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Stargate Universe: Diplomatin (Fanfiction)

Diplomat

Serie: Destinys Gesichter (Masterliste)
Inhalt: Camile hob die Augenbrauen. “Rush gehört zu den Zivilisten. Eli gehört zu den Zivilisten. Beide fallen unter meine Autorität.“ - “Seit wann?“ - “Seit die Zivilisten mit ihren Problemen zu mir kommen.“

Rating: PG
Spoiler: Life
Setting:
kurz vor Justice
Beta:
sheneya  – danke!

Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Stargate Universe und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Destiny's Gesichter Masterlist


Wenn sie die Kantine betrat, sah sie verängstigte Menschen.

Sie saßen zusammen an den Tischen und sprachen miteinander, einige von ihnen lächelten oder lachten, aber sie waren verängstigt. Camile kannte die Zeichen. Während Becker ihre Ration vorbereitete, ließ sie ihre Augen durch den Raum gleiten. Eine Gruppe Zivilisten, unter ihnen Brody und Franklin, saß zusammen und diskutierte Rushs Unwillen, mit ihnen zusammen zu arbeiten gerade laut genug, dass Rush sie hören konnte. Der konzentrierte sich jedoch voll auf Eli direkt neben ihm und die Bilder, die die KINO-Fernbedienung ihnen zeigte. Seine Schüssel stand vergessen vor seinen auf dem Tisch verschränkten Armen. Eli löffelte seine Ration noch mit einer Hand, während die andere das KINO bediente.

Chloe saß allein an einem Ecktisch und hörte Musik. Drei Soldaten hatten sich mit Lt. James um einen Tisch geschart und bemühten sich scheinbar vergeblich, sie beim Pokern zu schlagen.

“Entschuldigung, Ma’am.“ Beckers Stimme riss Camile aus ihren Betrachtungen. Er hielt ihr die Schüssel hin.

“Danke“, murmelte sie und setzte sich an einen nahen, bisher leeren Tisch. Diese Menschen wirkten nicht verängstigt, aber sie waren es.

Camile hatte auch nie verängstigt gewirkt, als sie mit 17 mit ihren Eltern an einem Tisch saß – das gestrige Date mit Kelly Gillian im Kopf, aber von dem Quarterback der Highschool schwärmend, um ihre Mutter glücklich zu machen. Sie hatte auch nicht verängstigt gewirkt, als sie ihren Eltern schließlich die Wahrheit gesagt hatte. “Ich bin lesbisch.“ Die drei Worte hatten im Raum gehangen, attackiert von ungläubigen, verletzten und enttäuschten Blicken ihrer Eltern, bis sie sich abgewendet hatte, um zu gehen. Seitdem sprach sie nicht mehr mit ihnen.

“Es ist kaum zu übersehen, nicht wahr?“, fragte Colonel Young und setzte sich ihr gegenüber.

Camile blickte ihn kurz an, dann starrte sie in ihre Schüssel. “Was meinen Sie?“, fragte sie.

“Angst“, antwortete Young und begann, die halbflüssige Masse in sich hinein zu löffeln, die das Militär Nahrung nannte, “Wir haben wieder eine Katastrophe in einer langen Reihe überstanden und alle fragen sich, wann das nächste Problem auftritt.“

Camile nickte nachdenklich.

Young nickte subtil in Rushs und Elis Richtung. “Ich glaube, er wird es auslösen.“

Camile hob die Augenbrauen. “Ich nehme an, Sie meinen Rush.“

“Sicher“, antwortete Young, “Ich habe Eli auf meiner Seite. Er hat versprochen, für mich auf Rush zu achten.“

Camile lächelte. “Colonel, ich bezweifle, dass Eli auf irgendeiner Seite steht.“

Der junge Mann schien von all den Lagern, die sich an Bord gebildet hatten, überfordert zu sein. Er ging auf jeden offen zu.

Camile hatte das früh verlernt. Für die Regierung zu arbeiten hatte ihr lange Zeit das Gefühl gegeben, nicht offen über ihre Sexualität reden zu können. Also hatte sie geschwiegen. Erst in den letzten paar Jahren hatte sie angefangen, nicht zu lügen, wenn jemand fragte, ob sie einen Freund hatte. Es hatte sie beim ersten mal viel Überwindung gekostet, Sharon zu einem Empfang mitzubringen, aber sie hatte es getan. Seitdem schien ihre Karriere zum Stillstand gekommen zu sein. Aber es hatte ihre Beziehung stärker gemacht und das war Camile wichtiger.

“Sie unterschätzen den Jungen“, meinte Young.

Camile kratzte den letzten Rest ihrer Ration aus der Schüssel und antwortete: “Ich glaube, Sie sind derjenige, der ihn unterschätzt. Eli steht nicht auf Seiten.“

“Seine Akte zu kennen macht Sie nicht allwissend.“

Camile schüttelte den Kopf und stützte die Ellbogen auf den Tisch. “Er war bei mir und hat gefragt, ob er Probleme bekommen könnte, wenn er die Bitte eines leitenden Offiziers ignoriert.“

“Tatsächlich?“, fragte Young.

“Er wollte wissen, ob Spionage ihn in Schwierigkeiten bringt.“

Young lachte.

Camile blieb ernst. “Ich finde Ihren Führungsstil fragwürdig, Colonel.“

“Womit wir wieder beim Thema wären“, seufzte Young.

Camile hob die Augenbrauen. “Rush gehört zu den Zivilisten. Eli gehört zu den Zivilisten. Beide fallen unter meine Autorität.“

“Seit wann?“, fragte Young.

“Seit die Zivilisten mit ihren Problemen zu mir kommen.“ Camile lehnte sich vor und sprach leiser: “Sie steuern direkt auf ein Problem zu, Colonel, und sie sind unfähig es zu sehen. Sie haben diese Situation zu einer militärischen gemacht, als sie das Kommando übernommen haben, und die Zivilisten fühlen sich übergangen.“

“Camile, es ist Ihre Aufgabe, diese Probleme zu klären. Sie sollten die Brücke zwischen dem Militär und den Zivilisten schlagen.“

“Schwer, wenn unser selbst ernannter Anführer mir nicht zuhört.“

Young kniff die Augen zusammen und Camile konnte sehen, dass sie ihn wütend gemacht hatte.

“Und nun wollen Sie das Kommando übernehmen, um das zu ändern? Ich würde gerne sehen, wie Sie Rush unter Kontrolle halten.“

Camile gab zu, dass es Young vielleicht nur gut meinte. Aber sie hörte sich die Beschwerden der Wissenschaftler über die Soldaten an. Über Rempeleien und abfällige Bemerkungen, für die zumeist Sgt. Spencer verantwortlich war.

Young wollte vielleicht die Kontrolle über die Situation haben, aber wer wurde schon darauf vorbereitet, einen Trupp Überlebende auf einem maroden Schiff durch die Galaxie zu führen – ohne Wissen über das nächste Ziel oder wie lange es dauerte, bis sie nach Hause zurückkehren konnten?

Sie beneidete ihn nicht um seinen Posten. Aber sie glaubte dennoch, dass man es besser machen könnte. Dass sie es besser machen könnte. Immerhin ging es hier nicht um das Militär, sondern um Menschen und mit Menschen kannte sie sich aus. “Seit wann haben Sie Rush unter Kontrolle?“

Young nickte resignierend. “Der Mann bedeutet eine Menge Arbeit. Aber ich bleibe dran.“

“Wir sollten das Kommando teilen.“

“Ich behalte das Kommando“, sagte Young fest, “So wenig es Ihnen gefällt, wir befinden uns in einer lebensgefährlichen Situation. Das Militär muss die Kontrolle behalten und die Zivilisten beschützen.“

Camile lachte und stand auf. “Glauben Sie mir. Das wird Ihnen leid tun. Früher oder später werden die …“ Sie deutete auf Franklin und Brody, die nun alleine waren, aber noch mit gedämpften Stimmen sprachen und Rush finstere Blicke zuwarfen. “… nicht mehr planen, wie sie ohne Rushs Einmischung arbeiten können. Sondern eher, wie sie sich gegen das Militär behaupten.“ Sie wandte sich ab und machte sich auf den Weg nach draußen.

“Camile“, sagte Young und sie drehte sich zu ihm um. “Wir reden später weiter“, sagte er beinahe streng, “Das Thema ist noch nicht beendet.“

Sie nickte und verließ die Kantine. “Noch lange nicht“, murmelte sie.


ENDE
JJ 01/10

Destiny's Gesichter Masterlist
Komplette Fanfiction Masterlist

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Comments

( 2 comments — Leave a comment )
artemis_neith
Feb. 15th, 2010 07:12 pm (UTC)
“Sie steuern direkt auf ein Problem zu, Colonel, und sie sind unfähig es zu sehen. Sie haben diese Situation zu einer militärischen gemacht, als sie das Kommando übernommen haben, und die Zivilisten fühlen sich übergangen.“

Mit diesem Satz hast Du hier das entscheidende Problem, daß sich wärend der ersten Folgen von SGU Stück für Stück aufgebaut hat, ganz klar zusammengefaßt. Aus irgendeinem Grund ist die Kompetenzverteilung zwischen der IOA/den Zivilisten und dem Militär nicht klar.

Bisher hatte ich bei den SG-1 und SGA immer den Eindruuck, daß das ganze "Stargate-Programm" der ungeteilten Aufsicht des Militärs unterstellt ist und lediglich ein Teil der Verwaltung zivilen Organisationen zugeteilt wird. Besonders offensichtlich war das für mich bei Daniel Jackson, einem Wissenschaftler und Zivilisten, der jedoch sehr bald nicht mehr von den Soldaten des Einsatzteams zu unterscheiden war, sowohl mit seiner Uniform, als auch in seinem Auftreten und irgendwann hat er auch noch den militärisch kurzen Haarschnitt. Ich hoffe nur soweit kommt es bei SGU nicht (bitte keinen Rush mit Militärhaarschnitt und ohne Bartstoppeln! Der ist völlig in Ordnung so so wie er ist).

Von Anfang an ist die Befehlskette zweifelhaft. Camile Way, die bis zu einem gewissen Grad versucht, ihre Organisation wenigstens weiterhin in den Personalfragen zu vertreten, gelingt das letzten Endes nicht vollständig, auch wenn Young ihr gegenüber in einigen Punkten Zugeständnisse macht. Das letzte Wort hat immer Young, was sich z.B. bei Eli sehr klar zeigt.

Camile hat keinen leichten Job übernommen, offensichtlich mißfällt ihr - wie auch den übrigen Zivilisten - der autoritäre Führungsstil des Militärs, vertreten durch Young, aber sie scheint auch nicht hundertprozentig von der uneingeschränkten Machtbefügnis der IAO überzeugt zu sein, jedenfalls habe ich diesen Eindruck nach dem Gespräch auf der Erde mit ihrem Vorgesetzten gewonnen. Auf der Destiny beibt ihr nichts anderes übrig, als sich Young unterzuordnen, da sie keine Möglichkeit hat, die Situation zugunsten des nicht-militärischen Personals zu verändern.

Mir gefällt die Art und Weise wie Du ihre sexuelle Ausrichtung - traurigerweise immer noch für viele Menschen Grund für Anfeindungen oder gar Verfolgung - als Erfahrungshintergrund einbeziehst, der sie zu einer vorsichtigen, die Seiten auslotenden Taktikerin macht, die im Falle eines Falles auch in der Lage wäre, eine sich bietende Gelegenheit zu ergreifen, um die Interessen ihrer Organisation durchzusetzen. Wohlgemerkt die Interessen ihrer Organisation, denn sie selbst ist kein Machtmensch, sie will die Herrschaft nicht um der Herrschaft willen, sondern weil sie Interessen vertreten sehen will. Ich denke, das hast Du sehr schön gezeigt.

Sehr gut gefällt mir auch der kleine Schlagabtausch zwischen ihr und Young:
(Young) "Ich würde gerne sehen, wie Sie Rush unter Kontrolle halten."
(Wray) “Seit wann haben Sie Rush unter Kontrolle?"
Ich bin mir sicher, daß Wray mit Rush deutlich besser klar kommen würde, als Young. Auch wenn sich dieser vermutlich einer entgültigen Kontrolle immer entziehen wird.

Die Gerüchte sagen ja, daß bald nach dem (überflüssigen und unendlich langen) Hiatus dieses Thema noch einmal im Zentrum der Ereignisse auf der Destiny stehen wird. Auf den Ausgang bin ich wirklich gespannt. Ich hoffe nur, daß beide Seiten mehr aufeinander zugehen und am Ende jede ihre Stärken für die gesamte Gruppe einbringt.
jolinarjackson
Feb. 16th, 2010 01:36 pm (UTC)
Wow, mal wieder ein sher usführliches FB. Übrigens liebe ich dein Icon! Also:

"Mit diesem Satz hast Du hier das entscheidende Problem, daß sich wärend der ersten Folgen von SGU Stück für Stück aufgebaut hat, ganz klar zusammengefaßt."

Vielen Dank. Für diesen Satz habe ich bestimmt doppelt so lange gebraucht wie für die gesamte Story zusammen genommen. Ich wollte, dass Camile es auf den Punkt bringt. Ich denke, sie ist der Typ Mensch, der so etwas tut. Das mag ich an ihr.

"Bisher hatte ich bei den SG-1 und SGA immer den Eindruuck, daß das ganze "Stargate-Programm" der ungeteilten Aufsicht des Militärs unterstellt ist und lediglich ein Teil der Verwaltung zivilen Organisationen zugeteilt wird."

SG-1 war militärisch, SGA war anfangs noch als zivil geführtes Projekt gedacht (Weir), wurde aber durch Sam an der Spitze schon wieder militärisch, was ich schade fand.

"Das letzte Wort hat immer Young, was sich z.B. bei Eli sehr klar zeigt."

Und er hat die Situation nicht unter Kontrolle. Hat er nicht. Der einzige Punkt, an dem er und Camile sich ergänzen, ist Rush. Sie sind beide sehr vorsichtig, was ihn angeht. Wenn auch Camile noch etwas vertrauensvoller an ihn herantritt (Justice), was sich aber rächt.

"... aber sie scheint auch nicht hundertprozentig von der uneingeschränkten Machtbefügnis der IAO überzeugt zu sein, jedenfalls habe ich diesen Eindruck nach dem Gespräch auf der Erde mit ihrem Vorgesetzten gewonnen."

Ja, ich hatte den Eindruck, dass da böses Blut ist. Sie steht nicht 100%ig hinter dem IOA.

"... sie will die Herrschaft nicht um der Herrschaft willen, sondern weil sie Interessen vertreten sehen will."

Ja. Ich finde sie wahnsinnig sympathisch deswegen. Und ich finde, gerade Life und Justice führen ihren Charakter endlich richtig schön ein.

"Die Gerüchte sagen ja, daß bald nach dem (überflüssigen und unendlich langen) Hiatus dieses Thema noch einmal im Zentrum der Ereignisse auf der Destiny stehen wird."

Ja, da gibt es eine Episode namens Divided, die nur eine Woche nach dem Neubeginn läuft. Ich habe mich für diese Story davn inspirieren lassen. Ich habe keine Ahnung, was genau passiert, aber es gibt wohl eine Eskalation. Ich denke nicht, dass es zu lange bis dahin gedauert hat. So etwas muss sich hochschaukeln und das ist inzwischen passiert. Ich denke, die ganze Sache wird viel mit Justice zu tun haben. Die Frage ist nur, wie manche Mitglieder reagieren werden, vorrangig Eli, der ja eigentlich eher zwischen den Lagern steht.

Vielen Dank noch mal,
bye,
JJ
( 2 comments — Leave a comment )