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Numb3rs: Verbindungen 9/13 (Fanfiction)

VERBINDUNGEN 9/13

Worte: 28.456
Inhalt: Während er Don bei den Ermittlungen gegen den Drogenboss JM hilft, wird Charlie von einem Auto angefahren. Als klar wird, dass der Unfall in Wahrheit ein Attentat war, beginnt Don sich Sorgen um Charlies Leben zu machen. Ein Wettrennen gegen die Zeit beginnt, Loyalitäten werden in Frage gestellt und Charlie muss gegen seine ganz eigenen Dämonen kämpfen.
Pairing: Charlie/Amita (angedeutet)
Rating: PG
Spoiler: Hinterhalt, Spiel des Lebens
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Numb3rs und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Verbindungen Masterlist
Kapitel 8


9.



Alan beobachtete, wie sein Jüngster gedankenverloren auf das Schachbrett starrte. Charlie hatte immer denselben Gesichtsausdruck, wenn ihn etwas beschäftigte. Und diese besonders bedrückte Miene verriet Alan, dass es etwas mit Don zu tun hatte.

“Charlie?“, fragte er schließlich. Er blickte erschrocken auf. “Du bist dran“, meinte Alan.

Charlie seufzte. “Entschuldige.“

“Ist okay“, antwortete Alan, “Stimmt was nicht?“

“Ich habe nur nachgedacht“, antwortete Charlie und lächelte unsicher, “Alles klar.“

“Okay“, meinte Alan, nicht ganz überzeugt. Charlie konzentrierte sich kurz auf das Spiel und machte dann seinen Zug.

Alan hob die Augenbrauen. “Du konzentrierst dich nicht“, meinte er.

Charlie zuckte mit den Schultern. “Ich bin ein bisschen müde.“

“Ist okay“, meinte Alan und lächelte, “Dann gewinne ich wenigstens mal.“ Er machte seinen nächsten Zug. “Donnie kommt nachher vorbei.“

Charlie blickte ihn nicht an und Alan ahnte, dass er Recht gehabt hatte. “Was ist los, Charlie?“, fragte er.

Charlie biss sich auf die Unterlippe, dann legte er seinen Kopf auf das Kissen. “Ich würde gerne schlafen.“

“Ich will dich nicht dran hindern“, meinte Alan. Er räumte das Schachbrett weg, während Charlie langsam wegdöste. Kopfschüttelnd griff Alan nach seiner Zeitung und machte sich an das Kreuzworträtsel.

***

AD Gerald Wrights Büro war hell und freundlich eingerichtet. An der Wand hinter dem großen Holzschreibtisch hing eine VanGogh-Kopie und eine Ecke der Schreibtischplatte war eingenommen von einem nicht zu identifizierenden, knallbunten Gebilde. Wright erzähltem jedem stolz, dass seine Tochter es gemacht hatte, ehe er zugab, dass er selbst nicht wusste, was es genau war. Wright selbst war ein etwas untersetzter Mann in den späten 40ern, immer korrekt gekleidet, die kurzen, grauen Haare immer ordentlich zurückgekämmt. Eigentlich verstanden er und Don sich gut. Nun aber schloss Don die Tür zu Wrights Büro mit einem etwas mulmigen Gefühl im Magen.

“Agent Eppes“, sagte Wright und winkte ihn zu seinem Schreibtisch.

Don setzte sich in einen der beiden bequemen Sessel und fragte: “Sie wollten mich sprechen, Sir?“ Er konnte sich denken, worum es ging.

Wright unterzeichnete das Formular, das vor ihm auf dem Tisch lag und verschränkte dann seine Hände auf der Schreibtischplatte. “Agent Hitchcock hat sich bei mir beschwert. Stimmt es, dass Sie ihn der Korruption beschuldigt haben?“

“Nicht wirklich“, antwortete Don. Wright hob zweifelnd die Augenbrauen. “Sir, ich wollte einfach nicht, dass Informationen auf irgendeinem Wege nach draußen dringen.“

“Haben Sie Beweise dafür, dass jemand aus Ihrem Ermittlungsteam von JM bezahlt wird?“

Don biss sich auf die Unterlippe. “Nein“, antwortete er widerwillig.

“Ich verstehe, dass Sie unter Druck stehen, Agent. Es ist ein schwieriger Fall und Ihr Bruder liegt im Krankenhaus. Wenn Sie glauben, Sie schaffen den Fall nicht-“

“Ich schaffe den Fall.“

Wright musterte ihn prüfend. Don nickte versichernd. “Ich schaffe den Fall.“

“Gut“, meinte Wright, “Verstehen Sie mich nicht falsch, Sie sind ein guter Agent. Und ich weiß, dass Hitchcock schwierig sein kann. Aber Sie müssen im Team arbeiten.“

Don nickte zerknirscht. “Sicher.“

Wright nickte ihm zu. “Das war’s schon, Agent Eppes.“

Don stand auf und wandte sich zur Tür um.

“Ach, Agent!“, meinte Wright und Don blickte ihn fragend an, “Wünschen Sie Charlie Gute Besserung von mir.“

Don nickte und verließ das Büro.

***

Als Don zurück zu seinem Schreibtisch kam, warteten bereits Amita und Larry auf ihn. Amita drückte ihren Laptop an die Brust und wirkte besorgt. Larry saß auf Dons Stuhl, den Kopf in die Hände gestützt. Don kannte die Geste als eine, mit der Larry Beunruhigung ausdrückte. Er beschleunigte seine Schritte. Amita sah Don als Erste kommen.

“Don!“ Sie kam ihm entgegen.

“Amita, was gibt’s?“

“Es ist Charlie“, sagte sie, “Das war kein Unfall.“

Don starrte sie alarmiert an. “Bist du dir da sicher?“

Auch Colby, David und Megan waren aufmerksam geworden und beobachteten die beiden besorgt. Larry stand auf und schob die Hände in die Hosentaschen. “Ganz sicher kann man sich nie mit etwas sein, wenn es die menschliche Natur betrifft, Don.“

Der entnervte Blick des Agents ließ ihn einlenken. “So sicher wie wir uns sein können.“

Don blickte zu David und Colby. “David, ich will dich im Krankenhaus. Colby, du löst ihn heute Abend ab.“

Die beiden Männer nickten und David nahm seine Jacke und ging. Megan stand von ihrem Platz auf. “Wie kommt ihr darauf?“

Amita nickte zum Konferenzraum. “Wir erklären es euch“, schlug sie vor und ging voran.

Don nickte Colby zu: “Ruf Hitchcocks Team zusammen.“

Colby runzelte die Stirn. “Aber-“

“Charlie wird absichtlich angefahren, während wir auf der Jagd nach einem der größten Drogenbosse LAs sind?“

Colby hob beide Hände. “Klar.“

***

Der Laptop warf ein Bild von der Unfallstelle an die Wand. Es war eine Totalansicht der Straße. Es sah nicht wie ein Polizeifoto aus und Don vermutete, dass Larry oder Amita es selbst gemacht hatten. Auf der rechten Seite der Straße reihten sich gut gepflegte Häuser aneinander. Auf der linken Seite erstreckte sich neben dem Gehweg ein kleiner Wald, der einen Park von der Straße abgrenzte. Autos standen auf beiden Seiten der Gehwege geparkt. Amita stand vor der Leinwand und hielt einen Laserpointer in der Hand. Larry saß mit Agent Hitchcocks Team, Don, Megan und Colby um den Konferenztisch.

“Ein Auto, das einen Körper trifft, tut dies mit einer bestimmten Geschwindigkeit“, erklärte Amita, “Im Wesentlichen kann man anhand der Position und der Verletzungen des Opfers häufig berechnen, mit welcher Geschwindigkeit und wie das Auto getroffen hat.“ Sie zeigte mit dem Laserpointer auf eine Stelle in der Mitte der Straße. “Hier lagen die Scherben, also ist die Polizei davon ausgegangen, dass der Unfall hier passiert ist.“

Larry erklärte: “Die Straße gilt als besonders beliebt bei Rasern. Um das zu verhindern, wurden im letzten Jahr zwei Radarfallen installiert – auf jeder Straßenseite eine.“

Amita zeigte mit dem Laserpointer auf eine der Radarfallen in der Ferne. Larry erklärte: “Eine meiner Studentinnen hat das Foto gemacht. Sie stand direkt neben der anderen Radarfalle.“

Hitchcock hob eine Hand. “Warum erzählen Sie uns das?“

Larry legte die Fingerspitzen seiner beiden Hände aneinander und tippte die Zeigefinger gegen sein Kinn. “Weil es laut der Polizeidatenbank keine Bilder einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Nacht des Unfalls gab.“

“Charlies Verletzungen sprechen dafür, dass er heftig getroffen wurde. Vor allem die Kopfverletzungen“, meinte Amita.

“Aber das ist ein Paradoxon“, antwortete Larry, “Um diese Verletzungen hervorzurufen, hätte der Wagen eine Geschwindigkeit von mindesten 80 Kilometern pro Stunde haben müssen. Erlaubt sind in dieser Gegend 30. Der Unfall fand beinahe in der Mitte der beiden Radarfallen statt. Der Fahrer hätte niemals auf 80 beschleunigen können, ohne von einer der beiden Radarfallen erwischt zu werden. Rechnerisch unmöglich.“

Stille hing über dem Tisch.

“Okay“, meinte Don etwas verwirrt. “Warum war es dann kein Unfall?“

Amita verschränkte die Arme. “Weil Charlie mit höchstens 50 Kilometern pro Stunde getroffen wurde. Er muss nach dem Unfall noch bei Bewusstsein gewesen sein. Und wir denken, dass es ebenfalls unmöglich ist, dass er dorthin geschleudert wurde, wo er gefunden wurde.“ Sie deutete auf das Waldstück neben der Straße. “Dafür war die Kraft des Aufpralls zu gering. Und es stehen Autos am Straßenrand. Es wäre wahrscheinlicher, dass er gegen eines von ihnen geschleudert worden wäre. Außerdem deuten seine Verletzungen und der Zustand des Fahrrads darauf hin, dass er nicht seitlich vom Auto erwischt wurde, sondern frontal. Er hätte auf der Straße landen müssen. Und wir haben Simulationen gemacht. Wir können uns nur eine seiner Kopfverletzungen erklären. Die am Hinterkopf. Er muss sie bekommen haben, als er auf der Straße aufschlug. Aber die Verletzung über dem Auge und die Schädelfraktur an der Stirn …“ Sie schüttelte den Kopf.

Larry erklärte: “Jemand hat ihn geschlagen.“

Don ballte seine Hände zu wütenden Fäusten und drückte eine davon an seine Stirn. “Und hat ihn anschließend in das Waldstück geschleift“, ergänzte er.

Colby schluckte. “Um ihn sterben zu lassen.“

Tanja fragte: “Aber warum haben sie nicht auf ihn geschossen oder ihn tot geschlagen?“

Hitchcock räusperte sich. “Kein Schuss – es sollte wie ein Unfall aussehen. Sie haben ihn nicht getötet, weil sie die Nerven verloren haben. Oder sie dachten, er wäre bereits tot.“ Er blickte Don an. “Was sagen Freddy und Kirk?“

“Nichts.“

“Hm“, machte Hitchcock, “Das ist typisch. JMs Leute reden nie.“

Megan nickte. “Bis auf diesen Officer.“

Hitchcock rieb sich nachdenklich das Kinn. “Wir sollten Freddy und Kirk noch einmal befragen. Dieses Mal zusammen. Sie mit dem Unfall … Anschlag konfrontieren.“

Don nickte zustimmend.

***

Als Charlie aufwachte, war Alan nicht mehr da. Stattdessen saßen Larry und die junge Frau mit den schwarzen langen Haaren an seinem Bett.

“Charles“, sagte Larry. Charlie schenkte ihm ein Lächeln. Larry war immer ein sicheres Gebiet für ihn gewesen. Und jetzt, wo sein Vater und sein Bruder so fremd für ihn waren – wo seine Mutter nicht mehr da war –, spürte er instinktiv, dass sich zwischen ihm und Larry nichts geändert hatte.

Die junge Frau lehnte sich in ihrem Stuhl vor. “Wie geht’s dir?“, fragte sie.

Charlie seufzte. “Solange die Schmerzmittel wirken, geht’s mir gut“, versuchte er einen Witz und scheiterte offenbar kläglich, denn weder Larry noch die junge Frau lachten. “Entschuldigt“, sagte Charlie leise. “Ist Dad endlich nach Hause gegangen?“

Larry schüttelte den Kopf. “Er spricht mit Don und David vor der Tür.“

“Er sollte nach Hause gehen“, meinte Charlie. Er blickte zu Amita. “Tut mir leid, ich …“ Er schloss die Augen und atmete durch. “Wie war dein Name?“

Sie lächelte etwas traurig. “Ich bin Amita“, sagte sie.

“Larrys Studentin?“, fragte Charlie.

“Nein“, antwortete sie, “ich war deine.“ Sie räusperte sich. “Ich arbeite mit dir zusammen. Du warst mein Doktorvater.“

“Wirklich?“, fragte Charlie mit einem Lächeln, “Bin ich … ein guter Professor?“

Amita lachte. “Manchmal redest du etwas zu schnell“, antwortete sie dann. Charlie lächelte und bemerkte ein Flattern in seiner Magengegend. Amita fuhr sich durch die Haare und grinste ihn mit funkelnden Augen an und plötzlich erinnerte er sich an etwas.

Amita hatte ihre Arme in seinem Nacken verschränkt und presste ihren Körper an seinen. Er brach den Kuss und schob sie sanft von sich. “Amita …“ Er schüttelte den Kopf. “Das ist keine gute Idee. Ich bin dein Doktorvater.“

Amita blickte ihn mit großen, dunklen Augen an und Charlie tat es leid, sie zurückweisen zu müssen. “Das geht nicht.“

“Ist das der einzige Grund?“, fragte Amita zögerlich, als wolle sie die Antwort nicht hören.

Charlie würde nicht lügen. “Ja“, sagte er, “und ein guter.“

Amita seufzte. “Okay“, sagte sie. Sie lächelte. “Gut zu wissen. Dann … sehen wir, was die Zukunft bringt.“


“Charles?“, fragte Larry. Die Erinnerung verflog so schnell, wie sie gekommen war, und nahm ihren Platz in seinen Gedanken ein, als wäre sie nie weg gewesen. Vor ihr und nach ihr jedoch war noch immer alles verschwommen oder dunkel.

“Was?“, fragte Charlie verwirrt. Er bemerkte Amitas besorgten Blick auf sich und wurde rot bei der Erinnerung an den Kuss.

“In welche Sphären bist du abgedriftet?“, fragte Larry. Charlie blickte zu Amita, die ihn ebenso neugierig musterte wie Larry.

“Keine“, antwortete er und zwang sich zu einem nervösen Lächeln. “Ich war nur … eine Sekunde lang dachte ich, ich hätte mich an was erinnert.“ Er brauchte mehr Informationen, bevor er die Erinnerung ansprach. “Wir drei sind also an der CalSci. Was war da in den letzten Jahren so los?“

***

Alan fühlte sich schwach und musste sich an die Wand des Korridors lehnen. Don legte alarmiert eine Hand auf seinen Arm. “Dad?“

“Jemand wollte Charlie umbringen?“, fragte er fassungslos.

David nickte beruhigend. “Machen Sie sich keine Sorgen. Charlie wird rund um die Uhr bewacht werden.“

“Dad“, fügte Don hinzu, “du weißt, ich würde niemals zulassen, dass Charlie etwas zustößt.“

Alan schien ihn gar nicht zu hören. “Wie kann man so kaltblütig sein und jemanden absichtlich mit dem Auto anfahren?“

“Wir finden den Täter“, versprach Don. Alan rieb sich die Stirn. Er wirkte erschöpft, dunkle Ringe lagen unter seinen Augen und Don wurde bewusst, dass sein Vater immer im Krankenhaus gewesen war, wenn sie telefoniert hatten, oder Don bei Charlie gewesen war. Als Margaret Eppes im Krankenhaus gelegen hatte, war Alan ebenfalls beinahe pausenlos bei ihr gewesen, bis er vor Erschöpfung zusammengebrochen war.

“Dad“, sagte Don eindringlich, “du solltest nach Hause gehen und dich hinlegen. Und komm morgen etwas später. Du brauchst Ruhe. Charlie ist nicht mehr in Lebensgefahr.“

Alan schüttelte den Kopf. “Ich kann ihn nicht alleine lassen. Er hasst Krankenhäuser.“

“David wird ihm bei sein, Dad. Er ist nicht allein, okay?“

Alan blickte zu David und der nickte ihm zu. “Heute Nacht übernimmt Colby, aber ich bin gleich morgen früh wieder hier, Mr. Eppes.“

Alan zögerte und Don meinte: “Ein Vorschlag: Ich nehme dich, Amita und Larry jetzt mit. Wir gehen was essen, okay? Dann bringe ich dich nach Hause und du schläfst aus.“

Alan seufzte widerwillig. “In Ordnung.“

“In Ordnung“, wiederholte Don lächelnd, “Warte kurz hier. Ich bin gleich zurück.“

Gemeinsam mit David betrat er Charlies Zimmer. Er war erleichtert zu sehen, dass Charlie sich offenbar gut mit Larry und Amita unterhielt. Alle drei lächelten.

“Hey, Kleiner!“, sagte Don.

Als Charlie ihn anblickte, wurde er etwa ernster. “Hey!“

Don nickte zu David. “Das ist David Sinclair. Ein Kollege von mir. Du hast schon mit ihm zusammen gearbeitet.“

Charlie nickte David zu. “Hi.“

“Amita, Larry“, sagte Don, “ich habe Dad vorgeschlagen, dass wir zusammen was essen gehen.“

“Kannst du auch dafür sorgen, dass er sich mal ausruht?“, fragte Charlie, “Er ist fast 24 Stunden am Tag hier.“

“Ich kümmere mich drum“, meinte Don. Er blickte auffordernd zu Larry und Amita und die beiden Wissenschaftler standen auf. Sie verabschiedeten sich von Charlie und verließen das Zimmer. “Brüderchen“, meinte Don etwas zögerlich und holte die Notiz aus seiner Jeanstasche, die die Krankenschwester Charlotte Wyatt ihm gegeben hatte. Er gab sie an Charlie. “Erkennst und das wieder?“

“Beta 13 48 Omega 83“, las Charlie ab. Er runzelte die Stirn und blickte unsicher zu Don auf. “Sollte ich?“

“Das hast du einer der Schwestern in der Notaufnahme diktiert.“

“Ich erinnere mich nicht“, sagte Charlie.

“Das habe ich befürchtet“, antwortete Don und nahm die Notiz an sich.

“Tut mir leid“, sagte Charlie rasch.

“Mach dir keine Gedanken“, antwortete Don lächelnd. Dann wurde er ernst. “Charlie …“

Sein Bruder blickte ihn an.

“Was passiert ist“, sagte Don, “war kein Unfall.“

Charlie runzelte die Stirn. “Was dann?“

“Jemand hat dich absichtlich angefahren.“ Don ließ den Gedanken bei Charlie durchdringen.

“Was?“, fragte sein Bruder schließlich verwirrt, “Wieso?“

“Du arbeitest an einem ziemlich großen Fall mit uns“, erklärte Don.

“Deshalb?“, fragte Charlie und er starrte Don ängstlich an, “Glaubst du, jemand könnte wieder …“

“Mach dir keine Sorgen. David wird erstmal hier bleiben und auf dich aufpassen, okay?“, meinte Don. Charlies Blick glitt unsicher zu dem Agenten und David lächelte. “Er ist ein guter Agent“, sagte Don. “Du bist absolut sicher. Du vertraust ihm.“ Er legte eine Hand auf Charlies Schulter. “Ich muss jetzt los, okay? Mach dir keine Sorgen.“ Er zog ein Handy aus seiner Jackentasche und gab es an Charlie weiter. “Deins hat ziemlich was abbekommen bei dem Unfall. Aber Amita hat alle Nummern aus deinem Telefonbuch abgeschrieben und in diesem Handy einprogrammiert. Ich bin auf der Schnellwahltaste 1, okay? Ruf an, wann du immer du willst.“

Charlie betrachtete das Handy und Don ging etwas in die Knie, um ihn ansehen zu können. Er musste sicher sein, dass Charlie ihn verstand.

“Okay, Charlie?“

Sein Bruder nickte langsam. “Okay.“

Don lächelte ihm zu und ging dann mit einem letzten Nicken zu David. Der Agent seufzte und setzte sich auf den Stuhl neben Charlies Bett. Charlie blickte ihn an, als wäre er ihm nicht geheuer und David musste unwillkürlich lachen. “Weißt du, wir beide verstehen uns eigentlich ziemlich gut“, meinte er.

“Ach ja?“, fragte Charlie. David nickte. “Wie haben wir uns kennen gelernt?“

David lehnte sich in seinem Stuhl zurück. “Also, ich war noch ziemlich neu in Dons Team …“

Kapitel 10
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