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Torchwood: Nur Finsternis (Fanfiction)

Nur Finsternis

Worte: 1.451
Inhalt: Wenn deine Sinne schwinden, bleibt nur Finsternis.
Charaktere: Ianto Jones, Jack Harkness, Owen Harper
Pairing: Jack/Ianto
Rating: PG-13
Setting: Season 2
Warnungen: Dunkel, möglicher Character Death
Anmerkungen: Geschrieben für Challenge #009 – 5 Sinne auf redisourcolor .
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

***
***


Er hörte den Regen fallen. Er tropfte auf die Blätter über ihm, rann die Stämme herunter und weichte den ohnehin schon matschigen Boden unter ihm auf.

Er roch regennasse Wolle und Jacks Aftershave, gemischt mit dem Duft der Pheromone, den der Captain jederzeit abgab und der ihn so unwiderstehlich für alle machte, die er anlächelte, mit denen er flirtete und mit denen er sprach.

Er schmeckte die Regentropfen, die Jacks Gesicht hinunter liefen und zwischen ihren Lippen verschwanden, als Jack ihm einen sanften Kuss gab.

Er fühlte das raue Material, aus dem Jacks Mantel bestand, als er sich daran festhielt als hätte er Angst zu fallen – und vielleicht war es auch so.

Er sah Jack in dem spärlichen Schein der Taschenlampe, über die der Captain eine Hand gelegt hatte. Seine Augen waren dunkelblau und besorgt, dann plötzlich alarmiert.

Der Captain drehte den Kopf weg und schaltete die Lampe aus. Er presste sich enger an den Baum, hinter dem sie sich versteckten, und beobachtete den Wald mit seinen Schatten und Geräuschen. Ianto zog die Beine an und drückte sich an Jacks breiten Oberkörper. Seine Hosen waren mit Dreck verschmiert, seine Schuhe ruiniert und sogar seine Socken nass. Er machte sich eine mentale Notiz, Jacks ebenso schmutzigen Mantel in die Reinigung zu bringen, sobald er Zeit finden würde. Ihre Hosen mussten gewaschen werden und Jacks robuste Stiefel geputzt. Was ihn daran erinnerte, neue Schuhcreme zu kaufen.

Ianto zwang sich, sich auf Jack und ihre Umgebung zu konzentrieren. Er schalte sich selbst für seine wirren Gedanken und dass er sich selbst daran erinnerte musste, dass sie in Gefahr waren. Der Regen hörte auf und die Wolken rissen auf, um das Licht des Mondes und der Sterne in den Wald dringen zu lassen, wenn auch nur schwach. Jack lauschte noch immer aufmerksam, Wasser tropfte von seinen Haaren auf seine Schultern. Ianto rutschte in eine bequemere Position und Schmerz schoss durch seinen Bauch, dort, wo Jacks Hand lag und fest zudrückte.

"Jack?", fragte Ianto mit zitternder Stimme. Es war so kalt.

Der Captain schüttelte den Kopf. "Nur ein Fuchs … oder so", antwortete er leise.

Es hatte mit einer Weevil-Jagd angefangen. Sie hatten die Kreatur zu diesem Wald außerhalb von Cardiff verfolgt und eingekreist, dann war alles ihrer Kontrolle entglitten. Das schmale, hellblau schimmernde Halvatianer-Schiff war aus dem Nichts aufgetaucht und obwohl Jack und Ianto es geschafft hatten, sich rechtzeitig zu verstecken, hatten sie ihre Position aufgegeben, um einen friedlichen Kommunikationsversuch zu starten. Die Halvatianer liefen auf zwei Beinen und sahen ein bisschen wie zu groß geratene Gottesanbeterinnen aus. Sie waren für schnelle Schiffe, Schmuggelei und Sklavenhandel bekannt. Jack nahm an, dass sie wegen der Weevils hier waren, da sie die ängstliche und überraschte Kreatur überwältigten, sobald sie ihr Schiff verlassen hatten. Seit Wochen wurde die Weevil-Population dezimiert. Toshs Computer hatten feststellen können, dass Aliens involviert waren, die jedoch immer, als Torchwood am Ort des Geschehens eintraf, verschwunden waren. Nun hatten sie ihre Erklärung. Die Halvatianer waren bekannt für ihre Sklaven. Glücklicherweise verkauften sie keine Menschen. In ihren Augen waren diese zu schwach. Aber sie mochten auch keine Zeugen. Zumindest nicht die Art von Zeugen, die sie herausforderten und ihnen nahe legten, von der Erde zu verschwinden.

Deshalb kauerten die beiden Männer nach einer Flucht durch den dunklen Wald hinter einem Baum und warteten darauf, dass Owen, Gwen und Tosh ihnen zur Hilfe kommen würden. Jack hörte ein Fauchen, die Sprache der Halvatianer, und zog Ianto näher. "Scheiße. Sie haben uns."

"Du musst gehen", flüsterte Ianto.

Jack schüttelte den Kopf und nahm seine Hand von Iantos Bauch. Sie war feucht vom Regen und von Blut. Er legte eine von Iantos Händen auf die Wunde. "Du musst Druck ausüben."

Ianto gehorchte, aber er schüttelte den Kopf. "Du musst gehen."

"Ich will davon nichts mehr hören", zischte Jack und machte seine Webley bereit. Ianto fühlte Blut zwischen seinen Fingern hervorquellen und drückte fester. Er erstickte einen Schmerzenslaut, indem er sich auf die Unterlippe biss.

Sie hatten ihn angeschossen, während sie geflohen waren. Jack wollte nicht ohne ihn gehen, obwohl Ianto versuchte, ihn davon zu überzeugen. Der jüngere Mann wusste, dass die Wunde zu tief war und der Schaden zu groß. Er würde nicht überleben.

Jack sah fünf Schatten zwischen den Bäumen auf sie zukommen und schätzte seine Chancen ein. Nicht gut. Halvatianer waren schnell und schwer zu töten.

Er hatte Owen über das Headset gesagt, dass er und die Frauen sich mit den größten Waffen ausrüsten sollten, die sie hatten. Owen hatte ihm versichert, dass sie sich beeilen würden, aber nun rannte ihnen die Zeit davon.

Jack sah auf die Uhr. Acht Minuten waren vergangen, seit Ianto verwundet wurde. Sieben, seit sie sich hinter diesem Baum versteckt hatten. Die Halvatianer waren ungewöhnlich langsam. Ihre Augen waren in der Dunkelheit ebenso schwach wie die eines Menschen, aber sie hatten Scanner. Vielleicht fanden diese zu viele Lebenszeichen im Wald um sie herum, was die Jäger bisher aufgehalten hatte, aber nun kamen sie näher und Ianto lag im Sterben und die Unterstützung ließ auf sich warten. Jack schaute dorthin, wo er die Halvatianer zuletzt gesehen hatten und verzog das Gesicht, als er sie nicht finden konnte. "Nein, nein, nein."

Wo waren sie?

Iantos freie Hand packte den Ärmel seines Mantels. "Jack."

Er blickte auf ihn hinunter und drehte den Kopf, um in die Richtung zu sehen, in die Ianto schaute. Da waren sie. Fünf Halvatianer, größer als Jack und wütend fauchend, ihre zart gebauten Waffen in den Händen. Jack richtete seine Webley auf sie und hielt Ianto mit der anderen Hand an sich gedrückt. "Okay", sagte er, "dreht euch um und geht. Wir werden keine große Sache draus machen und ihr findet einfach einen anderen Planeten, wo Weevils leben. Abgemacht?" Er wusste, dass sie ihn verstanden. Halvatianer verfügten über eine Technologie, die ihnen erlaubte, jede jemals gesprochene Sprache zu übersetzen. Er könnte schießen, aber das würde ihm nichts nutzen. Er würde vielleicht einen von ihnen töten, aber die anderen würden ihn erschießen und dann beschließen, dass Ianto zu schwer verwundet war, um Munition an ihn zu verschwenden. Sie würden ihn hier liegen und langsam und schmerzhaft verbluten lassen und obwohl Jack wusste, dass er ohne Owen oder ihr Notfall-Set nichts daran ändern konnte, so wollte er auch nicht, dass Ianto alleine war, wenn es passierte. Und er wollte nicht neben dem leblosen Körper seines Freundes aufwachen.

"Dito", sagte jemand und Jack atmete erleichtert aus. Owen, Gwen und Tosh standen ein paar Meter entfernt, Deckung hinter ein paar Bäumen suchend. Die Waffen in ihren Händen wirkten beinahe lächerlich groß. Die Halvatianer drehten sich zu der neuen Bedrohung und hoben die Waffen. Owen schoss und Gwen und Tosh sahen das als ihr Stichwort, dasselbe zu tun.

Jack ließ seine Webley fallen und zerrte Ianto um den Baum und in Deckung. Ianto schrie auf und Jack legte ihn auf den nassen Boden, bevor er Iantos schwache Hand wegschob und die Blutung mit seinen stärkeren zu stillen versuchte. "Es ist okay", flüsterte er, obwohl Ianto ihn über den Lärm des Kampfes nicht hören konnte.

Nach einer Weile wurde es ruhig. Dann eilte plötzlich Owen um den Baum und fiel neben Ianto auf die Knie. Seine Taschenlampe beleuchtete das blutige Jackett und Hemd. "Scheiße, Jones", sagte er und schob Jacks Hände weg, um sich die Wunde anzusehen.

Jack starrte ihn fragend an. "Owen?"

Der Arzt schüttelte den Kopf und ließ seinen Rucksack zu Boden fallen, bevor er ihn öffnete und durchwühlte. "Sieht übel aus."

"Aber er kommt in Ordnung?", fragte Jack.

Owen antwortete nicht. Er legte dicke Mullbinden auf die Wunde. "Du musst Druck ausüben."

Jack kämpfte Tränen zurück und tat, was Owen ihm sagte. Mit halb geöffneten Augen blickte Ianto zu Owen hoch, der neben ihm auf dem schlammigen Boden kniete. Owens Jeans mussten gewaschen werden. Das erinnerte ihn daran, dass er Waschmittel für die Maschine in der Basis kaufen musste.

Er wimmerte, als Owen mit der Taschenlampe in seine Augen leuchtete. "Bist du noch wach?", fragte er.

Ianto wollte ihm Ja sagen, aber dass er müde war und fror.

"Er bekommt einen Schock, Jack", sagte Owen und seine Stimme klang etwas panisch und gedämpft.

Ianto hörte, wie der Regen wieder anfing und er klang lauter als er sollte. Er übertönte Jacks und Owens Stimmen.

Er roch das saubere Aroma, das nur ein Regennasser Wald hervorbringen konnte.

Er fühlte den nassen Boden unter seinen Händen und einen dumpfen Schmerz dort, wo Jacks Hände auf seinen Bauch drückten.

Er sah Jacks Gesicht, nun so nah, und seine Lippen bewegten sich, aber er konnte kaum verstehen, was er sagte. "... okay, Ianto ... noch ein bisschen durch."

Ianto öffnete den Mund, um zu antworten, und schmeckte Blut.

Dann schwanden all seine Sinne und nur Finsternis blieb.


ENDE
08/10

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Comments

( 2 comments — Leave a comment )
pechfeder
Aug. 27th, 2013 05:07 pm (UTC)
Ich finde es toll, dass du in den Warnungen nur "möglicher Charaktertot" geschrieben und das Ende offen gelassen hast.
So kann sich jeder selbst überlegen ob Ianto wirklich gestorben oder später in der Basis wieder zu sich gekommen ist :D
Wie immer dickes Lob!
jolinarjackson
Aug. 28th, 2013 05:44 pm (UTC)
Genau so war es gedacht. :)
Danke.
( 2 comments — Leave a comment )