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Blitz trifft Donner

Worte: 2.277
Inhalt: Es musste irgendwann passieren ...
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones, Nick Cutter, Abby Maitland, Connor Temple, Toshiko Sato, Owen Harper, Gwen Cooper, Rex, Myfanwy
Pairing: Jack/Ianto, Abby/Connor (angedeutet)
Rating: PG
Spoiler: keine
Setting: Season 2 – nach Verschollen
Crossover: Primeval
Crossover-Setting: Season 2
Crossover-Spoilers: keine
Anmerkungen: Geschrieben für Challenge #008 – Crossovers auf redisourcolor . Das hier war schwer zu schreiben. Es gab so viel zu sagen, aber die Story wäre einfach zu lang geworden.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serien Torchwood und Primeval und die in ihnen vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

***
***


Ianto kletterte die Leiter zu Myfanwys Nest hoch und öffnete die Klappe. Der Pteranodon hob den Kopf von ihrem Strohbett und blickte ihn neugierig an.

”Guten Morgen, meine Süße”, lächelte Ianto. Sie gab ein schnurrendes Geräusch von sich. Ianto drückte den Knopf, der den Tunnel zur Oberfläche verschließen würde. Myfanwy durfte nachts nach draußen. Jack hatte einen kleinen Zugang aus einem alten Lüftungsschacht gebaut, der von ihrem Nest direkt nach oben zu einer verlassenen Ecke des Roald Dahl Plass führte. Nachts konnte niemand den Pteranodon aus der Basis kommen sehen und sie konnte fliegen, ohne bemerkt zu werden. Sie hatten ihr beigebracht, beim ersten Sonnenstrahl wieder zurück zu sein. Sie flog nicht jede Nacht. Manchmal zog sie es vor, Fische in dem Becken am Boden der Basis zu jagen oder Jack und Ianto beim Sex zu stören, indem sie mit Dingen um sich warf und Jacks Büro durcheinander brachte. Jack sagte immer, dass sie das nur machte, weil sie eifersüchtig auf die Aufmerksamkeit war, die der Captain von Ianto bekam. Ianto sagte immer, dass sie das machte, weil er ihr nach dem ersten Mal eine große Tafel Schokolade gegeben hatte, um sie zu beruhigen, damit er und Jack sich wieder aufeinander konzentrieren konnten. Nun schien sie zu glauben, dass es unweigerlich zu einer Belohnung führte, ihre Besitzer zum Fluchen zu bringen.

”Hattest du eine spannende Nacht?”, fragte Ianto.

Myfanwy zwitscherte. Ianto runzelte die Stirn. Der Pteranodon zwitscherte nie.

Das Geräusch erklang wieder und Ianto bemerkte, dass es nicht von Myfanwy kam. Er krabbelte weiter in das Nest hinein, achtete darauf, seinen Anzug nicht zu ruinieren, und spähte um Myfanwys massigen Körper herum, um die Quelle des Geräuschs zu finden. Seine Augen weiteten sich ungläubig. ”Oh ...”

***

“Oh, großartig”, murmelte Owen. ”Noch einer?”

Sie starrten alle auf das Wesen, das Ianto auf dem Konferenztisch abgesetzt hatte. Es war in etwa so groß wie eine Katze und sah aus wie eine zu groß geratene Eidechse mit Flügeln. Seine grünen Schuppen wurden von roten und gelben Flecken verziert. Die gelben Augen blickten sich neugierig um und es schien nicht im geringsten eingeschüchtert von den Menschen. Tosh grinste. ”Es ist so süß.”

Gwen nickte und tätschelte den kleinen Kopf. ”Hallo, du”, sagte sie leise.

Die Eidechse zwitscherte sie an.

”Oh, du bist so süß.”

Owen verdrehte die Augen. ”Warum benehmen Frauen sich wie Kinder, sobald sie auf ein Baby treffen?”

Jack hob die Augenbrauen. ”Ich glaube nicht, dass es ein Baby ist.”

Owen blickte ihn an. ”Ha?”

Jack zuckte mit den Schultern. ”Und es scheint an Menschen gewöhnt zu sein. Vielleicht ist es aus einem privaten Zoo ausgebrochen.”

”Aus einem privaten Zoo?”, fragte Owen. ”Es ist ein Dinosaurier.”

”Vielleicht war Myfanwy schwanger, als sie herkam”, sagte Gwen.

Ianto schüttelte den Kopf. ”Nein … erstens sind Pteranodons keine Säugetiere. Sie legen Eier. Zweitens ist es nicht ihr Baby. Es sieht gar nicht wie sie aus.”

Der kleine Dinosaurier zwitscherte und sprang in Toshs Arme. Er kuschelte sich an ihre Brust.

”Oh, es ist so niedlich.”

Gwen blickte hoffnungsvoll zu Jack. ”Können wir es behalten?”

Owen wirkte wenig begeistert. ”Wir können nicht einfach alles behalten, was durch den Riss kommt. Es ist kein Haustier.”

”Aber es ist so süß.”

”Und das ist dein Argument? Dass es süß ist?” Er seufzte. ”Frauen.”

Ianto sagte: ”Es hat sich auf jeden Fall mit Myfanwy angefreundet. Sie muss es hierher gelockt haben.”

Jack rieb sich die Stirn. ”Wir müssen es erst mal behalten. Wir können es nicht gehen lassen, ohne zu wissen, wo es her kommt.”

”Wir müssen ihm einen Namen geben”, sagte Tosh.

Jack lächelte. ”Wir müssen zuerst raus finden, ob es ein Männchen oder ein Weibchen ist.”

”Wie wär's mit Frodo?”, fragte Gwen.

”Das ist ein Witz, oder?”, fragte Owen.

Tosh lächelte. ”Ich find's gut.”

***

Ianto blickte auf, als sich die Tür zur Touristen-Information öffnete und zwei Männer und eine Frau eintraten. Die Frau war Mitte 20 und trug ihr hellblondes Haar kurz. Sie hatte blaue Augen in einem hübschen, feinen Gesicht. Sie trug einen Minirock über einer sehr engen, schwarzen Jeans und alte Turnschuhe. Die blaue Jeans-Jacke, die sie über einem hellroten Top trug, wirkte alt und gemütlich.

Der jüngere der beiden Männer war in ihrem Alter, schlank und wirkte etwas ungeschickt. Er versteckte das schulterlange, braune Haar unter einem schwarzen Hut. Er trug eine dunkle Jacke über einem weißen Hemd, das schon eine ganze Weile kein Bügeleisen mehr gesehen hatte. Es war nicht zugeknöpft, sodass Ianto das dunkelblaue T-Shirt sehen konnte, das er darunter trug. Schwarze Wollhandschuhe, denen die Finger fehlten, versteckten seine Hände vom Handgelenk bis zu den Ansätzen seiner Finger. Die hellblauen Jeans und die Turnschuhe waren das normalste an seiner Erscheinung.

Der andere Mann war mindestens 15 Jahre älter als seine Begleiter. Das dunkelblonde Haar passte zu seinen blauen Augen. Er trug einen hellgrünen Mantel und dunkelblaue Jeans. Er war derjenige, der das Reden übernahm. ”Hallo. Wir haben uns verirrt.”

Die Frau blickte sich neugierig um, während der junge Mann einen der Katalog aus dem Regal nahm und darin blätterte.

”Wo wollen Sie denn hin?”, fragte Ianto.

Der blonde Mann lächelte. ”Nicht weit. Ist dieses Büro am Ende des Kais oder geht die Promenade noch weiter?”

”Ich fürchte nicht, Sir”, lächelte Ianto. Der Mann nickte langsam. Ianto spannte sich an. Etwas stimmte nicht.

Die Frau schob ihre Hände in die Jackentaschen und der jüngere Mann legte den Katalog zurück ins Regal, wobei er drei andere zu Boden stieß. ”Oh, Entschuldigung.” Er kniete sich hin, um sie aufzuheben. Der ältere Mann warf ihm einen etwas genervten Blick zu.

Ianto sagte: ”Hinter diesem Büro ist das offene Meer.”

”Sicher?”, fragte der Mann.

”Ja, Sir”, antwortete Ianto.

”Okay”, sagte der Mann. ”Trotzdem danke.”

Sie verließen die Touristen-Information. Die Frau warf Ianto einen misstrauischen Blick über ihre Schulter zu, ehe die Tür sich schloss.

***

“Ianto, beeil dich! Wir kommen zu spät!”, rief Jack und Ianto eilte durch die leere Basis zum Lift. Er knöpfte seinen Mantel zu. Er trat auf die Plattform und Jack zog ihn dicht an sich, eine Hand rutschte nach unten und legte sich auf Iantos Hintern. Ianto hob die Augenbrauen. Jack grinste. ”Ich will nur nicht, dass du runter fällst.”

”Du nutzt aber auch jede Gelegenheit, Jack”, lächelte Ianto und der Captain nickte. Der Lift fing an sich zu bewegen und als Ianto aufblickte, konnte er durch das Loch in der Decke den Nachthimmel sehen. Er atmete den Geruch von Jacks Mantel ein und schloss die Augen. Ihr letztes richtiges Date war so lange her. Meistens schafften sie es nicht aus der Basis, weil sie zu müde waren oder den Riss im Auge behalten mussten. Aber heute sollte es eine ruhige Nacht werden und Jack hatte einen Tisch reserviert, um Ianto etwas Entspannung zu gönnen.

”Wie wär's mit einem Film nach dem Essen?”, fragte Jack.

Ianto nickte. ”Klingt gut.”

Jack küsste seine Schläfe und festigte den Griff um Iantos Hüfte. Myfanwy schrie auf und flog einen weiten Kreis durch den Hauptraum, wobei einer ihrer Flügel Jack und Ianto nur knapp verfehlte. Frodo folgte ihr, fröhlich vor sich hin zwitschernd.

”Die beiden lieben sich”, sagte Jack.

”Ja”, grinste Ianto. Die kühle Nachtluft umarmte sie, als der Lift sein Ziel erreichte. Ianto drängte sich gegen Jack und suchte nach seiner Körperwärme. Der Lift stoppte auf dem beinahe verlassenen Plass. Als Jack hinunter steigen wollte, ergriff Ianto sein Handgelenk. ”Jack”, sagte er und nickte zu dem Pärchen, das direkt neben ihnen auf dem Boden saß und die beiden Männer nicht bemerkte.

”Whoa!”, sagte Jack. ”Stell dir vor, sie hätten etwas weiter rechts gesessen. Sie wären rein gefallen.”

Darum ging es Ianto nicht. ”Sie waren heute in der Touristen-Information”, sagte er. Die Frau lehnte an dem jungen Mann und hatte ihr Gesicht an seiner Schulter vergraben. Der Mann hatte einen Arm um sie gelegt und wirkte in einem Moment wie der glücklichste Mann der Welt und im nächsten tief betroffen.

Der ältere Mann stieß zu ihnen und steckte sein Handy ein. ”Wir müssen zurück.”

Die Frau blickte auf und Ianto erkannte Tränen auf ihren Wangen. ”Aber wir haben ihn noch nicht gefunden. Wir können nicht einfach gehen.”

”Abby, ich wünschte, wir könnten bleiben. Aber wir suchen schon seit zwei Tagen nach ihm. Sie brauchen uns im ARC.”

Der junge Mann fragte: ”Können wir nicht noch bis morgen bleiben? Sehen Sie.” Er zog ein Gerät aus seiner Tasche und Ianto sah einen roten Signalpunkt auf einem kleinen Display blinken. ”Das ist sein Chip. Er muss hier sein.”

”Ich wünschte, ich könnte etwas tun, Connor, aber wir können nicht mehr bleiben. Rex ist weg. Was auch immer für ein Signal wir hier kriegen, er kann es nicht sein. Wir haben schon den ganzen Tag hier verbracht.”

Abby wischte sich Tränen aus den Augen. ”Ich bleibe”, sagte sie.

”Auf keinen Fall”, sagte der ältere Mann.

Abby stand auf. ”Wir können ihn nicht einfach hier zurücklassen”, antwortete sie wütend. ”Was, wenn ihn jemand findet? Er könnte in einer privaten Sammlung enden oder schlimmer – in den Nachrichten, wo jeder ihn anstarrt … oder in einem Labor. Er ist … nicht aus dieser Zeit, Professor, das wissen Sie.”

”Oh!”, sagte Ianto.

Jack seufzte. ”Frodo.”

Ianto sah zu Jack auf. ”Das wird den Mädchen das Herz brechen.”

***

Als sie Frodo – oder Rex, wie Abby ihn genannt hatte – eingefangen hatten, verließen sie die Basis über die Touristen-Information. Ianto trug Rex auf dem Arm und Jack ging ein paar Schritte voraus. Er erreichte die Besucher zuerst. ”Hallo zusammen”, sagte er und sie drehten sich zu ihm um, um ihn fragend anzublicken. Jack lächelte und schob die Hände in seine Manteltaschen. ”Captain Jack Harkness.” Er nickte zu Ianto. ”Das ist Ianto Jones und wir glauben ...”

”Rex!”, rief Abby und das kleine Wesen zwitscherte fröhlich, während es in ihre Arme sprang. ”Oh, wo warst du nur?”

”... wir haben etwas, das Ihnen gehört”, beendete Jack seinen Satz.

Der blonde Mann blickte Ianto überrascht an. ”Der Junge aus der Touristen-Information.”

Ianto nickte.

”Kein Junge”, lachte Jack. ”Glauben Sie mir.” Dann wurde er ernst. ”Wir müssen reden.”

***

Abby und Connor saßen in einer Ecke der Touristen-Information auf dem Boden. Abby hielt Rex und fütterte ihn mit Pfirsichen, die sie mitgebracht hatte, während Connor sie mit offensichtlicher, aber unerwiderter Bewunderung anblickte. Jack, Ianto und Nick Cutter standen in ihrer Nähe und redeten. Ianto hatte Tee für ihre Besucher gemacht, die den ganzen Tag draußen in der Kälte verbracht hatten, um nach Rex zu suchen. Er war aus Abbys Wohnung in London entwischt und hatte sich verirrt. Er war dann nach Cardiff geflogen und hatte Myfanwy getroffen. Zumindest nahmen sie das an.

”Also, Sie nennen es Anomalien?”, fragte Jack.

Nick nickte. ”Ja, es sind Portale zur Zukunft und Vergangenheit und sie Wesen aus diesen Zeitaltern können hierher gelangen. Aber wir können auch durch sie hindurch gehen und die andere Seite erforschen.”

Ianto blickte zu Jack. ”Klingt verdächtig nach ...”

”... dem Riss”, nickte Jack. ”Und Sie gehen durch?”

Cutter nickte. ”Und wir können vorher sagen, wo die Anomalien sich öffnen.”

”Wow!”, sagte Jack. ”Beeindruckend.”

Für eine Organisation, die ohne das Wissen oder die Technologie arbeitete, die Torchwood zur Verfügung stand, war es das tatsächlich.

”Was machen Sie?”, fragte Nick mit einem Stirnrunzeln.

”Ungefähr das gleiche, nur gehen wir nicht auf die andere Seite. Was Sie beschreiben klingt nach Riss-Echos. Ich wette, dass, wenn wir die Zeitpunkte, zu denen Ihre Anomalien auftauchen mit den Zeitpunkten vergleichen, zu denen sich der Riss weit öffnet, die Zeiten übereinstimmen. Vielleicht gibt das in der Umgebung von London so eine Art Entladung – der Donner zu unserem Blitz. Kleiner und nicht so gefährlich.”

”Von was für einer Art Blitz sprechen wir hier?”, wollte Nick wissen.

Jack grinste. ”Der Riss ist riesig. Wir haben ziemlich abenteuerliche Besucher, während Sie die ganzen kleineren Probleme bekommen.”

Connor hob die Augenbrauen. ”Sie nennen riesige Dinosaurier ein kleines Problem?”, fragte er ungläubig.

Jack nickte. ”Sie würden nicht glauben, womit wir es hier teilweise zu tun haben.”

”Nun ja”, sagte Nick, ”wir sollten gehen, ehe unser Chef die Verstärkung schickt.” Er wirkte einen Moment unschlüssig, dann fragte er: ”Wie regeln wir das hier nun?”

”Das hier?”, fragte Jack.

”Na ja, Torchwood und das ARC.”

”Ehrlich?”, fragte Jack. ”Ich habe keine Ahnung.”

”Das Gefühl kenne ich”, lächelte Nick.

”Für's erste sollten wir einfach … vergessen, was passiert ist.”

Cutter nickte. ”Ja. Klingt plausibel.” Er nahm den letzten Schluck Tee und sie verabschiedeten sich. ”Wir wissen, wo wir Sie finden”, sagte Nick. Jack nickte.

Die Tür zur Touristen-Information schloss sich und Ianto seufzte, ehe er die Teetassen einsammelte. ”Also, willst du mir verraten, warum wir sie nicht retconnen?”

Jack zuckte mit den Schultern. ”Sie sind eine geheime Organisation. Wir sind eine geheime Organisation. Ich denke, sie werden schweigen. Außerdem ...” Er blickte Ianto an. ”Diese Anomalien sind interessant. Sehr interessant. Die Möglichkeit, ohne das Verwenden von Technologie in die Vergangenheit und die Zukunft zu reisen. Und ohne die Gefahren, die eine Reise durch den Riss mit sich bringt.”

”Du denkst, wir könnten mit ihnen zusammen arbeiten?”

”Wer weiß?”, seufzte Jack.


ENDE
08/10

Komplette Fanfiction Masterlist

Comments

( 3 comments — Leave a comment )
aenn17
Apr. 29th, 2011 08:58 am (UTC)
Geile Idee, die beiden Sendung zusammen zu bringen!
Und cooler Text... :)
jolinarjackson
May. 1st, 2011 01:39 pm (UTC)
Danke dafür. Ich persönlich denke, die Serien würden perfekt zueinander passen. :)
aenn17
May. 3rd, 2011 11:52 am (UTC)
Auf jeden Fall! Es gibt ja, gerade in letzter Zeit, viele Sendungen, bei denen es um Zeitreisen etc. geht, aber die beiden gehören mit zu den Besten, finde ich. :)
Also, danke, dass du das geschriben hast! :D
( 3 comments — Leave a comment )