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Numb3rs: Verbindungen 8/13 (Fanfiction)

VERBINDUNGEN 8/13

Worte: 28.456
Inhalt: Während er Don bei den Ermittlungen gegen den Drogenboss JM hilft, wird Charlie von einem Auto angefahren. Als klar wird, dass der Unfall in Wahrheit ein Attentat war, beginnt Don sich Sorgen um Charlies Leben zu machen. Ein Wettrennen gegen die Zeit beginnt, Loyalitäten werden in Frage gestellt und Charlie muss gegen seine ganz eigenen Dämonen kämpfen.
Pairing: Charlie/Amita (angedeutet)
Rating: PG
Spoiler: Hinterhalt, Spiel des Lebens
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Numb3rs und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Verbindungen Masterlist
Kapitel 7


8.



Freddy und der andere Mann waren in einem Haus in der Vorstadt verschwunden. Die Gegend war gut gepflegt und unauffällig. Colby fragte sich, wem das Haus wohl gehörte, denn sie hatten schon vor Wochen alle Orte durchsucht, an denen Freddy sich hätte verstecken können.

“Sieht friedlich aus“, meinte David mit einem Blick durch die Nachbarschaft.

“Ja“, antwortete Colby, “friedlich wie die Wysteria Lane.“

David warf ihm einen fassungslosen Blick zu und Colby zuckte mit den Schultern. “Was? Ab und zu läuft Desperate Housewives, wenn ich abends nach Hause komme.“

David erstickte ein Lachen und Colby verdrehte die Augen. “Die Serie ist gut.“

David winkte ab. “Schon klar, Miss Granger.“

“Können wir uns vielleicht einfach auf den Fall konzentrieren?“, fragte Colby.

David nickte. “Sicher.“ Er öffnete die Autotür. “Laden wir Mr. Tyson und seinen Freund doch einfach mal in unseren Verhörraum ein.“

Die beiden Männer stiegen aus und gingen auf das Haus zu. David ging zur Vordertür, während Colby sich in den Garten schlich. Der Garten war gepflegt, aber auch nicht sehr aufwendig bepflanzt. Colby ging eng an die Hauswand gepresst zur Verandatür und warf einen Blick hinein. Er schaute direkt ins Wohnzimmer. Es war niemand zu sehen. Er hörte David rufen: “Mr. Tyson, FBI!“

Colby sah einen Schatten durch den Flur gehen und spannte sich an. Er streckte sich und warf einen Blick durch das Fenster über seinem Kopf, um die Haustür sehen zu können. Freddys Begleiter öffnete und sprach mit David. Jemand schlich durch den Flur, auf die Verandatür zu, und Colby machte sich bereit. Als Freddy leise die Tür öffnete und den Garten betrat, packte Colby ihn und drückte ihn an die Hauswand. “Sie wollen schon gehen?“, fragte er.

Nur ein paar Minuten später saßen Freddy und der andere Mann auf der Rückbank von Davids Wagen. David ließ den Motor an. “Flucht vor Agenten des FBI. Ich denke, wir sollten uns unterhalten.“

Freddy antwortete mit einem finsteren Blick in den Rückspiegel. David wandte sich an Colby. “Sieht du eigentlich auch Grey’s Anatomy?“

***

Seine Hände zitterten, während er die Nummer wählte, und er drückte das Wegwerf-Handy ans Ohr, während er den Verkehr auf der Straße vor dem FBI-Gebäude beobachtete.

“Ja?“, antwortete JM.

“Ich bin’s“, antwortete er, “wir könnten ein Problem haben.“

“Und ob wir eins haben. Freddy und Kirk wurden festgenommen“, antwortete JM verärgert.

Er biss sich auf die Unterlippe. “Eppes hat nicht im Team gespielt. Ich habe zu spät davon erfahren, dass er eine unserer Raststätten hat überwachen lassen. Er ist mir auf den Fersen. Er vermutet, dass jemand im FBI etwas hat durchsickern lassen.“

“Irgendwo musst du einen Fehler gemacht haben.“

“Nein. Er weiß nicht, dass ich es bin. Im Moment fischt er noch im Trüben. Aber er weiß, dass etwas faul ist. Und das ist bei weitem genug, um uns Sorgen zu bereiten.“

JM schwieg nachdenklich.

“Ich muss da verschwinden.“

“Nein. Wir brauchen jeden von euch dort.“

Er schob frustriert eine Hand in seine Jeanstasche. “Wenn die mich erwischen-“

“Werden sie nicht. Ich arbeite bereits an einer Lösung. Mach dir keine Sorgen. Das Wichtigste ist, dass du vor Ort bleibst und die Agents im Auge behältst. Melde mir alles. Und kümmere dich besonders um den Professor. Aber frag nicht zu auffällig nach ihm.“

“Das ist kein Problem. Eppes’ Team ist miteinander befreundet. Die anderen Agents fragen ständig nach dem Professor.“

“Perfekt.“ JM legte auf.

Er schaltete das Wegwerf-Handy aus und schob es in seine Jackentasche, um es auf dem Weg nach Hause irgendwo zu entsorgen. Noch war er nicht gefährdet, aber er hatte Sorge, dass sich das bald ändern könnte. Eppes’ Misstrauen hatte ihm gezeigt, dass mit dem Agent nicht zu spaßen war.

***

“Hey!“, grüßte Megan, als sie den Pausenraum betrat.

Don blickte von seinem Kaffee auf. “Hey!“ Er rührte Zucker in den Kaffee und setzte sich an einen der Tische.

“Wie geht’s Charlie?“, fragte Megan.

“Er hat Schmerzen und ist ständig müde. Er hat nicht die geringste Ahnung, was in den letzten Jahren los war. Davon abgesehen …“ Er zuckte mit den Schultern.

“Schon gut. Ich verstehe, was du meinst.“ Sie goss sich Kaffee ein.

Sandra Balin öffnete die Tür. “Agent Eppes, das LAPD ist am Telefon.“

Er hob die Augenbrauen. “Wieso?“

“Das sollten Sie sich selbst anhören“, erklärte die Agentin und Don folgte ihr mit Megan aus dem Pausenraum zu ihrem Platz. “Captain Henshall wurde zu mir durchgestellt, da weder Agent Hitchcock noch Sie am Platz waren.“

Die junge Frau schien sich entschuldigen zu wollen, aber Don nickte nur.

“Ist okay, Agent.“ Er nahm den Hörer ab. “Eppes?“

“Captain George Henshall vom LAPD. Mir wurde gesagt, Sie seien verantwortlich für die Untersuchung gegen JM.“

“Das ist richtig“, antwortete Don.

“Sie haben die letzten Tage ein paar Raststätten überwachen lassen, aber nichts gefunden.“

“Ja“, antwortete Don.

“Wir wissen, woran das liegt. Wir haben einen anonymen Tipp bekommen. Es hieß, einer unserer Officers würde von JM bezahlt und hätte dafür unter anderem Ihre Überwachung auffliegen lassen. Wir sind der Sache nachgegangen und haben tatsächlich SMS und E-Mails gefunden, die ihn mit JMs Leuten in Verbindung bringen. Mit Freddy Tyson, um genauer zu sein.“

Don war fassungslos. “Den haben wir heute festgenommen.“

“Deswegen wende ich mich an Sie“, antwortete Henshall, “Wir wollen JM ebenso leidenschaftlich loswerden wie Sie. Ich habe den Officer festnehmen lassen. Er ist bereits auf dem Weg zu Ihnen.“

***

Officer Richard McTroy saß in einem der Verhörräume und starrte vor sich hin. Megan, die neben Colby im Observationsraum stand, verschränkte die Arme. “Er ist vollkommen ruhig.“

Colby nahm einen Schluck Kaffee. “Was sagt dir das?“, wollte er wissen.

“Wenn du beschuldigt werden würdest, für einen Straftäter zu arbeiten, obwohl du es nicht warst, wärst du dann nicht nervös?“, fragte Megan.

Colby nickte. “Du denkst, er ist schuldig.“

“Was auch immer er gleich aussagen wird – er hängt definitiv mit drin.“

“Er ist trotzdem erstaunlich entspannt. Ihm droht der Jobverlust, Gefängnis … hoffentlich ist Hitchcock so gut, wie er immer sagt. JMs Leute lassen sich nie zu einer Aussage bewegen.“

Megan zuckte mit den Schultern, als Tom Hitchcock mit McTroys Akte den Verhörraum betrat.

“David und Don verhören Freddy und Kirk?“, fragte Colby und Megan nickte.

“Ja.“

“Officer McTroy“, sagte Hitchcock und nickte dem Mann zu, ehe er sich ihm gegenüber setzte, “ich bin Agent Hitchcock und ermittle im Fall JM.“

McTroy lehnte sich in seinem Stuhl zurück und verschränkte die Arme. Hitchcock blieb gelassen und schlug die Akte auf. “Sie wurden heute verhaftet, weil der Verdacht besteht, dass Sie von JM dafür bezahlt wurden, dass Sie ihm Informationen zukommen ließen. Ganz konkret ging es um Überwachungen, die das FBI an möglichen Marktplätzen für JMs Drogenhandel durchgeführt hat. Es wurden E-Mails und SMS gefunden, die darauf hinweisen, dass Sie von JM bezahlt wurden. Im Augenblick wird Ihr Konto auf Unregelmäßigkeiten untersucht. Haben Sie was dazu zu sagen?“

McTroy zuckte mit den Schultern. “Ich war’s.“

Colby lachte ungläubig und Megan fuhr sich durch die Haare. “Das ging schnell.“

Hitchcock wirkte überrascht. “Okay“, sagte er. “Schildern Sie mir doch bitte den Hergang.“

“Ich fahre Streife. Ich habe an mehreren Raststätten Typen gesehen, die aussahen, als wären sie von einer Behörde. Ich habe sie beobachtet und gesehen, dass sie Waffen tragen. Ich dachte mir, dass es das FBI ist. Ich hab’s Freddy Tyson gesagt und der JM.“

Hitchcock stand auf und legte dem Officer einen Block und einen Stift hin. “Schreiben Sie bitte Ihre Aussage auf. Sie wird abgetippt und von Ihnen unterschrieben.“ Damit wandte er sich ab und ging. McTroy griff nach dem Stift und begann zu schreiben.

Colby blickte Megan an. “Er hat nicht mal versucht, es abzustreiten.“

“Ja“, meinte Megan, “merkwürdig.“

***

“Freddy Tyson“, sagte Don und der Mann hob fragend die Augenbrauen, “Sie arbeiten für JM.“

“JM?“, fragte Tyson. Er verschränkte die Hände auf der Tischplatte und starrte Don unschuldig an, der mit seiner Akte in den Händen auf der anderen Seite des Tisches stand. “Ich bin arbeitslos, Mann.“

“Sie saßen wegen Drogenschmuggel, Zuhälterei und Körperverletzung.“

“Das ist doch schon eine Ewigkeit her“, meinte Tyson, “Ich bin jetzt brav, Mann.“

“Ach wirklich?“, fragte Don, “Zwei meiner Agenten haben Sie bei einem Drogengeschäft beobachtet. Wir haben Beweise, dass Sie Kontakt zu einem Officer des LAPD hatten und ihn bestochen haben, um an Informationen über aktuelle Ermittlungen gegen JM zu kommen.“

“Was? Mann, das muss eine Verwechslung sein. Ich habe mit einem Freund in seinem Haus ein Bierchen getrunken und plötzlich werden wir vom FBI festgenommen. Sie versuchen doch, mir was anzuhängen.“

“Verarschen Sie mich nicht!“, antwortete Don laut und Tyson kniff die Augen zusammen. Don stützte die Hände auf dem Tisch ab. “Wir haben einen Officer, der bezeugt, dass er Ihnen Informationen über unsere Ermittlungen verkauft hat.“

Tyson wich Dons Blick aus und verschränkte die Arme. “Ich sage gar nichts mehr.“

Don richtete sich wieder auf und zwang sich, sich zu beruhigen. “Wir bieten Ihnen einen Deal an.“

Tyson schnaubte verächtlich.

“JM gegen Strafmilderung“, schlug Don vor.

“In Ihren Träumen, Superman“, antwortete Tyson mit gehobenen Augenbrauen, “Ich habe rein gar nichts mit all dem zu tun. Egal, was so ein Officer sagt. Er lügt.“

“Sie müssen vorsichtig sein, Freddy“, meinte Don und setzte sich.

Tyson lachte spöttisch. “Agent, ich glaube, Sie sind derjenige, der vorsichtig sein muss.“

Kapitel 9
Verbindungen Masterlist