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Vielleicht irgendwann

Worte: 1.957
Inhalt: Eine Hochzeit, eine Rose und, vielleicht, ein Versprechen.
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones, Brenda Williams, Mary Cooper
Pairing: Jack/Ianto, Gwen/Rhys (angedeutet)
Rating: R
Spoiler: Die Braut die vor nichts graut
Setting: Season 2 – während und nach Die Braut die vor nichts graut
Warnungen: Slash
Anmerkungen: Geschrieben für die wöchentliche Challenge auf redisourcolor . Antwort auf Prompt #04 – Hochzeiten. Zu benutzen war der Satz “Wir werden nichts in pink haben“ (oder eine Abweichung davon) und die Worte Eis, Rosen und Blitz. Merkwürdigerweise hat mir Eis die meisten Schwierigkeiten bereitet. Meine Lösung ist daher wenig elegant.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.


***
***


“Das war lange genug, denkst du nicht?“

”Sie sollten wirklich langsam Manieren zeigen.”

”Ich glaube nicht, dass sie wissen, wie unangemessen das ist.”

”Gwen, hast du das gewusst?”

Gwens und Rhys Mütter, ausnahmsweise einer Meinung. Jack war es egal, aber sie machten Ianto nervös. Jack konnte regelrecht spüren, wie sich der andere Mann bereit machte, von ihm wegzutreten. Er festigte den Griff um Iantos Hand und legte einen Arm um die Hüften seines Freundes. ”Nicht”, flüsterte er. ”Hör auf die Musik, nicht auf sie.” Er küsste Iantos Halsbeuge. ”Tanz mit mir.”

I can’t fight this feeling anymore begann zu spielen und Jack lächelte Ianto zu, ehe er seine Wange zurück in das weiche, dunkle Haar drückte. Der Raum war voll. Nun, da der Nostrovit beseitigt war, schien Gwens und Rhys Hochzeit ein voller Erfolg zu werden. Alle redeten, tanzten und feierten. Tosh war mit Owen draußen, um das Retcon vorzubereiten. Gwen und Rhys saßen mit ihren Eltern zusammen und beobachteten Jack und Ianto auf der Tanzfläche. Sie waren nicht die einzigen. Jack war es gleichgültig, aber er fühlte Iantos angespannte Körperhaltung und ahnte, dass es nicht einfach für ihn sein konnte. Seit der junge Mann ihn vor knapp 15 Minuten aufgefordert hatte, ließen Brendas und Marys Kommentare sein Selbstbewusstsein schmelzen. Ianto lehnte seine Stirn an Jacks Schulter, um sein Gesicht zu verstecken. Jack küsste beruhigend seine Schläfe. ”Ich wünschte, ich könnte die ganze Nacht mit dir tanzen.”

”Wirklich?”, fragte Ianto und blickte zu Jack auf, ein Lächeln auf den Lippen.

Jack nickte. ”Ich mag es zu tanzen. Es ist romantisch.”

”Wir sind romantisch?”

”Sicher, Darling”, grinste Jack. ”Falls du es nicht bemerkt hast, du bist der einzige, den ich im Moment date. Ich werde das auch in nächster Zeit nicht ändern.”

”Nenn mich nicht 'Darling'”, antwortete Ianto. ”Es erinnert mich an Peter Pan. Ich hasse dieses Buch.”

”Ich küsse dich lieber”, stimmte Jack zu und fing Iantos Lippen mit seinen. Er hörte zwei Frauen erschrocken nach Luft schnappen und öffnete die Augen, während er den Kuss vertiefte. Er blinzelte den beiden Müttern zu und konzentrierte sich dann auf Ianto. Jack zog ihn näher und vergrub eine Hand in Iantos Haaren, ehe er den Kuss brach und in die Augen seines Freundes blickte. ”Okay, jetzt will ich doch nach Hause”, keuchte Jack. Sein Blick fand Owen, der ihm zunickte und winkte. ”Perfektes Timing. Bringen wir es hinter uns.”

***

Ianto seufzte müde und stieg in sein Bett. Einen Moment lang spielte er mit dem Gedanken, seine Pyjamahose auszuziehen, aber dann entschied er sich dagegen. Jack zog ihn gerne während dem Vorspiel aus.

Es war spät.

Sie hatten die Gäste erfolgreich mit Retcon außer Gefecht gesetzt und ihnen dann nur so viel von den Ereignissen dieses Tages ins Gedächtnis gerufen, dass sie sich an die Party und die Zeremonie erinnerten. Als sie endlich zu Hause angekommen waren, war Ianto erschöpft. Er wusste aber, dass Jack noch nicht schlafen wollen würde und war daher froh, dass sie am nächsten Tag frei hatten. Jack würde den Riss mit seinem Armband kontrollieren, aber Tosh erwartete keine Aktivität in den nächsten zwölf Stunden. Jack schlenderte in Iantos Schlafzimmer. Er trug nur ein Grinsen und seine dunkelroten Pyjamahose.

Sie war etwas zu lang und saß niedrig auf seinen Hüften.

Ianto wusste, dass Jack sie nur für ihn trug. Normalerweise ging der Captain nackt ins Bett. Aber seit Ianto die Hose in Jacks Schrank gefunden und ihm gesagt hatte, wie gut er darin aussehen würde, bemühte der ältere Mann sich darum, ihm eine Freude zu machen. Jacks Grinsen wurde breiter und Ianto blickte ihn neugierig an. ”Was?”, fragte er.

Jack stieg ins Bett und leistete Ianto unter der Decke Gesellschaft, noch immer grinsend. Er krabbelte zwischen Iantos Beine.

Ianto beugte die Knie, Jacks warmer Körper nun zwischen seinen Oberschenkeln. ”Warum grinst du so?”

Jack griff nach hinten und zog etwas aus dem Bund seiner Pyjamahose. Ianto schüttelte den Kopf. ”Nein, ich habe es dir schon mal gesagt und ich sage es dir nicht noch mal. Wir benutzen nicht die Eye-5-Kontaktlinsen.”

Seit sie die Linsen gefunden hatten, die alles aufzeichneten, was der Träger sah, war Jack von ihnen besessen. Und obwohl Ianto immer bereit war, Jacks innovative Fantasien fürs Schlafzimmer zu erfüllen, weigerte er sich bisher vehement, die Linsen zu benutzen. Er hatte es noch nie gemocht gefilmt zu werden. Seine Unsicherheit kam jedes mal auf, wenn eine Kamera auf ihn gerichtet war – Heimvideos, Theaterstücke in der Schule oder aber Lisas Leidenschaft für ein Video-Tagebuch über ihre Beziehung waren ihm unangenehm. Sich selbst und Jack beim Sex zu filmen kam ihm noch merkwürdiger vor. Das Schlimmste jedoch war, dass er nicht mal ihre Abwesenheit von der Basis als Entschuldigung nutzen konnte, es nicht zu tun. Jack konnte mit seinem Armband eine direkte Verbindung zwischen den Linsen und seinem Computer herstellen. Er trug die Linsen seit zwei Wochen mit sich herum.

Ianto war zu erschöpft, um wieder mit Jack darüber zu diskutieren – sollte Jack das Thema in den nächsten Minuten nicht als erledigt ansehen, dann würde Ianto wohl doch nachgeben.

Aber Jack hielt nicht die Linsen in der Hand sondern eine pinke Rose. Ihr Stengel war kurz, also vermutete Ianto, dass Jack sie aus einem der kleinen Bouquets auf den Tischen hatte mitgehen lassen. ”Für dich, Darling.”

Iantos Beine drückten sanft zu. ”Nenn mich nicht so. Ich fühle mich wie Wendy.”

”Lass mich dein Peter sein.”

Ianto lachte.

”Ich höre auf dich Darling zu nennen, wenn wir die Linsen benutzen.”

Ianto zuckte mit den Schultern, weder zustimmend, noch abgeneigt. Er nahm die Rose entgegen. ”Danke.”

”Romantisch, nicht wahr?”, fragte Jack. Regen begann an das Fenster zu schlagen.

”Ja”, antwortete Ianto. Er spielte mit den pinken Blütenblättern, während Jack seine Arme um Iantos Oberkörper wand und sie enger zusammen presste. Ianto spreizte die Beine etwas weiter. Dann griff er zu seinem Nachttisch und schaltete das Licht aus. Sein Schlafzimmer war nun nur noch von den entfernten Lichtern der Straßenlaternen erleuchtet. Er konnte Jacks Gesicht nicht erkennen, aber er sah seine Umrisse. Jacks Haut war warm und er atmete die Pheromone ein, die den Captain umgaben. Donner rollte über die Stadt.

Jack küsste Iantos Schlüsselbein. Er nahm die Rose und legte sie auf den Nachttisch. ”Küss mich.” Ein Flüstern, gerade laut genug, dass Ianto es hören konnte. Ianto grub seine Hände in Jacks Haare und gehorchte. Er stöhnte leise, als Jack sich enger an ihn drückte. ”Bist du glücklich?”, fragte Jack plötzlich. Ianto sah sein Gesicht einen Augenblick, als sein Schlafzimmer von einem Blitz erhellt wurde. Jack sah ernst aus und Ianto nahm an, dass er schon eine Weile darauf gewartet hatte, diese Frage zu stellen.

”Ja”, antwortete er, ”natürlich.”

Jack legte eine Hand an seine Wange. ”Warum hast mich dann zum Tanz aufgefordert? Vor allen Leuten.”

Das Geräusch von Donner erfüllte die Stille und Ianto fühlte sich, als hätte jemand einen Eimer mit Eiswasser über ihm ausgeleert. Er schluckte. ”Es tut mir leid. Ich dachte nicht, dass es dich stört. Ich … du hast 'Ja' gesagt und …”

”Nein, nein, nein. Shh.” Jack drückte einen Kuss auf seine Lippen. Ein Blitz zeigte ein Lächeln auf seinem Gesicht und Ianto atmete erleichtert aus.

”Aber du warst immer so zurückhaltend in der Öffentlichkeit. Was hat sich geändert?”, fragte Jack.

Ianto seufzte. Er schloss die Augen. ”Ich weiß nicht.”

”Oh, doch!” Er streichelte durch Iantos Haare.

Ianto schluckte und war froh, dass es beinahe dunkel in seinem Schlafzimmer war. Er fühlte sich so weniger verwundbar. ”Du hast mit Gwen getanzt.”

”Und?”

Ianto sah nicht in Jacks Richtung. Er streichelte seinen Arm. ”Ich war eifersüchtig.”

Jack kicherte. Owen würde Ianto niemals glauben, aber Jack – stark, tapfer, attraktiv und sehr männlich – kicherte, wenn er sich geschmeichelt fühlte. Und noch dazu kicherte er auf eine niedliche Art.

”Und …” Ianto blickte in das Gewitter hinaus, blinzelte, als ihn ein Blitz blendete. ”Es war eine Hochzeit, okay? Es war die erste Hochzeit auf der ich war, seit ich 18 war und damals hatte ich niemanden zum Tanzen. Jetzt …”

”Jetzt hast du mich und ich habe lieber mit der Braut getanzt”, nickte Jack und fühlte sich plötzlich schuldig.

”Ich wollte, dass alle Bescheid wissen.”

”Hat funktioniert.”

Ianto wurde rot, als er sich an die Gäste erinnerte, die sie angestarrt und geflüstert hatten.

”Warum hast du mir nicht gesagt, dass du offener sein willst?”

Ianto zuckte mit den Schultern.

”Ich will, dass du glücklich bist”, sagte Jack. ”Du musst mir sagen, was du willst … für uns.”

”Ich wusste nicht, dass du offener sein willst.”

Jack seufzte. ”Deshalb musst du mit mir reden. Ich mag diese Art von Beziehung, weißt du? Daten, tanzen und offen sein.”

”Ich wusste das nicht. Das hast du mir nie gesagt.”

”Na ja, ich hatte ja auch lange niemanden, mit dem ich das wollte.” Er küsste Iantos Nase. ”Das hat sich geändert.”

”Wow!”, sagte Ianto, überspielte, wie überwältigt er tatsächlich war. ”Als nächstes machst du mir einen Antrag.”

”Wer weiß?”, antwortete Jack. ”Ich war schon verheiratet. Vielleicht will ich das wieder.”

”Jetzt redest du Unsinn.”

Jack zuckte mit den Schultern. ”Ich habe nicht gesagt, dass ich dich gleich jetzt heiraten will.” Er beobachtete, wie ein Blitz in Iantos hellen Augen reflektiert wurde. ”Vielleicht irgendwann.”

Ianto wurde rot und lächelte. ”Ich weiß nicht, was ich sagen soll.”

”Du musst nichts sagen.” Jack drückte einen sanften Kuss auf Iantos Lippen. Dann legte er seine Stirn an die seines Freundes und immer, wenn ein Blitz das Zimmer erhellte, fingen sie den Blick des anderen. Ianto grinste, plötzlich glücklich und aufgeregt. Als ob sie sich etwas versprochen hatten. Eine Zukunft. Jack seufzte glücklich und küsste Iantos Halsbeuge.

Ianto wickelte dunkle Haarsträhnen um seine Finger und starrte an die Decke. Er lachte leise und Jack hob den Kopf, um ihn fragend anzublicken. Ianto verdrehte die Augen. ”Falls wir wirklich, nicht gleich jetzt aber vielleicht irgendwann, heiraten, versprich mir, dass nichts pink sein wird.”

Jack lachte. ”Warum sollten wir etwas in pink haben?”

Ianto nahm die Rose und hielt sie auf Jacks Augenhöhe. ”Es gab rote Rosen, weiße Rosen … du hast eine von den pinken genommen. Ich nehme also an, dass du die Farbe magst.” Er ließ die Rose zu Boden fallen. ”Außerdem liebt Rhiannon, meine Schwester ... sie liebt pink.”

”Aber es ist unsere Hochzeit, nicht ihre.”

”Sie wird die Kontrolle übernehmen.”

Jack küsste Iantos Stirn. Er ließ ihn nicht sehen, wie viel es ihm bedeutete, dass Ianto mit ihm über ihre Zukunft sprach. Er hatte schon eine Weile offener auftreten wollen, aber Ianto war immer so unsicher gewesen, sobald sie unter Menschen waren. Jack konnte es ihm nicht verübeln. Dieses Jahrhundert war prüde. Homosexualität galt noch immer als merkwürdig, obwohl die Schwulenrechte immer wichtiger wurden.

”Sie wird dich lieben”, sagte Ianto plötzlich. Jack küsste ihn wieder, zuerst sanft, dann mit mehr Leidenschaft. Ianto stöhnte und legte seine Beine um Jacks Hüften. Eine seiner Hände glitt Jacks Rücken hinunter, unter die Pyjamahose.

Jack weigerte sich die Diskussion, die sie seit zwei Wochen führten, einfach so aufzugeben. Erst recht, da er nun ein Druckmittel gefunden zu haben schien. ”Oh, Darling!”, grinste er. ”Ja!”

Ianto verdrehte die Augen und zog seine Hand zurück. ”Gott, Jack, dann hol die Eye-5.”

Jack gab einen kleinen Triumphschrei von sich und sprang aus dem Bett zu seinem Mantel. Eine interessante Nacht lag vor ihm.


ENDE
06/10

Komplette Fanfiction Masterlist

Comments

( 4 comments — Leave a comment )
hab318princess
Jul. 22nd, 2010 04:40 pm (UTC)
Wunderbar! Hat mir gut gefallen (und jetzt wuerde ich gerne ueber die Eye-5 lesen - yep, geizig)

Tolle Geschichte
jolinarjackson
Jul. 23rd, 2010 01:35 am (UTC)
Was mit den Eye-5 geschieht, kann sich der Leser selbst ausmalen. ;)

Danke.
pechfeder
Aug. 18th, 2013 06:26 pm (UTC)
Finde ich auch besser so. Man muss nicht immer alles vorgekaut bekommen und ein wenig Fantasie hat noch keinem geschadet.

Ich liebe es wie immer bei deinen Stories, wie Jack gekonnt von ernsten Themen abweicht und seinen Dickkopf durchsetzt 😄
jolinarjackson
Aug. 19th, 2013 04:05 am (UTC)
Das macht er doch üblicherweise. :)
( 4 comments — Leave a comment )