiderte Schnuckelchen, ”aber auch wegen der Ressourcen.” Ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. ”Ich werde meinen Bruder retten.” Er war todernst.

John starrte ihn an. Schnuckelchen musste wissen, dass John nun zu den Ausbildern gehen und ihnen sagen könnte, dass jemand die Ausrüstung der Zeitagentur für seine persönlichen Zwecke nutzen wollte … aber .. John fühlte sich, als müsse er dem Vertrauen, das ihm entgegen gebracht worden war, nicht nur gerecht werden, sondern es auch erwidern. ”Meine Eltern hassen mich”, gab er zu. ”Weil ich ...” Er schluckte. ”Weil ich omni bin.” Er sah vorsichtig zu Schnuckelchen auf. Sein Gesicht war aufmerksam, ernst, also fuhr er fort: ”Ich hatte eine Freundin. Sie war eine Deira und … mein Vater hat sie umgebracht. Er ist sogar damit durchgekommen.”

”Also bist du hier, um ...”

”Ihn töten zu können und auch damit durchzukommen.”

Schnuckelchen nickte langsam. ”Du kannst ihn nicht töten. Das würde sie nicht zurückbringen, oder?”

”Nein”, stimmte John zu. “Aber ich würde mich besser fühlen.”

Schnuckelchen sah ihn einen langen Moment an. ”Und du würdest geschnappt werden … und bis zum Ende deiner Tage im Gefängnis verrotten.”

”Wen interessiert's?”

”Dich? Mich. Ich könnte dich aufhalten.”

John schnaubte. ”Was geht es dich an? Du kennst mich doch gar nicht.”

”Ich erkenne einen guten Mann, wenn ich ihn sehe.” Wieder war er ernst. Er schien so viel älter zu sein, als er tatsächlich sein konnte.

John wurde rot und wandte den Blick ab, nervös wegen Schnuckelchens Ehrlichkeit. Niemand hatte ihn je einen guten Mann genannt. Niemand hatte ihn je als gut in irgendeiner Art und Weise beschrieben, außer Janiqua … seine süße Janiqua. Er war letzten Endes Schuld an ihrem Tod gewesen. ”Ich bin kein guter Mann.”

”Du bist ein ungewöhnlicher Mann. Ich mag ungewöhnlich, besonders … ich finde es aufregend.”

Die Klingel läutete, beendete die Pause. Schnuckelchens Clique war schon lange verschwunden, aber das schien ihn nicht sehr zu interessieren.

Er stand nur auf und schob die Hände in seine Hosentaschen. ”Hey, nächstes Jahr sollen wir unseren Partner wählen.”

”Und?”

”Nun, ich habe doch gesagt, dass ich dich aufhalten kann, oder? Allerdings nicht von der anderen Seite des Universums aus. Ich wollte nur sichergehen, dass du mich wählst, bevor irgendjemand sonst bemerkt, wie außergewöhnlich du bist.” Er grinste und wandte sich zum Gehen.

Einen Moment lang war John gefangen in nervösem Unglauben. Er wollte ablehnen, aber er wusste, dass er das nicht tun würde. Aus irgendeinem Grund gehörte Schnuckelchen zu ihm. ”Und wie heißt du?”, rief John ihm nach.

Schnuckelchen drehte sich um. Natürlich fragte John nicht nach seinem wahren Namen. Die Agentur hatte ihnen neue Namen gegeben. Kurz. Leicht zu merken. Sie würden ihre Nachnamen im Verlauf ihrer Karriere ändern, aber die Vornamen blieben.

”Jack”, sagte Schnuckelchen. Und es passte zu ihm.

John lächelte. ”Ich bin-”

”John.” Jack zwinkerte ihm zu. ”Ich weiß.”


ENDE
05/13


Komplette Fanfiction Masterlist

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